Stille Nacht mit Bratapfel und Kaminfeuer
CHRIS ANDREWS, Pop- und Rocksänger, Komponist, Texter: M eine Frau Alexandra schmückt unser Haus sehr schön weihnachtlich. Sie überrascht mich auch immer wieder mit selbst gebackenem Stollen und Bratäpfeln nach dem Rezept ihrer Oma. Ich liebe die deutsche Weihnacht mit all den Leckereien und der Gemütlichkeit, die ich so aus England nicht kannte. Alexandra ist mein Engel. Ich bin dem Schicksal dankbar, dass sie an meiner Seite ist. Das Lied „Stille Nacht“ singen wir immer am Heiligen Abend zusammen mit der Familie.
ALEXANDRA ANDREWS, Reittherapeutin: Mein schönstes Weihnachtsfest war 2002. Ich arbeitete damals in Griechenland. Wir telefonierten jeden Tag. Ich werde nie vergessen, als Chris mir am Telefon erklärte, dass er sich in mich verliebt hatte. 2007 heirateten wir und sind seit dieser Zeit nie mehr getrennt.
DAGMAR BERGHOFF, Moderatorin und Sprecherin: Jedes Jahr zu Weihnachten hatten wir dasselbe Ritual. Am Heiligen Abend war ich mit meinem Mann allein in unserem schön geschmückten Zuhause. Am ersten Feiertag freuten wir uns immer auf das Karpfenessen bei meiner Mutter. Mein Mann schlug dann einmal vor, dass wir die Feiertage doch mal in der Sonne verbringen sollten. Wir flogen nach Dubai. In der Hotelhalle standen mehrere schneebedeckte künstliche Tannenbäume, daneben Rehe, Esel, Märchenfiguren und ein sehr großes Knusperhäuschen – und das alles bei 30 Grad im Schatten! Die bekannten englischen Weihnachtslieder wie unter anderem „White Christmas“ und auch das vom Rudi mit der roten Nase schallten durch das ganze Hotel und auch am Strand. Es gab Christmas-Drinks und zum Essen Truthahn. Es wurde zum gemeinsamen Singen aufgerufen und auch zu einem Christmas-Tanz. Es weihnachtete auf Schritt und Tritt. Auf dem Rückflug nach Hamburg sagte mein Mann: „Weihnachten bleiben wir doch lieber zu Hause – mit echter Tanne, echtem Schnee und dem Karpfen bei Mama.“ Und daran hielten wir uns.
JONNY HILL, Sänger und Texter: Meine vier Geschwister und ich warteten früher ganz gespannt jedes Jahr auf das Läuten des Glöckchens, um im Wohnzimmer die Geschenke unter dem Baum zu erspähen. Wir Kinder spielten Blockflöte und sangen dann alle gemeinsam vor dem Essen „Stille Nacht“. An etwas kann ich mich noch genau erinnern: Ich bekam einen kleinen Zug aus Holz. Als die Eltern aus dem Zimmer waren, wollte ich ihn durch einen Tunnel fahren lassen. Die Klappe unseres Kachelofens schien mir als Tunnel sehr geeignet. Das Ergebnis können Sie sich vorstellen – der Zug kam nie wieder, er brannte lichterloh. Ich hatte mich somit selbst um mein schönstes Weihnachtsgeschenk gebracht.
ROLF ZUCKOWSKI, Liedermacher und Sänger: Ich werde oft gefragt, wo mir das Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ einfiel und wie lange ich daran arbeitete. Es war Anfang Dezember 1986. Ich fuhr von einem Konzert aus Bochum nach Hause und telefonierte von meinem ersten Autotelefon mit meiner Familie. Ich erfuhr, dass alle in der Küche beim Plätzchenbacken sind. Meine Gedanken blieben während der ganzen Heimfahrt nach Hamburg bei meiner backenden Frau und den Kindern. Als ich zu Hause ankam, waren die Plätzchen fertig – und mein Lied auch.
KLAUS BAUMGART, Gründer des Unterhaltungsduos Klaus & Klaus: Abgesehen von dem von Oma Luise jedes Jahr gebackenen köstlichen Stollen, fällt mir noch eine lustige Situation ein. Als unser jetzt 30-jähriger Sohn Alexander vier Jahre alt war, feierten wir 1999 den Heiligen Abend bei sehr milden Temperaturen. Wegen der Romantik und des Knisterns zündeten wir, wie jedes Weihnachten, das Holz im Kamin an. Wir kleideten uns festlich. Während des Essens wurde uns sehr warm. Mein Vater und ich legten Sakkos und Oberhemden ab. Der kleine Alexander beobachtete uns und verschwand wortlos in seinem Zimmer. Kurz danach kam er, nur im Unterhemd gekleidet, zurück und setzte sich wieder auf seinen Platz. Es war ein Bild für die Götter. Seitdem wurde der Kamin zu Weihnachten nicht wieder angezündet.
ILONA SCHULZ-BAUMGART, Künstler-Managerin: Ich erinnere mich genau daran, als mein Vater den Weihnachtsmann spielte. Ich erkannte ihn an seinen Hausschuhen, die er vergessen hatte auszuziehen. Als ich ihn etwas später, als Santa Claus weg war, danach fragte, konterte er und erklärte, dass er dem Weihnachtsmann seine Hausschuhe geliehen hatte, da dessen Stiefel voller Schnee waren.
Text: Marion Schröder
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