Laut Statistik setzen sich knapp 29 Millionen Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl ein. Das Engagement ist vielfältig in unterschiedlichen Sparten. Jeder ehrenamtlich Helfende bringt sich in einem Gebiet ein, das seinen Fähigkeiten entspricht.
Einige löschen Brände, andere engagieren sich im Bereich Sport und Bewegung, unterstützen die Kulturschaffenden, die Tafeln, Hilfsorganisationen oder bringen ihre Zeit und ihr Wissen in Schulen und Kindergärten ein. Auch die Mitarbeiter in Tierheimen freuen sich über „Gassigänger“, die die Hunde zum Spazierengehen abholen, wie im Franziskus Tierheim gegenüber von Hagenbecks Tierpark. Auch viele Prominente setzen ihr Können, ihre Zeit und auch Geld für unterschiedliche Projekte ein.
Ganz wichtig zu erwähnen sind die ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männer in den vielen sozialen Bereichen, z. B. als „Grüne Damen und Herren“. Das sind freiwillig arbeitende Helferinnen und Helfer, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen tätig sind. Ihre grünen Kittel sind ihr Erkennungszeichen. Sie unterstützen das Fachpersonal und kümmern sich liebevoll um Patienten und Heimbewohner. Wir sprachen mit Frau Bettina Wegner, die sich seit drei Jahren den Grünen Damen angeschlossen hat und im Krankenhaus Adolf-Stift in Reinbek in erster Linie lange Gespräche mit den Patienten führt, sich auch ihre Sorgen anhört und Trost spendet. Sie schenkt ihnen ihre Zeit, Aufmerksamkeit und manchmal auch kleine Schutzengel.
,,Entweder weist uns das Krankenhauspersonal auf den Stationen auf Patienten hin, die gern ein Gespräch führen möchten, oder wir klopfen an und fragen, ob unsere Hilfe gefragt ist. Die wichtigste Voraussetzung für unsere Tätigkeit ist, zuhören zu können. Seit Corona hat sich mein Leben etwas verändert. Meine Kinder sind inzwischen groß und eigenständig. Ich wollte meine gewonnene Zeit sinnvoll nutzen und wusste, dass ich in diesem Krankenhaus ehrenamtlich tätig sein möchte, denn ich wurde hier geboren und meine zwei Kinder auch. Auch bewundernswert ist das Ehrenamt von Susanne Bornholdt aus Alveslohe. Sie unterstützt das Projekt „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes in Elmshorn. Die Teams erfüllen Menschen in ihren letzten Lebensphasen einen bisher unerfüllten Traum. ,,Das Schöne an unserer Arbeit ist, dass wir den Auftrag haben, den letzten Wunsch eines Schwerkranken zu erfüllen und ihn dadurch zum Lächeln zu bringen. Der Tod ist dabei nie ein Thema. Bei uns scheint immer die Sonne. Sehr emotional war für mich, den Wunsch eines Ehepaares zu erfüllen, welches in getrennten Seniorenheimen leben musste und sich noch einmal in die Arme nehmen wollte.“

Inga Thomas aus Stapelfeld hatte sich schon vor Jahren zum Ziel gesetzt, Obdachlosen, durch Armut betroffene Menschen und auch deren Haustieren zu helfen. Die ausgebildete Kindergärtnerin ist eine Kämpferin, die sich mit Leib und Seele für die Menschen, die Hilfe benötigen, einsetzt. Sie wird auch nicht müde um Sachspenden von Firmen und um Geldspenden zu bitten. Alles kommt zu 100 Prozent den Bedürftigen zugute. 2022 gründete sie ihren Verein ,,leise Engel e.v.“. ( Tel.: 01525/280 41 26, mail: orga@leise-engel.de). Inga Thomas, ihr Mann Heiko und ihre Engel verteilen Nahrung, Hygieneartikel, Süßigkeiten und auch Wasserflaschen. 350 gefüllte Ostertüten wurden am Gründonnerstag mit Freude entgegengenommen. Am 25.5. erhalten ihre Gäste Pasta, am 26.6. Hot Dogs in der Mönckebergstraße gegen 20 Uhr. Weitere Termine sind in Planung.

Viele helfende Hände werden gebraucht und können Gutes tun. Und das auch im Kleinen. Einige Beispiele dafür sind: Brigitte Thumann aus Trittau, die mehrmals pro Monat Inge, eine ältere Dame in einem Seniorenheim in ihrer Nähe, mit selbst gebackenem Kuchen überraschte, mit ihr Volkslieder sang und spazieren ging, bis sie für immer die Augen schloss. Marita Kohns aus Eich kümmert sich liebevoll um die in Kästen von der Stadt gepflanzten Blumen, die vor ihrem Haus stehen und bei Hitze dringend Wasser benötigen. Achim Krüger aus Hamburg Rahlstedt ist der über 90-Jährigen, allein lebenden Nachbarin bei Einkäufen behilflich, besucht sie auch ab und zu, wenn sie ihr Herz ausschütten möchte. Monika Fischer aus Norderstedt sammelt aktuelle, ausgelesene Zeitschriften und Tageszeitungen von Freunden. Über die Illustrierten freuen sich Seniorinnen und Senioren im Altenheim, und über das Papier der Tageszeitungen sind zwei Damen glücklich, die sich um kranke Igel kümmern und viel Papier als Unterlage in den Boxen benötigen.
Im Internet gibt es viele Anlaufstellen, wo man sich über ein Ehrenamt erkundigen kann. Helfende Hände und Spenden sind immer willkommen.
Text: SeMa Redaktion
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