{"id":31894196,"date":"2026-10-01T09:00:00","date_gmt":"2026-10-01T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/relaunch.sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/?p=31894196"},"modified":"2026-10-16T09:20:29","modified_gmt":"2026-10-16T07:20:29","slug":"das-alter-ist-eine-der-besten-lebensphasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/artikel\/das-alter-ist-eine-der-besten-lebensphasen\/","title":{"rendered":"\u201eDas Alter ist eine der besten Lebensphasen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group container prose sema-artikel is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\" style=\"padding-top:2.5rem\">\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"712\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-1-712x1024.jpg\" alt=\"\u201eDas Alter ist eine der besten Lebensphasen\u201c\" class=\"wp-image-31894152\" srcset=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-1-712x1024.jpg 712w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-1-209x300.jpg 209w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-1-768x1104.jpg 768w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-1-1068x1536.jpg 1068w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-1.jpg 1391w\" sizes=\"auto, (max-width: 712px) 100vw, 712px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mehr als 40 B\u00fccher hat J\u00fcrgen Brater bereits geschrieben \u2013 \u00fcber den menschlichen K\u00f6rper, das \u00c4lterwerden und die kleinen Absurdit\u00e4ten des Lebens. In seinem neuen Roman \u201eAlleinsein ist ein Elend, Gesellschaft manchmal auch\u201c nimmt der 78-J\u00e4hrige den Optimierungswahn im Alter mit viel Humor aufs Korn. Im Interview spricht er \u00fcber Gelassenheit, die guten Seiten des \u00c4lterwerdens und dar\u00fcber, warum sich im Leben nicht alles planen l\u00e4sst.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Herr Brater, wer sind Sie, was machen Sie und wie sind Sie zu dem geworden, der Sie heute sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe Medizin und Zahnmedizin studiert. Anschlie\u00dfend habe ich mich als Zahnarzt niedergelassen und 25 Jahre lang eine eigene Praxis gef\u00fchrt. Irgendwann habe ich allerdings gemerkt, dass mir die Arbeit nicht mehr die Freude bereitet wie fr\u00fcher. Also habe ich die Praxis verkauft und mich dem Schreiben gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben meiner T\u00e4tigkeit als Zahnarzt hatte ich an einer Berufsschule unterrichtet. Aus dieser Arbeit heraus entstand die Idee f\u00fcr mein erstes Buch. Sp\u00e4ter folgte das \u201eLexikon der r\u00e4tselhaften K\u00f6rpervorg\u00e4nge\u201c, das sehr erfolgreich wurde, danach weitere popul\u00e4rwissenschaftliche B\u00fccher \u00fcber medizinische Themen. Irgendwann kam dann das Alter als Thema hinzu. \u201ePfeif drauf \u2013 morgen hast du\u2019s eh vergessen!\u201c war ebenfalls sehr erfolgreich. Mit 78 Jahren kenne ich mich mit dem \u00c4lterwerden nat\u00fcrlich auch aus eigener Erfahrung ganz gut aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was hat sich f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich mit dem \u00c4lterwerden am st\u00e4rksten ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gro\u00dfer Vorteil ist die Zeit. Fr\u00fcher war ich in der Praxis h\u00e4ufig in Zeitnot, ein Patient kam nach dem anderen. Heute kann ich vieles ruhiger angehen. Dazu kommt eine zunehmende Gelassenheit. Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, hat man schlie\u00dflich schon einiges erlebt und \u00fcberstanden. Man wei\u00df: Irgendwie wird es schon weitergehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich gibt es auch Nachteile. Die k\u00f6rperlichen F\u00e4higkeiten lassen nach. Wenn ich beispielsweise im Garten arbeite, bin ich schneller ersch\u00f6pft als fr\u00fcher. Aber dann l\u00e4sst man sich f\u00fcr bestimmte Dinge eben etwas mehr Zeit. Auch das Ged\u00e4chtnis wird nicht unbedingt besser. Insgesamt finde ich: Wenn man nicht schwer krank ist oder unter gro\u00dfen Einschr\u00e4nkungen leidet, kann das Alter eine der besten Lebensphasen \u00fcberhaupt sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Titel Ihres Buches lautet wunderbar widerspr\u00fcchlich: \u201eAlleinsein ist ein Elend, Gesellschaft manchmal auch\u201c. Ist das ein Thema, das Sie im Alltag viel umtreibt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Buch ist Walter ein etwas vertrottelter \u00e4lterer Mann, der von seiner Umgebung dazu gebracht werden soll, wieder aktiver zu werden und mehr zu unternehmen. Ich selbst bin da durchaus anders. Aber nat\u00fcrlich beobachte ich auch, dass soziale Kontakte im Alter zwangsl\u00e4ufig weniger werden k\u00f6nnen. Menschen aus dem eigenen Umfeld sterben, andere haben nicht mehr so gro\u00dfe Lust, etwas zu unternehmen, und man selbst wird vielleicht ebenfalls etwas tr\u00e4ger. Die gro\u00dfen Feste und Unternehmungen wie fr\u00fcher gibt es dann seltener. Das ist aber nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches, sondern es geht vielen Menschen so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Abgesehen von dem interessanten und am\u00fcsanten Titel: Worum geht es in Ihrem Buch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundidee habe ich gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Verlags entwickelt. Er fragte mich irgendwann, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, \u00fcber dieses Thema zu schreiben. Daraus entstand Walter: ein etwas t\u00fcdeliger \u00e4lterer Mann, dessen Tochter m\u00f6chte, dass er wieder st\u00e4rker am Leben teilnimmt. Daraufhin probiert Walter alle m\u00f6glichen Aktivit\u00e4ten aus. Vieles davon wird im Buch bewusst ein bisschen ironisch betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Haben Sie den Eindruck, dass heute auch \u00e4ltere Menschen unter einem gewissen Optimierungsdruck stehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist sicherlich sehr unterschiedlich. Es gibt \u00e4ltere Menschen, die von sich aus ausgesprochen aktiv sind. Ich selbst wandere zum Beispiel, arbeite im Garten und schreibe meine B\u00fccher. Deshalb w\u00fcrde ich nicht pauschal sagen, dass alle \u00e4lteren Menschen unter einem solchen Druck stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wenn man Fernsehen schaut oder Zeitungen liest, bekommt man nat\u00fcrlich st\u00e4ndig Ratschl\u00e4ge: Das sollte man unbedingt machen, jenes ist besonders gesund, und wenn man dieses oder jenes beachtet, lebt man angeblich besser. Genau damit besch\u00e4ftige ich mich auch ironisch in einem der n\u00e4chsten B\u00fccher: Ein Ehepaar wird krank, anschlie\u00dfend wieder gesund und versucht danach, m\u00f6glichst s\u00e4mtliche, sich teilweise auch widersprechende Gesundheitsempfehlungen umzusetzen. Das kann schnell ziemlich absurd werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie l\u00e4uft das \u00fcberhaupt mit dem Schreiben? Viele Menschen haben ja den Traum, einmal ein eigenes Buch zu schreiben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst einmal steckt sehr viel mehr Arbeit in einem Buch, als die meisten Menschen wahrscheinlich glauben. Ich habe inzwischen den Vorteil, dass ich schon mit vielen Verlagen zusammengearbeitet habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer noch keinen Verlag hat, muss zun\u00e4chst mit einer guten Idee \u00fcberzeugen. H\u00e4ufig schickt man ein Konzept und beispielsweise 50 Seiten als Leseprobe. Und dann braucht man neben Qualit\u00e4t auch ein bisschen Gl\u00fcck. In den Verlagen kommen jeden Tag neue Vorschl\u00e4ge an. Vielleicht hat ein Lektor gerade viel zu tun, vielleicht sucht der Verlag im Moment ein ganz anderes Thema. Oder die Idee passt zuf\u00e4llig genau in die Planung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Literaturgeschichte ist voll von sp\u00e4ter sehr erfolgreichen B\u00fcchern, die zun\u00e4chst von Verlagen abgelehnt wurden. Man muss hartn\u00e4ckig bleiben und darf nicht gleich aufgeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was w\u00fcnschen Sie sich, was der Leser nach der letzten Seite Ihres Buches denkt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht vor allem, dass das \u00c4lterwerden gar nicht so schlecht ist. Und dass dieses krampfhafte Bem\u00fchen, sich selbst und sein Leben immer weiter zu optimieren, die Dinge nicht automatisch besser macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Walter erlebt das im Buch selbst. Seine neue Liebe findet er nicht beim Dating und auch nicht durch irgendeine ausgekl\u00fcgelte Strategie, sondern ganz zuf\u00e4llig an der Supermarktkasse. Das gef\u00e4llt mir als Gedanke sehr gut: Man kann sich um vieles bem\u00fchen und offen f\u00fcr Neues bleiben. Aber man kann im Leben eben nicht alles planen und schon gar nicht alles erzwingen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Buchtipp<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large sema-klein\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"659\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-2-659x1024.jpg\" alt=\"\u201eDas Alter ist eine der besten Lebensphasen\u201c\" class=\"wp-image-31894153\" srcset=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-2-659x1024.jpg 659w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-2-193x300.jpg 193w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-2-768x1193.jpg 768w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-2-988x1536.jpg 988w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-oktober-2026-brater-2.jpg 1287w\" sizes=\"auto, (max-width: 659px) 100vw, 659px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00fcrgen Brater: \u201eAlleinsein ist ein Elend \u2013 Gesellschaft manchmal auch Ein Witwer wagt den Neuanfang\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Walter, Mitte 70, m\u00f6chte seinen Lebensabend eigentlich in aller Ruhe genie\u00dfen. Doch seine Familie bef\u00fcrchtet, dass er vereinsamt \u2013 und schickt ihn auf die Suche nach neuen Aktivit\u00e4ten und neuem Gl\u00fcck. Ein humorvoller Roman \u00fcber das \u00c4lterwerden, Einsamkeit, Neuanf\u00e4nge und die Erkenntnis, dass sich das Leben nicht immer planen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yes Publishing | 160 Seiten | Softcover | 15 Euro ISBN: 978-3-96905-463-5 Erscheinungstermin: 22. September 2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph sema-autor\">Text: Jan Philipp Platenius<\/p>\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 40 B\u00fccher hat J\u00fcrgen Brater bereits geschrieben \u2013 \u00fcber den menschlichen K\u00f6rper, das \u00c4lterwerden und die kleinen Absurdit\u00e4ten des Lebens. In seinem neuen Roman \u201eAlleinsein ist ein Elend, Gesellschaft manchmal auch\u201c nimmt der 78-J\u00e4hrige den Optimierungswahn im Alter mit viel Humor aufs Korn. 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