


In den 1920er Jahren nahm der Schlager an Fahrt auf. Auch das Radio gewann immer mehr an Bedeutung. Die Menschen hörten die neuen Lieder jetzt auch zu Hause aus diesen Empfängern. Sängerinnen und Sänger nahmen populäre Titel auf, die die Herzen der Menschen eroberten. Die Musik dieser Zeit war geprägt von den „Goldenen 20ern“. Viele Lieder hatten humorvolle Texte wie „Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen“. Die 20er Jahre waren die Geburtsstunde des modernen deutschen Schlagers.
Die Comedian Harmonists starteten ihre Karriere 1927 und besangen ihren „kleinen grünen Kaktus“ und erklärten musikalisch „Veronika, der Lenz ist da“. Bis heute zählen ihre Schlager zu den bekanntesten. 1997 drehte Joseph Vilsmaier den Spielfilm „Comedian Harmonists“, der auf der Geschichte der Gesangsgruppe basiert. Marlene Dietrich wurde berühmt durch ihre Lieder „Ich bin die fesche Lola“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“.
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Der Begriff Schlager leitet sich von dem Verb „schlagen“ ab und bezeichnet ein Lied, das beim Zuhörer einschlägt wie ein Blitz. Im 19. Jahrhundert verwendete man das Wort Schlager für besonders erfolgreiche und eingängige Operettenmelodien – als „durchschlagenden Erfolg“ oder auch Hit. In den Jahren 1870–1880 beschrieb man in Wien Lieder als Schlager, die sich schnell verbreiteten und sehr beliebt wurden. Davor wurden diese populären Melodien oft als Gassenhauer bezeichnet.
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Teil 1
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Lale Andersen ließ ihre „Lili Marleen“ an einer Laterne vor dem großen Tor stehen und Zarah Leander sang mit ihrer sonoren Stimme „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“.
Die Blütezeit des Schlagers begann im Nachkriegsdeutschland. Die Sehnsucht der Menschen nach Glück und einem „Heile‑Welt‑Gefühl“ trug wesentlich zum Erfolg dieser Musikrichtung bei. Die Verbreitung in Radio‑ und Fernsehsendungen half damals maßgeblich bei der Popularisierung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte der Schlager eine entscheidende Rolle beim Wiederauf bau der Musikindustrie in Deutschland. Die Menschen suchten nach Ablenkung und wiedergewonnener Lebensfreude.
In den 50er und 60er Jahren wurden viele deutschsprachige Lieder große Hits. Caterina Valente sang „Spiel noch einmal für mich, Habanero“ oder mit ihrem Bruder Silvio „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu‑Strand‑Bikini“. Vico Torriani erklärte musikalisch, dass Kalkutta am Ganges liegt, und Fred Bertelmann lachte mit seinem „Vagabunden“.
Freddy Quinn hatte große Erfolge mit Liedern wie „Heimweh“, „Die Gitarre und das Meer“ und „Heimatlos“, die er mit seinem tiefen Bariton vortrug.
Die erste Ausgabe der „ZDF‑Hitparade“ wurde am 18. Januar 1969 ausgestrahlt. Die Sendung begann damals um 18.50 Uhr mit dem legendären Satz „Hier ist Berlin“. Das war der Beginn von 33 Jahren Musikgeschichte, die den deutschsprachigen Schlager live präsentierte.
Auch ab den 1970er Jahren wurde die Musiklandschaft stark von Schlagern geprägt. Alexandra faszinierte mit „Mein Freund, der Baum“. Conny Froboess sang „Zwei kleine Italiener“, Gitte Hænning wollte „’nen Cowboy als Mann“ Marianne Rosenberg ließ ihre Fans wissen, dass „Er gehört zu mir“. Wencke Myhre sang vom „knallroten Gummiboot“. Roy Black hatte den großen Hit „Ganz in Weiß“, Peter Alexander mit „Die süßesten Früchte“. Costa Cordalis besang seine „Anita“, Bata Illic die „Michaela“. Karel Gott erinnerte mit seiner Tenorstimme an die „Biene Maja“. Katja Ebstein wusste, dass es „Wunder immer wieder gibt“, und Manuela war sich sicher: „Schuld war nur der Bossa Nova“.

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Udo Jürgens zählt mit über 105 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Schlagersängern im deutschsprachigen Raum. Er komponierte und schrieb auch Texte mit Themen aus dem täglichen Leben – etwa „Griechischer Wein“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Mit 66 Jahren“.
Schlager-Veranstaltungen 2026 (Auswahl)
- Die Schlagernacht des Jahres – 25. April, Barclays Arena Hamburg
- Schlagernacht am Kalkberg – 2. Mai, Bad Segeberg
- Schlagermove – 4. Juli, Hamburg
Text: Marion Schröder
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