
Fotos: privat
Schöne große Fenster lassen Licht und Luft in meinen Arbeitsalltag. Und sie ermöglichen den Blick nach draußen, da tummeln sich Jung und Alt in der Fußgängerzone – forschen Schrittes, gemächlich gehend und spazierend, hüpfend, rennend oder konzentriert am Rollator. Freundliches Grüßen bekannter Gesichter und auch interessiertes Schauen und Nachfragen im Laden von geplagten Mitmenschen.
Seit nunmehr als 35 Jahren in Hamburg-Niendorf ist es meine Leidenschaft, helfen zu dürfen. Viele Menschen kommen bereits seit vielen Jahren, und nichts ist schöner, als den Satz zu hören: Schön, dass wir Sie hier am Standort haben. Und es ist erstaunlich, in welchem Altersspektrum Kunden unterwegs sind. Mitnichten nur die ältere Generation – die mich schon oft überrascht hat beim Blick auf die Krankenkassenkarte, wenn die Erscheinung vor dem Tresen das Geburtsdatum Lügen zu strafen scheint – Agilität hält jung.
Ich erlebe tagtäglich, wie sich die Beweglichkeit auf das Lebensgefühl auswirkt. Dabei sein, statt nur vom Hörensagen zu leben. Mit dem neuen Gehstock wieder sicherer unterwegs zu sein, ohne Schmerzen wieder Sport machen oder mit dem passenden Rollator wieder „Strecke“ machen zu können. Mit Bewegung kehrt Souveränität in den Alltag zurück und damit Lebensqualität.
Es bewegt und begeistert mich, andere wieder in Bewegung oder schmerzfreie Bewegung zu bringen. Individuell zu beraten und Hintergrundwissen zu vermitteln, ist mein Schlüssel, denn so gelingt es, dass eine Hilfsmittelversorgung angenommen und auch eingesetzt wird – und nicht ungenutzt in einem Schubfach verschwindet. Unabdingbar sind dabei ersten Schritten bis ins hohe Alter tragen sie uns wortwörtlich durch unser Leben. Und wir sollten mehr darauf achten. Kleinste Fehlstellungen, falsches Schuhwerk, vor allem auch bei Kindern, lösen größere Probleme aus, und wir spüren das dann am Knie, an der Hüfte, oder sogar Kopfschmerzen rühren daher.
Widmen wir uns daher doch öfter mal unseren Füßen – sie werden es uns danken.
Text: Stephen Maschmeyer
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