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Singt seit 2016 beim Hamburger Chor „Heaven can wait“ mit: Ulrich Staets (4. v. l.) aus Lokstedt. © Foto: G2 Baraniak

Ulrich Staets: „Jede Menge Abenteuer“

Aus dem SeMa Juni 2025 · Beitrag · 2 Minuten

Singt seit 2016 beim Hamburger Chor „Heaven can wait“ mit: Ulrich Staets (4. v. l.) aus Lokstedt. © Foto: G2 Baraniak
Singt seit 2016 beim Hamburger Chor „Heaven can wait“ mit: Ulrich Staets (4. v. l.) aus Lokstedt. © Foto: G2 Baraniak

Vor drei Jahren stellte sich Ulrich Staets die Frage: „Was bleibt mir im Leben?“ Seine Antwort: „Jede Menge Abenteuer!“ Seitdem lebt der 80-Jährige, der sich vielseitig in und um Lokstedt herum engagiert, nach diesem Motto.

Als er vor 13 Jahren nach Hamburg kam – der Liebe wegen – landete er durch seine damalige Freundin eher zufällig beim Bürgerhaus Lokstedt. Sie nahm dort an einem Kurs teil und erzählte ihm davon, dass am kommenden Tag die Vorstandssitzung des Vereins stattfinden sollte. Da diese öffentlich war, besuchte Ulrich Staets die Versammlung. Und landete so im Beirat der Einrichtung. Inzwischen hätte er dort aber nicht mehr so viel zu tun, sagt er, er verkaufe noch manchmal Karten an der Kasse, wenn Veranstaltungen stattfinden.

Sein wahres Herz schlägt inzwischen für den Gesang. „Als Kind war ich im Chor, den ich aber wegen meiner kratzigen Stimme nach dem Stimmbruch verlassen musste“, erinnert sich Staets. Bei einer Reise 2002 nach Mailand traf er eine Freundin, die ihm sagte, er müsse dringend zur Stimmbildung. Er spreche so leise, und sie könne ihn kaum noch verstehen. Gesagt, getan: Rund zehn Jahre ließ er daraufhin seine Stimme schulen. Die Trainerin begann mit Gesang. Ein paar Jahre später – beim Vorsingen zur Teilnahme am Chor „Heaven can wait“ – wurde er mit seiner Bassstimme von Chorleiter Jan Christof Scheibe sofort akzeptiert. Seit 2016 ist er Teil des Hamburger Seniorenchores, der mit Mitgliedern zwischen 70 und 93 Jahren und durch moderne Interpretationen aktueller Pop- und Rockhits sowie selbst komponierte Lieder Aufmerksamkeit erregt.

„Die Möglichkeit, aus vollem Herzen zu singen und immer noch etwas Neues zu lernen, gefällt mir sehr“, sagt Ulrich Staets. …
„Die Möglichkeit, aus vollem Herzen zu singen und immer noch etwas Neues zu lernen, gefällt mir sehr“, sagt Ulrich Staets. Foto: © G2 Baraniak

„In der Doku über den Ü70-Chor ‚Heaven can wait‘, hatte ich eine tragende Rolle“, sagt der Wahllokstedter schmunzelnd. „Ich trug eine Maske, und einmal trage ich mit Monika einen Tisch“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern. Der Film kam im Oktober 2024 in die Kinos.

Inzwischen singt er in drei verschiedenen Hamburger Chören sowie bei ein, zwei Singgruppen mit. Seine größten „Abenteuer“ erlebt er aber beim Chor „Heaven can wait“ unter der Leitung von „Scheibe“ (so nennen sie alle ihren musikalischen Leiter). Die Möglichkeit, an verschiedenen Orten aufzutreten, aber auch die selbst komponierten Stücke wie „Scheiße, in meinem Keller liegt ʼne Leiche“ einzustudieren und vorzutragen („Das hat einen solchen Wumms, dafür bekommen wir oft den meisten Beifall“), liegt dem Lokstedter besonders am Herzen. „Die Möglichkeit, aus vollem Herzen zu singen und immer noch etwas Neues zu lernen, gefällt mir sehr“, sagt er.

Scheren in allen möglichen Formen: Ulrich Staets sammelt sie und hat inzwischen über 2000 Stück. © Foto: cc
Scheren in allen möglichen Formen: Ulrich Staets sammelt sie und hat inzwischen über 2000 Stück. © Foto: cc

Ein weiteres ungewöhnliches Hobby hat der gebürtige Potsdamer außerdem: Er sammelt Scheren! Über 2000 Stück hat er schon. Aber das ist ein anderes Thema.

Text: Corinna Chateaubourg