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Schiffsmodellbauer Wolf-Rüdiger Berdrow über sein Hobby

Schiffsmodellbauer Wolf-Rüdiger Berdrow über sein Hobby

Aus dem SeMa Februar 2025 · Beitrag · 2 Minuten

Schiffsmodellbauer Wolf-Rüdiger Berdrow über sein Hobby

Er meint es ernst, wenn er sagt, Modellbauer seien keine Bastler. Für Wolf-Rüdiger Berdrow ist sein Hobby echte Arbeit: Modellbau eben. Es wird gebaut, nicht gebastelt. Wie das aussieht, zeigt er uns im Keller seines Wohnhauses in Schnelsen. Ein echter Bastelkeller, könnte man meinen: Regale mit unzähligen bereits in Eigenarbeit erstellten Ersatzteilen, Kleber, Sprühkleber, Lacke und Farben, Werkzeuge sowie Nägel und Schrauben in allen (Kleinst-)Größen.

Die Fläche, auf der der 76-Jährige die großen Schiffe, vor allem Passagierdampfer, Walfänger oder Küstenmotorschiffe im Kleinformat nachbaut, ist tadellos sauber: Kein Stäubchen wirbelt auf, als Berdrow seine aktuelle Arbeit erläutert. „Das Rettungsschiff ,Emile Robin 430‘ habe ich Anfang 2000 beim Urlaub in Dänemark gesehen und mir gedacht ‚Das ist aber ein schönes Schiff.‘ Also habe ich angefangen sie nachzubauen.“ Mit dem Modellbau allgemein hat er schon als Kind angefangen: Mit Propeller- oder Segelflugzeugen ging es los.

Schiffsmodellbauer Wolf-Rüdiger Berdrow über sein Hobby

Dass der Nachbau der ‚Emile Robin‘ ihm nach all den Jahren nicht immer leicht von der Hand geht, bringt ihn m a n c h m a l auf die Palme: „Den Rumpf und den Aufbau aus Holz musste ich selbst bauen, und Holz ist nicht mein Leben! Ich spachtel und schleif mir hier die Seele aus dem Leib“, redet er sich in Rage und streicht über unsaubere Übergänge und kleine Kanten. „Die Aufbauten, wie hier die Kommandobrücke oder die Planken … das ist alles gut“, sagt er aber schnell wieder beruhigt. 2025 will er das Boot fertigstellen.

Auch wenn er einen Großteil der Zeit seines Hobbys allein in seinem Keller verbringt, gab (und gibt) es doch eine Menge Austausch mit anderen Modellbauern, zum Beispiel beim „Klugschnackertag“ in der Vereinsgaststätte in Farmsen, bei Wettbewerben oder Meisterschaften. Seit Langem ist Berdrow Mitglied, des Schiffsmodellbauclubs Hamburg e.V., lange hatte er sogar den Vorsitz inne.

Schiffsmodellbauer Wolf-Rüdiger Berdrow über sein Hobby

Wenn der 76-Jährige zwischen seinen Modellen hin- und hergeht und die Tricks, die er beim Bau an den einzelnen Schiffen angewandt hat erklärt, blitzt es in seinen Augen. Auch wenn er manchmal über Misserfolge schmollt und auch mal ein, zwei Tage nicht in seinen Keller geht, freut er sich am Ende meistens über seine Siege übers störrische Material. Und seine schönen Modelle. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

„Es ist ein schönes Hobby, aber es ist zeitaufwendig“, so das Resümee des sympathischen Mannes. „Viele haben als Kinder mal mit einem Bausatz, den sie vom Vater geschenkt bekommen haben, angefangen und dann während der Ausbildung, Familiengründung und des Berufslebens damit aufgehört“, so der Schnelsener. Einige würden dann später, mit 60 oder so, wieder anfangen. Wenn Modellbaufan Berdrow in seinen Keller geht, gehen meistens mehrere Stunden ins Land. Modellbau sei manchmal kniffelig, aber meistens sehr entspannend.

Schiffsmodellbauer Wolf-Rüdiger Berdrow über sein Hobby

Text und Fotos: C. Chateaubourg © SeMa