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Michael Braun ist Hörakustiker aus Leidenschaft und Geschäftsführer der Hörwelt Niendorf, Rudolf-Klug-Weg 5, Hamburg.

Beobachtungen aus dem Alltag eines Hörakustikers

Aus dem SeMa Februar 2026 · Beitrag · 2 Minuten

Michael Braun ist Hörakustiker aus Leidenschaft und Geschäftsführer der Hörwelt Niendorf, Rudolf-Klug-Weg 5, Hamburg.
Michael Braun ist Hörakustiker aus Leidenschaft und Geschäftsführer der Hörwelt Niendorf, Rudolf-Klug-Weg 5, Hamburg.

Foto: privat/Hörwelt Niendorf

In meinem Arbeitsalltag begegne ich vielen älteren Menschen. Viele meiner Kunden sind über 80, einige sogar 100 Jahre alt. Was mich immer wieder beeindruckt, sind ihre Ruhe, ihre Zufriedenheit und ihre Offenheit dem Leben gegenüber.

Der Anlass für den Besuch bei mir ist das Hören. Häufig entsteht dabei ein vertrauensvolles Verhältnis. Kleine Gesten wie selbst gebackene Kuchen, eine mitgebrachte Brezel oder ein freundlicher Gruß sind Ausdruck von Wertschätzung. Sie zeigen, wie wichtig Verlässlichkeit und persönliche Zuwendung im Alltag sind – gerade im Alter.

Ich frage meine älteren Kunden oft: „Wie haben Sie es geschafft, so fit zu bleiben – geistig und körperlich?“ Die Antworten ähneln sich erstaunlich. Bewegung spielt immer eine Rolle. Dazu kommt geistige Aktivität: Kreuzworträtsel, Sudoku, Handarbeiten, Musizieren oder das Lernen einer neuen Sprache. Vor allem aber erzählen viele vom Austausch mit anderen Menschen – von Gesprächen in der Familie, gemeinsamen Aktivitäten, ehrenamtlichem Engagement.

Gleichzeitig erlebe ich, was passiert, wenn das Hören nachlässt. Der Sprachschatz nimmt ab, Gespräche werden anstrengend, die Lust am Mitmachen schwindet, der Anschluss geht verloren.

Umso eindrucksvoller ist es zu sehen, wie Menschen wieder aufblühen, wenn sie besser hören. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so anfühlt“, sagen viele. Angehörige berichten, dass Verwandte wieder offener und unternehmungslustiger sind.

Diese Beobachtungen beschäftigen mich auch persönlich. Ich bin Anfang 60 und setze mich zunehmend mit der Frage auseinander, was gesundes Älterwerden bedeutet. Angeregt hat mich auch das Buch „Der Stoffwechselkompass“, das beschreibt, wie sich Körper und Energie mit zunehmendem Alter verändern – und wie wichtig es ist, bewusst aktiv zu bleiben.

Für mich bestätigt sich im Alltag immer wieder: Gut älter werden heißt, in Bewegung zu bleiben – körperlich, geistig und im Kontakt mit anderen.

Text: Michael Braun