
„Wir schätzen Frau Meyel sehr, sie ist äußerst zuverlässig und sehr motiviert.“ Das sagt Katrin Lange, stellvertretende Leiterin der Ganztagsbetreuung an der Schule in der Frohmestraße in Hamburg-Schnelsen, über Doris Meyel. Sie ist seit 13 Jahren ehrenamtliche Lernhelferin an der Grundschule. Einmal die Woche kommt sie für etwa eine Stunde, um Grundschulkindern in der Nachmittagsbetreuung bei den Hausaufgaben zu helfen. Wir treffen uns auf dem Schulhof, genauer in der neuen Offenhalle auf dem Schulgelände. Während wir reden, spielt eine Gruppe von Kindern mit einem Ball.

„Die Gruppe von Kindern, die am Nachmittag an der Nachmittagsbetreuung teilnimmt, ist immer unterschiedlich groß und wird von einem Erzieher geleitet. Wer Unterstützung bei den Hausaufgaben braucht, meldet sich. Dann setze ich mich zu dem Kind und versuche es anzuleiten oder mit kleinen Korrekturen auf Fehler (zum Beispiel beim Schreiben) hinzuweisen“, erklärt die 69-Jährige ihr Amt. Eigentlich könne man immer helfen, so die Schnelsenerin. Aber sie habe auch kein verantwortungsvolles Amt, denn sie müsse den Kindern nichts beibringen. Dafür seien die Erzieher da.
Dass sie von ihrem Ehrenamt begeistert ist, steht fest. Sonst wäre sie nicht so lange dabei. Neben der Arbeit mit den Kindern („Manchmal kommt auch jemand zu mir und möchte einfach mal in den Arm genommen werden.“) gefalle ihr auch der Austausch mit den Erwachsenen, Erziehern oder Eltern. Inzwischen übernimmt sie zusätzlich die eine oder andere Vertretung, wenn mal jemand ausfällt. Oder sie gebe Kurse wie zum Beispiel Malen, berichtet Meyel.
Neben ihrem Ehrenamt als Lernhelferin in Schnelsen hat die ehemalige Malerin, die – wie sie sagt – mit der Digitalisierung überhaupt nichts am Hut hat, auch schon in Nachbarhaus in Niendorf-Nord bei der Veranstaltung der Elternschule Niendorf „Gedichte für Wichte“ mitgemacht und Geschichten für Kinder vorgelesen. Im Juni will sie an einer Fortbildung im Kamishibai-Theater-Spielen (japanisches Papiertheater) teilnehmen. Im Herbst liebäugele sie mit einer Lach-Yoga-Ausbildung. „Ich tanze auf vielen Hochzeiten“, erklärt sie lachend, und hilft schnell einem Jungen, der einen Ball ins Gesicht bekommen hat. Als sie wieder Platz genommen hat, ergänzt sie: „Ältere Leute haben so viel zu geben und können viel tun: Märchen vorlesen, Handarbeiten, Fußballspielen, Verkehrserziehung oder eben bei den Hausaufgaben helfen … das Spektrum ist groß.“
Text und Fotos: © Corinna Chateaubourg
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