Die Erfindung des Adventskalenders, den der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern entwickelte, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. 1839 stellte er große Kerzen auf ein Wagenrad – vier weiße für die Sonntage und jeweils eine rote für die Wochentage. Er erfreute damit die Kinder in dem Hamburger Kinderheim des „Rauhen Hauses“. Der erste gedruckte Adventskalender wurde 1902 veröffentlicht. Er zeigte eine Weihnachtsuhr mit 24 Unterteilungen. 1908 entwarf der Buchhändler Gerhard Lang als Erster einen mit Türchen und 24 Zahlen, die auf einen Karton gemalt waren. Seine Mutter befestigte dann 24 Kekse auf dem Karton, um ihm das Warten zu erleichtern und die Vorfreude zu steigern. Später entstanden nach seiner Idee die Kalender mit Bildern und Schokolade. Leipziger Verlage brachten auch schon früh derartige Kalender auf den Markt. Ab 1950 verbreiteten sich diese dann weltweit.
Der größte Adventskalender
Der größte Adventskalender Der größte Adventskalender befindet sich in Gengenbach im Schwarzwald, wo das historische Rathaus mit seinen 24 Fenstern seit über 25 Jahren – auch in diesem Dezember – zum größten Adventskalender der Welt umfunktioniert wird. Jeden Abend um 18 Uhr wird im Advent ein anderes Fenster geöffnet. Dahinter verbergen sich Kunstwerke, auch von Andy Warhol oder Marc Chagall.
Kalender voller Überraschungen
Im Handel weit verbreitet sind Kalender, die mit weihnachtlichen Motiven bedruckt sind, und an denen sich kleine Türen öffnen lassen, hinter denen sich Bilder, Sprüche, Süßigkeiten oder andere Überraschungen befinden. Die Vorweihnachtszeit ist etwas Besonderes. Wir entdeckten außergewöhnliche und hübsche dieser Kalender, die oft mehr bieten als nur Schokolade. Alle sind voller Überraschungen – perfekt zum Verschenken oder um sich selbst eine Freude zu bereiten. Es gibt eigentlich nichts, was nicht in den 24 Türchen angeboten wird. Für Sammler stehen unter anderem 24 kleine Eulen, Minikameras und Katzen zur Verfügung. Aber auch Kosmetik, Gewürze, Lakritze, Gemüsesamen, Getränke, Honig und jede Menge Spielsachen verbergen sich hinter den Türen.
Die Weltfirma Niederegger aus Lübeck bietet 24 vegane Marzipanköstlichkeiten in ihrem Adventskalender in vielen Geschäften und im Online-Shop (info@niederegger.de) an. Das Familienunternehmen Gründl, das sich auf Handarbeitsmaterialien spezialisiert hat, verkauft für die kreative Adventszeit große Kalender, die mit viel Liebe und Herzblut entwickelt worden sind. In den großen Schubladen des abgebildeten Kalenders verbergen sich neben vielen farbigen Wollknäueln auch Füllwatte, kleine Holzkugeln und die bekannte Strickliesel zum Anfertigen von Wollschnüren. Ein Anleitungsheft führt ausführlich Schritt für Schritt durch die aufgeführten Projekte.
UNSER AUSFLUGSTIPP: Im Industriemuseum in 25335 Elmshorn – Catharinenstr. 1, Tel. 04121/23 17 00 – wird eine Ausstellung gezeigt mit dem Titel: „Adventskalender aus über 100 Jahren“.
Text: Marion Schröder
Weitere Beiträge
Freizeit
Wohin soll es 2027 gehen?
Stimmen Sie jetzt über die neuen SeMa-Reisen ab! Wohin möchten Sie im kommenden Jahr mit uns reisen? Nach Groningen oder St. Peter-Ording?…
Das bewegt mich
„Mahlzeiten sind mehr als Nahrungsaufnahme“
Prof. Dr. Margit Bölts (IU Internationale Hochschule) über gemeinsame Mahlzeiten als Schutz vor Einsamkeit im Alter. Mehr als jede dritte Person ab…
