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Das Erfolgsstück „Ellen Babić“ in den Hamburger Kammerspielen

Das Erfolgsstück „Ellen Babić“ in den Hamburger Kammerspielen

Aus dem SeMa Juni 2025 · Beitrag · 3 Minuten

Die Schauspielerin Ida Ehre wurde 1945 die Prinzipalin und eröffnete mit ,,Leucht feuer“ von Dani Shapiro die HAM-BURGER KAMMERSPIELE. Mit ihrer erstklassigen Auswahl der Stücke und einem hochkarätigen Ensemble setzte sie künstlerische Maßstäbe, die bis zum heutigen Tag Bestand haben, wie auch jetzt in dem Gegenwartsdrama ,,ELLEN BABIĆ“ von Marius von Mayenburg zu erleben ist. Intendant Axel Schneider präsentiert bewegende Stoffe, verpflichtet für sein Haus renommierte Regisseure und hervorragende Schauspielerinnen und Schauspieler. In dem aktuellen Stück stehen unter der Leitung von Regisseur Sewan Latchinian Katja Studt als Lehrerin Astrid, Marie Fey als ihre frühere Schülerin Klara und heutige Lebensgefährtin und Till Demtrøder als Schuldirektor Wolfram auf der Bühne der Kammerspiele.

Wir besuchten die Aufführung und waren gefesselt von dem Stück und begeistert von den schauspielerischen Meisterleistungen der Akteure der drei optimal besetzten Figuren auf der Bühne. Der Inhalt beschäftigt sich mit Themen wie Liebe, Lüge, Schuld, Toleranz, und Abhängigkeit.

Till Demtrøder erklärt: ,,Dieses Kammerspiel ist ein verbales Minenfeld mit Sprengkraft, durch das man als Schauspieler nur mit Textsicherheit und guter Kondition kommt. Jeder fällt jedem ins Wort. Das Stück kratzt an Tabus, alten Machtstrukturen und stellt auch unbequeme Fragen.“

Interview mit Katja Studt im Theater:

SeMa: Spielten Sie jetzt das erste Mal in den Kammerspielen?

Meine allererste Theaterarbeit war hier in den Hamburger Kammerspielen 2005/2006. Jetzt nach 20 Jahren bin ich das zweite Mal in diesem Theater und genieße es sehr.

SeMa: Was hatte Sie überzeugt, diese Rolle anzunehmen?

Das ist ein klassisches Kammerspiel mit zeitgenössischen und spannenden Themen wie MeToo und Machtmissbrauch. Man muss darüber reden und Impulse setzen, reflektieren, darüber sprechen. Es ist noch ein langer Weg zu gehen.

SeMa: Was sagen Sie den Menschen, dass sie dieses Stück ansehen sollten?

Ich sage generell, geht mehr ins Theater. Besonders durch KI wird vieles nicht persönlicher. Es ist wahnsinnig wichtig, gemeinsam Dinge zu erleben, Nahbarkeit zu spüren und, dass Leben auf der Bühne ist. Auch was vom Publikum zu uns auf die Bühne kommt und was wir zurückgeben, das ist ein schöner Kreislauf. Es ist wie ein Pulsschlag, der sehr wichtig ist und auch, dass damit jüngeres Publikum erreicht wird. Das wäre mein Wunsch

SeMa: Haben Sie ein Ritual vor der Vorstellung?

Vor der Vorstellung brauche ich eine gute Portion Kohlenhydrate, weil ich merke, dass ich wahnsinnig viel Energie auf der Bühne benötige. Ich trinke immer eine Cola vor der Vorstellung. Das ist eine ganz gute Kombination. Dann habe ich Kraft und bin wach.

SeMa: Ist es für Sie ein Glücksfall in Hamburg zu spielen?

Es ist schön, wenn ich nach den Vorstellungen nach Hause fahren, meine Kinder sehen und mein Familienleben leben kann. Es ist angenehm, wenn ich in meiner Freizeit dort bin, wo ich hingehöre. Jetzt habe ich das große Glück, dass ich hier in Hamburg auch spielen darf. Meine beiden Mädchen sind inzwischen 16 und 11 Jahre, die doch schon ziemlich selbstständig sind, aber auch meine Mutter ist in der Nähe und oft bei uns.

SeMa: Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind? Vielleicht auch den der Lehrerin, wie in diesem Stück?

Tatsächlich zog sich der Wunsch, Schauspielerin zu werden schon durch meine Kindheit. Dann wechselte aber auch der Wunsch hin zur Stewardess oder Tierärztin. Ich hätte mir auch vorstellen können, auf Lehramt zu studieren. In der Entwicklungshilfe tätig zu sein hätte mich auch gereizt. Da ich aber nach dem Abi nahtlos in das volle Berufsleben kam, die Hauptrolle in der ZDF-Weihnachtsserie „Clara“ 1993 übernahm und viele andere Filme drehte und es so weiterging, hatte ich als Schauspielerin viel zu tun. Dadurch entwickelte sich nie etwas anderes. Ich glaube, mein Beruf ist auch gleichzeitig Berufung, und das ist gut so.

Text: © Marion Schröder