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Nach der Messe ist vor der Messe – Hinter den Kulissen einer Seniorenmesse

Nach der Messe ist vor der Messe – Hinter den Kulissen einer Seniorenmesse

Aus dem SeMa September 2026 · Beitrag · 5 Minuten

Nach der Messe ist vor der Messe – Hinter den Kulissen einer Seniorenmesse
Ob Gesundheit, Mobilität oder Freizeit: Auf der Elmshorner Seniorenmesse finden Besucher vielfältige Anregungen.

Fotos: Gerda Jensen

Der Seniorenrat der Stadt Elmshorn besteht aus bis zu 19 Mitgliedern, die für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt werden und die Interessen der älteren Bevölkerung der Stadt vertreten. 1986 wurde der Landesseniorenrat Schleswig-Holstein gegründet. Bereits im selben Jahr erhielt Elmshorn seinen ersten Seniorenrat. Wir werden also dieses Jahr 40 Jahre alt!

Wie sind Sie ursprünglich mal darauf gekommen, eine Seniorenmesse zu organisieren? Gab es eine Inspiration aus anderen Städten?

Nein, soweit wir es wissen, gab es keine Anregung aus anderen Gemeinden. Mit dem Vorläufer, dem „Pflegetag“, hat der damalige Seniorenrat 2017 auf den Bedarf der Älteren nach Informationen in Bezug auf die Pflegereform reagiert. Pflegeheime und mobile Pflegedienste stellten sich vor, ergänzt wurde die Ausstellung um eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Parteien.
Ab 2018 hieß die Veranstaltung „Seniorentag“, und das Angebot wurde stetig erweitert, z. B. um die Bereiche Mobilität und Gesundheit. Nach einer dreijährigen Corona-Pause entstand 2024 die „Seniorenmesse“ (da in Elmshorn auch der Weltseniorentag am 1. Oktober gefeiert wird, wollten wir Verwechslungen vermeiden). Das Interesse bei Bevölkerung und Ausstellern stieg, neue Bereiche kamen hinzu: Bewegung, Vorsorge, Ehrenamt, Kultur, Freizeit allgemein. Außerdem wurden ausdrücklich auch die Familien der Senioren eingeladen, sich zu informieren.

Wie läuft eine Seniorenmesse ab? Und wie viele Aussteller und Besucher sind an dem Tag vor Ort?

Unsere Seniorenmesse findet immer an einem Sonnabend von 10 bis 15 Uhr statt. Viele Besucher verbinden den Messebesuch mit einem Wochenmarktgang oder einem Einkaufsbummel in der nahe gelegenen Fußgängerzone. Für die Messe können wir das Rathaus nutzen. Es ist ein zentraler Ort, und es werden keine Stand- bzw. Eintrittsgebühren fällig.
Schon am Tag vorher stellen Mitglieder des Seniorenrats Tische auf und schildern die Plätze aus. Aussteller können auch schon zum Aufbau kommen. Am Sonnabend ab 8 Uhr geht der Aufbau weiter, bis um 10 Uhr die ersten Gäste kommen (die draußen schon gewartet haben). Wir haben es bisher leider nie geschafft, die Besucher zu zählen, die Schätzungen für dieses Jahr schwanken zwischen 500 und 700.

40 Ausstellerplätze wurden vergeben, darunter kommerzielle Anbieter (Pflegeartikel, Rollatoren, Busreisen, Optiker etc.), aber auch viele Vereine und ehrenamtlich tätige Organisationen, bei denen Senioren Anregungen und Unterstützung finden. Von Anfang an handelte es sich nicht um eine Verkaufsmesse.

Die eigentliche Arbeit beginnt vermutlich schon lange vorher, oder? Wie planen Sie Ihre Messe?

Ja, das stimmt! Nach der Messe ist vor der Messe! Im März fand die diesjährige Veranstaltung statt, jetzt, im April, hat sich die AG schon wieder getroffen, um den Termin für das nächste Jahr festzulegen, denn der Raum muss langfristig gebucht werden. Wir haben das Feedback der Besucher und der SR-Mitglieder gründlich gelesen und uns überlegt, wo wir bei der Organisation Verbesserungen vornehmen können. Die richtigen Planungssitzungen finden ab September statt, bevor dann ab Oktober/November die Aussteller angeschrieben werden. Anfang des Jahres findet dann eine Vorbereitungssitzung mit interessierten Ausstellern statt, bei der auch schon die Plakate und Flyer verteilt werden.
Nicht vergessen darf man, die Presse einzubinden, denn sie spielt eine entscheidende Rolle dabei, die ältere Bevölkerung zu informieren. Die Öffentlichkeitsarbeit des Seniorenrats kümmert sich um den Aushang von Plakaten, die Bestellung von Flyern und Bekanntmachung über unser Seniorenportal. Bei dem Entwurf der Werbematerialien werden wir großartig unterstützt von der Öffentlichkeitsabteilung der Stadt Elmshorn.

Wie groß ist Ihr Team, mit dem Sie das ganze Projekt stemmen?

Wir sind zu dritt: Heidi Brandt, schon seit 20 Jahren Mitglied im Seniorenrat der Stadt, verfügt daher über sehr viel Erfahrung und viele Kontakte und regelt während ihrer wöchentlichen Bürozeit einen Teil des Schriftverkehrs im Zusammenhang mit der Messe.
Detlev Hantel, seit fast vier Jahren Vorsitzender des Seniorenrats, hält die Kontakte zu Rathaus und Hausmeistern und erstellt die Pläne für die Standverteilung. Nichts wird dem Zufall überlassen, jede Tischgröße, Steckdose und Wandfläche wird mitgedacht.
Gerda Jensen ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und kümmert sich zusammen mit Heidi Brandt um den Schriftverkehr, zudem sorgt sie mit Zeit- und Arbeitsplänen dafür, dass nichts vergessen wird und die Erfahrungen der letzten Jahre genutzt werden können.
Im Oktober wird ein neuer Seniorenrat gewählt. Wir hoffen, dass sich aus dem neuen Team eine größere AG für die Vorbereitung der Messe findet.

Viel zu organisieren: Detlev Hantel, Gerda Jensen und Heidi Brandt bei der Planung der nächsten Seniorenmesse.
Viel zu organisieren: Detlev Hantel, Gerda Jensen und Heidi Brandt bei der Planung der nächsten Seniorenmesse.

In diesem Jahr haben wir zusätzlich Werbung für die Wahl im Oktober gemacht und dabei die beliebten Elmshorn-supernormal-Einkaufsbeutel verschenkt. Das Highlight des letzten Jahres war unsere Informationsbroschüre, der „Seniorenwegweiser“, den wir aktualisiert hatten, und der rechtzeitig zu diesem Termin erschienen war und hier zum ersten Mal verteilt wurde. Er wurde uns buchstäblich aus den Händen gerissen, und mehrere Hundert Exemplare gingen an die Besucher.

Mögen Sie ein, zwei Highlights der bisherigen Messen mit uns teilen? Oder vielleicht eine amüsante Anekdote?

Ein Highlight ist natürlich immer, dass unser 1. Stadtrat es sich nicht nehmen lässt, die Veranstaltung zu eröffnen.

Angenommen, nun möchte jemand ebenfalls eine Seniorenmesse organisieren. Welchen Tipp würden Sie ihm oder ihr geben?

Jede Stadt ist natürlich unterschiedlich, und was bei uns gut ankommt, muss nicht unbedingt in anderen Orten auch gut klappen. Einige Gesichtspunkte, die wir für wichtig halten:

  • Rechtzeitig anfangen.
  • Einen zentralen Ort wählen.
  • Eine Übersicht der möglichen Stände mit dem vorhandenen Mobiliar herstellen (Detlev Hantel benutzt dafür eine sehr hilfreiche Software).
  • Die Größe begrenzen – Platz genug für die Besucher, auch mit Rollatoren und Rollstühlen, lassen, Arbeitsaufwand realistisch einschätzen – wir machen alles ehrenamtlich!
  • Rechtzeitig Kontakt mit der Presse aufnehmen.

Elmshorn, 14.04.2026, Gerda Jensen, für die AG Seniorenmesse

Text: Gerda Jensen