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Gutes Aufwachsen: „Wir finden, dass man abgeben muss, wenn es einem gut geht“

Gutes Aufwachsen: „Wir finden, dass man abgeben muss, wenn es einem gut geht“

Aus dem SeMa September 2026 · Beitrag · 2 Minuten

Gutes Aufwachsen: „Wir finden, dass man abgeben muss, wenn es einem gut geht“
Der Gesellschaft etwas zurückgeben: Barbara und Andreas Reuß in ihrem Wohnzimmer in Hamburg

Foto: Anne Ackermann

Der Großvater von Barbara Reuß lebte in armen Verhältnissen. Als Jugendlicher traf er einen Mann, der für seine Ausbildung sorgte, der an ihn glaubte. Ohne diese Unterstützung wäre Karl Andreas Voss nie Journalist geworden, nie Mitinhaber des Axel Springer-Verlags, nie wohlhabend. Er selbst gründete später zwei Stiftungen. Aus Dankbarkeit – und um der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Heute tragen seine Enkelin und ihr Mann Andreas Reuß sein Erbe in die Zukunft. Beide sind Juristen, fast 80 Jahre alt und längst im Ruhestand – und langweilig ist der nicht. „Mir war damals schon klar: Mich nur auf das Sofa zu setzen und Zeitung zu lesen, wird nicht mein Lebensinhalt“, sagt Andreas Reuß. Damals hat er beschlossen, seine Zeit aufzuteilen: „Ein Drittel für mich, eins für Familie, Freunde und Bekannte – und ein Drittel für die Allgemeinheit.“ Und weil beide mit offenen Augen durch Hamburg gehen, wissen sie, dass es Not gibt in der Stadt. „Ich habe gesehen, dass Kinder kein Frühstück bekommen oder keine richtigen Schuhe haben“, sagt Andreas Reuß. „Und wir finden, dass man abgeben muss, wenn es einem gut geht.“

Also hat das Ehepaar eine Treuhandstiftung zum Andenken an den Großvater gegründet. „Damit junge Menschen gefördert werden können, so wie er damals“, sagt Barbara Reuß, „mein Großvater hat erlebt, wie sich sein ganzes Leben verändert hat – weil da jemand war, der sein Potenzial entdeckt hat. Und in allen Kindern stecken Anlagen für ein erfolgreiches Leben.“

Die Vorteile einer Treuhandstiftung unter dem Dach der BürgerStiftung Hamburg liegen für Familie Reuß auf der Hand: Sie müssen sich nicht um die Verwaltung der Stiftung kümmern, entscheiden aber, welche Projekte gefördert werden. „Das fanden wir überzeugend“, sagt Andreas Reuß. Und seine Frau hat einen Wunsch: „Ich hoffe, dass unsere Enkel die Verantwortung übernehmen werden, das in die Zukunft weiterzutragen.“

  • BÜRGERSTIFTUNG HAMBURG
    Schopenstehl 31, 20095 Hamburg
    Telefon: 040/87 88 969 – 60
    stiften@buergerstiftung-hamburg.de
    www.sema-seniorenmagazin.de

Text: SeMa Redaktion