
Viele Menschen mit Demenz leiden auch unter Depressionen. Das macht die Krankheit für sie besonders schwer und beeinflusst ihren Alltag und ihr Wohlbefinden negativ. Nun zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Greifswald: Wer gut von Familie, Freunden oder Betreuern unterstützt wird, hat weniger depressive Symptome. Das kann das Leben der Betroffenen deutlich verbessern.
Depressionen bei Demenz sind leider weit verbreitet – sie machen traurig, rauben Energie und können sogar das Fortschreiten der Demenz beschleunigen. Dr. Iris Blotenberg und ihr Team am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Greifswald fanden heraus, dass Menschen mit Demenz weniger unter Depressionen leiden, wenn sie sich sozial eingebunden und umsorgt fühlen.
Das bedeutet: Die Nähe und Unterstützung der Menschen um sie herum ist sehr wichtig. Gespräche, gemeinsame Aktivitäten oder einfach das Gefühl, nicht allein zu sein können helfen, depressive Gefühle zu mindern. Die Studie wurde von der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) unterstützt und in einer amerikanischen Fachzeitschrift veröffentlicht.

Für Angehörige und Betreuer heißt das auch: Ein offenes Ohr, Geduld und gemeinsame Zeit machen einen großen Unterschied im Leben von Menschen mit Demenz. Denn soziale Wärme und Geborgenheit sind wertvolle Medizin, die zusätzlich zu Medikamenten und Therapien das Leben heller machen können.
Tipps für Angehörige und Freunde bei Depression und Demenz
- Zuhören und geduldig sein: Nehmen Sie Sorgen und Ängste ernst, auch wenn sich Betroffene verschließen. Geduld hilft, Vertrauen aufzubauen.
- Gespräche ermutigen: Sprechen Sie offen und liebevoll über die Gefühle und motivieren Sie zur ärztlichen Abklärung und Behandlung.
- Gemeinsam aktiv bleiben: Kleine gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge oder Hobbys fördern die Stimmung und lockern den Alltagstrott auf.
- Alltag strukturieren: Helfen Sie, den Tag mit festen Ritualen und Aufgaben zu gestalten – das gibt Halt und Sicherheit.
- Soziale Kontakte stärken: Fördern Sie Besuche, Telefonate oder Treffen in Gruppen, damit sich Betroffene nicht isoliert fühlen.
- Hilfe annehmen: Nutzen Sie Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder professionelle Unterstützung, um gemeinsam besser zurechtzukommen.
- Verständnis zeigen: Depression ist eine Erkrankung, keine Willensschwäche. Schuldgefühle und Vorwürfe vermeiden.
Diese einfachen Schritte können das Leben mit Demenz und depressiven Symptomen spürbar erleichtern und für mehr Lebensfreude sorgen.
Text: Corinna Chateaubourg
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