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MK&G Glitzer-Ausstellungsansicht. © Henning Rogge

Viel Glitzer und Glimmer im Museum für Kunst und Gewerbe

Aus dem SeMa April 2025 · Beitrag · 3 Minuten

MK&G Glitzer-Ausstellungsansicht. © Henning Rogge
MK&G Glitzer-Ausstellungsansicht. © Henning Rogge

Um den Alltag funkeln zu lassen, braucht man manchmal nur ein bisschen Glitzer. Funkelnde Steine und auch metallische Effekte begegnen uns überall. In Kosmetikprodukten, auf der Haut oder in Nagellacken, als Blattgold für Dekorationen, in Pulverform zum Basteln, und auch essbares Glitzerpulver für Getränke und Kuchen sind sehr beliebt.

Auch funkelnde Diamanten in Schmuck und Metallfäden in der Kleidung lieben besonders prominente Frauen auf den Roten Teppichen. In den Königshäusern präsentieren die Royals ihre strahlenden Schätze auf Kronjuwelen und Orden in allen Variationen. Die Juwelen des britischen Königshauses sind circa fünf Milliarden Dollar wert. Der weltbekannte Pianist Liberace war berühmt auch wegen seiner extravaganten Kostüme. Er lebte in Las Vegas, trug diamantbesetzte Anzüge und ließ seinen Flügel und den Rolls Royce mit Glitzersteinen überziehen. Die 1962 verstorbene amerikanische Schauspielerin Marilyn Monroe sang in ihrem Lied „Diamonds are the Girls best Friend“ darüber, dass Diamanten die besten Freunde der Mädchen sind. Viele Rockstars lieben es auch wenn ihre Bühnengarderobe glitzert. In Deutschland ist der Modemacher und Designer Harald Glööckler bekannt dafür, sich selbst und seine Garderobe funkeln zu lassen. Es glitzert auf seinen Fingernägeln, auf seinen vielen Ringen und auch ab und zu in seinem Gesicht. Strasssteine zierten seine Stirn und Wangen besonders auffällig bei seinem Besuch des Opernballs in Wien 2013.

Harald Glööckler und Prinzessin Xenia von Sachsen beim Opernball in Wien. © Marion Schröder
Harald Glööckler und Prinzessin Xenia von Sachsen beim Opernball in Wien. © Marion Schröder

Der elsässische Juwelier Georg Friedrich Strass erfand die geschliffenen Kristalle bzw. Glassteine im 18. Jahrhundert. Die österreichische Firma Swarovski verkauft weltweit sehr schönen Schmuck aus diesem Material. Wenn das Ziel Ihrer Urlaubsreise Österreich ist, lohnt sich ein Besuch in den Swarovski Kristallwelten in Wattens, circa 20 Kilometer entfernt von Innsbruck. Im Inneren des Berges werden in allen Räumen die Facetten, Brillanz und Faszination der Kristalle in Hülle und Fülle zelebriert.

Aber auch in Hamburg ist die Glitzerwelt im Museum für Kunst und Gewerbe noch bis Oktober zu bewundern. Es ist das erste Haus, welches diesem faszinierenden Material eine Ausstellung widmet. Die sechs Kapitel verdeutlichen die vielfältigen, komplexen und teils widersprüchlichen Zusammenhänge, in denen Glitzer auftaucht. 100 Personen stellten ihre Lieblingsobjekte für diese einmalige Ausstellung gern zur Verfügung. Es werden im ersten Raum u. a. Handyhüllen, Einhörner, Nagellacke, Kleidung, Schuhe und Bilder ausgestellt. Gezeigt wird auch ein Jugendzimmer mit sehr vielen unterschiedlichen schillernden Dingen, die die Hamburger Künstlerin Jenny Schäfer auf Flohmärkten und im Internet gekauft oder von Freunden geschenkt bekommen hat. Glitzer schafft Traumwelten. Ein besonderes Highlight ist der Raum mit den Show-Perücken, die die Designer und Perückenmacher Karl Gadzali und Mohamad Barakat-Götz herstellten. An der weißen Schwanenperücke, die Karl Gadzali für die Drag-Ikone Olivia Jones kreierte, arbeitete er über 50 Stunden. Vom Sänger und Musiker Bill Kaulitz ist eine Bühnenjacke ausgestellt, und Alea Burmeister präsentiert ihr nachgestyltes Taylor-Swift-Kleid, welches sie auf dem Konzert ihres Idols am 24. Juli 2024 in Hamburg trug.

Jenny Schäfer vor ihrem Jugendzimmer. © Marion Schröder
Jenny Schäfer vor ihrem Jugendzimmer. © Marion Schröder
Perücken, gestaltet von Karl Gadzali und Mohamad Barakat-Götz. © Marion Schröder
Perücken, gestaltet von Karl Gadzali und Mohamad Barakat-Götz. © Marion Schröder
Kleid im Stil von Taylor Swift + Bühnenjacke von Bill Kaulitz. © Marion Schröder
Kleid im Stil von Taylor Swift + Bühnenjacke von Bill Kaulitz. © Marion Schröder

Glitzer und Glitter ist für viele Menschen ein Material der Kindheit und Jugend, eng verbunden mit Kreativität, Geborgenheit und Unbekümmertheit. Er vermittelt auch an Kleidung und im Schmuck ein gutes Gefühl und fasziniert Menschen jedes Alters.

Ein Besuch im Museum für Kunst und Gewerbe am Steintorplatz in Hamburg ist immer ein Erlebnis. Es ist eines der wichtigsten Häuser für Gestaltung in Europa. Zahlreiche Ausstellungen und Projekte öffnen den Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung und hinterfragen die Gestaltung der Welt.

Xenia Prinzessin von Sachsen in der Loge als Sisi beim Opernball in Wien. © Marion Schröder
Xenia Prinzessin von Sachsen in der Loge als Sisi beim Opernball in Wien. © Marion Schröder

Bis zum 26. Oktober können die Besucher sich im ersten Stock durch die Glitzerwelt verzaubern oder auch durch Filme über das Material informieren lassen.

Privater Strass-Schmuck. © Marion Schröder
Privater Strass-Schmuck. © Marion Schröder

Informationen: Museum für Kunst und Gewerbe, www.mkg-hamburg.de, Tel. 040/42 81 34-880

Text und Fotos: Museum für Kunst und Gewerbe und Marion Schröder