
Fotos: Rudolf Müller, Freepik
„Die Zigarette ist das einzige Industrieprodukt, das bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zum Tode führt.“ (Patrick Reynolds, Enkel des Gründers von Amerikas zweitgrößtem Tabakkonzern)
Das Qualmen ist für etwa 12–15 Prozent aller Todesfälle verantwortlich und gilt dabei als eine der Hauptursachen für vermeidbare Todesfälle. In Deutschland gibt es jährlich circa 140 000 Todesopfer durch Nikotin. Das entspricht etwa jedem siebten Todesfall. Raucher sterben circa zehn Jahre früher als Nichtraucher. Hauptursachen dafür sind Krebserkrankungen, insbesondere Lungenkrebs, Herz-Kreislauf- und chronische Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel COPD. Doch auch infolge des Passivrauchens sterben in Deutschland jährlich über 3000 Menschen.
Neben den gesundheitlichen Belastungen entstehen zudem volkswirtschaftliche Schäden. Sie machen in den Industrieländern circa 15 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus. Es lohnt sich, unabhängig vom Alter, mit dem Rauchen aufzuhören und sich dazu zum Beispiel beim Arzt Hilfe zu holen.
So werden Sie konkret belohnt:
- Nach 1–2 Tagen: Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich, das Atmen fällt leichter, und das Herzinfarktrisiko sinkt.
- Nach 3–9 Monaten: Der Raucherhusten geht merklich zurück, der Kreislauf stabilisiert sich, das Immunsystem wird gestärkt, und die Lungenfunktion ist besser.
- Nach 1–2 Jahren: Das Herzinfarktrisiko geht um die Hälfte zurück.
- Nach 10 Jahren: Das Lungenkrebsrisiko ist halbiert.
- Nach 15 Jahren: Das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall gleicht dem von Nichtrauchern.
- Und Sie sparen viel Geld!
„Wer noch einen Funken Verstand hat, sollte ihn nicht zum Anzünden einer Zigarette verwenden.“
(Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer von 1999–2011)
Wie wirkt Nikotin? Mit jeder Zigarette erhält der Körper etwa 1 Milligramm Nervengift. Bereits nach sieben Sekunden erreichen die ersten Nikotinmoleküle das Gehirn und besetzen dort die Rezeptoren, die eigentlich gar nicht für Nikotin vorgesehen sind, und beeinflussen so die Aktivität der Nervenzellen negativ. Es kommt zur massenhaften Ausschüttung von Botenstoffen, vor allem von Dopamin, das beim Raucher ein Glücksgefühl erzeugt. Sinkt der Dopaminspiegel wieder, treten Entzugsformen auf wie Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Nervosität und Unruhe. Raucher greifen zur nächsten Zigarette und sind damit im Suchtkreislauf gefangen. Sie erleben die Wirkung als angenehm bzw. stimmungsregulierend bis euphorisierend oder beruhigend, schwören auf erhöhte Konzentrationsfähigkeit und regulierten Appetit oder Gewichtskonstanz.
In Deutschland sind zurzeit acht bis neun Millionen Männer und fünf bis sechs Millionen Frauen nikotinabhängig. Kinder und Jugendliche hinzugerechnet, ergibt eine wesentlich höhere Zahl von Rauchern. Das durchschnittliche Alter für die erste Zigarette liegt zwischen 12 und 14 Jahren. Und: Etwa 50 Prozent aller Kinder in Deutschland wachsen in Raucherhaushalten auf.
Rudolf F. Müller: Seit 1973 begeistert ihn das Thema Gesundheit. Zunächst als Ingenieur tätig, praktizierte er parallel dazu das therapeutische Yoga nach Krishnamacharya. Von den Wirkungen auf seinen Körper begeistert, kam er zur ganzheitlichen Gesundheit. Er absolvierte zahlreiche gesundheitsrelevante Ausbildungen sowie das Studium Gesundheitsmanagement und Prävention. Seit 2000 arbeitet Müller freiberuflich als Präventologe in der individuellen Gesundheitsberatung, hält Vorträge und engagiert sich besonders für die Generation 60plus.
SeMa – Seniorenmagazin
Text: Rudolf Müller
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