
Foto: privat
Wer Matthias Preuß trifft, merkt schnell: Hamburg ist für ihn mehr als nur ein Arbeitsort. Besonders die vielen kleinen, oft versteckten Ecken der Stadt haben es ihm angetan – Orte am Wasser, die man zufällig bei einem Spaziergang oder einer Fahrradtour entdeckt. „Hamburg überrascht einen immer wieder“, sagt der 45-Jährige. Einen festen Lieblingsort hat er nicht, dafür viele Momente, in denen er denkt, wie lebenswert diese Stadt eigentlich ist.
Kein Wunder, dass sich der Immobilienmakler auch in seinem Stadtteil engagiert. Er bringt sich im Bürgerverein Hohenfelde-Uhlenhorst ehrenamtlich ein. und hilft dabei, Anliegen aus der Nachbarschaft sichtbarer zu machen. Gleichzeitig entstehen dort Begegnungen, Ausflüge und kleine Gemeinschaften – gerade für ältere Menschen ein wichtiger sozialer Anker. „Viele kommen dort zusammen, die sonst vielleicht allein wären“, beschreibt er die Bedeutung solcher Initiativen.
Zu seinem Beruf kam Preuß eher zufällig. Nach zehn Jahren in der freien Wirtschaft suchte er nach einer neuen Aufgabe – und entdeckte die Immobilienbranche für sich. Die Mischung aus Büroarbeit und Terminen draußen, Zahlen und Menschen passt bis heute zu ihm. Er führt ein Team von 5 Personen.
Besonders häufig trifft er auf ältere Eigentümer, die vor großen Entscheidungen stehen: das eigene Zuhause verkaufen, sich verkleinern oder noch einmal neu anfangen. „Der richtige Zeitpunkt ist immer dann, wenn es ins eigene Leben passt“, sagt er. Viele zögern lange – manchmal aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch weil Erinnerungen und Gewohnheiten eine große Rolle spielen.
Wie lange ein Immobilienverkauf dauert, überrascht viele: In der Regel vergehen zwei bis vier Monate bis zum Notartermin. Danach braucht es oft noch einmal einige Wochen oder sogar Monate, bis alles abgeschlossen ist und die Übergabe erfolgt. Häufig ist dies nicht nur für ihn und sein Team, sondern auch für Käufer und Verkäufer eine intensive Zeit, organisatorisch und emotional.
Eine Begegnung direkt aus seiner Anfangszeit ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben: Eine ältere Dame wollte kurz vor dem Notartermin alles absagen. Die Unsicherheit war plötzlich zu groß. Erst ein persönliches Gespräch half, die Angst zu nehmen. „Sie hatte einfach das Gefühl, alleine und überfordert zu sein“, erinnert sich Preuß. Am Ende fuhr sie doch zum Termin, erleichtert und mit einem guten Gefühl. Sein Fazit: „Es ist wirklich wichtig, dass sich alle Beteiligten genügend Zeit nehmen und viel miteinander sprechen.“
Text: Jan Philipp Platenius
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