Unsere älteren Leser erinnern sich bestimmt gern an den Film „Große Freiheit Nr. 7“, in dem die hübsche, damals 23-jährige Ilse als Gisa Häuptlein von Hannes Kröger (Hans Albers) aufgenommen wurde, da sie die Freundin seines gerade verstorbenen Bruders war. Die Dreharbeiten fanden 1943 hauptsächlich in den UFA-Studios in Berlin-Babelsberg statt. Aufgrund von Bombenangriffen wurden sie in den Prager Filmstudios fortgesetzt. Auch in Hamburg wurde gedreht, hauptsächlich im „Hippodrom“ in der Straße „Große Freiheit“, die dem Film seinen Namen gab. Die Terrasse vom Sagebiels Fährhaus mit dem schönen Blick auf die Elbe war der Drehort eines Treffens der beiden Hauptdarsteller. Obwohl dieser Film eine romantische Geschichte erzählt, gibt es kein Happy End zwischen Gisa und dem musizierenden Seemann Hannes – wie meist in den Filmen dieser Zeit.
Die Schauspielerin, Sängerin und Kunstpfeiferin wurde am 11. Juli 1921 als Ilse Charlotte Still auf Java, dem heutigen Indonesien, geboren. Ihr Vater, Otto Still, ein niederländischer Kaufmann und Diplomat, und ihre deutsche Mutter Lilli Still, geborene Werner, zogen 1931 mit ihren beiden Töchtern von Batavia nach Frankfurt am Main. In Deutschland begann die große Karriere des Multitalents Ilse. Sie nannte sich dann Werner, nach dem Mädchennamen ihrer Mutter. Ziemlich schnell wurde die talentierte Ilse von der UFA entdeckt. Von 1938 bis 1990 drehte sie 28 Spielfilme wie z. B. 1940 „Das Wunschkonzert“, 1942 „Wir machen Musik“, 1943 „Münchhausen“. Ab 1952 folgten viele Rollen in Fernsehproduktionen wie die der Tante Ella in elf Folgen „Rivalen der Rennbahn“, dann auch in „Praxis Bülowbogen“, im „Großstadtrevier“, „Tatort“ und auch in „Eine Frau mit Pfiff“.
Durch einen Zufall kam die Schauspielerin zu ihrem berühmten Pfiff. Während einer Drehpause 1940 zum Film „Wunschkonzert“ hörte der Komponist Werner Bochmann Töne aus Ilses Garderobe. Er klopfte an und fragte, was denn da gerade für ein Instrument gespielt wurde. Ilse antwortete: „Ich habe kein Instrument gespielt, ich habe gepfiffen.“ Werner Bochmann war begeistert und empfahl, das fortzuführen. Sie erfüllte seinen Wunsch und wurde die berühmteste Kunstpfeiferin Deutschlands. Das Talent dazu war eine Naturbegabung, wie sie sagte.
Ilse Werner wurde durch ihr Talent, Melodien mit ihrem Pfeifen wiederzugeben, zur Legende und mit ihren vielen Fähigkeiten zu einer der bekanntesten Künstlerinnen in der Unterhaltungsbranche.
Text: Marion Schröder
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