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Anzeigetafel im Stadion zeigt das Endergebnis Bulgarien gegen Deutschland bei der WM 1994.

Die Fußball-WM 1994 in den USA

Aus dem SeMa Juli 2026 · Beitrag · 2 Minuten

Ein Tor von Lothar Matthäus half nicht: Bulgarien war die Endstation für die deutsche Mannschaft.

Fotos: Wikimedia Commons – Jonathan Schilling; Wikimedia Commons – Jphill19; Freepik

Wie heute wurde auch vor 32 Jahren in den USA um die Weltmeisterschaft gespielt. Ein Blick zurück.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA versprach etwas Besonderes zu werden. Fußball in Amerika? Für viele europäische Fans klang das damals fast absurd. Baseball, Basketball und American Football dominierten das Land, Fußball spielte kaum eine Rolle. Doch die WM sollte das langfristig verändern.

Am meisten bleibt der Stinkefinger in Erinnerung

Für deutsche Fans bedeutete das Turnier oft lange Nächte: Viele Spiele liefen wegen der Zeitverschiebung erst spätabends oder sogar mitten in der Nacht deutscher Zeit. Trotzdem saßen Millionen vor dem Fernseher. Deutschland reiste als Titelverteidiger an. Trainer war Berti Vogts, der nach dem WM-Triumph 1990 Franz Beckenbauer beerbt hatte. Aus der Weltmeister-Mannschaft von Italien waren noch einige Spieler dabei, unter anderem Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Andreas Brehme und Rudi Völler.

Überhaupt war die WM voller großer Namen: Brasilien setzte auf Romário, Italien auf Roberto Baggio und Argentinien auf Diego Maradona. Die Amerikaner staunten nicht schlecht über die internationale Fußball-Prominenz – und über die lautstarken Fans aus Europa und Südamerika.

Der deutsche Turnierverlauf begann ordentlich. Nach Siegen gegen Bolivien und Belgien sowie einem wilden 3:2 gegen Südkorea schien vieles möglich. Das Südkorea-Spiel sorgte jedoch auch für einen der größten Skandale der deutschen WM-Geschichte: Nach seiner Auswechslung zeigte Stefan Effenberg den deutschen Fans den Mittelfinger. Trainer Vogts reagierte sofort und schickte ihn nach Hause. Bis heute gehört der „Stinkefinger-Skandal“ zu den bekanntesten WM-Aufregern überhaupt.

Sportlich war dann im Viertelfinale Schluss. Deutschland führte gegen Überraschungsteam Bulgarien zunächst 1:0, verlor aber noch 1:2. Bulgarien mit Superstar Christo Stoitschkow wurde damit zur Sensation des Turniers. Auch Schweden überraschte und erreichte das Halbfinale.

Weltmeister wurde am Ende Brasilien – nach einem dramatischen Finale gegen Italien. Roberto Baggio schoss im Elfmeterschießen über das Tor – ein Bild für die Ewigkeit.

Immerhin: Der Fußball gewann in den USA seitdem enorm an Bedeutung. Heute spielen dort Stars aus aller Welt – und 2026 kehrt die WM nach Nordamerika zurück.

Text: Jan Philipp Platenius