{"id":31894204,"date":"2026-10-01T09:00:00","date_gmt":"2026-10-01T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/relaunch.sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/?p=31894204"},"modified":"2026-10-16T09:20:29","modified_gmt":"2026-10-16T07:20:29","slug":"mahlzeiten-sind-mehr-als-nahrungsaufnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/artikel\/mahlzeiten-sind-mehr-als-nahrungsaufnahme\/","title":{"rendered":"\u201eMahlzeiten sind mehr als Nahrungsaufnahme\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group container prose sema-artikel is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\" style=\"padding-top:2.5rem\">\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"885\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-mahlzeiten-1-885x1024.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Margit B\u00f6lts ist Professorin f\u00fcr Culinary Management an der IU Internationalen Hochschule. Sie besch\u00e4ftigt sich \u2026\" class=\"wp-image-31894163\" srcset=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-mahlzeiten-1-885x1024.jpg 885w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-mahlzeiten-1-259x300.jpg 259w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-mahlzeiten-1-768x888.jpg 768w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-mahlzeiten-1-1328x1536.jpg 1328w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-mahlzeiten-1.jpg 1729w\" sizes=\"auto, (max-width: 885px) 100vw, 885px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Prof. Dr. Margit B\u00f6lts ist Professorin f\u00fcr Culinary Management an der IU Internationalen Hochschule. Sie besch\u00e4ftigt sich seit knapp 30 Jahren mit Gemeinschaftsgastronomie \u2014 von der Kita bis zur Senioreneinrichtung. Weitere Informationen zu ihrer Arbeit finden Sie unter www.iu.de<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph sema-bildnachweis\">Fotos: Causalux-Fotografie<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Prof. Dr. Margit B\u00f6lts (IU Internationale Hochschule) \u00fcber gemeinsame Mahlzeiten als Schutz vor Einsamkeit im Alter.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr als jede dritte Person ab 65 Jahren lebt in Deutschland allein. Bei den \u00fcber 85-J\u00e4hrigen ist es mehr als die H\u00e4lfte.\u00b9 F\u00fcr viele ist der Essenslieferdienst der einzige Kontakt des Tages. Kein gemeinsames Essen, kein Gespr\u00e4ch \u00fcber den Tag. Dabei ist eine Mahlzeit mehr als Nahrungsaufnahme. Essen ist Gemeinschaft, indem es soziale Bindungen schafft und st\u00e4rkt, es verbindet in der Familie aber auch mit anderen sozialen Gruppen und tr\u00e4gt so zum psychischen Wohlbefinden bei. Was J\u00fcngeren selbstverst\u00e4ndlich scheint, f\u00e4llt im Alter f\u00fcr viele weg<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Forschungsergebnisse zeigen, wie wichtig soziale Kontakte im Alter sind. Austausch und Gemeinschaft k\u00f6nnen dazu beitragen, Erkrankungen wie Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen vorzubeugen. Einsamkeit dagegen beeintr\u00e4chtigt nachweislich die Gesundheit.\u00b2<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"margin-top:2rem;margin-bottom:0.75rem\">Gemeinsames Essen st\u00e4rkt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein offener Mittagstisch k\u00f6nnte doppelt helfen: Er wirkt sozialer Isolation und Ern\u00e4hrungsarmut entgegen \u2013 zwei Problemen, die im Alter h\u00e4ufig zusammenkommen. Rund 19,5 Prozent der Menschen \u00fcber 65 Jahren sind armutsgef\u00e4hrdet.\u00b3 F\u00fcr Frauen mit einer Gesamtrente von 800 oder 900 Euro. sind selbst vier oder f\u00fcnf Euro f\u00fcr ein Mittagessen oft nicht bezahlbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offene Mittagstische gibt es bei karitativen Einrichtungen, Senioreneinrichtungen oder der Tafel \u2013 fl\u00e4chendeckend aber leider nicht. In einigen St\u00e4dten, wie zum Beispiel Augsburg, D\u00fcsseldorf, Hamburg, bestehen gut organisierte Strukturen, in vielen l\u00e4ndlichen Regionen fehlen sie oder finden nur einmal pro Woche statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die unzureichende Datenlage: Wie viele Angebote bestehen, wen sie erreichen und wie sie finanziert werden, ist kaum bekannt. Wenn \u00fcber \u00e4ltere Menschen geforscht wird, geht es meist um Krankheiten \u2013 nicht darum, wie und mit wem gegessen wird. Dabei m\u00fcsste Pr\u00e4vention vor Alterseinsamkeit viel ganzheitlicher und fr\u00fcher ansetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"margin-top:2rem;margin-bottom:0.75rem\">Was wir tun k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offene Mittagstische d\u00fcrfen deshalb nicht allein vom Einsatz Einzelner abh\u00e4ngen. N\u00f6tig sind verl\u00e4ssliche, gut erreichbare und bezahlbare Angebote. Kommunen sollten sichtbar machen, wo Mittagstische, Seniorencaf\u00e9s und Treffpunkte bestehen \u2013 und daf\u00fcr sorgen, dass Informationen \u00fcber Pflegedienste, Arztpraxen, Apotheken und Beratungsstellen ankommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinschaftliches Essen sollte als Teil der Daseinsvorsorge verstanden werden. Solange fehlende Strukturen aber nicht belegbar sind, bleibt der Weg zur Ver\u00e4nderung lang \u2013 doch die Wissenschaft arbeitet bereits daran. Aktuell bedeutet das nach wie vor: Wenn Kommunen, soziale Einrichtungen und engagierte Personen zusammenarbeiten, wird aus einer Mahlzeit mehr als praktische Hilfe: n\u00e4mlich ein St\u00fcck Gemeinschaft. Was vielerorts bereits funktioniert, verdankt sich dem Einsatz engagierter Menschen in Vereinen, karitativen Einrichtungen und Kirchengemeinden \u2013 ein Engagement, das h\u00f6chsten Respekt verdient und das es zu st\u00fctzen gilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Quellenangaben: 1 Statistisches Bundesamt (2026). 17,3 Millionen Menschen in Deutschland leben allein. Pressemitteilung Nr. N041 vom 24. Juni 2026; 2 Z.B.: Nakou, A., Dragioti, E., Bastas, N.-S., Zagorianakou, N., Kakaidi, V., Tsartsalis, D., Mantzoukas, S., Tatsis, F., Veronese, N., Solmi, M., &amp; Gouva, M. (2025). Loneliness, social isolation, and living alone: a comprehensive systematic review, meta-analysis, and meta-regression of mortality risks in older adults. Aging Clinical and Experimental Research (2025) 37:29; https:\/\/doi.org\/10.1007\/s40520-024-02925-1, Hajek, A., Volkmar, A., &amp; K\u00f6nig, H.-H. (2025). Prevalence and correlates of loneliness and social isolation in the oldest old: a systematic review, meta-analysis and meta-regression. Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology (2025) 60:993\u20131015; https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00127-023-02602-0, Chawla, K., Kunonga, T. P., Stow, D., Barker, R., Craig, D., &amp; Hanratty B. (2021) Prevalence of loneliness amongst older people in high-income countries: A systematic review and meta-analysis. PLoS ONE 16(7): e0255088. https:\/\/doi.org\/10.1371\/journal.pone.0255088 3 Statistisches Bundesamt (Hrsg.). (2026). Armutsgef\u00e4hrdung (monet\u00e4re Armut) nach soziodemografischen Merkmalen. https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen\/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung\/Tabellen\/armutsgef-sozdem-zvgl.html#fussnote-1-1369560<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph sema-autor\">Text: Prof. Dr. Margit B\u00f6lts<\/p>\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fotos: Causalux-Fotografie Prof. Dr. Margit B\u00f6lts (IU Internationale Hochschule) \u00fcber gemeinsame Mahlzeiten als Schutz vor Einsamkeit im Alter. Mehr als jede dritte Person ab 65 Jahren lebt in Deutschland allein. Bei den \u00fcber 85-J\u00e4hrigen ist es mehr als die H\u00e4lfte.\u00b9 F\u00fcr viele ist der Essenslieferdienst der einzige Kontakt des Tages. Kein gemeinsames Essen, kein Gespr\u00e4ch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":31894163,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[22],"class_list":["post-31894204","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-das-bewegt-mich","tag-gesundheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31894204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31894204"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31894204\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31894205,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31894204\/revisions\/31894205"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31894163"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31894204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31894204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31894204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}