Berg und Tal

Hier finden Sie stets eine bunte Auswahl an wertvollen und interessanten Reisen ...

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr SeMa-Team.
 

Berg und Tal

Zwei Kanal-Routen im Norden ideal geeignet für Senioren-Radler.

Auch hier bieten sich für den Radler, der die Angelegenheit ruhig angehen und genießen will,
zwei Übernachtungen an. Hier einige Tipps:

• Schafstedt: Kanal 33, Pension, Café, Biergarten, 25725 Schafstedt, Hohenhörner Str. 33,
Tel.: 04805/901 49 33, E-Mail: info@kanal33.de
• Breiholz: Ahoi-Hotel am Nord-Ostsee-Kanal, Meckelmoor 3a, 24797 Breiholz, Tel.: 04875/90 27 77, Mobil: 0173/594 27 78, E-Mail: info@ahoi-hotel.de, Internet: www.ahoi-hotel.de
• Rendsburg: Antje´s Gästehaus, Preußerstraße 8, 24768 Rendsburg, Tel.: 04331/242 81,
Mobil: 0172/658 92 62, E-Mail: info@antjes-gaestehaus.de, Internet: www.antjes-gaestehaus.de
• Bahnstationen gibt es in Burg, Albersdorf, Hanerau-Hademarschen, Rendsburg und in Kiel.
• Zur Information über Schiffe im Nord-Ostsee-Kanal siehe im Internet:

www.traumschiffe-im-kanal.de.

 

Radweg „Alte Salzstraße“ von Lübeck nach Lüneburg
Die Strecke am Elbe-Seitenkanal bis Lauenburg beträgt rund 85 km, der Radweg „Alte Salzstraße“ läuft danach weiter bis Lüneburg (insg. rund 110 km/lange Zeit ebenfalls am Kanal). Von der zweiten Übernachtungsstation in Lauenburg kann auch direkt der Weg mit dem Rad nach Hamburg genommen werden. Allerdings sollte linksseitig der Elbe Richtung Hamburg gefahren werden (keine Gefälle).
Es gibt dann zwei alternative Routen nach Hamburg: Bei Geesthacht wieder die Elbe überqueren oder mit der Fähre Hoopte/Zollenspieker übersetzen  und auf der alten Bahntrasse Richtung Bergedorf weiterfahren. Diese Routen (statt mit der Bahn von Lüneburg zurück nach Hamburg) verlängern die Radtour jedoch erheblich.

 

• Als Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich Mölln (z. B. Hotelpension Waldlust, Lindenweg 1,
23879 Mölln, Tel.: 04542/28 37) und Lauenburg (z.B. Zum alten Schifferhaus, Elbstr. 114,
21481 Lauenburg, Tel.: 04153/586 50, direkt an der Elbe) an.
Die ersten beiden Etappen direkt am Kanal haben eine Länge von jeweils rund 40 km,
von Lauenburg nach Lüneburg sind es dann noch 30 km (s.o.).
• Bahnhöfe sind in Lübeck und in Lüneburg, auf der Strecke gut erreichbar weiterhin in Mölln,
Büchen oder Lauenburg.
• Der Radweg „Alte Salzstraße“ am Elbe-Seitenkanal im Internet:
www.sh-tourismus.de/aktivitaet/mit-dem-rad/alte-salzstrasse.

 

K. Karkmann © SeMa

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Nord-Ostsee-Kanal, Express-Route
Als Express-Route wird der Radweg direkt am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) von Brunsbüttel bis Kiel-Holtenau bezeichnet. Der Weg, der von der Nordsee bis zur Ostsee führt, hat insgesamt eine Länge von 112 Kilometern ohne nennenswerte Gefälle. Es geht praktisch die gesamte Strecke Seite an Seite mit den großen Pötten.

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Es muss nicht immer die ganz große Tour sein. Viele Radler der Generation 65plus scheuen wochenlange Bike-Reisen mit etlichen Übernachtungen in verschiedenen Herbergen. Andererseits suchen sie immer noch einen Hauch Abenteuer auf dem Sattel – ein bisschen mehr als eine Tagestour darf es schon sein.

Das Senioren-Magazin (SeMa) stellt zwei Strecken über drei/vier Tage im Norden vor, die zu einem lohnenden Erlebnis werden, andererseits die Beine jenseits von Langstreckentouren nicht überanstrengen. Sie haben eines gemeinsam: Die Oldie-Biker fahren Auge in Auge mit mehr oder weniger großen Schiffen am Ufer von zwei ausgebauten Wasserwegen. Beim Radeln ohnehin, aber auch bei den Pausen schippert die Abwechslung geradezu vorbei.

Links der Kanal, voraus der Radweg und auf dem Rücken der Rucksack. Die Strecke direkt am Elbe-Seiten-Kanal zwischen Lübeck und Lauenburg mag keine hohen Ansprüche stellen. Der Radgruppe von Rentnern, die an diesem Tag hintereinander die „Alte Salzstraße“ mit ihren Rädern befährt, scheint das gleichgültig zu sein. Im Gegenteil: Jutta Graf (71) zum Beispiel ist gerade deswegen angetan. „Man kann sich nicht verfahren, kann sich auf die schöne Natur am Wasserweg konzentrieren“, sagt die Radlerin aus Hamburg-Rissen. Die Orientierung auf dem rund 110 Kilometer langen Weg bis Lüneburg ist auch für sie einfach, Gefälle gibt es nicht und interessant wird die Strecke allein schon dadurch, weil der Kanal für die Schifffahrt freigegeben ist. Regelmäßig grüßen die Amateur-Kapitäne von ihren  Steuerrädern die fitte Rentner-Truppe an ihren Lenkern.  Auch die ausführlichen Schautafeln, die an den Schleusen des Kanals historische Einzelheiten erläutern, wollen von den Rad-Amateuren beachtet werden. „Es ist schon toll, was man da so alles erfahren kann“, schwärmt die sportliche Dame aus Hamburg-Rissen weiter.

Um die Natur und die Geschehnisse auf dem Elbe-Seitenkanal zwischen Lübeck und Lüneburg wirklich genießen zu können, sollten Senioren-Radler ruhig zwei Übernachtungen einplanen. Es bieten sich geradezu Mölln und Lauenburg, wo der Kanal in die Elbe mündet, an (siehe Info-Kasten nebenstehend). Gerade in Lauenburg locken die Altstadt und der Blick auf die Elbe gleichermaßen – wenn man sich die Ruhe denn gönnt.

Größer als auf dem Wasserweg zwischen Lübeck und Lauenburg sind die Begleiter freilich auf dem Nord-Ostsee-Kanal, der sich von Brunsbüttel den Weg nach Kiel-Holtenau bahnt. Regelmäßig sind sogar Kreuzfahrtschiffe zu beobachten, die diese Abkürzung benutzen. Dabei mag die so genannte Nord-Ostsee-Kanal-(NOK)-Express-Route direkt am Kanal (etwa 112 Kilometer lang) ebenfalls eher eintönig wirken, aber auch hier gilt: Keine Orientierungsprobleme, keine Gefälle und Schiffe satt im Blick. Für Radler im „besten Alter“ auch auf dieser Strecke ein Riesenvorteil. Zwischen Brunsbüttel und Kiel sollten es dann besser  zwei Übernachtungen sein, der Genießer sollte sein Recht bekommen (auch hier siehe Info-Kasten nebenstehend).

So einfach die beiden Strecken erscheinen (gute Feldwege und Wege mit zwei Betonplatten-Spuren wechseln sich an den Kanälen ab), sollten unerfahrene Radler selbst diese nicht unterschätzen. Vor allen Dingen der Wind spielt im Norden immer eine Rolle. Ob es nun wirklich ein E-Bike mit allen seinen Vorteilen sein muss, muss jeder mit Blick auf seine Kräfte (immerhin ist Gepäck für ein oder zwei Nächte auf dem Rad dabei) entscheiden. „Gerade weil ich den Gegenwind doch unterschätzt habe, würde ich beim nächsten Mal ein E-Bike nehmen“, sagt zum Beispiel Brigitte Hildebrandt nach ihrer Tour am Elbe-Seiten-Kanal. „Man kann das Ganze doch viel entspannter genießen“, spricht sie sich für die elektrische Hilfe an den Pedalen aus.  Sie würde sich beim nächsten Mal auch noch mehr Muße wünschen. „Es gibt unwahrscheinlich viel zu sehen und dafür braucht man eben Zeit“, sagt die 70-jährige Radlerin aus Hamburg-Niendorf.

Eines aber beweisen diese beiden gradlinigen Routen an den Kanälen: Es müssen gerade in fortgeschrittenem Alter nicht immer die großen Fernradwege sein, die schon einmal eine oder zwei Wochen am Lenker bedeuten. Für erfahrene Radler mögen diese im Urlaub lohnende  Herausforderungen sein, die Kanalrouten sind eben  vor allen Dingen etwas für „Neueinsteiger“. Und nun mal ehrlich: Ein klein wenig vom großen Rad-Abenteuer bieten sie dann doch.   

Im Frühjahr entfaltet sich rund um Meran eine bunte Blütenpracht.

Einen wahren Farbenrausch erleben Besucher in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff: Tausende leuchtende Tulpen, Hyazinthen, Kaiserkronen und Magnolien sorgen für den ersten blühenden Höhepunkt des Jahres. Die 80 terrassenartig angelegten Gartenlandschaften ermöglichen eine Reise durch verschiedenste Vegetationszonen. Am Ostermontag können Familien an einer lustigen Schatzsuche nach dem „botanischen Osterei“ teilnehmen. Blumigbunt geht es auch beim Merano Flower Festival zu, das vom 24. bis 26. April in Meran gefeiert wird. Zu dessen Blumen- und Zierpflanzenausstellung werden wieder namhafte Züchter aus dem In- und Ausland erwartet. Außerdem können kleine und große Gäste an verschiedenen Kursen rund um die Pflanzenwelt teilnehmen. Die Ortschaften Naturns, Algund und Schenna zelebrieren den Frühling ebenfalls mit eigenen Events.

Nähere Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen im Frühjahr findet man unter www.suedtirol.info. Die neu erwachte Natur lädt vor allem Wanderfreunde ein, die Frühlingsboten auf abwechslungsreichen Wegen zu entdecken. Eine vielfältige Flora und Fauna findet sich zum Beispiel rund um den Sonnenberg bei Naturns. Das sonnenverwöhnte Wanderziel kann schon früh im Jahr mit der Seilbahn Unterstell erreicht werden. Mit der GreenCard genießen Gäste vom 7. März bis 4. April sogar täglich freie Fahrt. Ebenso reizvoll ist das gemütliche Wandern auf den Waalwegen. Diese idyllischen Wege verlaufen ohne große Steigung entlang von historischen Bewässerungskanälen. Der längste in Südtirol ist der Marlinger Waalweg. Er beginnt an der Töll-Brücke und führt über zwölf Kilometer vorbei am Schloss Lebensberg bis nach Lana. Zunächst geht es durch felsiges Gelände den Berg hinauf. Wenn der höchste Punkt erreicht ist, verläuft der Weg gemächlich zwischen Kastanienhainen und Apfelgärten. Immer dabei: der Panoramablick über den Meraner Talkessel. Einen genüsslichen Sonnenspaziergang verspricht der Tappeinerweg entlang des Küchlbergs. Vorbei an Pinien und Korkeichen, Agaven und Magnolien ... führt die beliebte etwa vier Kilometerlange Promenade in Meran.

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(djd). Alle freuen sich auf das Frühlingserwachen. Frisches Grün, zarte Knospen und wärmende Sonnenstrahlen machen das Herz leicht und die Seele unternehmungslustig. Wie wäre es, den Saisonauftakt mit einem Urlaub zu feiern? Vom milden Klima auf der Sonnenseite der Alpen profitiert beispielsweise die malerische Stadt Meran. Denn während andere Regionen Südtirols noch mit Schnee bedeckt sind, zeigen sich rund um Meran die Apfelbäume schon in voller Blüte.

Göteborg: schwedische Großstadt mit den Schären als lohnende Attraktion

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Eine Fahrt auf die
vorgelagerten Schären ist ein Muss bei einem Göteborg-Besuch. Die südlichen Schären
sind mit Straßenbahn und
Schiff leicht zu erreichen.

Göteborg/Schweden
Die Anreise nach Göteborg/Schweden erfolgt am besten mit dem Schiff über die Verbindung Kiel/Göteborg. Die (Auto-) Fähren starten generell um 18.45 Uhr und sind am kommenden Tag gegen 9.15 Uhr in Göteborg, umgekehrt sind die Zeiten identisch. Eine Fahrt kostet in der Doppelkabine pro Person ab 200 Euro (ohne Auto). Infos im Netz unter www.stenaline.de/kundenservice

Günstiger geht es mit dem Flugzeug, z. B. mit Eurowings, der Flughafen Göteborg liegt allerdings recht weit außerhalb der Stadt.Die Strecke Hamburg – Göteborg  bietet Eurowings im kommenden Jahr als Direktflug an (Preise ab rund 50 Euro). Eine Bahnfahrt von Hamburg nach Göteborg dauert mindestens neun Stunden und ist meist mit Umstiegen (oft in Kopenhagen) verbunden. Infos im Netz unter www.raileurope.com/de/destinations/hamburg-gothenburg-train

Weitere Infos im Netz zu Göteborg beim Fremdenverkehrsamt unter www.fremdenverkehrsamt.com/touristeninformation/index.html  
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Ein Hauch von Pippi Langstrumpf
Unmittelbar vor der Küste Göteborgs liegt eine der schönsten Schärenlandschaften Schwedens, der Göteborger Schärengarten. Es gibt die nördlichen Schären, etwas weiter weg und eher touristisch, oder aber den gut zu erreichenden südlichen Teil, dessen Besuch hier beschrieben wird.

Vom Hauptbahnhof Göteborg nimmt man hierfür die Straßen-bahnlinie 11. Diese fährt in etwas mehr als einer halben Stunde zur Endstation in Saltholmen. So lernt man gleich auch noch die niedlichen Vororte ein wenig kennen. Keine 100 Meter entfernt liegt das Fährterminal, wo die Schiffe zu den Schären ablegen. Hier steigt man um auf ein Schiff der Fährlinien 281 oder 282. Alternativ kann man zweimal täglich, morgens und abends, mit den gleichen Linien direkt vom Fähranleger Stenpiren in der Stadt nach Saltholmen und gleich weiter auf die Inseln schippern.
Zur Schärenidylle gehören eine frische Meeresbrise, das spiegelglatte Wasser zwischen den Inseln, das sich ständig ändernde Licht, runde oder schroffe Felsen mit zaghafter Vegetation und Kiefernwälder. Und dann sind da noch die für Schweden typischen bunten Holzhäuschen. Man hat das Gefühl, Pippi Langstrumpf persönlich würde gleich vor die Türe treten. Die meisten Touristen wandern die Schären ab, was zeitlich auch durchaus hinkommt. Alternativ können aber auch Fahrräder auf die autofreien Inseln mitgenommen werden. Mit ihnen lässt sich das Ganze schneller, aber genauso erholsam genießen.  
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Mit der EC-Karte auf die Toilette
Eine Sorge weniger. Um den Umtausch des Euro in schwedische Kronen braucht sich der Tourist aus Germania eher nicht zu kümmern: warum? Weil Schweden unübersehbar ein Vorreiter in Sachen Online-/Kartenzahlung ist.

In Göteborg jedenfalls ist das Bar-Zahlen die Ausnahme und auch nicht gern gesehen. Selbst kleinstes Beträge werden per Karte beglichen, gefragt wird der Kunde da nicht lange. In Supermärkten ist höchstens noch am Rande irgendwo eine Kasse zu sehen, wo ein mehr oder weniger netter Verkäufer abrechnet, die Scanner-Kassen dominieren. Und auch nicht nur die junge die Bevölkerung scheint sich darauf eingestellt zu haben.

Als Beispiel gelte der nun mal regelmäßige Besuch einer Toilette zum Beispiel auf dem Hauptbahnhof oder in anderen öffentlichen Gebäuden. Keine Münzen, keine Teller zum Drauflegen, dafür hängen an den Schlössern kleine Automaten, durch die die EC- oder Kreditkarte gezogen werden muss. Im Restaurant räumt ab und zu dann ein Roboter ab.

Es mag ungewohnt sein, aber bald merkt auch der Tourist, dass die ganze Sache gut läuft und auch schneller geht. So oder so: Fragen  tut in Göteborg/Schweden niemand mehr, es ist eben so. Und mit Sicherheit wird es auch bei uns bald so sein.


Klaus Karkmann © SeMa

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Festungsanlage Skansen Kronan.

Diesen steinigen Untergrund kann man allerdings auch attraktiv meiden. Die ansonsten in großen Städten angebotenen Hop-on-Hop-off-Sightseeing-Touren (es gibt sie auch hier) werden in Göteborg durch die typischen Paddan-Bootstouren ersetzt. Diese offenen Cabrio-Boote schippern die Kanäle zwischen den Sehenswürdigkeiten entlang, nur sollte der gesundheitsbewusste Tourist an den niedrigen Brücken den Kopf einziehen, um kein unschönes Souvenir in Form einer Beule aus Schweden mit in die Heimat zu bringen. Kommentiert werden diese Touren in allen Sprachen.

Es lohnt sich, nach all diesen Aktivitäten in Göteborg hungrig zu sein, denn in der Kulinarik hat die Stadt ihre ganz großen Vorteile. „Guck mal, typisch schwedisches Essen“, äußert ein etwa 16-jähriges deutsches Mädchen ziemlich banal gegenüber seinen Eltern in den Saluhallen, der Gourmet-Meile Götesborgs schlechthin. Na klar, viele schwedische Leckereien à la Köttbullar, Lachs und alle Arten frischen Fisch warten dort schon, aber auch Pizza, Gyros, Paella oder  Sushi und alle Delikatessen dieser Welt sind dort vertreten. Noch besser wird es dann in puncto Bier, denn  in Göteborg reiht sich eine kleine Brauerei an die nächste. Also satt werden alle. Skal (prost) drinnen – und draußen an den an die Niederlande erinnernden Kanälen.

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Ist das Preisniveau in Schweden für den deutschen Urlauber bekannterweise recht hoch, muss das in den Saluhallen nicht unbedingt so sein. Die vielen Angebote zur Mittagszeit sind nicht erheblich teurer als in Hamburg, Köln oder München. Ansonsten aber Vorsicht: Wer in einem der etlichen Sterne-Restaurants Göteborgs dinieren will, muss ordentlich löhnen, hier kann der hungrige Germane schon einmal 150 Euro aufwärts für zwei Personen loswerden. Das gilt genauso für Göteborgs Nobel-Einkaufsmeile Kungsportsavenyn, die  sogar die Preise am Neuen Wall in Hamburg oder auf der Kö in Düsseldorf toppt. Aber das muss ja nicht sein.

Ohnehin gibt es die größten Vorzüge der Stadt am Kattegat luftig, frei und ohne Bezahlung. Der frische Wind, die Seeluft und das gesunde Klima wirken entspannend, insoweit lockt eine Fahrt auf die Göteborg vorgelagerten Schären, die mit Straßenbahn und Booten als Nahverkehrsmittel zu erreichen sind, eigentlich unausweichlich. Göteborg ist eine tolle Stadt, aber eher dem Understatement verhaftet. Nur: Wer dort hinfährt, sollte auf jeden Fall die Schärenwelt gesehen haben. Dort spürt man Göteborg – und der Gedanke, ob Metropole oder nicht, wird komplett überflüssig.   

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Jeden Tag kommt ein Schiff
der Stena Line aus Kiel in
Göteborg an.

Schweden ist für manchen Deutschen recht schwer zu greifen. Keine tropischen Temperaturen, keine südländische Begeisterung mit Beach-Partys oder Sangria-Eimern. Und auch die bekannten Begriffe wie Ikea, Köttbullar oder Knäckebrot führen nicht so recht weiter. Derjenige aber, der sich (meist per Fähre) von Kiel nach Göteborg aufmacht, merkt recht schnell: Heia, das lohnt sich. Ob die blauen Straßenbahnen, die Bauten zwischen Antike und Hightech oder aber der lockere Lebensstil der Schweden: Hier gibt es neue Trends, neue Ideen und vor allen Dingen mit den Schären eine traumhafte Inselwelt vor der Haustür.

Dabei braucht die zweitgrößte schwedische Stadt (rund 600 000 Einwohner) gar nicht den Ruf einer Metropole. Skandinavisch zurückhaltend, liegen die Höhepunkte Göteborgs eher unauffällig im Zentrum, gut erreichbar mit den typischen blauen Straßenbahnen (größtes Netz Nordeuropas) oder sogar mit dem Fahrrad (gute, breit ausgebaute Radwege). Ob das Stadtmuseum, das Röhsska-Designmuseum, der Vergnügungspark Liseberg oder der Slottsskogen-Park, die attraktivste grüne Lunge der Stadt: Es ist (gut für Senioren) alles sehr nah beieinander. Aufpassen sollte der Fußgänger allerdings auf das verbreitete – aber natürlich sehr schöne – Kopfsteinpflaster.

wird in immer mehr gesellschaftlichen Zusammenhängen umgesetzt: Ob im Internet, in der Arbeitswelt oder seit ein paar Jahren auch intensiver beim Reisen. Anfang März hat die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT) in Kooperation mit „Tourismus für Alle Deutschland e.V.“

114 Objekte aus dem Spargelbeet, darunter 17 in Qualität und Zustand einzigartige Götterfiguren, sind heute im Römermuseum in Weißenburg im Fränkischen Seenland zu sehen. Hier wird die Geschichte der Römer in Deutschland erzählt. Vor etwa 2.000 Jahren besetzten sie die Region südlich von Nürnberg und errichteten eine monumentale Grenzanlage.

Der Limes ist heute UNESCO-Welterbe und das größte Bodendenkmal Europas. Für Rollstuhlfahrer, Blinde und Hörgeschädigte bieten geschulte Museumsmitarbeiter spezielle Führungen an. Am Stadtrand der Römerstadt Weißenburg steht ein weiteres Zeugnis antiker Kultur: die barrierefrei zugänglichen Römischen Thermen, die einen Einblick in die Badekultur der Antike geben.

Magdeburg: 1.000 Jahre Otto
Wer nach Magdeburg fährt, kommt an Otto nicht vorbei. Gleich zwei Ottos machten die über 1.200 Jahre alte Stadt an der Elbe berühmt: Otto der Große, der erste römisch-deutsche Kaiser, erhob Magdeburg im 10. Jahrhundert zum europäischen Machtzentrum. Der andere, Otto von Guericke, war im 17. Jahrhundert Bürgermeister der Stadt und bekannt für seine Experimente zum Luftdruck mit den Magdeburger Halbkugeln. Im barrierefreien Kulturhistorischen Museum ist unter anderem der berühmte Magdeburger Reiter zu sehen. Es ist eine der bedeutendsten Skulpturen der europäischen Gotik des 13. Jahrhunderts und zeigt wohl Kaiser Otto im Idealtypus eines jugendlichen stauffischen Herrschers. Im Dom „St. Mauritius und St. Katharina“, der für Rollstuhlfahrer ebenerdig zugänglich ist, ist die originale Grablege Kaiser Ottos und seiner ersten Gemahlin Editha zu besichtigen. Für Blinde gibt es vor dem Dom ein tastbares Relief. Der tägliche Stadtrundgang, der die wichtigsten historischen Gebäude verbindet, ist für Rollifahrer barrierefrei. Aber auch Blinde, Seh- und Hörbehinderte, Gehörlose sowie Gäste mit Lernschwierigkeiten können eine spezielle Stadtführung buchen.

Rostock: 800 Jahre hanseatisches Flair
Wenn im August 2018 zur „Hanse Sail“ wieder 200 Traditionssegelschiffe anlegen, verwandelt sich Rostock in eine alte Seefahrerstadt. Piraten durchstreifen den Stadthafen, an den Marktständen können internationale Speisen probiert werden. Es ist auch das Jahr des 800. Geburtstages der Hansestadt. Das feiert das Kulturhistorische Museum mit der Jubiläumsausstellung „Rostock. Jetzt 800“ ab 14. Juni 2018. Das Museum befindet sich in den Räumen des Klosters zum Heiligen Kreuz und zeigt in seiner Dauerausstellung eine umfangreiche kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung. Für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen sind alle Etagen gut zugänglich. Mobile Stühle können ausgeliehen und als Gehhilfe oder Sitzgelegenheit genutzt werden. Für Blinde bietet das Museum eine taktile Tafel mit dem Grundriss sowie Informationen in taktilem Großdruck und in Brailleschrift.

Ruppiner Seenland: 400 Jahre preußische Geschichte
Idyllisch am Grienericksee liegt das Schloss Rheinsberg im Ruppiner Seenland. Hier verbrachte der Preußenkönig Friedrich der Große die „glücklichste Zeit“ seines Lebens, wie er später sagte. Im Jahr 1734, als er noch Kronprinz war, schenkte ihm sein Vater die stattliche Anlage. Er ließ Fenster vergrößern, Wendeltreppen erweitern, Malereien, Stuck und Pomp anbringen. Der damals moderne Stil in Rheinsberg war später Vorbild für Schloss Sanssouci in Potsdam. Mit Dichtern, Musikern und Malern feierte Friedrich hier rauschende Feste. Auch fast 200 Jahre später hatte Rheinsberg nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky würdigte den Ort mit seinem Buch „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“. Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum im Schloss erinnert daran. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Sehbehinderungen und geistigen Einschränkungen bietet Schloss Rheinsberg nach vorheriger Absprache spezielle Führungen an. Auch der großräumige Park ist durch ebene Wege im Rollstuhl gut befahrbar.

Lausitzer Seenland: 150 Jahre Bergbauindustrie
Eine weit jüngere Geschichte hat das Lausitzer Seenland zu erzählen: 150 Jahre Bergbau. Über zwei Milliarden Tonnen Braunkohle holten Bergbauarbeiter in der Region aus bis zu 60 Metern Tiefe. Durch Flutung der ehemaligen Tagebaue entstand und entsteht Europas größte künstliche Seenlandschaft. Heute bieten zahlreiche teils noch aktive Originalschauplätze einen Einblick in die Geschichte der Energiegewinnung.

Im Besucherbergwerk F60, einer gigantischen Förderbrücke, können Gäste mit leichten Gehbeschwerden und Rollstuhlfahrer mit Begleitung an einer Kurzführung um das 11.000 Tonnen schwere Baggerfahrwerk teilnehmen. Für blinde Menschen gibt es Führungen mit Ausstellungsobjekten, die ertastet werden können. Auch in der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode können sich Menschen mit Handicap auf Streifzug durch die Geschichte des Lausitzer Bergbaus begeben. Geschulte Gästeführer bieten spezielle Rundgänge an.

Erfurt: Über 25 Jahre Friedliche Revolution und 20 Jahre Entdeckung des Erfurter Schatzes
In Erfurt tauchen Besucher nicht weit vom Domplatz entfernt in die jüngste Vergangenheit ein. In der Andreasstraße liegt die gleichnamige Gedenk- und Bildungsstätte, die an die politischen Häftlinge der DDR erinnert und an die mutigen Menschen, die 1989 die erste Besetzung einer Stasi-Bezirksverwaltung wagten. Die umfassende Dauerausstellung zur SED-Diktatur auf verschiedenen Etagen ist durch einen Fahrstuhl auch für Menschen im Rollstuhl zugänglich. Ein neuer Lift bringt sie in die Freihofzellen mit ihren drei Meter hohen Mauern und Wachgängen. Hörgeräteträger können einen Audioguide nutzen. 500 Meter von der Gedenkstätte entfernt liegt die Alte Synagoge. Sie erzählt die Geschichte des mittelalterlichen jüdischen Lebens in Erfurt und zeigt den Erfurter Schatz mit seltenen Objekten aus dem 13. und 14. Jahrhundert, darunter Silbermünzen und Silbergeschirr. Auch hier macht ein Aufzug den Zugang für Rollstuhlfahrer möglich. Der Besucher wird mit einem Videoguide durch das Haus geführt, der über eine Hörschleife auch für Hörgeschädigte nutzbar ist. Blinde Menschen können eine Tastführung über die Museumspädagogik des Hauses buchen.

S. Rosbiegal © SeMa

Reisen für Alle
Die Bundesregierung setzt sich für barrierefreie Angebote in allen Bereichen des Tourismus ein und wünscht sich, dass Barrierefreiheit zum Markenzeichen des Tourismus in Deutschland wird. „Das Engagement des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) für barrierefreien Tourismus verbindet die bundespolitischen Interessen der Tourismusförderung mit gesellschaftspolitischen Zielen“, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Um bundesweit eine verlässliche Information zu dem Thema zu etablieren, fördert das BMWi die Einführung eines einheitlichen Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystems, das den Namen „Reisen für Alle“ trägt. Dazu gehört auch eine Datenbank, in der barrierefreie touristische Angebote erfasst und bewertet werden können. Das Projekt „Reisen für Alle“ baut auf einem Förderprojekt des BMWi auf, mit dem in enger Abstimmung mit Behindertenverbänden, der Tourismuswirtschaft und den 16 Bundesländern die Standards für das einheitliche Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem für barrierefreie Reiseangebote entwickelt wurden.

Die NatKo
Tourismus für Alle Deutschland e.V. (NatKo) ist ein Zusammenschluss von bundesweit tätigen Verbänden der Behindertenselbsthilfe, der sich seit 1999 für einen barrierefreien Tourismus in Deutschland einsetzt. Der Verein versteht sich als Schnittstelle zwischen der Behindertenselbsthilfe, der Politik und der deutschen Tourismuswirtschaft. Die NatKo hat das Ziel, dass „touristische Angebote so entwickelt werden, dass sie sowohl für Menschen mit einer Beeinträchtigung als auch für Senioren, Kinder oder beispielsweise Familien mit Kinderwagen zugänglich und nutzbar sind“, schreibt der Verein auf seiner Internetseite.

Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele
In der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland haben sich seit 2008 zehn deutsche Urlaubsregionen und Städte zusammengeschlossen. Zu den Mitgliedern gehören die Regionen Eifel, Ostfriesland, Sächsische Schweiz, Südliche Weinstraße, das Fränkische, Lausitzer und Ruppiner Seenland, außerdem die Städte Erfurt, Magdeburg und Rostock. „Im Januar aber haben wir die Südliche Weinstraße als neues Mitglied aufgenommen“, freut sich Dr. Carmen Hildebrandt, Sprecherin der AG und Geschäftsführerin der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH. „Wir freuen uns sehr über den Neuzugang. Denn die Urlaubsregion im Süden von Rheinland-Pfalz bereichert unser Portfolio um eine sonnenverwöhnte Destination und um barrierefreie Weinfeste.“

Durch die Kooperation mit der Deutschen Bahn AG entstanden individuelle Mobilitätspakete bzw. Reiseangebote, welche auf die Wünsche und Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Urlauber abgestimmt sind. „Unser Ziel ist es, die Reisemöglichkeiten in den Regionen und in Deutschland für Menschen mit Behinderungen kontinuierlich zu erweitern und deren Sichtbarkeit zu erhöhen“, sagt Dr. Carmen Hildebrandt. „Außerdem liegt uns der regelmäßige Erfahrungsaustausch der Mitglieder am Herzen, um Potentiale zu erkennen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft war auch der Aufbau eines Netzwerkes  zu barrierefreien Reisezielen in Deutschland verbunden, das nun bereits seit zehn Jahren erfolgreich die Erfahrungen und Angebote unterschiedlicher Regionen und Städte im barrierefreien Tourismus bündelt.“ Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Hör- und Seheinschränkungen, Lernbehinderung, Gehörlose und Blinde, aber auch Senioren und Familien profitieren von Barrierefreiheit. Darum werben immer mehr Urlaubsziele mit ihrer Barrierefreiheit. Selbstverständlich ist es aber noch lange nicht und Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, müssen nach wie vor sehr gezielt ihren Urlaubsort auswählen. „Die gesellschaftlichen Herausforderungen des neuen Jahrhunderts zwingen jeden von uns zum Umdenken“, mahnt Dr. Carmen Hildebrandt. „Wir wünschen uns, dass es im Tourismus selbstverständlich wird, an Menschen mit Behinderungen, Senioren und Familien mit kleinen Kindern zu denken, eben an ‚Reisen für Alle‘.“

Dies ist eine Auswahl von Internetangeboten, die Informationen rund ums barrierefreie Reisen anbieten:
www.barrierefreie-reiseziele.de
www.germany.travel
www.bahn.de/reiseziele-barrierefrei
www.myhandicap.de
www.reisen-fuer-alle.de
www.natko.de

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Deutsche Geschichte barrierefrei erleben – eine Auswahl der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland
Viele besonders spannende Orte der Geschichte sind für Menschen mit Behinderungen – oder Kinderwagen – nicht oder nur begrenzt erfahrbar. Nicht überall gelingt der Spagat zwischen Inklusion und Denkmalschutz. Aber es gibt besonders interessante Museen und Attraktionen in der Bundesrepublik, die sich erfolgreich und kreativ für kulturelle Teilhabe engagieren. Hier wird Geschichte zum Erlebnis für alle.

Fränkisches Seenland: 2.000 Jahre römische Geschichte
Als der Weißenburger Lehrer Erich Kreißl im Jahr 1979 zu seinem Spaten greift, um ein Spargelbeet in seinem Garten zu erweitern, staunt er nicht schlecht. In etwa 40 Zentimeter Tiefe stößt er auf Metallteile, Statuen und Bronzegefäße. Der sensationelle Fund entpuppt sich als größter römischer Schatz in Deutschland.

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NatKo zum siebten Mal den „Tag des barrierefreien Tourismus“ organisiert. Er fand im Rahmen der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin statt und hatte in diesem Jahr den Fokus auf dem Thema „Barrierefreier Aktivurlaub / Barrierefreiheit im ländlichen Raum“. Auf dem Deutschen Seniorentag vom 28. bis 30. Mai in Dortmund zeigt die „Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland“ wie bunt und vielfältig barrierefreies Reisen zwischen Alpen und Nordsee längst ist.

Italien: Viele Deutsche zieht es aufgrund des Klimas nach Bozen und Meran

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Es muss nicht immer Hochsommer und  es muss nicht immer Küste sein. Gerade deutsche Touristen haben im Frühjahr und Herbst die Städte Südtirols als ihre zweite Heimat entdeckt. Mild im Frühjahr und Herbst, gut zu erreichen, hervorragende Lebensqualität und unbeschreiblich schöne Bergwelt. Das SeMa beschreibt, was die Gegend so eindrucksvoll und erholsam für die ältere Generation macht. Irgenwie fühlt man sich in den Laubengassen Bozens wie im falschen Film. Gerade noch witzelt der braun gebrannte Mitfünfziger in tiefstem Tirolerdeutsch mit einem Kumpel, steigt dann aber doch auf fließendes italienisch um, als seine Tochter mit ihrem  Bambini das mehr italienisch wirkende Cafe betritt. Aus der Ferne sind noch ein paar Urtöne Touristen-Kölsch zu hören – und auch Ladinisch wäre noch zu bieten (siehe Info-Kasten). Ob nun Bozen oder Meran, Südtirol oder nur der Vinschgau, einheitlich ist nur das tolle Klima, was letztlich Erholungssuchenede genau wie diejenigen, die etwas länger oder für immer hierbleiben wollen, herzieht. Jenseits des Brenners – also im höchsten Norden Italiens – fängt für so manchen der Sommer an. Und das auch im März, April, September, Oktober oder November. Es geht aber um mehr als Sommer oder Dauertouristen. Die Landeshauptstadt Bozen zum Beispiel (siehe Info-Kasten), hat sich neben den ganzen Nebengeräuschen des Tourismus zu einem Wirtschafts- und Messezentrum erster Güte entwickelt. Während das etwa 30 Kilometer entfernte Meran mehr auf Kuren in seiner berühmten Therme, Erholung, schicke Mode, leichte Muse und den Dauer-Senior-Touristen setzt, hat Bozen mehr Power.

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Verkehrstechnisch gut direkt an der Brennerautobahn und der Bahnstrecke München Mailand gelegen (bald kommt der Brennerbasis-Tunnel), von Verona ähnlich weit entfernt wie von Innsbruck (Österreich) liegt Bozen quasi an der Wetterscheide Nord/Süd – und bietet seit jeher ein einmalig knackiges Klima. Und das hat seine Folgen – auch im Dauertourismus. „Leben, wo andere Urlaub machen“ ist zwar ein fast abgedroschenes Motto in vielen Urlaubsregionen, in Südtirol liegt der Gedanke gar nicht so fern. Gerade für einen Süddeutschen wäre das Ganze nur ein Sprung über den Brenner, natürlich sind auch Hanseaten oder andere Nordlichter willkommen. Klar, der Alters-Geldbeutel muss stimmen, ein bisschen Mut muss her und gut durchdacht sein muss das Ganze auch. Dafür ist das neue Lebensumfeld aber nicht so gänzlich  anders als Germania; das gesunde Klima, die italienische Lockerheit, die Bergwelt, die Seen und viele Gleichgesinnte in den sehenswerten Gassen von Brixen, Bozen oder Meran kommen gratis dazu.

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Der braun gebrannte Bursche inmitten von Bozen mag darüber genauso lächeln wie seine italienisch ausgerichtete Enkelin: Während das Wetter in der Gegend sechs  bis acht Monate eigentlich optimal ist (man denke auch im Winter an den Schnee auf den umliegenden Gipfeln), so heiß wird  es von Juni bis September. Was wir in diesem Jahr 2022 an Hitze so außergewöhnlich fanden, ist zwischen Bozen und Meran schon länger Standard – 35 Grad sind dort in dieser Jahreszeit keine Ausnahme. Da locken die Bergseen (Kalterer See, Reschenesse oder auch Gardasee), wenn sie denn genügend Wasser haben.

Wer es sich also überlegt, auf der finalen Strecke nach dem Arbeitsleben auszusteigen und das finanziell auch kann, für den sind Bozen, Meran oder andere hübsche Städte Südtirols schon eine Idee wert. Nicht so weit weg, deutschsprachig, nicht ganz so endgültig und in einer Gegend, die Herz und Seele gleichermaßen bedienen. Und über den Brenner zurück darf man ja auch ab und zu mal.     

Bozen: Der Eingang zu den Dolomiten

Bozen hat rund 110 000 Einwohner und liegt rund 260 Meter über dem Meerespiegel.  Die in einem Tal inmitten hügeliger Weinberge gelegene Stadt gilt als Tor zur Gebirgskette der Dolomiten in den italienischen Alpen. Im mittelalterlichen Stadtzentrum befindet sich das Südtiroler Archäologiemuseum mit der „Ötzi“ genannten jungsteinzeitlichen Gletschermumie. In der Nähe liegen das eindrucksvolle Schloss Maretsch aus dem 13. Jahrhundert sowie der im romanischen und gotischen Stil erbaute Dom Maria Himmelfahrt.

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Deutsche Sprache in italienischem Ambiente

Südtirol, Italiens nördlichste Provinz, ist sicherlich die nahe liegende Auswander-Option für Rentner aus Deutschland, was zum einen an der kurzen Entfernung nach Deutschland liegt. In Südtirol wird zudem Deutsch gesprochen, was die Eingewöhnung für Auswanderer aus Deutschland besonders einfach macht. Die wunderschöne Natur der Alpen und Dolomiten ist ideal für ausgedehnte Wander- und Fahrradtouren. Die Kurstadt Meran zieht jährlich Tausende Urlauber an, und in den Skigebieten tummeln sich im Winter Gäste aus aller Welt. Das Leben in Südtirol ist naturnah, entspannt und ohne viele Hektik.

Meran: Sissi-Weg und viele Heilbäder

Die Stadt Meran (rund 45 000Einwohner, 325 Meter über dem Meeresspiegel)  ist für ihre Heilbäder und ihre Gebäude im Jugendstil bekannt. Der Sissi-Weg führt zum Schloss Trauttmansdroff mit seinen Terrassengärten. Zum Schloss gehört auch das Touriseum, ein interaktives Museum mit Ausstellungen über den Alpentourismus. Am Fuße des Ifinger im Nordosten befindet sich das Skigebiet Meran 2000 mit Skipisten, einem Snowpark sowie Wanderwegen für den Sommer.

•••• Infos im Netz zum Auswandern nach Italien unter https://auswandern-info.com/italien ••••

 

Klaus Karkmann © SeMa

Die Stecknitz-Region hat – auch zu Coronazeiten – ganzjährig geöffnet.

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Wer es sportlicher mag, sollte ein Fahrrad oder die Wanderschuhe im Gepäck haben, denn das kleine Paradies am Elbe-Lübeck-Kanal verfügt über ausgezeichnete Rad- und Wanderwege. Sie führen durch romantische Orte mit ehrwürdigen Kirchen und prächtigen Herrenhäusern. Durch Wälder und an Wiesen und Pferdeweiden entlang geht es zu verträumten Seen und Naturschutzgebieten mit einzigartiger Fauna und Flora. 

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Solange Beherbergungsbetriebe nicht öffnen dürfen, lädt die von der Eiszeit geprägte Hügellandschaft, nur eine knappe Autostunde von Hamburg entfernt, zu Tagesausflügen ein. Hier gibt es für Natur- und Kulturfreunde jede Menge zu entdecken. Ideal, um in diesen schwierigen Zeiten bei einem Spaziergang die Seele baumeln zu lassen und das Landleben mit all seinen Facetten zu genießen. 

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Mit etwas ganz Besonderem kann Berkenthin, der Zentralort der Stecknitz-Region, aufwarten: Die Prahmkameraden, ein gutes Dutzend ehrenamtliche Bürger der Region, haben einen historischen Salzprahm (mittelalterliches Plattbodenschiff) nachgebaut. Die Rekonstruktion liegt seither von April bis Oktober vis-à-vis der Berkenthiner Kirche am Elbe-Lübeck-Kanal.

Ursprünglich als Anschauungsobjekt geplant, hatten die Prahmkameraden nach Fertigstellung die glorreiche Idee, ein „Treidlerpatent“ anzubieten. Dabei wird, was für die Stecknitz-Fahrer, die auf den schwer beladenen Prähmen einst Salz aus der Lüneburger Saline nach Lübeck transportierten, harte Arbeit bedeutete, zum Freizeitspaß: Wer das „Treidlerpatent“ erwerben möchte, muss den Salzprahm 200 Meter treideln (vom Ufer aus an langen Tauen ziehen), einen Stecknitz-Köm trinken und einen Treidlerknacker (Mettwürstchen) verspeisen.

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Die Aufgaben sind also leicht zu bewältigen, zumal auch auf die ein oder andere Disziplin verzichtet werden kann. Wer dann noch fünf Euro entrichtet, bekommt eine originelle Urkunde, mit der bestätigt wird, dass der Inhaber des Dokuments die Prüfung absolviert hat und sich fortan „Treidlermeister der Stecknitz-Region“ nennen darf.                

• Info/kostenlose Imagebroschüre: TouristService Stecknitz-Region, Am Schart 16, 23919 Berkenthin, Tel. 0 45 44/80 01-0, www.stecknitz-region.de, vorsitz@stecknitz-region.de • Treidlerpatent nach Anmeldung: Tel. 01 71/3 69 09 48, prahm@berkenthin.de

 

Text W. Reymann, Fotos W. Reymann und Marion Schröder © SeMa

Nord- und Ostsee: attraktive Tagesziele zum Durchatmen

Die Promenaden an der See waren im ersten Halbjahr 2020 genauso verlassen wie viele Menschen in ihren Großstadt-Wohnzimmern einsam waren. Die jetzt mehr oder weniger bewältigte Corona-Krise hatte besonders Senioren, die von den quarantänemäßigen Einschränkungen betroffen waren, die Frischluft geradezu abgeschnitten. Auf der einen Seite die Sehnsucht nach der frischen Brise und die Ratschläge der Virologen, ins Freie zu gehen, auf der anderen Seite die kaum zu bändigenden Ängste und Verunsicherungen. Es war fast nicht auszuhalten. „Manchmal wusste man wirklich nicht, wie man sich verhalten soll, aus jeder Ecke kamen Ratschläge“, sagt eine 75-jährige fit wirkende Dame aus Hamburg-Ottensen. Aber auch sie hatte sich lange nicht rausgewagt. Und nun? Nun ist Schluss mit unlustig.

Dann mal wieder rein ins Leben. Der Bahnverkehr an die See läuft wieder reibungslos, dazu kommt der glückliche Umstand, dass die Generation 65 plus eben zu Zeiten reisen kann, in denen der Normalbürger arbeitet – nämlich in der Woche. Die Folge: Die Nahverkehrszüge nach Kiel, Sylt, Travemünde oder zu andere Orten an Nord- und Ostsee sind generell leerer – Freiraum ist nach wie vor sehr wertvoll. Und die Urlaubermassen, die in den vergangenen Wochen bzw. Monaten des Sommerurlaubs so manche Abstandsgrenze an den Küsten überschritten, sind auch zu einem Großteil wieder zu Hause. An Stränden und auf Promenaden gibt es jetzt genügend Raum. Der Frischluftzufuhr für Lunge und Seele steht nichts mehr im Wege. Natürlich: Der Corona-Schaden ist unter Senioren mental nicht so schnell zu reparie-ren, viele ältere Menschen wünschen sich deswegen kürzere Fahrzeiten oder gar Busse mit viel Platz. Alles geht eigentlich wieder, der Wunsch nach einer kurzen Anreise von Hamburg aus wird so oder so bei einer Tagesfahrt das Ziel bestimmen. Nahe an der Hansestadt liegen zum Beispiel Travemünde, Kiel/Laboe und Boltenhagen (siehe den nebenstehenden Text). Da sind Ausflüge auf die Kultinsel Sylt oder das Spektakel Föhr mit Schiffsüberfahrt schon komplizierter. Muss das sein, kann das schon sein – oder doch besser nicht?

Letztlich fällt jeder Mensch selbst die Entscheidung, ob und wo er mal wieder einen Tag richtig entspannen will.  Ob es schon Orte mit viel Menschennähe sein dürfen oder doch eher die Natur: Der erholungshungrige Senior kann vor Ort entscheiden – und dann erst einmal tief durchatmen.

Infos zu Corona-Verhaltensregeln sowie Maßnahmen in Bus und Bahn im Internet immer aktuell unter www.bahn.de.

Tagesziele an Nord- und Ostsee im Test:

• Travemünde

Lübecks Stadtteil an der Travemündung ist vom Hamburger Hauptbahnhof mit dem Metronom in rund einer Stunde und 20 Minuten zu erreichen (inklusive Umstieg in Lübeck-Hbf.) Nur in der Hochsaison gibt es eine durchgehende Verbindung. Der Zielbahnhof Travemünde-Strand liegt optimal – man fällt vom Bahnsteig fast in die Ostsee. Auf der vor rund zwei Jahren verbreiterten Ostsee-Promenade gibt es jede Menge Freiraum, der breite Ostseestrand wartet gleich dahinter. Ein Tipp: Wer die Natur liebt, sollte das nahe liegende Brodtener Steilufer (wunderschöner Rad- und Wanderweg) besuchen.  

Anfahrt/Verbindung: Anfahrt mit dem Regionalexpress (RE) um 9.04 Uhr oder 10.04 Uhr von HH-Hbf., Umstieg in Lübeck, Fahrtzeit insgesamt rund eine Stunde, 20 Minuten.

Urteil: Für Senioren, die nicht so lange Zug fahren wollen und vielleicht nicht mehr ganz so mobil sind, das ideale Ziel.

• Boltenhagen

Auch Boltenhagen liegt sehr nah an Hamburg, hat jedoch keine Bahnverbindung zu bieten. Eine kurze Busfahrt ist un- umgänglich, vielleicht nicht ideal. Aber: Im mecklenburgischen Küstenort wird gerade ein schmucke Promenade auf Deichhöhe gebaut, der Ort wird weiter modernisiert. Boltenhagen ist für seine beeindruckende Architektur – sprich die Küstenhäuser – bekannt.

Anfahrt/Verbindung: Abfahrt ebenfalls 9.04 Uhr oder 10.04 Uhr, zwei Umstiege (einer in den Bus), Fahrtzeit insgesamt zwei Stunden und fünf Minuten.

Urteil: Nicht so weit, mit einer schönen Promenade direkt am Meer.

• Rostock-Warnemünde

Natürlich liegen Rostock und sein Stadteil Warnemünde weiter weg von Hamburg. Wer sich die gut zwei Stunden Zugfahrt aber zutraut, wird mit einem attraktiven Doppelziel belohnt. Rostock-Stadt mausert sich weiter, Warnemünde ist nur eine kurze S-Bahn-Fahrt entfernt. Und dort gibt es unter anderem das Kreuzfahrtterminal, alte Fischerboote im Hafen, den breiten Strand und das bekannte alte Hotel Neptun zu sehen.

Anfahrt/Verbindung: Direktverbindung mit dem Metronom vom Hamburger Hbf. nach Rostock, von da, wenn gewünscht, S-Bahn nach Warnemünde. Fahrtzeit bis Rostock-Hbf.: zwei Stunden und 32 Minuten, S-Bahnfahrt: rund 20 Minuten dazu.

Urteil: Vielleicht etwas zu weit für die erste Tagesfahrt. Eine Zugverbindung mit Umsteigen lohnt sich nicht, da die Fahrt dann wesentlich länger dauert.

• Kiel/Laboe

Auch die Landeshauptstadt an der Förde ist ein doppelt attraktives Ziel. Zum einen die Stadt Kiel – der Zielbahnhof (nur eine gute Stunde Fahrtzeit vom Hamburger Hbf) liegt direkt in der City und an der Förde. Es kann also gestaunt und geshoppt werden. Wer es verständlichermaßen noch ruhiger will, kann mit der Fähre (schöne Fahrt) nach Laboe oder Schilksee fahren, wo wie überall an der Kieler Förde viel Platz wartet. Und dann sind da noch die großen Schiffe, die ab und zu vorbeifahren.

Anfahrt/Verbindung: Start Hamburg-Hbf. Mit dem Metronom um 9.22 Uhr, Fahrtzeit bis Kiel-Hbf: eine Stunde und zehn Minuten. Die Fähre nach Laboe und Schilksee ist unkompliziert fußläufig zu erreichen.

Urteil: Unbedingt zu empfehlen, sehr vielfältige Möglichkeiten für einen Tag, kurze Anfahrt ohne Umstieg.

• Sylt

Vom Ruf und von der Lage her ist die deutsche Nobelinsel mit Sicherheit nicht zu schlagen. Ob sich ein Tagestrip dorthin lohnt, muss in Anbetracht der Zugfahrtzeit von rund drei Stunden jeder selbst beurteilen, immerhin ist der Zielbahnhof mitten in Westerland, direkt daneben eine große Fahrrad-Ausleihstation. Gosch wartet in der Friedrichstraße, das Flair der gesamten Insel ist unschlagbar.

Anfahrt/Verbindung: Ab Hamburg-Altona mit dem Nahverkehrszug um 9.40 Uhr oder 10.05 Uhr. Zwar kein Umstieg, rund drei Stunden aber Fahrtzeit bis Westerland. Bei einer Tagesfahrt wären also Hin- und Rückfahrt schon einmal mit sechs Stunden belegt.

Urteil: Als Tagestour wegen der langen Zugfahrt. Nur Senioren mit guter Kondition zu empfehlen.

• Föhr

Eine Attraktion der Nordseeinsel Föhr ist schon einmal die Fahrt dorthin. Es geht zunächst mit der Bahn (ein Umstieg in Husum), dann mit der Fähre durch die Robbenfelder. Herrlich und windig, aber auch ein ziemlich ausgiebiger Tag. Die Insel selbst bietet alles, was das Herz des Naturfreundes begehrt.

Anfahrt/Verbindung: Abfahrt von Hamburg-Altona mit dem Nahverkehrszug entweder um 9.40 Uhr oder 10.40 Uhr, Umstieg in Husum, die Bahnfahrt dauert rund zwei Stunden, 50 Minuten, die Fährfahrt vom Hafen Dagebüll (Bahnhof direkt am Schiff) dann noch einmal rund 40 Minuten.

Urteil: Anstrengender Tag wegen Umstiegs auf Bahn und Schiff, aber wunderschöne Verbindung. Vielleicht mal über ein oder zwei Übernachtungen nachdenken.

• St. Peter-Ording

Wer kennt nicht den scheinbar unendlichen Strand mit seinen Pfahlbauten. St. Peter ist sehr weitläufig, für den ein oder anderen Senior dürfte der Strand vielleicht sogar etwas zu weit weg liegen. Aber: der Wind, die Weite, die Dünen und die schicken Friesenhäuser, es lockt so einiges. Notwendig ist eine Bahnfahrt (gut zwei Stunden) mit Umstieg in Husum.

Anfahrt/Verbindung: Ebenfalls 9.40 Uhr oder 10.40 Uhr ab Hamburg-Altona mit dem Nahverkehrszug, Umstieg in Husum. Gesamtfahrtzeit rund zwei Stunden und 45 Minuten. Niedliche Bahnfahrt von Husum nach St. Peter-Ording.

Urteil: Obwohl hier auch eine recht lange Anfahrtzeit nötig ist, ist das Ganze recht unkompliziert. Wer die Weite der Nordsee liebt, nimmt das auf sich.

 

Abfahrtzeiten erst ab 9 Uhr berücksichtigt, wegen der kostengünstigen Nutzung des Schleswig-Holstein- bzw. Mecklenburg-Vorpommern-Tarifs der Bahn. Angebote gibt es teilweise auch bei Flixbus.                              

K. Karkmann © SeMa

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In der ersten Jahreshälfte waren mehr oder weniger interessante Fernsehbilder, graue Tapeten und ab und zu das Telefon die zwangsweisen Begleiter vieler einsamer Senioren. Eben das höhere Alter und so mancher Risikofaktor ließen sie in der Corona-Krise vorsichtig sein – machten zudem ängstlich. Seit einigen Wochen kann es aber wieder losgehen. Im Spätsommer 2020 hat sich die Situation im  Bahnverkehr, bei Restaurantbesuchen und vor allen Dingen bei den Ausflugszielen wieder normalisiert. Da ist der Wunsch nach einem Tag Frischluft an der See logisch – ohne lästige Maske. Das „Senioren-Magazin“ hat getestet, welche Ziele sich für den sauerstoffhungrigen Senior für einen Tag lohnen. Dabei werden Anfahrtzeit/-Möglichkeit, die Weitläufigkeit des Ortes und das Ziel als solches bewertet.

Auch mit Handicap selbstbestimmt unterwegs

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Seniorenmobile – eine gute Option, die Selbstständigkeit zu erhalten und die eigene Mobilität wieder zu erhöhen.

Fotos © djd/Ludwig Bertram

(djd). Neue Eindrücke sammeln, aufregende Erfahrungen machen und es sich einfach gut gehen lassen. Wenn es ums Verreisen geht, haben Urlaubswillige meist konkrete Vorstellungen. Mobilitätseingeschränkte Menschen hingegen sehen sich vor der Buchung mit zahlreichen Fragen konfrontiert: Welche barrierefreien Angebote gibt es, wie zugänglich sind Hotel oder Ferienwohnung sowie die öffentlichen Einrichtungen vor Ort? Zwar bemühen sich die meisten Museen, Gaststätten und Touristenmagnete zunehmend darum, allen einen Besuch zu ermöglichen, wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorab im Internet recherchieren und Reiseveranstalter in Kenntnis setzen.

Mit dem Elektromobil verreisen?

Um vor Ort beweglich zu bleiben, sind Elektromobile immer gefragter. Es gibt verschiedene mit Strom aus dem Akku angetriebene Flitzer, die auch Seniorenmobile genannt werden. Doch viele Modelle, die zu Hause gute Dienste leisten, sind oft zu groß, um sie bequem zu trans-portieren. Zum Verreisen eignen sich eher kompakte und faltbare Fahrzeuge. Oder man entscheidet sich direkt vor Ort für ein Mietfahrzeug. Gerade in vielen deutschen Kurorten gehören diese ganz selbstverständlich zum Straßenbild – aber wie sieht es in den großen Städten aus?

Die Internetseite www.meinhilfsmittel.de bietet eine gute Gelegenheit, sich vorab zu informieren. Im Verzeichnis aufgeführt werden Vermieter von Elektromobilen und anderen Hilfsmitteln in ganz Deutschland, nicht nur aus dem Mobilitätsbereich. Hilfsmittel vorausschauschauend einplanen: Auch Rollatoren oder Rollstühle und sogar Pflegebetten können über die Plattform gemietet werden. Ausgewählte, verlässliche Fachgeschäfte, häufig Sanitätshäuser, bieten diesen Service an. Dort verfügt man über viel Erfahrung und steht allen Interessierten beratend zur Seite. Das passende Hilfsmittel lässt sich ganz einfach für einen bestimmten Zeitraum reservieren. Das funktioniert in München genauso gut wie am Timmendorfer Strand, in Berlin ebenso wie am Bodensee und nicht nur im Urlaub, sondern auch bei Kuraufenthalten oder dem Besuch bei Freunden oder Verwandten. So steht erholsamen Urlauben und geselligen Unternehmungen nichts mehr im Wege.

Dieses Buch ist Reisebericht und Ratgeber zugleich. Zwar gibt es ein großes Angebot an Fahrradliteratur, aber die ist vornehmlich von jungen Menschen für junge Menschen geschrieben. So schließt dieser Ratgeber eine Lücke, denn auch über 60-Jährige steigen aufs Rad und wollen auf diese Weise reisen. Besonders Radtouren bedürfen einer guten Vorbereitung. Das Buch hilft, diese effektiv zu gestalten: Von der Planung der Routen über die Ausrüstung bis hin zur Verpflegung bietet dieses Buch nützliche Tipps.

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Bis zu 1.000 Kilometer legen die beiden Berliner Autoren Birgit Holst und Wolfgang Lutz, damals 65 Jahre alt, während eines Fahrrad-urlaubs zurück. Seit über 30 Jahren sind sie da schon immer wieder unterwegs auf ihren Rädern. Sie fühlen sich auf allen Wegen wohl, ob an den Ufern von Donau, Inn und Mosel, an den norwegischen Fjorden, in Karelien oder in den Alpen. Auch die heimatlichen Reviere in Brandenburg und Mecklenburg werden von ihnen immer wieder befahren. In 15 europäischen Ländern sind sie mit ihren Fahrrädern gewesen.

Auch als Ruheständler empfinden die beiden den Urlaub dann als gelungen, wenn er sie verändert hat. Mit jeder Reise sollte die Angst vor den

Unwägbarkeiten des Abenteuers schwinden und die Gelassenheit der SeeleRaum gewinnen. Radfahren ist keine Frage des Jahrgangs, sondern des Wollens.
Der Reisebericht ist mit sehr schönen Fotos bebildert. Sie machen Lust, den Spuren der beiden Radlerreisenden zu folgen.

Das Buch ist launig und informativ zugleich geschrieben. Die beiden Radbegeisterten schaffen es, Ratgeber und Reisebericht so zu verknüpfen, dass das Lesen, auch ohne aufs Rad zu steigen, Spaß bringt. Auf der anderen Seite bietet dieses Buch wichtige Hinweise für die, die sich auf den Sattel schwingen wollen und einen geeigneten Reisebegleiter auf den Touren durch Europa suchen.
Beide Autoren sind mittlerweile Anfang 70 und fahren noch regelmäßig auf Fahrradtour. „Auch mit über 70 fühlen wir uns auf unseren Rädern noch wohl und wollen noch viel erleben“, sagen Birgit Holst und Wolfgang Lutz. „Vielleicht wird daraus auch ein weiteres Buch.“

S. Rosbiegal © SeMa

Fabelhafte Familienferien in Graal-Müritz

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Die Märchennacht wird 2023 zum Sommermärchenpark und bleibt ein Höhepunkt im Veranstaltungs-kalender.
Foto: djd/www.graal-
müritz.de/André Pristaff (Marketing & Event)

(djd). Eltern und Großeltern mit Kindern und Enkeln, Tante und Onkel mit Nichten und Neffen – alle Generationen haben in Graal-Müritz ihren Spaß, in den großen Ferien oder auch beim Kurzurlaub in der Nebensaison.

Natur erleben: Strand, Wald und Moor

Der lange weiße Strand und das flache Ufer der Ostsee sind die größten Abenteuerspielplätze für Muschelsammler und Sandburgenbauer in jedem Alter. Aber auch im Hinterland gibt es viel zu entdecken: zum Beispiel den schattigen Kurwald mit „grünem Klassenzimmer“, Barfußpfad, Trimm-Dich-Geräten, Ruhebereichen und Klangwald. Im Rhododendronpark blühen im Mai und Juni hohe Stauden in strahlenden Farben. Wanderführer bieten kurzweilige und spannende Touren durch unberührte Küstenlandschaften an, sowohl in der weitläufigen Rostocker Heide als auch im Biotop „Ribnitzer Großes Moor“, wo seltene Frösche, Kreuzottern und Kraniche zu Hause sind. In Graal-Müritz an der Promenade erklärt der Ostseelehrpfad die Natur auf kindgerechte Art, und in der Wasserspiellandschaft können sie am „Deichtisch“ selbst erfahren, was eine Sturmflut anrichten kann.

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In Graal-Müritz kommt zu Ostern der Ostsee-Hase.
Foto: djd/www.graal-müritz.de/André Pristaff (Marketing & Event)

Feste feiern: Ostern, Konzerte und Märchennacht

Alle Veranstaltungen in Graal-Müritz werden familienfreundlich gestaltet. Das beginnt beim Ostervergnügen mit Lagerfeuer und Ostsee-Hase, gilt auch für die Ende April stattfindende Aktiv- und Gesundheitswoche mit einem Familiensportfest zum Finale sowie für die Saisonfeste im Rhododendronpark mit Rhododendronkönigin, Musik, Tanz und Genuss. Ein sommerlicher Höhepunkt im Juli ist das Seebrückenfest mit Konzerten, Silent-Disco für Teenager und spektakulärem Feuerwerk. Im August lockt der fantasievolle Sommermärchenpark (ehemals Märchennacht) mit Mitmachangeboten, Theater und Lesungen. Und Anfang September geht es beim Fest der Moorgeister auf schaurig-schöne abendliche Wanderungen. Unter www.graal-mueritz.de sind diese und weitere Events zu finden.

Tierische Ausflüge: Pferde, Vögel und Europas bester Zoo

Von Graal-Müritz aus lassen sich erlebnisreiche Tagesausflüge unternehmen, bei denen keine Langeweile aufkommen kann. Das Freilichtmuseum Klockenhagen zeigt in historischen Bauernhäusern, Ställen und Werkstätten anschaulich, wie Menschen und Tiere hier früher gelebt und gearbeitet haben. Der Erlebnisreiterhof „Bernsteinreiter“ lädt Anfänger und Fortgeschrittene zu Ponyabenteuern, Kutschfahrten oder Ausritten an den Strand ein. Im Vogelpark Marlow sind viele Freianlagen begehbar, sodass die Gäste den Weißstörchen, Sittichen und Pinguinen, aber auch Kängurus, Alpakas und Affen ganz nahekommen können. Noch mehr Tiere aus aller Welt lassen sich im Zoo Rostock bestaunen, der als „bester Zoo Europas“ ausgezeichnet wurde.

 

Bild oben: Der weite Sandstrand ist der größte Spielplatz in Graal-Müritz.
Foto: djd/www.graal-müritz.de/Alexander Rudolph/DOMUSimages

Bei Kreuzfahrten haben Kunden die Qual der teuren Wahl

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Die Städte rauschen auf einem Flusskreuzfahrtschiff quasi im Liegen vorbei
– hier Koblenz.
© Klaus Karkmann

Nur: Kostspielig ist der Spaß so oder so – als Alleinreisender rückt dieses Problem in den Mittelpunkt der sehnsüchtigen Pläne. „Natürlich würde auch ich gern mal eine Kreuzfahrt machen, am liebsten auf einem Fluss. Bloß es ist mir einfach zu teuer – auch in der Doppelkabine“, sagt die Hamburgerin Helene Bahr (76) ganz offen. Wie ihr geht es vielen Senioren und anderen Freunden der Seefahrt.

Und trotzdem: Das Konzept von Kreuzfahrten zieht immer mehr. Das Hotel immer dabei, frische Luft und Kulinarik bis zum Abwinken – von den anderen Annehmlichkeiten an Bord ganz zu schweigen. Diese Art zu reisen ist etwas für Genießer, die sich gern bedienen lassen und sich gern Programme sowie Führungen gestalten lassen – quasi das Gegenteil zu Aktiv-Urlaubern. Eben für die Generation 60plus passt das umso besser, wenn man denn fähig und bereit ist, den Geldbeutel weit zu öffnen ... „Kreuzfahrten sind der Hit. Ich würde auf jeden Fall auch in eine Doppelkabine gehen, um so etwas zu erleben“, schwärmt Bärbel Dethloff (70) aus Hamburg-Farmsen exemplarisch für viele Bestager.

Mögen Kreuzfahrten für Jung und Alt mit passendem Portemonnaie infrage kommen, ist das Ganze oft doch eher auf gesetzte Menschen zugeschnitten. Gerade auf einem Flusskreuzfahrtschiff ist eben während der Fahrt die Abwechslung begrenzt, man muss ich mit sich selbst beschäftigen können (siehe Nebentext Vor- und Nachteile). Der Blick auf das weite Meer oder die vorbeiziehende Landschaft entschädigt – nur muss man das über Stunden oder sogar über Tage mögen. Da hat man dann freilich genug Zeit zu träumen – in der Gewissheit, dass man in der Realität dabei ist.    

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Riesige Kreuzfahrtschiffe mit Kabinen für mehr als 3000 Personen sind oft im Hamburger Hafen zu sehen.
© Klaus Karkmann

Kreuzfahrten im Vergleich

(Diese Gegenüberstellung mag nicht jedermann teilen, sie ist eine subjektive Meinung des Verfassers.)

Gemeinsame Vorteile von Kreuzfahrten

• Einmaliges Erlebnis an Bord
• Tolles Essen in jeglicher Beziehung
• Man wird von Ort zu Ort mit Hotelzimmer gefahren
• Viel frische Luft an Deck
• Gerade bei Einsamkeit viele Ansprechpartner
• Unterhaltungsangebot
• Ausflüge individuell möglich, dadurch billiger
• Geselligkeit
• Guter Service
• Viele Ausflüge im Angebot

Gemeinsame Nachteile von Kreuzfahrten

• Sehr hoher Grundpreis
• Eigentlich lohnend nur mit Außenkabine, französischem Balkon oder Balkon. Dann aber eben sehr teuer, aber immer zuerst ausgebucht. Das wissen die Anbieter.
• Sehr großes Problem EZ zu erhalten, bzw. sehr teuer
• Partner für Doppelkabine sollte gesucht werden
• Ausflüge und Zusatzleistungen teuer
• Man muss die Zielgruppe mit relativ wenig eigenem Antrieb/Aktivität mögen
• Bei Hochsee: Seekrankheit

Vorteile einer Hochseekreuzfahrt

• Mehr große, weite Welt
• Internationale Häfen
• Gefühl von Meer und Freiheit
• Mehr Möglichkeiten an Bord, da größeres Schiff (Sport, Shows, Disco und andere Aktivitäten)
• Größere Pools/Saunen/Wellness
• Größere Kabinenauswahl
• Große Hafenstädte in Europa oder Übersee
• Von oben (oft 12 Decks oder mehr) besserer Überblick

Nachteile einer Hochseekreuzfahrt

• Seekrankheit
• Ausflüge teurer, wie komme ich in die Städte?
• Große Masse an Menschen (an Bord bis zu 5000), Chaos, Unwohlfühlen in der Masse
• Essen in der Masse
• Anonymität in der Masse
• Zurechtfinden auf dem Schiff

Vorteile einer Flusskreuzfahrt

• Kleinerer Personenkreis
• Ein-/Ausschiffen einfacher
• Keine Hochseekrankheit
• Schiffe halten an Flüssen mitten in der Städten
• Jeden Tag an Deck rauschen schöne Landschaften vorbei
• Tolle Fotomotive
• Mehr Sicherheitsgefühl, da „in Nähe des Festlandes an den Ufern“
• Besser für Rollstühle und Rollatoren (da nur zwei oder drei Stockwerke und Schiff in die     Länge gezogen). Aufgepasst: Aufzüge nicht auf jedem Flusskreuzfahrtschiff vorhanden.
• Radfahren in Städten und an Flussufern, Flussradwege

Nachteile einer Flusskreuzfahrt

• Vermehrt alte und unflexible Teilnehmer
• Kosten für das, was geboten wird, noch höher
• Nicht so viel Abwechslung an Bord wie auf Hochseekreuzfahrtschiffen
• Außenkabine (mit Balkon, französischem Balkon) lohnend, aber eben sehr teuer.
• Nicht so spektakuläre Häfen/Städte.
• Mehr ländliche Gebiete

 

Klaus Karkmann © SeMa

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Flusskreuzfahrtschiffe legen direkt in der Mitte der Städte an (z. B. in Köln am Rhein und an der Mosel).
© Klaus Karkmann

Man wird ja wohl träumen dürfen. Für viele Menschen im Senioren-Alter ist eine schöne Schiffkreuzfahrt aus verschiedensten Gründen im Leben eine Utopie geblieben. Nun aber, wo das Ersparte auf den Kopf gehauen werden soll/kann, keine zeitlichen Zwänge mehr bestehen und die Alternativen immer größer werden, soll es so weit sein. Aber was nun konkret? Die typische Hochseekreuzfahrt, vor einigen Jahrzehnten noch ein Privileg der oberen Zehntausend, oder aber die immer mehr Liebhaber findende Flusskreuzfahrt: Der maritime Oldie hat die Qual der (immer noch recht teuren) Wahl. Was lohnt sich, was passt? Das Senioren-Magazin (SeMa) versucht, bei der Entscheidung zu helfen.

Reisekatalog in der Hand und ein Hauch von Fernweh in den Augen. „Ich könnte mir beides gut vorstellen, das wäre so oder so toll“, sagt Monika Hartwig (77) und blickt sehnsüchtig auf die Prospektfotos. Die Hamburgerin ist rüstig und abenteuerlustig genug, an Bord noch einmal in die Ferne zu schweifen. Aber genau wie sie standen im Jahr 2022 insgesamt 3,2 Millionen deutsche Kreuzfahrtfans vor der Frage: hohe See oder breiter Fluss? Die Tatsache, dass sich die große Mehrheit für die weite Welt auf den Meeren entschied, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Flusskreuzfahrt immer beliebter wird (siehe Vor- und Nachteile im nebenstehenden Text).

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Der Kreuzfahrtboom in Zahlen

Im Jahr 2022 haben insgesamt 3,2 Millionen deutsche Kreuzfahrtpassagiere eine Schiffsreise unternommen, davon rund 2,5 Millionen eine Hochseekreuzfahrt und etwa 644 800 eine Flusskreuzfahrt.

Im Jahr 2022 unternahmen rund 20 Millionen Passagiere weltweit eine Kreuzfahrt. Damit näherte sich der globale Kreuzfahrtmarkt weiter dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie an. In den Jahren 2020 und 2021 kam es infolge der Pandemie zu einem historischen Einbruch der Passagierzahlen in der Kreuzfahrtbranche weltweit.

Rund 40 Prozent der weltweiten Kreuzfahrtschiffe wurden in naher Vergangenheit in der Karibik, den Bahamas oder im Überseegebiet Bermuda eingesetzt, damit ist das Gebiet das beliebteste Fahrtgebiet weltweit,

• Siehe immer aktuelle Informationen zu Kreuzfahrten ONLINE

Urlaub im schönen Frankenland!

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„Es muss nicht immer Küste sein“. Bald locken wieder Tagesausflüge an die See – es gibt  lohnende Alternativen!

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Am Plöner See (hier in Bosau) herrscht eventuell etwas mehr Ruhe. Und schön ist es allemal.

Großer Plöner See

Ort: Der Große Plöner See ist mit gut 28 Qua-dratkilometern der größte See in Schleswig- Holstein und der zehntgrößte See in Deutschland. Er erstreckt sich südwestlich der Stadt Plön, die an seinem Ufer liegt.

Freizeit: Schwimmen, Paddeln, Segeln, Tauchen und jede Menge Wassersport sind in vielen Orten am Großen Plöner See und den angrenzenden Gewässern möglich. Außerdem ist der Plöner See für seine vielen Camping-Möglichkeiten bekannt.

Anfahrt/Strecke von Hamburg aus: Über die  A1 oder A7 von Hamburg aus 80 bis 90 Kilometer. Regionalbahnen von HH-Hbf. mit Umstieg in Lübeck oder Kiel.

Infos im Internet: www.holsteinischeschweiz.de

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Die Radwege an der Müritz sind sehr weitläufig und haben wunderschöne Natur zu bieten.

Waren an der Müritz

Ort: Waren (Müritz) ist mit mehr als 21.000 Einwohnern eine Mittelstadt und ein Kurort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des Amtes Seenlandschaft Waren.

Möglichkeiten: Natur pur, viel Raum, Seenplatte ohne Ende und traumhafte Radwege. Eine wunderbare Gegend zum Abschalten.

Anfahrt/Strecke von Hamburg aus: Über die Autobahn 24 Richtung Berlin bis Dreieck Wittstock/Dosse, dann Richtung Rostock bis zur Abfahrt Waren. Rund 230 Kilometer.

Bahnverbindung: Zwei Umstiege in Bützow und Güstrow sind notwendig.

Infos im Internet: www.waren-mueritz.de

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Das Steinhuder Meer.

Steinhuder Meer

Ort: Das Steinhuder Meer in Niedersachsen ist mit einer Fläche von 29,1 Quadratkilometern der größte See Nordwestdeutschlands. Der Hauptort am See ist Steinhude, wo auch die Schiffe ablegen.

Möglichkeiten: Radfahren in unbegrenzter Natur, lange Zeit durch Naturschutzgebiete. Auf der einen Seite des Sees ist eine Infrastruktur mit Stränden, Restaurants und Herbergen errichtet worden. Also Strandfeeling mitten in Niedersachsen. Viele Fischrestaurants.

Anfahrt/Strecke von Hamburg aus: Rund 170 Kilometer zunächst A 7, dann ab Kreuz Hannover Richtung A 2, Richtung Dortmund, bis zur Abfahrt Wuns- torf/Steinhuder Meer. Eine Bahnverbindung gibt es nicht, aber vom Hauptbahnhof Hannover fahren in der Saison Shuttle-Busse zum Steinhuder Meer.

Infos im Internet: www.steinhuder-meer.de

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So sieht es im Hochsommer an der Nord- und Ostesseküste aus. Und so weit muss man an Wochenenden erst einmal kommen.

Zwischenahner Meer

Ort: Das Zwischenahner Meer ist ein See in der Gemeinde Bad Zwischenahn im Landkreis Ammerland in Niedersachsen. Seine Fläche beträgt nur 5,5 Quadratkilometer. Die Gegend ist für ihre traumhafte Natur mit sehr viel Raum berühmt. Bad Zwischenahn ist für heilsame Kuren bekannt.

Möglichkeiten: Segeln, Surfen, Stand-up-Paddling oder Schwimmen? Das Zwischenahner Meer bietet für Wassersportbegeisterte die idealen Voraussetzungen, auch eine Radrunde um das kleine Meer ist gut zu schaffen (rund elf Kilometer).

Anfahrt/Strecke von Hamburg aus: Rund 220 Kilometer. A1 Hamburg, Bremen, Dortmund bis Anschlussstelle Ahlhorner Heide, dort auf die A29 Richtung Wilhelmshaven/Emden/Leer. In Oldenburg auf die Autobahn A28 in Richtung Emden/Leer. Dann Ausfahrt Nummer 9 Neuenkruge oder Nummer 8 Zwischenahner Meer.

Bahnverbindung: Bad Zwischenahn ist Haltepunkt der Bahnstrecke Bremen-Norddeich Mole, sowohl für Intercity als auch für die Regionalbahn (Regionalexpress). HH-Hbf., dann Umstieg in Bremen.

Infos im Internet: www.bad-zwischenahn-touristik.de

 

Klaus Karkmann © SeMa

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Auf der Müritz fahren jede Menge alte Schiffe. Zentralpunkt ist Waren/Müritz.

Selten war die Sehnsucht so groß. Nicht nur die endlose Corona-Schleife, auch das trübe Wetter der vergangenen vier Monate lassen viele Norddeutsche vom unbeschwerten (Kurz)-Urlaub träumen. Der ist  hierzulande im Frühling/Sommer fast  zwangsweise mit Nord- und Ostsee sowie deren Stränden verbunden. Aber halt: Bei allem Verlangen nach dem kühlenden Nass sollten wir uns auch an die übervollen Autobahnen, die Blechlawinen auf den Parkplätzen von Scharbeutz, Haffkrug (Ostsee) sowie Büsum oder St. Peter-Ording (Nordsee) im Jahr 2021 erinnern, von dem Sylter Massenauflauf ganz zu schweigen. Stundenlange Langeweile im Stau, wegen Überfüllung gesperrte Parkplätze bis zu Polizei-Weisungen, bitte wieder umzudrehen, waren auch Teile der Never-Ending-Summer-Story. Das SeMa hat einige Vorschläge, wo es an den kommenden Wochenenden nicht ganz so voll, aber genauso erholsam sein könnte.
Klar, so ein richtiger Seebär ist man nur, wenn man mit Schippermütze über das Meer bis an den Horizont schauen kann. Aber so weit muss man erst einmal kommen. „Bei uns war im vergangenen Juli an einem Freitag in Bargteheide am Ende eines 40-Kilometer-Staus Schluss“, sagt die 64-jährige Heidi M. aus Hamburg-Jenfeld. Statt Strand und Sonnenöl hieß es für sie und ihren hoch genervten Ehemann auf der A 1 Umkehr und „Traumschiff“ oder „Bergdoktor“ im Wohnzimmer – also TV wie immer. Muss das sein? Nicht unbedingt. Wer auf das Maritime in Hochhkultur verzichten kann, hat Alternativen. Das SeMa hat da als Vorschläge den Großen  Plöner See, Waren an der Müritz, das Steinhuder Meer oder auch das Zwischenahner Meer im Blick. Alles von Hamburg aus in maximal rund zwei Stunden erreichbar, sehr attraktiv und vielleicht am Wochenende nicht ganz so voll. Man wird doch wohl hoffen dürfen.