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Das Phänomen Schlaf

Das Phänomen Schlaf

Aus dem SeMa März 2026 · Beitrag · 2 Minuten

Das Phänomen Schlaf

Fotos: Rudolf Müller, Pixabay

Neben ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung zählt Schlaf zu den drei wichtigsten Komponenten, die unsere individuelle Lebensweise nachhaltig beeinflussen und von vitaler Bedeutung sind. Schlaf dient der physischen und psychischen Erholung und damit der absolut notwendigen täglichen Regeneration. Der nicht erholsame Schlaf wird über eine Befindlichkeitsstörung hinaus zu einem individuellen und gesellschaftlichen Problem, kann bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen führen und bedarf einer Strategie der Vermeidung und Heilung.

Schlaf ist etwas sehr Individuelles. Schlafqualität und Schlafdauer schwanken erheblich von Nacht zu Nacht, von Person zu Person und ändern sich auch mit dem Alter und der Lebenssituation. Ein wichtiges Beurteilungskriterium ist das Ausgeschlafensein mit allen seinen positiven Aspekten. Mit ausreichend erholsamem Schlaf können wir Mängel ausgleichen und unseren Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Er ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass unser Vegetativum in der Lage ist, den notwendigen Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung immer wieder neu herzustellen.

Der natürliche Wechsel zwischen dem Sympathikus, dem aktiven Part des vegetativen Nervensystems, während des Tages und dem Parasympathikus, dem regenerierenden Part in der Nacht, ist die Voraussetzung für die physische und psychische Ausgeglichenheit. Regelmäßiger, erholsamer Schlaf erhält das notwendige Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Ruhe und Aktivität. Der innere Rhythmus, die sogenannte innere (biologische) Uhr, und die nach ihr zu unterschiedlichen Zeiten einsetzenden Regularien sind an der sogenannte Organuhr ablesbar. Sie zeigt zum Beispiel Leistungsgipfel und Leistungstiefs, unterschiedlichen Blutdruck, den Stoffwechsel und unterschiedliche Schlafphasen an. Neben dem Vegetativum spielen das Hormon- und Immunsystem dabei auch eine wichtige Rolle. Das Immunsystem ist auf die regelmäßigen Schlafphasen mit ihrem Regenerationspotenzial angewiesen, da besonders in den Tiefschlafphasen die Zellen erneuert und Stoffwechselprodukte und Gifte beseitigt werden. Der Volksmund sagt nicht umsonst „Schlafen ist die beste Medizin.“

„Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.“ Arthur Schopenhauer 1788–1860

Der Schlaf ist keinesfalls ein passiver Zustand, bei dem „im Gehirn die Lichter ausgehen“, oder eine Art „Bewusstseinstrübung“, sondern eine sehr aktive Leistung unseres Organismus. Das Gehirn ruht sich nicht aus, es arbeitet nur anders, teilweise aktiver als am Tag. Der Schlaf gilt auch als Gradmesser unseres Seelenlebens. Alles, was uns emotional sehr beschäftigt, ganz gleich ob bewusst oder unbewusst, kann den Schlaf stören. Schlaf bedeutet aber auch Kontrollverlust über sich selbst, braucht also Schutz und Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen. Er ist die täglich erforderliche, preiswerte und sehr wirksame Eigentherapie, vorausgesetzt, sie wird richtig angewandt.

So erleichtert zum Beispiel Alkohol das Einschlafen, verhindert aber den Tiefschlaf mit seiner wichtigen Regenerationsfähigkeit.

Das Phänomen Schlaf

Rudolf F. Müller: Seit 1973 begeistert ihn das Thema Gesundheit. Zunächst als Ingenieur tätig, praktizierte er parallel dazu das therapeutische Yoga nach Krishnamacharya. Von den Wirkungen auf seinen Körper begeistert, kam er zur ganzheitlichen Gesundheit. Er absolvierte zahlreiche gesundheitsrelevante Ausbildungen sowie das Studium Gesundheitsmanagement und Prävention. Seit 2000 arbeitet Müller freiberuflich als Präventologe in der individuellen Gesundheitsberatung, hält Vorträge und engagiert sich besonders für die Generation 60plus.

Text: Rudolf Müller