
Fotos: Reinhard Meißner
Nicht nur beim beeindruckenden „Heaven can wait“-Chor können ältere Menschen singen und Spaß haben. Und auch nicht jede und jeder möchte gleich singend auf die große Bühne. Dass Singen aber glücklich macht, ist erwiesen. Es wirkt wie ein natürliches Antidepressivum, baut Stress ab, wirkt lebensverlängernd.
In dem Buch „Vom Glück, im Chor zu singen“ von Stefan Moster (Insel Verlag) kann man viel über Chöre, ihre gesellschaftliche und emotionale Wirkung, erfahren. In Deutschland gibt es 60 000 Amateurchöre, und es werden immer mehr: Vom andächtigen Männergesangverein bis zum fröhlichen queeren Vokalensemble singen sie vom Oratorium bis zum Ständchen. Stefan Moster, aufgewachsen „in einer Familie, in der man dem Chorgesang gar nicht entkommen konnte“, widmet sich in seinem Buch vielen Facetten, die das Buch so spannend und interessant machen: Politisches, Gesellschaftliches und Musikalisches rund um Chöre breitet Stefan Mosters wie einen Fächer auf und sorgt an so mancher Stelle für ein Aha-Erlebnis.
Chöre gibt es viele in Hamburg. Hier nur eine kleine Auswahl bzw. Anregungen für Chöre, in denen man kostenlos mitsingen kann:
- Jeden zweiten Donnerstag im Monat gibt es in Horn ein „Offenes Singen“. Der Februartermin findet am 12. von 18:00 bis 19:00 Uhr statt. Veranstaltungsort: Am Stadtteilhaus, Horner Freiheit, Am Gojenboom 46, 22111, Hamburg.
- In Eppendorf singt einmal wöchentlich der Anscharchor in der „Wäscherei“ der Stiftung Anscharhöhe (Tarpenbekstraße 107). Es ist ein Chor für alle im Quartier: inklusiv und generationsübergreifend. Unter der Anleitung von Susanne Hilbert wird montags von 18 bis 19:30 Uhr ein buntes Repertoire gesungen. Der Zugang ist barrierefrei. Singerfahrung oder Chorpraxis ist nicht nötig, es steht die Freude am gemeinsamen Singen im Vordergrund. Für Rückfragen: susanne.hilbert@t-online.de.
- Die Seniorenkantorei der Blankeneser Kirche am Markt (Mühlenberger Weg 64a) ist der Gemeindechor für Sängerinnen und Sänger ab etwa 60 Jahren und besteht seit 1979. Kantor Eberhard Hasenfratz leitet den Chor. „Wir studieren meist zwei Oratorien oder Requien pro Jahr ein“, sagt er. „Gern in Begleitung mit dem Blankeneser Orchesterprojekts (BLOP).“ Dazu kommen die Gestaltung von Gottesdiensten und Probentage mit geselligem Beisammensein. Auch weltliche Chorliteratur singen die begeisterten Sängerinnen und Sänger. Dass die Freude am Singen im Mittelpunkt steht, merkt man allen Beteiligten an. Neue Mitglieder sind willkommen. Die Proben finden jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr im Gemeindehaus statt. Kontakt: eberhard.hasenfratz@blankeneser-kirche.de.
- Mit kleinem Beitrag gibt es den Verein älter & besser, der an verschiedenen Standorten in der ganzen Stadt Seniorenchöre pflegt (Hamm, Langenhorn, Altona, Bergedorf, Eppendorf, Winterhude). Alle singen a cappella Musik aus allen Zeiten und Genres. Chorerfahrung und Notenlesefähigkeit werden nicht vorausgesetzt. Jeder Standort hat sein eigenes „Gesicht“ – von Swing und Soul über Klassik bis hin zum Volkslied. Informationen gibt es unter info@aelter-besser.de.
Text: Stephanie Rosbiegal
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