
Fotos: SoVD, Pixabay
Viele ältere Hamburger*innen leben von kleinen Renten. Angesichts hoher Miet- und Energiepreise werden Wohnkosten für viele von ihnen immer mehr zur existenziellen Belastung. Das Wohngeld kann für Rentner*innen eine wichtige finanzielle Entlastung bringen.
Jede*r Fünfte der über 65-Jährigen ist laut 9. Altersbericht der Bundesregierung in Deutschland arm oder armutsgefährdet, in Hamburg sind bereits über 66 500 Menschen betroffen – Tendenz steigend. Mehr als 32500 Hamburger*innen beziehen Grundsicherung im Alter, 19 000 überwiegend ältere Menschen Erwerbsminderungsrente. Doch Schätzungen zufolge nehmen etwa 60 Prozent der eigentlich berechtigten Personen keine Grundsicherung im Alter in Anspruch – aus Unkenntnis, Scham oder Angst vor bürokratischen Hürden. „Viele Menschen haben jahrzehntelang gearbeitet, und trotzdem reicht die Rente im Alter nicht“, erklärt Klaus Wicher, Landesvorsitzender SoVD Hamburg. „Vor allem Frauen geraten in die Altersarmut, weil sie Kinder großgezogen und später Angehörige gepflegt haben. Diese Sorgearbeit führt zu Unterbrechungen ihrer Erwerbsbiografien. Anerkennung – auch in finanzieller Hinsicht – gibt es bis heute wenig.“ Umso wichtiger sei es, den Menschen Mut zu machen, staatliche Hilfen auch anzunehmen.
Dazu gehört das Wohngeld. Es ist ein Zuschuss für Menschen mit geringem Einkommen. Anspruch haben auch Menschen mit kleiner Rente. Wohngeld gibt es nicht nur für Mieter*innen, sondern auch für Eigentümer*innen, wenn die Kosten für das Wohneigentum nicht mehr zu stemmen sind. Allerdings: Wer staatliche Leistungen wie Bürgergeld oder Grundsicherung bekommt, erhält kein Wohngeld.
Die Antragstellung lohnt sich seit diesem Jahr für mehr Haushalte, da die Einkommensgrenzen als Reaktion auf steigende Miet- und Energiepreise hochgesetzt wurden. Außerdem wurde das Wohngeld um rund 15 Prozent erhöht und liegt aktuell bei etwa 400 Euro monatlich im Schnitt.
Der Antrag muss samt Nachweisen bei der zuständigen Wohngeldstelle eingereicht werden – dies kann online, per E-Mail oder Briefpost erfolgen. Ausgezahlt wird das Wohngeld in der Regel für zwölf Monate, ab dem Monat in dem der Antrag eingegangen ist. Häufig gestellte Fragen und weiterführende Informationen zum Thema Wohngeld beantwortet der SoVD Hamburg online unter sovd-hh.de/sozialberatung-hamburg/ wohngeld-plus-gesetz. Oder Sie lassen sich als Mitglied des SoVD Hamburg vor Ort von Fachjurist*innen beraten.
Armutsgipfel 2025: Wege in eine gerechte Zukunft
Das Wohnen hat sich inzwischen zu einem zentralen Treiber von Armut und Ungleichheit entwickelt. Deshalb veranstaltet der SoVD Hamburg gemeinsam mit dem Mieterverein zu Hamburg, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Hamburg und dem DGB Hamburg am 15. Oktober den ersten Hamburger Armutsgipfel. Ziel der Veranstaltung ist es, die vielschichtigen Ursachen und Folgen von Armut genauer zu beleuchten – mit besonderem Fokus auf sozial-, wirtschafts- und wohnungspolitische Aspekte – sowie Lösungswege zu beschreiben und zu diskutieren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen – die Teilnahme ist kostenfrei.
Programm und Anmeldung: sovd-hh.de E-Mail: info@sovd-hh.de, www.sovd-hh.de
Text: Nicola Timpe/SoVD
Weitere Beiträge
Freizeit
Wohin soll es 2027 gehen?
Stimmen Sie jetzt über die neuen SeMa-Reisen ab! Wohin möchten Sie im kommenden Jahr mit uns reisen? Nach Groningen oder St. Peter-Ording?…
Das bewegt mich
„Mahlzeiten sind mehr als Nahrungsaufnahme“
Prof. Dr. Margit Bölts (IU Internationale Hochschule) über gemeinsame Mahlzeiten als Schutz vor Einsamkeit im Alter. Mehr als jede dritte Person ab…
