{"id":31894184,"date":"2026-08-01T09:00:00","date_gmt":"2026-08-01T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/relaunch.sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/?p=31894184"},"modified":"2026-10-16T09:20:29","modified_gmt":"2026-10-16T07:20:29","slug":"ich-bin-doch-nicht-dement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/artikel\/ich-bin-doch-nicht-dement\/","title":{"rendered":"Ich bin doch nicht dement!"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group container prose sema-artikel is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\" style=\"padding-top:2.5rem\">\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"650\" src=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-1-1024x650.jpg\" alt=\"Ich bin doch nicht dement!\" class=\"wp-image-31894123\" srcset=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-1-1024x650.jpg 1024w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-1-300x191.jpg 300w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-1-768x488.jpg 768w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-1-1536x975.jpg 1536w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-1.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph sema-bildnachweis\">Fotos: Freepik<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen sind eine sensible Angelegenheit. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt das lange vorherrschende Stigma, man k\u00f6nne sowieso nichts gegen demenzielle Ver\u00e4nderungen tun, und es sei eben normal, dass die Menschen im h\u00f6heren Lebensalter vergesslich werden. Selbst in meinem Medizinstudium war das noch die weit verbreitete Meinung, die so auch mehr oder weniger von den Professorinnen und Professoren an uns weitervermittelt wurde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen ist man da zum Gl\u00fcck weiter. Auch wenn bis heute keine Heilung existiert, gibt es doch wirksame Therapien gegen Demenz und ihr Fr\u00fchstadium, die sogenannte leichte kognitive St\u00f6rung \u2013 sowohl medikament\u00f6s als auch nicht medikament\u00f6s: Neuste Antik\u00f6rper k\u00f6nnen den Verlauf der Erkrankung in fr\u00fchen Stadien nachweislich verlangsamen, digitale Applikationen f\u00fcr das Smartphone oder Tablet k\u00f6nnen Alltagstauglichkeit und Erinnerungsverm\u00f6gen verbessern, und es stehen pers\u00f6nliche sowie telefonische Beratungsangebote f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige zu allen Lebensbereichen rund ums Thema Demenz zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem bleibt das Thema in vielen Familien schambehaftet. Dabei ist die Tatsache, sich f\u00fcr eine neurodegenerative Erkrankung zu sch\u00e4men, absurd! Seit Alois Alzheimer im Jahr 1906 erstmals die Eiwei\u00dfablagerungen im Gehirn seiner Patientin Auguste Deter beschrieb, die heute als charakteristische Zeichen der Alzheimer-Krankheit gelten, ist klar: Es handelt sich bei neurodegenerativen Erkrankungen um Krankheiten mit einem eindeutigen organischen Ursprung, genau wie ein Diabetes mellitus (umgangssprachlich Zuckerkrankheit) oder die Arteriosklerose, auch Gef\u00e4\u00dfverkalkung genannt, die f\u00fcr die meisten Herzinfarkte und Schlaganf\u00e4lle verantwortlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen kennen wir neben der Alzheimer-Demenz noch diverse weitere Demenzformen, alle mit unterschiedlichen Entstehungsmechanismen. Der Begriff Demenz bezeichnet dabei eigentlich nur das gemeinsame Endstadium einer kognitiven Beeintr\u00e4chtigung, die die Selbstst\u00e4ndigkeit der Betroffenen fundamental einschr\u00e4nkt, unabh\u00e4ngig von der urs\u00e4chlichen Erkrankung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich bei Demenz also nicht mehr um ein vages Ph\u00e4nomen, dem Betroffene und Angeh\u00f6rige schutzlos ausgeliefert sind. Vielmehr sind demenzielle Erkrankungen gut diagnostizierbar und behandelbar. Genauso, wie es selbstverst\u00e4ndlich ist, bei einer Herzinsuffizienz den Kardiologen aufzusuchen, so sollte es auch selbstverst\u00e4ndlich sein, sich bei ersten Anzeichen einer kognitiven Einschr\u00e4nkung an den Neurologen oder den Hausarzt zu wenden und mit einer geeigneten Therapie zu beginnen. Die H\u00fcrden daf\u00fcr sind geringer denn je: Betroffene k\u00f6nnen medizinisch gepr\u00fcfte Versorgungsangebote wie memodio einer \u00e4rztlichen Verordnung ganz einfach zu Hause auf ihrem Smartphone oder Tablet nutzen und somit jeden Tag aktiv zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs beitragen. Besonders wichtig dabei sind Akzeptanz und Anerkennung \u2013 und die Bereitschaft, Hilfe nicht erst dann in Anspruch zu nehmen, wenn sie unvermeidlich wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large sema-klein\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"995\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-2-995x1024.jpg\" alt=\"Dr. Doron Benjamin Stein, Demenzexperte und Gr\u00fcnder von memodio.\" class=\"wp-image-31894124\" srcset=\"https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-2-995x1024.jpg 995w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-2-292x300.jpg 292w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-2-768x790.jpg 768w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-2-1493x1536.jpg 1493w, https:\/\/sema-seniorenmagazin.de\/onlinemagazin\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/sema-august-2026-dement-2.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 995px) 100vw, 995px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Doron Benjamin Stein, Demenzexperte und Gr\u00fcnder von memodio.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine positive Entwicklung zu diesem Thema l\u00e4sst sich \u00fcbrigens momentan im Bereich der psychischen Gesundheit beobachten. Dort haben wir es als Gesellschaft bereits geschafft, Vorurteile gr\u00f6\u00dftenteils abzuwerfen und den Gang zum Psychologen als etwas Selbstverst\u00e4ndliches anzusehen. Mein Wunsch w\u00e4re, dass wir diesen Punkt auch beim Thema Demenz erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph sema-autor\">Text: Dr. Doron Benjamin Stein<\/p>\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fotos: Freepik Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen sind eine sensible Angelegenheit. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt das lange vorherrschende Stigma, man k\u00f6nne sowieso nichts gegen demenzielle Ver\u00e4nderungen tun, und es sei eben normal, dass die Menschen im h\u00f6heren Lebensalter vergesslich werden. 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