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Alkohol – ein gesellschaftliches Risiko?

Alkohol – ein gesellschaftliches Risiko?

Aus dem SeMa Juni 2026 · Beitrag · 2 Minuten

Fotos: Rudolf Müller, Freepik

Am Konsum von Alkohol, der zweithäufigsten Droge nach Nikotin, sterben bei uns jedes Jahr 47 500 Menschen. 10 Millionen leben in Deutschland mit „riskantem“ (gefährlichem) Alkoholgebrauch, etwa 1,4 – 1,8 Millionen sind abhängig, d. h. medizinisch behandlungsbedürftig (aktueller Alkoholatlas der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, DHS). Im Gegensatz zum Rauchen gibt es hier eine hohe Dunkelziffer. Am gefährlichsten ist die Kombination von beidem. Männer sind häufiger von Alkoholabhängigkeit betroffen als Frauen. Deutschland liegt beim Pro-Kopf-Verbrauch dieses Suchtmittels international verglichen im oberen Bereich.

Was geschieht genau beim Alkoholverzehr?

Alkohol (Ethanol) wird in der Leber abgebaut, es entsteht dabei Acetaldehyd, ein Zellgift, das die Ausscheidung von Wasser über die Nieren fördert und damit einen Wasserverlust verursacht, der auch die Blutgefäße im Gehirn beeinflusst, die Hirnhaut reizt und Kopfschmerzen auslöst. Die Störung des Elektrolythaushalts, verursacht durch den Wasserverlust, führt zum Absinken des Blutzuckerspiegels und damit zu Entkräftungserscheinungen.

Die Beliebtheit und weite Verbreitung alkoholischer Getränke erklärt sich durch die meist als angenehm empfundene Wirkung des mäßigen Alkoholkonsums. In geringer Menge wirkt er in der Regel anregend und die Stimmung verbessernd – und hilft, eventuelle Hemmungen und Ängste abzubauen.

Die momentane Wirkung des Alkohols hängt von folgenden Faktoren ab: von der aufgenommenen Menge, der Alkoholkonzentration des Getränks, der individuellen physischen und psychischen Verfassung, der Trinkgewöhnung und der sogenannten Toleranzentwicklung des Einzelnen. Langfristig schädigt die Droge bei Abhängigkeit alle Gewebe und Organe.

Es können folgende Wirkungen entstehen: Veränderungen der Haut wie gerötete Gesichtshaut im Nasen- und Wangenbereich und vermehrte Schweißneigung.

Schwerwiegender: die Entwicklung von Fettleber, Alkohol-Hepatitis, Leberzirrhose, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Herzmuskelerweiterung, Hirnatrophie, Polyneuropathie, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, hochgradige Vergesslichkeit, Gefäßschädigungen, extremer Gewichtsverlust, erhöhtes Krebsrisiko von Enddarm, Mundhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Rachenraum und den weiblichen Brustdrüsen.

Die beste Prophylaxe ist kein Alkohol oder nur im Ausnahmefall, aber keinesfalls täglich, auch nicht in geringen Mengen. Er ist jeden Tag 24 Stunden lang preiswert zu kaufen. Doch diese gesellschaftlich anerkannte Droge führt nicht selten zu gesellschaftlich schädigendem Verhalten. Bei mittleren und größeren Konsummengen kommt es oft zu emotionaler Beeinträchtigung wie schlechter Laune, Müdigkeit, Gereiztheit bis Aggressivität – und Gewalt.

Der höhere Alkoholspiegel mündet nicht selten in Vergiftungserscheinungen: Wahrnehmungsstörungen, reduzierte Aufmerksamkeit, im Straßenverkehr verminderte Reaktionsfähigkeit. Bekannte Phänomene sind geringere Koordinationsfähigkeit, Sprachstörungen, Benommenheit, Orientierungsstörungen, Übelkeit und Schwindel. Im Extremfall führt Alkoholmissbrauch zum Koma und kann sogar den Tod zur Folge haben.

„Es hat keinen Sinn, Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.“ Robert Musil, österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker (6.11.1880–15.04.1942)

Rudolf F. Müller: Seit 1973 begeistert ihn das Thema Gesundheit. Zunächst als Ingenieur tätig, praktizierte er parallel dazu das therapeutische Yoga nach Krishnamacharya. Von den Wirkungen auf seinen Körper begeistert, kam er zur ganzheitlichen Gesundheit. Er absolvierte zahlreiche gesundheitsrelevante Ausbildungen sowie das Studium Gesundheitsmanagement und Prävention. Seit 2000 arbeitet Müller freiberuflich als Präventologe in der individuellen Gesundheitsberatung, hält Vorträge und engagiert sich besonders für die Generation 60plus.

Text: Rudolf Müller