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Oma-Hilfe oder Trendmobil?

Oma-Hilfe oder Trendmobil?

Aus dem SeMa September 2025 · Beitrag · 3 Minuten

Oma-Hilfe oder Trendmobil?

Fotos: www.trolley-center.com

Der Hackenporsche etabliert sich bei Jung und Alt

Er ist im Stadtbild vertreten wie Rucksäcke oder Aktentaschen. Wurde der allgemein als Hackenporsche bekannte Einkaufsroller auf zwei Rädern lange als Hilfsmittel für alte Leute belächelt, schließt das praktische Gefährt, das heutzutage auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen nicht mehr wegzudenken ist, allmählich eine Marktlücke. Das kleine Mobil ist vom Rentner-Shopper zum trendy Outfit mutiert. Warum das so ist, welche Maße das angenommen hat und welche Varianten allmählich verfügbar sind, hat das SeMa ermittelt.

Das muss erst einmal nach Hause. Frisch und lecker sieht es schon aus, was die etwa 75-jährige Der Hackenporsche etabliert sich bei Jung und Alt Oma-Hilfe oderOma-Hilfe oder Trendmobil?Trendmobil? Seniorin da auf dem Wochenmarkt in Hamburg-Wandsbek eingekauft hat. Aber die Erdbeeren, die zwei Kilogramm Kartoffeln und die Weintrauben müssen erst einmal nach Hause gebracht werden – und zu Aldi muss die Dame auch noch. Kein Problem, seitdem sie ihren sogenannten Hackenporsche hinter sich hat. Das Zweirad zieht sie, wie viele ältere Menschen, voll bepackt hinter sich, zwischen den Marktbuden Richtung Linienbus.

Oma-Hilfe oder Trendmobil?

Halt – nur ältere Personen? Seit geraumer Zeit werden mit Einkaufsrollern nicht nur Grünkohl, Kartoffeln oder Frischfleisch transportiert. Ob Badeutensilien, Sportzeug oder sogar Geschäftsunterlagen – sie werden auf diese Weise praktisch hinter sich hergezogen. Und das nicht nur von der älteren Generation. Der Hackenporsche hat sich etabliert. In vielen Formen, Ausführungen und Farben ist er auf dem Weg zum Transport-Trendmobil schon weit gekommen – nicht nur auf Wochenmärkten.

Es gibt aber selbst bei Senioren nicht nur Befürworter der Einkaufshilfe auf zwei Rädern. „Das kann schon ganz schön gefährlich werden, wenn so viele von ihnen rumstehen oder unauffällig hinterhergezogen werden“, meint zum Beispiel Rupert Thörle. Der 80-Jährige aus Hamburg ist regelmäßig im Budenwald auf dem Wochenmarkt und kritisiert in diesen Fällen die Stolpergefahr für ältere Kunden, die doch oft auf das Warenangebot konzentriert sind und nicht nach unten schauen. Mag sein, es ändert aber nichts daran, dass der Trolley, den so viele Menschen hinter sich herziehen, vor allen Dingen Vorteile hat und sich bei Alt (und auch bei Jung) durchgesetzt hat. Er hat sozusagen mit dem Rucksack gleichgezogen.

Oma-Hilfe oder Trendmobil?

Gleichgültig, in welcher Ausführung, Farbe oder Größe (siehe Nebentext): Viele Personen möchten das kleine Gefährt nicht missen. „Der Hackenporsche ist doch voll integriert, ohne geht gar nicht“, schwärmt die Hamburgerin Susanne Jantzen (72) von ihrem rollenden Anhang. Und bewegen tut man sich doch auch, wenn man ihn durch die Fußgängerzonen und Einkaufspassagen ziehe, fügt die rüstige Dame hinzu. Von dem praktischen Nutzen, den der Helfer auf zwei Rädern hat, ganz zu schweigen – der ist unbestritten.

So ist Schluss mit dem leidigen Schleppen, dem Abschnüren von Fingern oder mit müden Armen, zumal es schon länger Ausführungen gibt, die das Treppensteigen oder Heben des Einkaufs erleichtern (siehe nebenstehenden Text). Und es wird immer deutlicher, dass sogar Studenten, Geschäftsleute oder Amateursportler auf den flotten Transporter stehen. Ob er nun Hackenporsche, Einkaufsroller, Rentneranhang oder Rollkoffer genannt wird, ist letztlich gleichgültig. Die Teile werden schon mit Kühlboxen und Soundsystem geliefert, da liegt doch eine Studentenparty genauso nahe wie der Wochenmarkt. Wie der Rucksack sich vor einigen Jahrzehnten durchgesetzt hat, ist heute der Hackenporsche unverzichtbar geworden. Und das nicht nur für Oma und Opa.

Hackenporsche am Rande

  • Woher der Name: Es handelt sich um ein Berliner Original. Nicht der „Hackenporsche“ als solcher, aber der Name entstammt der berühmten Berliner Schnauze. Andere originelle oder lustige Bezeichnungen: Rentnerroller oder Kartoffel-Mercedes.
  • Arten: Es gibt den Hackenporsche zum Beispiel klappbar, mit Gefrierfach oder als Treppen-Steiger. Auch mit Sitzmöglichkeit und in jeder Farbkombination ist er erhältlich.
  • Herstellung: Es gibt sogar schon spezielle Manufakturen, die sich auf den Hackenporsche spezialisiert haben. So unterscheidet die Andersen Manufaktur zum Beispiel zwischen dem Einsteigermodell, dem Allrounder oder dem Standfesten
  • Übersicht/Auswahl: Einen Überblick, welcher Shopper passt, im Internet unter www.trolley-center.com

Text: Klaus Karkmann