
Fotos: Rudolf Müller
Warum? Weil ohne Nebenwirkungen & maximal ein auszuhaltender Muskelkater
Der Mensch hat 656 sehr unterschiedliche Muskeln. In der ersten Lebenshälfte beträgt ihr Gewicht bis zu 50 Prozent unseres Körpergewichts. Die Muskelmasse ist bei Frauen geringer als bei Männern. Das Herz als wichtigster Muskel pumpt Blut in den Körper und transportiert Sauerstoff und Nährstoffe in alle Körperregionen. Weitere sehr wichtige Muskeln sind das Zwerchfell (für die Atmung) und die glatte Muskulatur in Magen, Darm und in der Harnblase.
Muskeln ermöglichen uns Beweglichkeit, Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft – und beeinflussen den Stoffwechsel. Sie verbrennen Nährstoffe und liefern Energie für Bewegungen. Sie wärmen, produzieren Botenstoffe, regulieren die Gehirnfunktion, stärken die Immunabwehr, schützen die inneren Organe und bewegen unsere Gelenke. Sie arbeiten im Team mit unserem Bindegewebe, den sogenannten Faszien, und üben auf Sehnen, Bänder und Knochen Druck und Zug aus. Sie sind unser größtes Stoffwechselorgan und für die Fettverbrennung zuständig. Diese funktioniert permanent, auch während des Schlafs, und hat einen wesentlichen Einfluss auf den Grundumsatz.
Ab 30 Jahren verlieren wir ein Prozent der Muskelmasse jährlich. So haben wir im Alter von 80 Jahren die Hälfte unserer Muskeln verloren und müssen damit z. T. sogar auf lebensnotwendige Aktivitäten der Muskeln verzichten. Die Folgen: geringere Leistungsfähigkeit, Mobilitätseinschränkungen, Gewichtszunahme, Krankheiten und Sturzgefahr. Durch Muskelabbau wird jede Bewegung beschwerlicher, schlechtere Cholesterin- und Blutzuckerwerte erhöhen die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Knochen und Gelenke leiden – die Lebenserwartung sinkt. Gezieltes Muskeltraining mindestens dreimal in der Woche kann gegensteuern. Muskeln können sogar im hohen Alter wieder aufgebaut werden. Der wichtigste Baustoff für Muskeln sind Proteine. Wir benötigen davon ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, jenseits der 60 gern mehr. Sie müssen durch die tägliche Ernährung zugeführt werden. Im Alter gilt: 1,6 bis 1,8 Gramm tierisches Eiweiß (Fleisch und Eier) und pflanzliches Eiweiß (Hülsenfrüchte) pro Kilogramm Körpergewicht.
Und: Bewegung ist alles!
Denn bei Bewegung und Kontraktion der Muskeln werden Myokine, hormonähnliche Botenstoffe, ausgeschüttet. Statt eines Medikaments helfen sie, ohne etwaige Nebenwirkungen, die Immunabwehr zu aktivieren und Entzündungen im Körper zu bekämpfen. Muskeln beeinflussen auch unseren Fett- und Glukosestoffwechsel. Deshalb ist aktives Muskeltraining zwei- oder dreimal in der Woche wichtig. Sehr wirksam sind auch isometrische Übungen, bei denen Muskelgruppen ohne Bewegung angespannt werden. Diese Übungen können auch im Sitzen ausgeführt werden!
„„Muskeln sind das Fundament des Körpers, aber der Geist ist der Baumeister. 30 Muskeln müssen Sie anstrengen, um die Stirn zu runzeln, aber 13 genügen, um zu lächeln.“ (Autor unbekannt)

Seit 1973 begeistert ihn das Thema Gesundheit. Zunächst als Ingenieur tätig, praktizierte er parallel dazu das therapeutische Yoga nach Krishnamacharya. Von den Wirkungen auf seinen Körper begeistert, kam er zur ganzheitlichen Gesundheit. Er absolvierte zahlreiche gesundheitsrelevante Ausbildungen sowie das Studium Gesundheitsmanagement und Prävention. Seit 2000 arbeitet Müller freiberuflich als Präventologe in der individuellen Gesundheitsberatung, hält Vorträge und engagiert sich besonders für die Generation 60 plus.
Text: Rudolf F. Müller, Präventologe
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