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„Boxenstopp“ für mehr Beweglichkeit

„Boxenstopp“ für mehr Beweglichkeit

Aus dem SeMa November 2025 · Beitrag · 4 Minuten

„Boxenstopp“ für mehr Beweglichkeit

Fotos: ENDO Rehazentrum Hamburg

Physiotherapeut und seit einigen Jahren therapeutischer Leiter. Das heißt, ich koordiniere ein Team aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sportwissenschaftlern. Wir betreuen hier ganz unterschiedliche Menschen: von Profi- und Freizeitsportlern bis hin zu Seniorinnen und Senioren mit Knie-, Hüft- oder Arthrose-Problemen. SeMa: Sie waren früher sogar im Profifußball aktiv. Herr Reich: Ja, ich habe mehrere Jahre als Physiotherapeut beim FC St. Pauli gearbeitet. Das war eine spannende Zeit, aber auch sehr intensiv – sieben Tage pro Woche, viel unterwegs. Aus familiären Gründen bin ich dann in den „normalen“ Alltag gewechselt. Mein sportliches Know-how hilft mir aber bis heute. SeMa: Ein Schwerpunkt hier ist die sogenannte „orthopädische Funktionsanalyse“. Was verbirgt sich dahinter? Herr Reich: Wir messen die Funktion von Gelenken: Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht. Dazu nutzen wir unter anderem Krafttests und EMG-Messungen, um zu sehen, welche Muskeln gut arbeiten und wo Defizite bestehen. Aus den Ergebnissen leiten wir individuelle Trainings- und Therapieempfehlungen ab – das ist unser Hauptziel. Wer fitter in eine mögliche Operation geht, erholt sich danach meist deutlich schneller. Und oft lässt sich ein Eingriff so lange hinauszögern oder ganz vermeiden. SeMa: Ihr Programm heißt „Boxenstopp“. Ein ungewöhnlicher Name … Herr Reich: Ja, wir wollten etwas Greifbares. Die Idee: Man hält an, lässt alles durchchecken, bekommt Hinweise, was verbessert werden kann, und „fährt“ dann besser weiter. Die Analyse dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Am Ende erhalten die Patienten einen klar verständlichen Report, den sie auch ihren Ärzten oder Therapeuten zeigen können. Entwickelt Physiotherapeut Johannes Reich erklärt, wie gezielte Analysen Senioren helfen, fit zu bleiben und Operationen hinauszuzögern

SeMa: Herr Reich, Sie leiten das therapeutische Team am ENDO Rehazentrum in Hamburg. Was genau machen Sie dort?

Herr Reich: Ich bin Physiotherapeut und seit einigen Jahren therapeutischer Leiter. Das heißt, ich koordiniere ein Team aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sportwissenschaftlern. Wir betreuen hier ganz unterschiedliche Menschen: von Profi- und Freizeitsportlern bis hin zu Seniorinnen und Senioren mit Knie-, Hüft- oder Arthrose-Problemen.

SeMa: Sie waren früher sogar im Profifußball aktiv.

Herr Reich: Ja, ich habe mehrere Jahre als Physiotherapeut beim FC St. Pauli gearbeitet. Das war eine spannende Zeit, aber auch sehr intensiv – sieben Tage pro Woche, viel unterwegs. Aus familiären Gründen bin ich dann in den „normalen“ Alltag gewechselt. Mein sportliches Know-how hilft mir aber bis heute.

SeMa: Ein Schwerpunkt hier ist die sogenannte „orthopädische Funktionsanalyse“. Was verbirgt sich dahinter?

Herr Reich: Wir messen die Funktion von Gelenken: Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht. Dazu nutzen wir unter anderem Krafttests und EMG-Messungen, um zu sehen, welche Muskeln gut arbeiten und wo Defizite bestehen. Aus den Ergebnissen leiten wir individuelle Trainings- und Therapieempfehlungen ab – das ist unser Hauptziel. Wer fitter in eine mögliche Operation geht, erholt sich danach meist deutlich schneller. Und oft lässt sich ein Eingriff so lange hinauszögern oder ganz vermeiden.

SeMa: Ihr Programm heißt „Boxenstopp“. Ein ungewöhnlicher Name …

Herr Reich: Ja, wir wollten etwas Greifbares. Die Idee: Man hält an, lässt alles durchchecken, bekommt Hinweise, was verbessert werden kann, und „fährt“ dann besser weiter. Die Analyse dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Am Ende erhalten die Patienten einen klar verständlichen Report, den sie auch ihren Ärzten oder Therapeuten zeigen können. Entwickelt haben wir die Idee, das Programm und den Namen gemeinsam mit Dr. Carrero.

SeMa: Was sind drei Tipps, die Sie allen mitgeben würden, um beweglich zu bleiben?

Herr Reich: Erstens: richtig trainieren – Übungen sollten individuell passen und regelmäßig angepasst werden. Zweitens: Intensität steigern. Nur wer sich nach und nach steigert, baut wirklich Kraft auf. Drittens: dranbleiben. Zwei- bis dreimal pro Woche aktiv sein macht den Unterschied. Und wichtig: Schon einfache Übungen wie Kniebeugen oder Training mit Therabändern helfen enorm.

SeMa: Wenn man sich unsicher ist, kann man sich bei Ihnen orientieren?

Herr Reich: Genau. Auf unserer Website findet man Infos zum Boxenstopp und Videos mit Basisübungen. Wer möchte, kann auch Mitglied im Rehazentrum werden und unter therapeutischer Aufsicht trainieren.

SeMa: Dann vielen Dank für die Einblicke – und für den herrlichen Blick aus dem zehnten Stock!

Herr Reich: Sehr gern.

Info ENDO Rehazentrum Hamburg, Holstenstraße 2, 22767 Hamburg, Web: www.helios-gesundheit.de/endo-reha Tel.: 040/31 97–10 40, Angebote: Orthopädische Funktionsanalysen („Boxenstopp“), Physiotherapie, Training unter therapeutischer Aufsicht

Dieses Gespräch können Sie sich in ganzer Länge auch auf sema-senioren-magazin.de/podcast anhören.

Text: SeMa Redaktion