
Fotos: Stephanie Rosbiegal
Bestsellerautor Janne Mommsen hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und „Traumschiff“-Pianist gearbeitet. Die vielseitigen Eindrücke, die er dabei gewonnen hat, fließen in seine Romane ein. Dazu kommt eine gründliche Recherche.
Mit seinem Zweiteiler über die 100-jährige Inge ist ihm ein einfühlsames Frauenporträt gelungen. Nach „Das Licht in den Wellen“ ist nun „Das Salz in der Luft“ erschienen, in dem es um die zweite Lebenshälfte von Inge geht und ihre Reise mit Urenkelin Swantje nach New York, wo Inge als junge Frau lebte. Der Autor entführt uns nach New York, Föhr und Sizilien und schafft es, dass man jeden beschriebenen Ort besuchen möchte. Die Bücher sind neben den persönlichen Schicksalen auch ein gelungenes Porträt des 20. Jahrhunderts.
SeMa: Wie intensiv war die Recherche zu diesem Zweiteiler? Wie viele Reisen haben Sie gemacht?
Janne Mommsen: Die Recherchen waren aufwendig und schön: Mit Zeitzeugen vor Ort die Vergangenheit von Föhr, Sizilien und New York zu entdecken war spannend.
SeMa: War die Geschichte des zweiten Buchs schon im Kopf ausgedacht, als Sie das erste fertig hatten, oder fängt man ganz neu an?
Janne Mommsen: Ich habe Inges Leben immer zusammengedacht und in zwei Bücher aufgeteilt.
SeMa: Die beiden Bücher stecken voller Köstlichkeiten, ob Inges Kartoffelsalat oder sizilianisches Eis. Wie wäre es mal mit einem Kochbuch?
Janne Mommsen: Gute Idee, mein spezieller Kartoffelsalat kommt immer gut an. Die sizilianischen Rezepte überlasse ich aber lieber den fantastischen Köchen vor Ort!
SeMa: Sie sind beim Verlag „gefürchtet“ für Ihre Coverdiskussionen. Welche Ansprüche haben Sie an ein Cover?
Janne Mommsen: Es soll neugierig machen und begeistern.

SeMa: Wie war es mit diesem Cover?
Janne Mommsen: Ich habe es gesehen und war schockverliebt – toll gemacht!
SeMa: Haben Sie Rituale, nachdem ein Buch fertig ist, oder setzen Sie sich gleich ans nächste?
Janne Mommsen: Ich mache dann erst einmal Frühjahrsputz – auch im Winter –, wasche mein Auto, treibe Sport, gehe in die Sauna.
SeMa: Wie sieht Ihre Figurenentwicklung aus? Gerade bei einem 100 Jahre umspannenden Leben? Wie sehr tauchen Sie ein in die Psyche Ihrer Heldinnen und Helden ein?
Janne Mommsen: Das ist ein sehr intensiver Prozess. Der schönste Moment ist, wenn sich meine Figuren wie echte Menschen anfühlen und ich sie an der Bushaltstelle oder im Café sofort erkennen würde. Meine Figuren werden beim Schreiben zu echten Freunden.
SeMa: Ihre Bücher haben meist etwas Leichtes, Zuversichtliches. Nun werden Themen wie Trauer und Depression aufgegriffen. Warum war Ihnen das wichtig?
Janne Mommsen: Weil diese Dinge nun mal leider zum Leben gehören. Trotzdem Zuversicht zu behalten ist die große Herausforderung. Darum zu kämpfen lohnt sich aber immer!
SeMa: Danke für das Gespräch.
Interview: Stephanie Rosbiegal
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