
Dieses Mal führen Sie die Buchtipps an fremde Orte oder auf die Reise dahin. Nicht als Urlaubsorte, sondern als Zufluchts-, Verbrechens- und Erinnerungsorte und als Wege zu sich und der Liebe.
„Commissaria Iva Markulin und die Schatten über der Adria“
Staatsanwältin Iva Markulin liebt ihre Heimat Istrien – die malerischen Städte, die Strände mit türkisblauem Wasser und die mediterrane Küche. Mit ihrem kleinen Sohn zieht sie zu ihrem Großvater Nikola, der auf dem Familiengut Terra Rossa noch immer Olivenöl produziert und hofft, dass Iva die Familientradition fortführt. Doch Iva kehrt nur aus einem Grund aus Zagreb zurück: Sie will die Mörder ihres Mannes finden und trifft auf mafiöse Strukturen. An ihren, vor Ort zugeteilten Kollegen Miro Baban muss sie sich erst gewöhnen. Doch der eigenwillige Kroate kennt Land und Leute wie kein anderer – und steht Iva entschlossen zur Seite. Gemeinsam setzen sie alles daran, den Fall zu lösen.
FAZIT: Vielschichtig und spannend baut sich der Fall auf und vermeidet schnelle Schlüsse und eine geradlinige Klärung des Falls. Die Landschaftsbeschreibungen machen Lust auf Istrien und die Adria. Iva Markulin ist eine starke Persönlichkeit und weiß mit Charme und den richtigen Fragen ins Wespennest zu stechen. Dieser Krimi ist der Start einer Reihe. Man darf auf neue Fälle gespannt sein.
Ines Calic: „Commissaria Iva Markulin und die Schatten über der Adria“, Verlag Rowohlt Polaris, 17 Euro, ISBN 9783499016974
„Das Licht in den Wellen“

Janne Mommsen zeigt mit diesem Roman eine andere Seite seines Schreibens und erzählt eine Familiengeschichte zwischen New York City und Föhr. Kurz vor ihrem 100. Geburtstag macht sich Inge Martensen mit ihrer Urenkelin Swantje mit dem Schiff auf den Weg nach New York. Während der Überfahrt erzählt Inge von einem Leben zwischen zwei Welten: dem Leben auf der Nordseeinsel voller Natur, aber auch Entbehrungen, und der Großstadt New York, dem pulsierenden Manhattan. Hierhin wanderte sie als junge Frau aus. Mit nur wenigen Sprachkenntnissen fängt sie in einem Feinkostgeschäft an zu arbeiten, und ihr „magic potato salad“ kommt sehr gut an. Sie lernt neue Freunde kennen und die große Liebe, wird aber auch von Schicksalsschlägen nicht verschont. Ihr Weg führt wieder zurück nach Föhr.
FAZIT: Ein enges Band verbindet die Föhrer mit New York, was sich auch im Insel-Nationalgetränk, dem Manhattan, widerspiegelt. Mit Inge lernen wir eine starke Frau kennen und lieben. Das Buch ist neben der Freude über die Heldinnen auch gut recherchierte Geschichte. 2026 wird es unter dem Titel „Das Salz in der Luft“ eine Fortsetzung geben.
Janne Mommsen: „Das Licht in den Wellen“, Verlag Rowohlt Polaris, 22 Euro, ISBN 9783499015847
„Unsere Suche nach Zärtlichkeit“

Dumont ist neben seiner Uhrenwerkstatt ehrenamtlicher Telefonseelsorger, bis der Anruf einer Frau ihn tief berührt, und er um eine Auszeit bittet. Von Brüssel aus macht er sich auf den Weg in das südfranzösische Antibes, um der Spur der Unbekannten zu folgen. Dumont trifft auf Florence, die ein Geheimnis umgibt. Zwischen Annäherung und Abweisung entstehen zärtliche Bande.
FAZIT: So zärtlich diese Geschichte mit den Gefühlen ihrer Figuren umgeht, so zart ist auch die Sprache. Gefühlvoll erzählt und mit feinem Humor in den Dialogen.
Martin Ehrenhauser: „Unsere Suche nach Zärtlichkeit“, Ullstein Buchverlage, 22 Euro, ISBN 9783471370025
Text: SeMa Redaktion
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