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Das Akkordeon ist das Instrument des Jahres 2026 – und auch bei vielen Prominenten beliebt

Das Akkordeon ist das Instrument des Jahres 2026 – und auch bei vielen Prominenten beliebt

Aus dem SeMa März 2026 · Beitrag · 6 Minuten

Ein extrem vielseitiger, moderner und international gefeierter Alleskönner rückt damit ein Jahr in den Mittelpunkt der musikalischen Öffentlichkeit. Entwickelt wurde das Instrument vom österreichischen Orgel- und Kalvierbauern Cyrill Demian. 1829 ließ er es in Wien patentieren. Beim Akkordeon mit Knöpfen spielt die rechte Hand die Melodie, die linke erzeugt Akkorde durch das Pressen der Knöpfe. Die charakteristischen Klänge prägen weltweit viele Genres und Musiktraditionen – angefangen von Tango über Musette bis hin zu Volksmusik, Jazz, Rock, Pop und Klassik. An der Küste gehört das „Schifferklavier“ zu Seemannsliedern und Shantys dazu. Die „Quetsche“ ist bei guter Pflege ein lebenslanger Wegbegleiter.

Zum Oberbegriff Akkordeon zählen unter anderem das Bandoneon, die Concertina, das kleine Organetto und die Steirische Harmonika, die meist in der alpenländischen Volksmusik gespielt wird. Deutschland gilt als Akkordeon-Hochburg. Hier spielen schätzungsweise rund 100 000 Menschen dieses Instrument. Es ist beliebt bei allen Generationen. Viele Musikbegeisterte sind in Orchestern und Vereinen organisiert, wie dem Deutschen Harmonika-Verband. Die Weltmeisterschaft der Akkordeonspieler ist ein hochkarätiger Wettbewerb, der alle drei Jahre durchgeführt wird. Der nächste wird im Mai 2028 in Innsbruck stattfinden.

Das größte spielbare Akkordeon – mit einer Höhe von 2,53 Metern – steht in Italien. Es gibt zahlreiche Festivals mit diesem Instrument. Der weltweite Tag des Akkordeons ist jedes Jahr am 6. Mai. Es war genau das Datum 1829, als Cyrill Demian sein Patent einreichte.

Prominente mit ihren Akkordeons

CHARLIE RIVEL (1896–1983): Der weltberühmte spanische Clown war nicht nur bekannt für sein verschmitzt und melancholisch gesprochenes „nit möööööglich“, sondern auch für sein langes, enges rotes Trikot und für sein Spiel auf der Concertina, seinem Akkordeon.

FREDDY QUINN: Er verkörperte den Seemann Jonny Kröger in der Nachfolge von Hans Albers ab 1984 in dem Musical „Große Freiheit Nr. 7“ zuerst im Hamburger Operettenhaus. Der Sänger und Schauspieler entsprach perfekt dem Idealbild des Seemanns. Später ging er mit diesem Musical auf Tournee. Die Rolle der Gisa Häuptlein, in die sich Hans Albers als Jonny Kröger verliebte, wurde im Film von Ilse Werner gespielt. Freddy Quinns Partnerinnen in dieser Rolle waren später die Schauspielerinnen Angelika Seremba und Kirsten Nehberg.

HEIDI KABEL (1914–2010): Die legendäre Hamburger Volksschauspielerin und Sängerin war in den 1930er Jahren begeistert von der damaligen Kabarettistin und späteren Ordensschwester Isa Vermehren, die mit einer Ziehharmonika, frechen Seemannsliedern und plattdeutschen Versen ihr Publikum unterhielt. Heidi Kabel beherrschte früher als ihr Vorbild das Akkordeon. Eigentlich wollte sie Pianistin werden, entschied sich dann aber doch für den Beruf der Schauspielerin.

ULRICH TUKUR: Den Musiker und einen der besten Schauspieler Deutschlands verband eine Freundschaft mit Ilse Werner und auch künstlerische Zusammenarbeit in dem Film „In meinem Herzen, Schatz …“In dieser musikalischen Hommage an Hans Albers spielte der Entertainer die Hauptrolle, auch mit seinem Akkordeon. Es war für ihn eine Ehrensache, 2005 zur Trauerfeier von Ilse Werner in Potsdam-Babelsberg in der Kirche Klavier zu spielen und „So wird’s nie wieder sein“ zu singen.

KATHY KELLY: Das drittälteste Kind der bekannten Kelly Family. Papa Dan sorgte schon früh für gute musikalische Ausbildungen seiner Sprösslinge. Die gebürtige Amerikanerin beherrscht nicht nur das Akkordeon, sondern spielt perfekt Geige und Klavier. Auf allen Instrumenten begleitet sie ihre Geschwister auf den Bühnen und sich selbst bei ihren Solo-Auftritten.

HANS ALBERS (1891–1960): Begleitete sich im Film „Große Freiheit Nr. 7“ auf dem Akkordeon zu den Liedern „La Paloma“ und „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Selbst beherrschte er das Instrument jedoch nicht. Als Hannes Kröger spielt er einen melancholischen Seemann, der Sehnsucht nach der Ferne hat. Der in Hamburg geborene „blonde Hans“ wurde zum Idol vieler Menschen.

HEINO: Er begann seinen musikalischen Weg vor vielen Jahrzehnten mit dem Akkordeon. Sein sehnlichster Wunsch war damals, ein rotes zu bekommen. Im Alter von zehn Jahren entdeckte er es dann unter dem Weihnachtsbaum. Seine alleinerziehende Mutter – der Vater kam aus dem Krieg nicht zurück – sparte das Geld zusammen und erfüllte ihrem Sohn den Wunsch.

MARGOT SCHÖNEBERNDT (1934–2016): Sie gehörte zu Hamburg wie der Michel, die Alster und die Elbe. Sie war ein Hamburger Original, die fröhliche Stimme von der Waterkant mit Hamburger Liedern. Musik war ihr Leben. Im Hafenkonzert und in vielen NDR-TV-Musiksendungen war sie ein gern gesehener Gast. Mit Heidi Kabel verband sie eine enge Freundschaft. Wenn Anfragen kamen, ohne Gage in Seniorenheimen aufzutreten, sagten sie immer zu. Heidi sang und Margot spielte das Akkordeon dazu. Eine besonders große Freude bereitete Margot ihrer Freundin Heidi, als sie mit ihrem Akkordeon die damals 93-Jährige in ihrem Zimmer im Seniorenheim besuchte und sie zusammen norddeutsche Lieder sangen. Ein folgenschwerer Sturz vor ihrem Haus beendete ihr Leben.

TAKEO ISCHI: Der gebürtige Japaner lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau Henriette und den Söhnen im bayerischen Reit im Winkl. Er ist der bekannteste Jodler Deutschlands und unterhielt viele Jahre die Gäste im Restaurant von Maria Hellwig. Takeo ist Kult und auch bei jungen Menschen beliebt – das beweisen Millionen Klicks im Internet. Er jodelt nicht nur, sondern spielt auch perfekt das Akkordeon.

CLAUDIA UND CARMEN: Sie kommen aus einer sehr musikalischen Familie. Ihr Vater spielt in seiner Freizeit erstklassig und gern Klavier. Oswald Hanitzsch, der Großvater der Dresdner Zwillinge, beherrschte sieben Instrumente – unter anderem Klavier, Saxophon, Cello und Akkordeon. Er arbeitete zehn Jahre als Konzertmeister bei den Bayreuther Festspielen. Seine Musikalität gaben die hübschen und sehr talentierten Blondinen weiter, die von ihm auch das Spielen auf dem Akkordeon und Saxofon lernten. Für dieses Jahr stehen bereits viele Auftrittstermine in ihrem Kalender.

DIE KIRMES-MUSKANTEN: Das holländische Ehepaar Coby und Henny war Meister auf seinen Akkordeons. Sie erhielten viele Auszeichnungen für ihre Auftritte und verkauften Tonträger, auf denen sie die größten Hits aller Zeiten spielten. Ihre Musik ist bekannt für ihren fröhlichen Sound. Sie zogen Jahrzehnte mit ihrer Musik durchs Leben und von Auftritt zu Auftritt. Auch in deutschen Fernsehsendungen waren sie beliebte Gäste. Nach dem Tod ihres Mannes 2010 zog sich Coby aus der Öffentlichkeit zurück. Für ihre Fans sind all ihre Instrumental-Hits im Internet zu hören, und ihre Fröhlichkeit beim Spiel ist zu sehen.

FLORIAN SILBEREISEN: Er beherrscht seine Steirische Harmonika – wie auch in seinen TV-Sendungen „Die Feste der Volksmusik“ zu bewundern ist. Beim Spielen ist ihm die Freude anzusehen. Schon als Vierjähriger erlernte er das Instrument. Seine Familie und Freunde waren damals seine Zuschauer.

Tipp für Akkordeonfreunde

In Hamburg gibt es mehrere Möglichkeiten, auch in Orchestern das Spielen zu lernen. Informationen dazu stehen im Internet. Das Akkordeon Centrum Brusch in Hamburg-Niendorf existiert seit 1988. Es entwickelte sich zum größten Geschäft für Akkordeons, Zubehör und Reparaturen in Deutschland. 1992 übernahm der Handzuginstrumentenmacher und Absolvent der Meisterschule Henning Schober das Geschäft. Er berät seine Kunden mit fundiertem Wissen von Dienstag bis Sonnabend. Beratung, Verkauf, Akkordeonverleih, Stimmungen und Reparaturen aller Art gehören zu den Aufgaben von Chef Schober und seinem Team.

Das Center befindet sich im Garstedter Weg 286, 22455 Hamburg. Tel. 040/523 95 26, hamburg@akkordeoncentrum.de

Text: Marion Schröder