
Fotos: Klaus Karkmann
Potsdam: Die lange Sanierung des Neuen Palais im Park Sanssouci macht Fortschritte
Sie bleiben einfach die touristischen Höhepunkte in Potsdam: Die Schlösser im Park Sanssouci ziehen die Massen an, auch wenn sie schon länger eine große Baustelle sind – und das auch noch bis 2030 bleiben. Die preußischen Bauten – ob nun verfallen, schon renoviert, noch dunkel oder schon aufgehellt – strahlen so viel Historie aus, dass selbst die Umbauten ihren Reiz für neugierige Augen haben. Insgesamt 400 Millionen Euro ist den Verantwortlichen die Rettung nationaler Kulturgüter in Sanssouci wert. Das SeMa schaute auf der spektakulären Historien-Baustelle vorbei.

Die Skulpturen sind gerade vom Dach geholt und in einem Gatter gesichert, Bauzäune versperren die imposanten Gebäude. Und trotzdem zieht das Ganze die heute mal hanseatischen Touristen in seinen Bann. „Diese Schätze müssen für folgende Generationen einfach zur Verfügung stehen, das ist es allemal wert“, sagt zum Beispiel Rupert Thörle (80) aus Hamburg-Marienthal, der an diesem Frühlingstag mit seiner Hamburger Seniorengruppe in Potsdam vorbeischaute. Seine Mitfahrerin Bärbel Dethloff (70), auch aus HH-Marienthal, kann sogar eine bautechnische Entwicklung bestaunen. „Ich habe das hier schon 1990 nach der Wende gesehen, da waren alle Steine noch schwarz. Schön, wie das jetzt aussieht“, urteilt die Hanseatin. Schluss aber ist hier noch lange nicht.

In der Tat hatte der Alte Fritz (Friedrich der Große/1712–1786) den Mund wohl zu voll genommen, als er damals von einem unerschütterlichen Prachtbau in seinem Park gesprochen hatte. Die Baumängel in den Schlössern beschäftigen die Behörden seit vielen Jahren. Bereits 2019 konnte die Sanierung des durchfeuchteten Sockelgeschosses abgeschlossen und das Neue Palais endlich auf „trockene Füße“ gestellt werden. Und dann ging es immer weiter – und wird noch lange so weitergehen.
So bleibt Sanssouci in seiner Gesamtheit das, was es nicht nur für Historiker immer schon war: deutsche Geschichte vor den Toren Berlins pur – und damit eine Reise wert. Und irgendwann kommen die typischen Skulpturen aus ihrem Gatter dann auch wieder auf das Dach.
Text: Klaus Karkmann
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