Über Pläne reden wir immer gerne. Dagegen weisen wir alles, was mit Medizin und Vorsorge zu tun hat, eher von uns. Dabei ist eine Frage wichtig, je älter wir werden: Wer kümmert sich um unsere Angelegenheiten, wenn wir es nicht können? Vorübergehend oder langfristig. Je älter wir werden, desto öfter passiert es, das andere für uns entscheiden. Welche Untersuchungen sind wichtig? Was können Sie für Ihre Gesundheit tun? Welche Vorsorge steht an? Erfahren Sie hier alles zum Thema Gesundheit & Vorsorge.
Uhrzeiten darstellen oder Schritte erfassen. Das sind nur zwei Dinge, die Smartwatches erfüllen. Moderne Geräte lassen sich auch medizinisch einsetzen, wie eine aktuelle Studie der Universitätskliniken Greifswald und Basel demonstriert.
Deutsch-schweizerische Forschung
Im Handel erhältliche Smartwatches können auf dieses Vorhofflimmern rechtzeitig aufmerksam machen, da die Geräte die Hinweise unseres Körpers richtig erkennen können. Das ist das Ergebnis, zu dem eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Herz- Kreislauf-Forschung, kurz DZHK, an der Universitätsmedizin Greifswald und Wissenschaftlern des Universitätsspitals Basel gekommen ist. Unter dem Namen „SmartWATCHes for Detection of Atrial Fibrillation“ publiziert, kurz WATCHAF-Studie genannt, kommt das Forschungsprojekt zu dem Ergebnis, dass elektronische Armbanduhren nun auch dafür eingesetzt werden können, Patienten mit Herzrhythmusstörungen bequem und regelmäßig zu überwachen. Daraus ergeben sich für den Betroffenen zwei wichtige Aspekte: Zum einen kann das Vorhofflimmern früher als bisher entdeckt werden, und zum anderen lässt sich dadurch das Risiko für einen Schlaganfall deutlich reduzieren.
Über 90 Prozent frühere Diagnose
Wie genau lief die Studie ab, die zu diesem erfreulichen Ergebnis gekommen ist? Im Grunde genommen sehr einfach, denn die beteiligten Wissenschaftler arbeiteten mit der sogenannten PPG-Pulswellenanalyse. Dabei handelt es sich um eine Technik zur mobilen EKG-Aufzeichnung. An der Studie beteiligt waren insgesamt 650 Patienten, brauchbar ausgewertet werden konnten jedoch nur die Ergebnisse von rund 500 Patienten, da bei den übrigen Teilnehmern die Daten bzw. Signale zu schwach waren. Die EKGs wurden dabei von Ärzten begutachtet, die vor der Studie zu Patienten bzw. Teilnehmern keinen Kontakt hatten und keine weiteren Informationen erhielten. Das Ergebnis: Durch die PPG-Analyse konnte das Vorhandensein eines Vorhofflimmerns bei 237 Patienten mit einer Genauigkeit von rund 96 Prozent ermittelt werden.
Kleine Uhr mit großer Wirkung
Mit der aktuell vorliegenden Studie konnten Untersuchungen bestätigt werden, die bereits in den vergangenen Jahren in den USA ermittelt wurden. Dazu gehört die in San Francisco im Jahr 2018 herausgebrachte JAMA Cardiology-Studie, nach der per Photoplethysmograph, also elektronischer Armbanduhr („Wearable“ oder „Smartwatch“) ermittelte Daten so eingesetzt werden können, dass sie die Herzfrequenz bestimmen. Die Gefahr eines Vorhofflimmerns kann so frühzeitig erkannt und gemindert werden. Dafür muss der betroffene Patient kein großes, schweres Gerät mit sich tragen, sondern kann mit der Smartwatch am Arm bequem überall unterwegs sein. Die spezielle Armbanduhr besteht aus einer LED und einer Fotodiode, die beide so klein sind, dass sie auf der Rückseite einer Smartwatch Platz haben. Über die LED werden mehrere Hundert Male pro Sekunde kleine Lichtblitze ausgesendet, die von der Fotodiode in Form von reflektiertem Licht gemessen werden. Die Lichtmenge verändert sich mit dem Herzschlag, da nach jeder Systole die Durchblutung zunimmt. Das wird auch über die Hautfarbe sichtbar. Daraus kann die in der Smartwatch eingebaute Software dann die Herzfrequenz ihres Benutzers berechnen und so auf die Gefahr eines möglichen Vorhofflimmerns aufmerksam machen.
Erkrankung mit hohem Schlaganfallrisiko
Für diesen sinnvollen Einsatz einer Smartwatch gibt es aus medizinischer Sicht einen besonders guten Grund: Menschen, die von Vorhofflimmern betroffen sind, leiden an der häufigsten Form einer Herzrhythmusstörung. Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell von ihr betroffen. Tendenz steigend, denn Experten gehen davon aus, dass die Störung in den nächsten 40 Jahren bei über 55-Jährigen sogar doppelt so häufig wie aktuell auftreten wird. Das Gefährliche daran ist die Tatsache, dass das Risiko für einen Schlaganfall ansteigt, wenn das Herz flimmert und damit aus dem Takt gerät. Betroffene werden mit Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmern) behandelt, die das Flimmern um bis zu 70 Prozent reduzieren können. Allerdings wird es eben dadurch auch gar nicht erst erkannt und kann so viel häufiger einen Schlaganfall auslösen.
Hinweise auf Vorhofflimmern
Die Symptome von Vorhofflimmern sind oft unspezifisch, oder es treten bei vielen Betroffenen auch gar keine Beschwerden auf. Während manche Patienten erklären, dass sich ihre Beschwerden als ein starkes Herzrasen beziehungsweise Herzstolpern gezeigt haben, klagen andere Patienten über die folgenden Symptome: Antriebslosigkeit, Atemnot, Brustschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust, Erschöpfung, innere Unruhe, Schwindel, Schwitzen, Schlafstörungen. Außerdem wird das Vorhofflimmern gerade bei älteren Menschen oftmals durch Herzschwäche, Bluthochdruck oder einen vorausgegangenen Schlaganfall begleitet, wobei Menschen, die rauchen oder an Fettleibigkeit leiden, genauso übermäßig gefährdet sind wie Personen mit überhöhtem Alkoholkonsum, viel Stress, Diabetes, Lungen- oder Nierenerkrankungen.
Positive Effekte der Smartwatch
Mit der aktuellen Studie ist Professor Marcus Dörr von der Universitätsmedizin Greifswald und seinen Schweizer Kollegen vom Universitätsspital Basel ein wichtiger Schritt gelungen. Prof. Dörr weist aber auch darauf hin, dass der Einsatz der Smartwatch durchaus noch Verbesserungen mit sich bringt, da die Ergebnisse unter anderem durch Bewegungen verfälscht werden können. Das ist vor allem während der Nacht der Fall. „Eine mögliche Lösung könnte sein, neben der Verbesserung des Algorithmus, den Herzrhythmus nachts mehrfach automatisiert aufzuzeichnen, wenn man sich weniger bewegt“, so DZHK-Wissenschaftler Dörr. Er betont positiv aber auch, dass bereits eine wiederholte einminütige Aufzeichnung ausreicht, um Herzrhythmusstörungen zuverlässig und rechtzeitig zu entdecken.
Alexandra Petersen © SeMa
Wie hoch ist mein Blutdruck? Wie viele Schritte habe ich heute zurückgelegt? Immer mehr Menschen legen sich eine Smartwatch zu, um mit dieser zeitgemäßen Form der Digitaluhr ihre Vital- und Fitnessdaten zu ermitteln. Auf diese Art können sie ihre Gesundheit besser im Blick behalten und, falls die Werte nicht im grünen Bereich liegen, reagieren. Noch sinnvoller ist der Einsatz so einer Smartwatch jedoch für diejenigen, die an solchen gesundheitlichen Problemen leiden, die für deren Organismus gefährlich sein können. Das betrifft vor allem alle Herz- und Kreislauferkrankungen wie insbesondere das sogenannte Vorhof-flimmern.
Mit der richtigen Ernährung den Bluthochdruck erfolgreich senken. Der Blutdruck ändert sich im Laufe eines Tages mehrmals. Er sinkt nachts, wenn wir schlafen, und steigt, wenn wir morgens aufstehen. Auch bei Anstrengung, Angst oder Aufregung schießt er in die Höhe, doch sobald wir uns entspannen, fällt der Druck buchstäblich wieder von uns ab. Schwankungen sind also völlig normal. Gefährlich wird es erst, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist, weil dann das Herz ständig mit erhöhter Anstrengung schlagen muss. Ohne rechtzeitiges Eingreifen kann das gefährliche Folgen haben.
Ist der Bluthochdruck erst einmal erkannt, lässt sich die Erkrankung so gut behandeln wie kaum eine andere Volkskrankheit. Das Gute daran: Unter Umständen brauchen Sie gar keine Medikamente – Ihre Lebensweise ist ausschlaggebend dafür, wie gut es Ihnen geht! Mit der richtigen Ernährung können Sie viel erreichen und müssen dabei nicht auf Genuss verzichten.
Text und Fotos © Quelle Fachbuch „Good by Bluthochdruck“
Zutaten:
• 60 g Bulgur
• 150 ml frischer Orangensaft
• 2 EL Olivenöl
• gemahlener Zimt
• 50 g Haselnusskerne
• 1 kleiner Granatapfel
• 160 g Naturjoghurt (1,5% Fett)
• 4 Feigen
• 1 kleine Melone (z.B. Honigmelone)
• 4 Datteln
• 2 EL Sultaninen
Zubereitung:
Den Bulgur in eine Schüssel geben. Den Orangensaft erhitzen, zusammen mit dem Olivenöl sowie etwas Zimt zum Bulgur hinzufügen, unterrühren und 3 Stunden quellen lassen.
Den Backofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen, die Haselnüsse darauf verteilen und im Ofen etwa 3Min. leicht rösten, herausnehmen und abkühlen lassen. Grob hacken. Den Granatapfel aufbrechen und die Kerne herauslösen. Den Joghurt mit etwas Zimt glatt rühren. Die Feigen waschen, trocknen und in Stücke schneiden. Die Melone vierteln und entkernen, das Fruchtfleisch von der Schale abtrennen und in etwa 2cm große Würfel schneiden. Die Datteln entsteinen und in Streifen schneiden. Die Feigen-, Melonen- und Dattelstücke mit Sultaninen und Haselnüssen unter den Bulgur mischen.
Den Salat auf Tellern anrichten und jeweils ein Viertel der Joghurtcreme darauf verteilen. Den fruchtigen Bulgursalat mit den Granatapfelkernen bestreuen und servieren.
Zutaten:
• 350 g Süßkartoffeln
• 3 EL Olivenöl
• 1 kl. Prise Salz
• Pfeffer aus der Mühle
• 150 g Kirschtomaten
• 1 Handvoll Rucola
• je 1 gelbe und orangefarbene Paprikaschote
• 2 bis 3 EL Weißweinessig
• etwa 80 g Sesamsamen
Zubereitung:
Die Süßkartoffeln schälen, waschen, mundgerecht würfeln und in einen Dämpfeinsatz legen. Mit 1EL Öl beträufeln, sehr leicht salzen, pfeffern und zugedeckt in etwa 20 Min. gar dämpfen.
In der Zwischenzeit die Kirschtomaten waschen, putzen und halbieren. Den Rucola waschen, putzen, trocken schleudern und nach Bedarf kleiner zupfen. Die Paprika waschen, halbieren, putzen und klein würfeln. In einer Schüssel das restliche Öl (2 EL) mit dem Essig und etwas Pfeffer verrühren. Die vorbereiteten Salatzutaten unter das Dressing mengen und auf kleine Schälchen verteilen.
Die fertig gegarten Süßkartoffelwürfel aus dem Dämpfeinsatz nehmen, im Sesam wälzen und auf dem Salat anrichten.
Zutaten:
• 1 l salzarme Gemüsebrühe
• 100 g Langkornreis
• 3 unbehandelte Zitronen
• 3 Eigelb
• 1 kl. Prise Salz
• Pfeffer aus der Mühle
• 1 Msp. gemahlener Piment
• 4 EL Kresse
Zubereitung:
In einem Topf die Brühe aufkochen, den Reis hineingeben und bei niedriger Temperatur etwa 25Min. weich kochen.
Die Zitronen heiß waschen und trocknen, die Zesten abziehen und fein hacken; ein wenig davon zum Garnieren beiseitelegen. Zwei Zitronen halbieren, auspressen und den Saft in einer Schüssel mit dem Eigelb verquirlen. Von der heißen Suppe etwa 200ml abnehmen und in dünnem Strahl unter die Eimasse rühren. Die Mischung langsam zurück in den Suppentopf geben, dabei gut umrühren und die Suppe nicht mehr kochen lassen, damit das Eigelb nicht gerinnt. Die Zitronenzesten dazugeben. Die Suppe mit wenig Salz, Pfeffer und Piment abschmecken.
Die verbliebene Zitrone in Scheiben schneiden und halbieren. Die Suppe in Schalen füllen und mit den beiseitegelegten Zitronenzesten und der Kresse bestreuen. Mit den Zitronenscheiben garnieren, mit Pfeffer übermahlen und servieren.
Zutaten:
• 500 g fest kochende Kartoffeln
• 1 Knoblauchzehe
• 1 Stk. fr. Ingwer (2-3 cm)
• ½ rote Chilischote
• 1 EL Erdnussöl
• 2 EL grüne Currypaste
• 500 ml salzarme Gemüsebrühe
• 400 ml Kokosmilch
• 2 EL salzarme Sojasauce
• 400 g Thai-Auberginen
• 150 g Zuckerschoten
• 1-2 TL frischer Limettensaft
• 2 EL grob gehacktes Koriandergrün
Zubereitung:
Die Kartoffeln schälen, waschen und klein würfeln. Den Knoblauch und den Ingwer schälen und fein hacken. Die Chilischote waschen, putzen und ebenfalls fein hacken. In einem Wok die Chiliwürfel zusammen mit dem Knoblauch und dem Ingwer im heißen Öl 1-2Minuten anschwitzen. Die Currypaste hinzufügen, kurz mitschwitzen, dann mit der Gemüsebrühe und der Kokosmilch ablöschen. Die Kartoffeln und die Sojasauce dazugeben und etwa 10Minuten leise köcheln lassen.
Inzwischen die Auberginen waschen, putzen und in Spalten schneiden. Zum Curry geben und weitere 5Min. garen. Die Zuckerschoten waschen, putzen und halbieren. Unter das Curry mischen und 1-2Min. weitergaren. Das Curry mit Limettensaft abschmecken und auf Suppenteller verteilen. Mit Koriandergrün garniert servieren.
Warum Schlafmittel nicht dauerhaft eingenommen werden sollten.
Die Umstellung von der Sommer- zur Winterzeit erzeugt bei vielen Menschen nicht nur Wehmut, weil die langen Tage nun vorerst vorbei sind, sondern führt in einigen Fällen auch zu Schlaflosigkeit. Jeder kennt das bleierne Gefühl, mit dem der nächste Tag gemeistert werden muss. Ein oder zwei unruhige oder schlaflose Nächte stellen für die meisten Menschen in der Regel kein Problem dar. Treten die Schlafstörungen allerdings länger auf, greifen viele gern zu Schlafmitteln, und das kann gefährlich werden, erklärt die Apothekerkammer Hamburg.
Problematisch ist die Einnahme von Arzneimitteln gegen Schlafstörungen vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum erfolgt. Betroffene haben dann oft Probleme, konzentriert zu arbeiten oder am Straßenverkehr teilzunehmen. Denn der mit Schlafmitteln erzeugte Schlaf ist nicht mit der natürlichen Nachtruhe vergleichbar. Während ein natürlicher Schlaf den Körper erholt, fühlen sich Betroffene durch den medikamentös herbeigeführten Schlaf häufig weniger ausgeruht und leistungsfähig.
Viele Präparate haben eine lange Wirkdauer, was dazu führt, dass Patienten am nächsten Tag müde und schwerfällig auf ihre Umgebung reagieren, das Reaktionsvermögen ist deutlich eingeschränkt. Dies gilt insbesondere dann, wenn auch noch Alkohol mit im Spiel ist.
Ferner kann die regelmäßige Einnahme sowohl frei verkäuflicher als auch rezeptpflichtiger Präparate über einen längeren Zeitraum zu Abhängigkeit führen. Nach dem Absetzen der Medikamente tritt als Folge der Abhängigkeit eine erneute Schlaflosigkeit auf. Um besser schlafen zu können, erhöht der Patient die Dosis des Schlafmittels. Diese gefährliche Spirale kann dann nur mit einer langen Phase ohne Schlafmittel durchbrochen werden.
Um Schlaflosigkeit effektiv zu bekämpfen, sollten zunächst einmal die Gründe ermittelt werden. Diese können vielfältig sein. Zu den am häufigsten auftretenden Ursachen gehören Dauerstress, Lärm, Krankheiten oder die sogenannte chronische Erschöpfung, auch Burn-out genannt. Ebenso können eine ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, unregelmäßige Schlafenszeiten oder der Genuss von Alkohol und Kaffee zu Schlaflosigkeit führen. Ältere Menschen klagen oft über Muskelschmerzen oder rheumatische Beschwerden, die ihnen den Schlaf rauben. In diesem Fall empfehlen Experten eine Schmerztherapie.
Auch Schilddrüsenerkrankungen oder Wechseljahresbeschwerden können zu durchwachten Nächten führen. Weitere mögliche Ursachen sind Depressionen, Herzkrankheiten, hoher Blutdruck oder Krankheiten, die mit Atembeschwerden einhergehen.
Beim Apotheker vor Ort finden Betroffene jederzeit Rat und Hilfe. Zu einem Beratungsgespräch in der Apotheke sollten Patienten alle von ihnen eingenommenen Medikamente mitbringen. So können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vermieden werden, und es lässt sich klären, ob die bereits verwendeten Präparate unter Umständen schlafstörende Substanzen enthalten.
Altersbedingte Augenerkrankungen
„Natürlich besser sehen“
Beate Rinderer zeigt in ihrem Buch, wie wir zur Vorbeugung von Augenerkrankungen viel auf natürlichem Weg tun können. Die auf Augenheilkunde spezialisierte Heilpraktikerin beschreibt in ihrem Ratgeber, welche schul- und alternativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Sie erklärt, was man selbst tun kann, um die körpereigene Regenerationsfähigkeit der Augen bestmöglich zu aktivieren, die Sehkraft lange zu erhalten und eine augenärztliche Behandlung optimal zu unterstützen.
Beate Rinderer: „Natürlich besser sehen. Sehkraft ganzheitlich verbessern und erhalten“, Humboldt Verlag, 2021, ISBN 978-3-8426-2968-4, 132 Seiten, 19,99 Euro
Vom natürlichen Alterungsprozess ist auch das Sehen betroffen. Weil die Linse nicht mehr so flexibel ist, kann das Auge Objekte in der Nähe nicht mehr scharf abbilden, Buchstaben und Zahlen verschwimmen. Es kommt zur Altersweitsichtigkeit, die leicht mit einer passenden Brille zu korrigieren ist. Aus diesem und anderen Gründen brauchen mehr als 93 Prozent der über 60-Jährigen eine Sehhilfe.
Doch gibt es Krankheitsbilder, die das Auge nachhaltig in der Funktion stören und sogar zu Blindheit führen können. Um diese zu erkennen, aufzuhalten, zu behandeln oder gar zu vermeiden, bedarf es einer guten augenärztlichen Diagnostik und Behandlung sowie eines gesunden Lebenswandels.
Grauer Star
Ab Anfang 70 haben viele Menschen zunehmend Probleme, Dinge in der Ferne scharf zu sehen. Das Bild ist verschwommen wie durch einen Nebel. Dazu kommt eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit, die besonders beim Autofahren im Dunkeln auffällt. Dahinter steckt die Linse, die im Kindesalter klar und durchsichtig ist. Mit zunehmendem Alter verklumpen bestimmte Proteine in der Linse, die dann trübe wird und sich gelblich verfärbt. Das führt zu einem schleichenden, schmerzlosen Verlust der Sehschärfe. „In Deutschland leidet von den 52- bis 64-Jährigen bereits jeder Zweite unter Grauem Star – meist ohne von der Erkrankung zu wissen“, so der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. „Von den 65- bis 75-Jährigen ist nahezu jeder betroffen, wobei nur jeder Zweite die schleichende Sehstörung bemerkt.“
Wenn es zu deutlicher Seheinschränkung kommt und damit der Alltag beschwerlich wird, kann der Augenarzt den Grauen Star operativ behandeln, indem er die trübe Linse entfernt und eine Kunstlinse einsetzt. Blaues Licht von Bildschirmen kann die Entstehung von Grauem Star begünstigen. Deswegen sind Arbeitsplatzbrillen mit entsprechendem Filter gut für Menschen, die viel am Computer arbeiten.
Grüner Star (Glaukom)
Das fatale beim Grünen Star ist, dass er zu Beginn der Erkrankung keinerlei Beschwerden macht. Diese treten erst auf, wenn die Augen einen ernsthaften Schaden haben. Daher ist es besonders wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt wahrzunehmen, der den Sehnervenkopf untersucht und den Augeninnendruck misst. „Je früher die Therapie beginnt, desto mehr Nervenfasern können gerettet werden – bestenfalls, bevor eine bleibende Schädigung eingetreten ist“, rät der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.
Beim Glaukom wird der Sehnerv langsam, aber irreparabel geschädigt, so- dass sich das Gesichtsfeld zunehmend verkleinert. Augeninnendruck und Durchblutung des Sehnervs sind nicht in Balance, sodass die Nervenfasern nach und nach absterben.
Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Auch bei der AMD bemerken die Betroffenen in der Frühphase nichts. Erst wenn die AMD weiter fortschreitet, stellen die Patienten fest, dass sie beim Lesen einzelne Buchstaben nicht sehen oder die Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen ist. Daran sind degenerative Prozesse im Zentrum der Netzhaut, der sogenannte gelbe Fleck (Makula lutea) schuld. An diesem Punkt sind die lichtempfindlichen Zellen besonders dicht angesiedelt, die im Laufe der Makuladegeneration absterben, bis die Patienten in der Mitte des Gesichtsfelds nur noch einen dunklen Fleck wahrnehmen.
Bei der Makuladegeneration gibt es in 15 Prozent der Fälle eine feuchte Variante, die sehr aggressiv ist und meist aus der trockenen Variante entsteht. Bei der feuchten Variante bilden sich unter der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens, krankhafte Blutgefäße aus, aus denen Flüssigkeit unter die Netzhaut kommt und Schwellungen verursacht.
Eine feuchte Makuladegeneration lässt sich therapeutisch behandeln. „Dabei wird ein spezielles Präparat bis zu einmal monatlich ambulant ins Auge gespritzt“, berichtet das Kuratorium Gutes Sehen e. V. „Das Medikament hemmt das unerwünschte Wachstum der Blutgefäße hinter der Netzhaut und bewirkt, dass sich bereits entstandene Ablagerungen zum Teil zurückbilden.“ Dadurch kann der Sehverlust verlangsamt werden.
Diabetische Retinopathie
Bei einem jahrelang bestehenden Diabetes mellitus kann es zu Schäden an der Netzhaut des Auges kommen. Schlecht eingestellte Blutzucker- und Blutdruckwerte schädigen auf Dauer die feinen Blutgefäße am Augenhintergrund. Zunächst merken die Patienten eine leichte Sehstörung, die aber unbehandelt zur Erblindung führen kann. Gefäßschädigungen können dazu führen, dass die Netzhaut und die Sinneszellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, bilden sich neue, schadhafte Gefäße, an denen es leicht zu Blutungen ins Augeninnere kommen kann. Diabetiker sollten sich regelmäßig bei einem Augenarzt untersuchen lassen, um Netzhauterkrankungen auszuschließen.
Eine gute Vorbeugung für viele Augenerkrankungen ist eine gesunde Ernährung, denn auch die Augen benötigen eine gute Nährstoffversorgung, um die tagtäglichen Anforderungen meistern zu können. Die Augen brauchen für ihre gesunde Funktion bis ins hohe Alter eine gute Versorgung mit Vitaminen, zum Beispiel mit Vitamin A aus Karotten oder Kürbis (für das Hell-dunkel-Sehen) und Lutein aus grünem Blattgemüse (antioxidative Wirkung auf die Netzhaut).
Gerade in einer Welt der vielen Bildschirme benötigen die Augen Entspannung.
Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder ein zu hoher Cholesterinspiegel sind auch für die Augengesundheit schädlich.
Die Augen sind unser Fenster zur Welt. Um sie lange gesund zu erhalten, sollten wir gut auf sie achtgeben.
Stephanie Rosbiegal © SeMa
Sonne braucht der Mensch! Vitamin D-Mangel durch zu wenig Tageslicht
Hamburg – Im Winter fühlen sich viele Menschen müde und unmotiviert. Grund dafür kann die fehlende Zufuhr von Vitamin D sein. Der Volksmund nennt es Sonnenvitamin, weil der Körper es selbst mithilfe der UVB-Strahlung produziert. Im Winter ist dies schwierig. Wer das Haus verlässt, ist warm angezogen. Zudem verwenden immer mehr Frauen Tagescremes mit Lichtschutzfaktor, um ihr Gesicht vor lichtbedingten Alterungsschäden zu schützen. Die Apothekerkammer Hamburg rät zur Vorsicht: Auch schon bei einem geringen Lichtschutzfaktor wird die Vitamin-D-Produktion massiv verringert. Umso wichtiger ist, es den Vitamin-D-Haushalt zu kontrollieren und sich bei Bedarf mit dem Arzt oder Apotheker über Ernährung und Selbstmedikation abzustimmen.
30 Prozent der Deutschen haben Vitamin-D-Mangel
Laut Robert-Koch-Institut leiden circa 30 Prozent der Deutschen an einem Vitamin D-Mangel. Das kann zu Folgeschäden führen, denn neben dem Knochenaufbau und der Wirkung auf die Muskulatur beeinflusst das Sonnenvitamin auch das Herz-Kreislaufsystem. Mit einem
verschreibungspflichtigen Präparat kann man seinen Vitamin-D-Speicher wieder auffüllen. Bei Werten an der Grenze zur Unterversorgung reichen niedrig dosierte Präparate aus der Apotheke. Oft sind diese in Verbindung mit Kalcium erhältlich, doch sie sollten ausschließlich bei nachgewiesenem Vitamin-D- und Kalziummangel genommen werden.
Vitamin D mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen
Wichtig: Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und sollte daher immer in Verbindung mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Zudem können Patienten ihren Vitamin D-Spiegel auch durch passende Ernährung beeinflussen. Wer den Klassiker Lebertran verschmäht, kann auf Seefisch zurückgreifen, beispielsweise Hering, Lachs oder Sardinen.
Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen
Einige Arzneistoffe können den Bedarf von Vitamin D steigern, indem sie die Synthese stören oder den Abbau verstärken In der Selbstmedikation kann beispielsweise das harmlos wirkende Johanniskraut Einfluss nehmen. Wer dauerhaft Arzneimittel gegen Epilepsie, Blutdrucksenker, Cortison oder Krebsmittel einnimmt, sollte regelmäßig seine Blutwerte überprüfen lassen, denn auch sie beeinträchtigen den Stoffwechsel des wichtigen Vitamins.
Bewegung außer Kontrolle
Statistik
Laut der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V., die sich auf Krankenkassendaten beruft, sind in Deutschland 400.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Das Durchschnittsalter der Erkrankten bei der Diagnose beträgt 60 Jahre. Dem Ausbruch gehen wahrscheinlich jahrelange, unentdeckte Veränderungen im Körper voraus. Die Wahrscheinlichkeit, ein Parkinson-Syndrom zu entwickeln, wächst mit steigendem Lebensalter. Ein Prozent der 60-Jährigen und drei Prozent aller 80-Jährigen leiden unter dem Parkinson-Syndrom. Bei ca. zehn Prozent der Betroffenen beginnt die Krankheit bereits vor dem 40. Lebensjahr. Hier geht man davon aus, dass es genetische Faktoren gibt. Männer und Frauen sind von einem Parkinson-Syndrom etwa gleich häufig betroffen.
Erste Anzeichen und weiterer Verlauf
Zu Beginn der Erkrankung sind es kleine Veränderungen, die auf Parkinson hinweisen können wie Geruchs- und Schlaf-störung, Handzittern, leise, monotone Sprache, vermehrter Speichelfluss, tränende Augen und Stürze ohne erkennbare Ursache. Verschiedene Symptome sind im späteren Verlauf festzustellen. Dazu zählen die Verlangsamung der Bewegungen, Muskelsteifigkeit, Zittern und eine gestörte Haltungsstabilität. Der maskenhafte Gesichtsausdruck ohne sichtbare Mimik ist charakteristisch für das Parkinson-Syndrom, oft gekoppelt mit offen stehendem Mund und seltenem Lidschlag.
Vom Darm ins Hirn?
Die neuere Forschung ist krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn als Auslöser für Parkinson auf der Spur. Die Kettenreaktion, die zum Parkinson-Syndrom führt, beginnt vermutlich mit einem körpereigenen Eiweiß (α-Synuclein). Dieses Protein faltet sich falsch in den Zellen und zerstört diese. Forscher vermuten, dass es durch Ansteckung von einem Eiweiß zum nächsten übertragen wird. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Parkinson im Darm entsteht und von dort über viele Jahre ins Gehirn hinaufwandert.
Botenstoff Dopamin
Ist die Erkrankung im Gehirn angekommen, sorgt der Verlust an Dopaminproduzierenden Nervenzellen für einen Dopaminmangel im Gehirn. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, mit dem Nervenzellen miteinander kommunizieren. Ohne Dopamin ist die Regulierung der Muskeln im Zusammenspiel von An- und Entspannung nicht möglich. Par-kinson-Symptome treten auf, wenn der Dopamingehalt um 70 bis 80 Prozent abgesunken ist. Das fehlende Dopamin medikamentös zu ersetzen sowie den Dopaminabbau zu verlangsamen ist auch in der Behandlung der erste Ansatz.
Sport als Therapie
Sport ist neben den Medikamenten ein wichtiger Therapieansatz für Parkinson-Patientinnen und -Patienten. Besonders zu empfehlen sind Schwimmen, Radfahren und Joggen. Die Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie von 2016 empfehlen neben den verschiedenen Medikamenten ausdrücklich Physiotherapie inklusive sportlichem Training, wieTanzen, Tai-Chi, Qigong sowie Laufbandtraining und andere gerätegestützte Ansätze.
Eine umfassende Behandlung kann den Krankheitsverlauf und damit Folgeerscheinungen oft verzögern und, vor allem bei Krankheitsbeginn im Alter, dazu beitragen, dass die Lebenserwartung fast normal ist.
Infos:
Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. (www.parkinson-vereinigung.de)
Die Deutsche Parkinson Vereinigung Bundesverband e.V. ist eine Selbsthilfe-Vereinigung, die 1981 von Menschen gegründet wurde, die selbst von der Parkinsonsche Krankheit betroffen waren. Heute zählen wir rund 19.000 Mitglieder und gut 450 Regionalgruppen und Kontaktstellen. Wir verstehen uns als Zusammenschluss von Personen, die sich als Betroffene, Partner, Angehörige, Arbeitskollegen und Personen aus den Heilberufen mit Morbus Parkinson auseinandersetzen.
Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (www.parkinson-gesellschaft.de)
Die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG e.V.) ist ein Zusammenschluss von Ärzten und anderen Personen mit abgeschlossener Hochschulausbildung, die auf dem Gebiet der Krankheiten mit Bewegungsstörungen arbeiten. Ziel der DPG ist es, die medizinische Versorgung von Patienten mit Parkinson-Syndrom und ähnlichen Erkrankungen zu verbessern und langfristig die frühzeitige Diagnose, die Prävention oder gar die Heilung dieser Krankheiten zu ermöglichen.
Stephanie Rosbiegal © SeMa
Ottfried Fischer, Papst Johannes Paul II., Michael J. Fox – dies sind nur drei prominente Persönlichkeiten, die in ihrem Leben die Diagnose „Parkinson“ erhielten. Bei der auch als „Schüttellähmung“ bekannten Krankheit handelt es sich um die zweit-häufigste neurodegenerative Erkrankung nach der Alzheimerkrankheit. Benannt ist sie nach dem englischen Arzt James Parkinson, der die Hauptsymptome 1817 erstmals beschrieb und auf dessen Geburtstag am 11. April der Welt-Parkinson-Tag fällt.
Trinken für die geistige und körperliche Fitness – mit dem Enkeltrick
„Im Alter muss man sich das regelmäßige Trinken
einfach vornehmen.“
Hon.-Prof. Dr. Tobias Meyer, Nephrologe
Ist es nur mangelndes Durstgefühl, das einen älteren Menschen weniger trinken lässt, gibt es durchaus Tricks. „Etwa 1,5 Liter sollten es täglich schon sein“, sagt der Nephrologe Dr. Meyer. Und diese eineinhalb Liter muss man sich vornehmen. „Ist der Wille dafür da, kann schon eine schöne Karaffe motivieren oder die zwei Flaschen Wasser in der Küche, die am Abend ausgetrunken sein müssen“, sagt er weiter. Dr. Gehrke berichtet von einem Patienten, dem sein Enkel einen Becher mit einem Foto von sich geschenkt hat. Darauf trinkt der Junge, darunter steht: „Prost, Opa!“. „Darüber hat der ältere Herr sich so gefreut, dass es ihn täglich motiviert, immer wieder zu diesem Becher zu greifen“, so Gehrke.
Ist Wasser zu fad, darf es auch mal eine Saftschorle sein, auch eine Suppe, Tees und abends mal ein möglichst alkoholfreies Bier, Auch die Warnung, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit, hat sich inzwischen als Mär erwiesen. „Flüssigkeit ist Flüssigkeit“, sagt der Nephrologe Meyer. Auch feste Rituale, wie ein großes Glas Wasser nach jeder Mahlzeit, ein Pott Tee am Nachmittag oder Trinken nach der Uhr, können helfen. Treibt einen die Sorge, es nicht rechtzeitig zur Toilette zu schaffen, kann ein Toilettentraining eine Option sein. „Dabei schiebt man den Toilettengang jeweils in Minutenschritten auf.“
Schwieriger ist es mit kognitiv eingeschränkten Menschen (z. B. Demenzkranken). „Da reicht es nicht, eine hübsche Flasche hinzustellen, da muss man tatsächlich dabeibleiben und abwarten, bis das Glas leer ist“, sagt Dr. Gehrke. Als Ultima Ratio oder auch im Krankheitsfall gibt es die Möglichkeit von subkutaner Flüssigkeitssubstitution, bei der über Nacht Flüssigkeit in das Unterhautgewebe infundiert wird. „Das ist besser und risikoärmer als die Anlage einer Magensonde und wird vor allem in akuten Fällen, wie etwa einer fieberhaften Infektion oder einer Durchfallerkrankung zur Überbrückung eingesetzt“, so Gehrke.
Wer glaubt, dass mit dem Wasserhaushalt des Körpers etwas nicht stimmt, sollte zudem seine Medikamente überprüfen. „Wer Medikamente gegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz nimmt, muss mehr trinken als die empfohlenen 1,5 Liter, weil diese Mittel Nierenfunktionshemmstoffe enthalten, die zu einer höheren Ausscheidung führen“, warnt der Nephrologe Meyer. Gleiches gilt natürlich für Entwässerungstabletten. Dann hilft ebenfalls der ein oder andere Trick, um den Flüssigkeitshaushalt in Ordnung zu halten und dem mangelnden Durst ein Schnippchen zu schlagen.
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„Es ist einfach ein Fakt,
dass die Trinkmotivation im Alter abnimmt.“
Dr. Jochen Gehrke, Altersmediziner
Die Trinkmotivation lässt bei vielen Menschen mit zunehmenden Alter nach, teils mit verheerenden Folgen. Denn Wasser bedeutet Leben. Gerade jetzt im Sommer ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Wem das Trinken jedoch schwerfällt, kann mit kleinen Tricks arbeiten.
Für Dr. Tobias Meyer sprechen die Fakten für sich: „Unser Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser und ist Träger sämtlichen Lebens. Der Stoffwechsel benötigt es, wir brauchen es zum Entgiften, es reguliert den Blutdruck, ist an der Darmtätigkeit beteiligt und hält die Haut frisch“, sagt er. Kein Wunder, Hon.-Prof. Dr. Meyer ist Chefarzt der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie an der Asklepios Klinik Barmbek. Er beschäftigt sich tagtäglich mit der Funktion der Nieren. Die sind unsere wichtigsten Entgiftungsorgane, das Klärwerk unseres Körpers. Sie regulieren den Wasser- und Salzhaushalt und reinigen das Blut und das alles mithilfe von Flüssigkeit. Über den Urin scheiden sie Abfallstoffe und Gifte aus. Gerät das aus dem Gleichgewicht, bekommt der Mensch Durst – in der Regel. Denn während junge Menschen scheinbar unbegrenzt Flüssigkeit zu sich nehmen können, fällt dies älteren Menschen sehr viel schwerer. Sie verspüren einfach weniger Durst.
„Die Trinkmotivation nimmt im Alter ab, und viele ältere Menschen nehmen deshalb zu wenig Flüssigkeit zu sich. Die Gründe dafür sind noch nicht bis ins Letzte erforscht“, sagt Dr. Jochen Gehrke, Chefarzt der Geriatrie an der Asklepios Klinik Nord. Ein Erklärungsansatz ist, dass die Dehnungsrezeptoren in Magen und Darm abnehmen, sodass bei älteren Menschen schon nach geringer Flüssigkeitszufuhr das Durstgefühl gestillt ist. Deutliche Warnzeichen für eine Exsikkose – so nennen Mediziner die Austrocknung – sind häufig Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, dunkler Urin und trockene Schleimhäute. Ein einfacher Test zur Diagnose einer Exsikkose ist die „stehende Hautfalte“. Wenn nach leichtem Zusammendrücken der Haut, zum Beispiels an der Handoberseite, die Hautfalte „stehenbleibt“, so spricht dies für eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr. „Da hilft nur eins: Trinken. Trinken. Trinken“, so Dr. Gehrke. Im schlimmsten Fall drohen Kreislauf- oder Nierenversagen bei stärkerer Austrocknung des Körpers.
„Gerade bei höheren Temperaturen im Sommer kann es schon innerhalb eines Tages zur Austrocknung kommen“, sagt Dr. Gehrke und berichtet von einer älteren Patientin, die von ihren Angehörigen am Abend nach einem Tagesausflug in seine Klinik gebracht wurde. Sie hatte seit dem Morgen und möglicherweise schon länger bewusst nichts mehr getrunken, weil sie auf dem schönen Ausflug und der Autofahrt den Toilettengang scheute. Dieses Phänomen beobachtet der Geriater tagtäglich. Viele ältere Menschen leiden unter Blasenschwäche und vermeiden das Trinken, weil sie Angst haben, beispielsweise einen Opern- oder Theaterbesuch nicht ohne Malheur „durchzustehen“. Dr. Gehrke empfiehlt, falsche Scham abzulegen und den Hausarzt vertrauensvoll auf dieses Thema anzusprechen, damit die Trinkrestriktion nicht zu einem Krankenhausaufenthalt führt.
Darmkrebs kann sich symptomlos entwickeln und die Behandlung eines spät erkannten, großen Tumors ist deutlich schwieriger, als die Krankheit im Anfangsstadium zu behandeln. Die gute Nachricht: Wenn Darmkrebs durch eine Darmspiegelung frühzeitig erkannt wird, liegen die Heilungschancen bei 90 – 100 Prozent.
Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland. Trotzdem wird jüngeren Menschen mit genetischem Risiko eine frühere Untersuchung empfohlen. Sind nahe Angehörige an Darmkrebs erkrankt, raten Ärzte, etwa zehn Jahre vor dem Alter, in dem der Verwandte erkrankt ist, eine Darmspiegelung wahrzunehmen.
Vorsorgetest
Einmal jährlich steht gesetzlich Versicherten ab 50 Jahren eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung kostenlos zu. Der Papierstreifentest (Okkultblut-Test) kann zu Hause gemacht werden. Dieser Test spürt nicht sichtbares Blut im Stuhl auf. Dies kann auf einen blutenden Tumor hindeuten. Da es auch Tumore gibt, die nicht bluten, kann dieser Test keine hundertprozentige Sicherheit geben. Blut im Stuhl ist aber auch nicht immer ein Hinweis auf einen Tumor und kann andere Gründe haben. Bei positivem Befund hilft nur eines: eine Darmspiegelung.
Wann zur Darmspiegelung?
Blut im Stuhl, ungewöhnlich oft Durchfall, unerklärliche Gewichtsabnahme oder Schmerzen im unteren Bauch führen häufig zu der Empfehlung, eine Darmspiegelung zu machen. Aber auch ohne diese Befunde wird eine Darmspiegelung im Rahmen des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms erstmals im Alter von 55 Jahren angeboten, also von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Dieses Angebot gibt es seit Oktober 2002. Leider nutzen nur etwa ein Viertel der Berechtigten dieses Angebot. Mit einer Darmspiegelung kann Dickdarmkrebs im frühen Stadium erkannt und behandelt werden. Bei einer Darmspiegelung, von Ärzten Koloskopie genannt, kann der Facharzt (meist Internisten oder Chirurgen mit einer der Zusatzbezeichnungen Gastroenterologie oder Proktologie), nicht nur kontrollieren, ob der Darm gesund ist, sondern direkt bei der Untersuchung Gefahrenherde wie Polypen entfernen. Diese gutartigen Wucherungen können entarten und sich zu Darmkrebs entwickeln.
Wie es gemacht wird
Eine Darmspiegelung dient der Untersuchung des Dickdarms, wobei meistens auch das Ende des Dünndarms mit untersucht wird. Hierzu führt die Ärztin oder der Arzt ein Koloskop, einen dünnen, biegsamen Schlauch in den After ein und schiebt ihn langsam vorwärts. Am Ende des Schlauchs befindet sich ein Objektiv mit dem Veränderungen im Darm und seinen Wänden erkannt werden können. Kleine Polypen werden mit einer Schlinge entfernt und gegebenenfalls Gewebeproben entnommen. Dieses ist möglich, da der Schlauch einen Kanal enthält, durch den Instrumente eingeführt werden können.
Wer die Untersuchung nicht bewusst erleben möchte, kann sich ein leichtes Beruhigungsmittel geben lassen oder sogar eine Kurznarkose bekommen. Neugierige Patienten haben bei vielen Ärzten die Möglichkeit, die Untersuchung mitzuerleben und an einem Monitor mitzuverfolgen. Die Darmspiegelung selbst dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Sie ist schmerzfrei und die zuverlässigste Methode, um Krebs oder eine Vorstufe zu erkennen. Vor der Untersuchung ist die vollständige Darmentleerung nötig, damit der Stuhl die Sicht im Darm nicht behindert. Hierzu müssen die Patienten einen Abend und einige Stunden vor der Darmspiegelung Abführmittel trinken und dürfen keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Eine freie Toilette sollte sich nun in der Nähe befinden.
Darmkrebs vorbeugen
„Deutschland liegt bei den Neuerkrankungsraten im internationalen Vergleich mit an der Spitze. Fachleute machen dafür unter anderem die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verantwortlich“, sagt das DFZK. Ein gesunder Darm braucht gute Nahrung. Die sogenannte mediterrane Ernährung scheint für unser Verdauungssystem ideal. Dazu gehört viel Gemüse und Salat, wenig rotes Fleisch und gesättigte Fettsäuren.
Zudem sollte man auf das Rauchen verzichten und nur mäßig Alkohol trinken. Einen positiven Effekt hat viel Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht.
Weitere Informationen zum Thema:
• www.netzwerk-gegen-darmkrebs.de • www.dkfz.de
• www.darmspezialisten.de • www.endoskopiehamburg.de
S. Rosbiegal © SeMa
Darmkrebs in Deutschland
Darmkrebs ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste Krebsart und die zweithäufigste Krebstodesursache. „Heute gibt es in Deutschland jedes Jahr mehr als 60.000 Darmkrebs-Neuerkrankungen und mehr als 25.000 Darmkrebs-Todesfälle. Die meisten dieser Fälle könnten durch eine Darmspiegelung vermieden werden – das ist das beste Argument dafür, dieses effektive Vorsorgeangebot zu nutzen!“, sagt Prof. Dr. Hermann Brenner, Leiter der Abteilung Klinische Epidemiologie und Altersforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).
„Das Erkrankungsrisiko steigt bis ins hohe Alter stetig an. Dem entspricht ein höheres mittleres Erkrankungsalter von 72 bzw. 75 Jahren bei Männern bzw. Frauen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen erkranken jenseits des 70. Lebensjahres, nur etwa zehn Prozent vor dem 55. Lebensjahr, also vor der zur Früherkennung angebotenen Darmspiegelung“, so eine
Wenn das künstliche Gelenk Probleme macht!
Dr. Volker Jonen Helios ENDO-Klinik Hamburg OP.
Auch die Haltbarkeit einer Endoprothese ist begrenzt. Abhängig von Material, der körperlichen Beanspruchung und der Knochenbeschaffenheit, können Probleme auftreten, die das Austauschen einzelner Prothesenkomponenten oder gar der gesamten Prothese erforderlich machen.
Bei den heutzutage in Hüfte und Knie eingesetzten Prothesen ist oft erst nach 20 oder sogar 25 Jahren ein Prothesenwechsel erforderlich. Doch auch das künstliche Gelenk unterliegt durch den Abrieb der sich gegeneinander bewegenden Komponenten einem kontinuierlichen Verschleiß. Dabei setzen die abgeriebenen Partikel Entzündungsprozesse in Gang, die die Knochensubstanz angreifen und langfristig zu einer Lockerung der Prothese führen können. Erste Hinweise können Schmerzen oder ein Instabilitätsgefühl sein.
In seltenen Fällen kann eine Infektion der Prothese auch eine Austauschoperation notwendig machen, obwohl die Prothesenteile noch fest einliegen. Hier bedarf es einer ausgedehnten Säuberung der Weichteile sowie des Knochens, bevor die neue Prothese eingesetzt werden kann.
Nachuntersuchungen wahrnehmen
Dr. Volker Jonen, leitender Arzt und Spezialist für Revisionseingriffe an der ENDO-Klinik Hamburg, empfiehlt daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um mögliche Lockerungs- oder Entzündungsprozesse frühzeitig erkennen und behandeln zu können: „Patienten sollten bei plötzlich auftretenden oder länger anhaltenden Beschwerden einen Spezialisten aufsuchen, anstatt Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu ertragen“, so Dr. Jonen. Das verbessere nicht zuletzt die Ausgangsbedingungen für eine eventuell erforderliche Wechseloperation.
Auch das Austauschen von Prothesen ist in der Endoprothetik heutzutage Routine, gleichwohl sind Wechseloperationen deutlich anspruchsvoller als Erstimplantationen und stellen hohe Anforderungen an den Operateur. Die Ärzte der ENDO-Klinik Hamburg sind mit der Behandlung von derartig komplexen Fällen vertraut: „Oft reicht es, nur Teile der Prothese auszutauschen. In manchen Fällen muss aber die ganze Prothese entfernt und durch längere und größere Prothesensysteme ersetzt werden, um eine gute Stabilität zu gewährleisten. Durch die Vielzahl der verschiedenen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Wiederherstellung der normalen Gelenkfunktion ist eine entsprechende Erfahrung des Operateurs besonders wichtig. Gleichzeitig hat es in den vergangenen Jahren noch einmal deutliche Fortschritte gegeben bei der Möglichkeit, die Revisionsprothesen zu befestigen, selbst wenn bereits Knochen verloren gegangen ist“, so Dr. Volker Jonen. Weit über 1.000 solcher Wechseleingriffe werden in der ENDO-Klinik Hamburg jedes Jahr operiert.
(pi) Allein in Deutschland werden jährlich rund 150.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung von Knieprothesen sind die Mediziner immer besser in der Lage, Patienten bei fortgeschrittenen Gelenkveränderungen mit passgenauen Implantaten zu helfen.
Wirbelsäulenchirurgie. Für die Behandlung von verschleiß- oder unfallbedingten Knieproblemen können die Orthopäden heute auf ein breites Spektrum von Prothesen in verschiedenen Größen und Formen zurückgreifen. So können sie immer genauer auf die individuellen anatomischen Verhältnisse eingehen. Kniegelenke können dabei teilweise oder vollständig ersetzt werden.
Der erfahrene Mediziner weist daraufhin, dass Patienten unbedingt darauf achten sollten, von besonders erfahrenen Operateuren betreut zu werden. Es ist nachgewiesen, dass viel Erfahrung im Sinne einer Spezialisierung die Behandlungsergebnisse erheblich verbessert, denn die Qualität von Kniegelenk- und Hüftendoprothesen-Operationen hängt in besonderem Maße von der Anzahl der durchgeführten Operationen ab.
Dr. Peter Stangenberg, der die Operation selbst mehrere Male pro Woche durchführt, erklärt: „Beim Kniegelenk ersetzen wir die abgenutzten oder zerstörten Knorpel- und Knochenanteile meist durch Metallteile am Oberschenkel und Unterschenkel, dazwischen setzen wir einen Kunststoff als Gleitlager ein. Diese Kombination ist im Vergleich zu anderen Möglichkeiten nach unseren Erfahrungen ideal.“
Teilweiser Gelenkersatz erfolgt durch eine sogenannte Schlittenprothese. Hier wird nur der kaputte Anteil des Gelenkes mithilfe einer Teilprothese ersetzt. Beim kompletten Gelenkersatz, der sogenannten Totalendoprothese, werden alle Gelenkstrukturen erneuert. Bei Patienten, die eine Allergie haben, werden Materialien verwendet, die keine entsprechende allergische Reaktion auslösen können.
„Die künstlichen Kniegelenke sind inzwischen so weit entwickelt, dass mehr als 80 Prozent der Patienten nach 20 Jahren noch das erste Kunstgelenk haben“, sagt Dr. Peter Stangenberg. Allerdings hängt die „Standzeit“, also die Haltbarkeit der Kunstgelenke, auch davon ab, was die Patienten ihnen zumuten. Patienten, die Sport treiben, der die Gelenke extrem belastet, nutzen sie schneller ab. Starkes Übergewicht fordert die Prothesen ebenfalls. Aber die Standzeit ist nicht alles. „Wichtig ist auch, dass wir sehr differenziert auf die heutigen Patienten eingehen. Wir haben viele verschiedene Patienten mit unterschiedlichen Ansprüchen, die wir erfüllen möchten, soweit wie möglich“, so der erfahrene Orthopäde. „Und wenn es zu einer Wechseloperation kommt, sind wir mit modernen Materialien und Implantaten in der Lage, sehr flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren und den Patienten eine neue Prothese einzusetzen, die dauerhaft hält und den Patienten wieder ihre Mobilität zurückgibt.“
Treppen steigen, Schnürsenkel binden oder Fenster putzen – mit gesunden Gelenken ist das kein Problem. Fangen Gelenke aber an zu schmerzen und geraten ins Stocken, schränkt das ein: Arbeiten im Alltag fallen schwerer oder gehen gar nicht mehr. Eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen in den Gelenken ist der Gelenkverschleiß, die Arthrose. Eine Arthrose entsteht, wenn der Gelenkknorpel überbelastet und abnutzt, bis irgendwann sogar Knochen auf Knochen reiben kann. Grundsätzlich kann jedes Gelenk von Arthrose betroffen sein. Von den großen Gelenken am häufigsten erkranken jedoch die gewichtsbelasteten Gelenke, also das Hüft- und das Kniegelenk.
„Meist werden künstliche Knie- oder Hüftgelenke eingesetzt, weil die Arthrose so weit fortgeschritten ist, dass dieses die einzige Möglichkeit für ein schmerzfreies Leben ist. Denn der Gelenkknorpel heilt – im Unterschied zum Knochen – nicht. Es kann lediglich durch eine Arthroskopie ein minderwertiger, nicht so belastbarer Ersatzknorpel induziert werde“, so Dr. Peter Stangenberg, Oberarzt an der ENDO-Klinik, einer Spezialklinik für Endoprothetik und
Zu viel Sonne birgt Gefahren
Phototoxisch oder photoallergisch?
Wer regelmäßig zu Medikamenten greift, sollte sich mit den Nebenwirkungen der Arzneien gut auskennen. Allerdings wissen viele Patienten nicht, dass bei rund 300 Medikamenten sogenannte photoallergische bzw. phototoxische Effekte beobachtet werden können, die als entzündungsähnliche Schäden der Haut auftreten.
Bei phototoxischen Prozessen zeigen sich die Reaktionen auf der Haut bereits beim ersten Kontakt mit dem Sonnenlicht und führen zu sonnenbrandähnlichen Hautreaktionen. Betroffen sind nur die belichteten Areale, wie Handrücken, Gesicht oder Unterarme. Schon nach kurzer Zeit zeigen sich die Symptome in Form einer starken Rötung, als Brennen, Schmerz und Blasenbildung. Die Reaktion tritt meist schneller auf als bei einem herkömmlichen Sonnenbrand, und im Anschluss kann eine länger anhaltende Braunfärbung der betroffenen Hautstellen bleiben. Es gilt die Formel: je höher die Dosis des auslösenden Medikamentes, desto heftiger die Wirkung. Außerdem hängt der Heilungsprozess davon ab, wie viel Zeit der Körper benötigt, um den Wirkstoff abzubauen. Unter Umständen müssen Patienten mehrere Tage oder sogar Wochen aushalten, bis die Symptome abklingen.
Handelt es sich um eine eher seltener vorkommende photoallergische Reaktion, spielt das Immunsystem des Betroffenen eine wesentliche Rolle. Aufgenommene Medikamente werden nach dem ersten Kontakt mit der Sonne als Fremdkörper eingestuft und vom Abwehrsystem bekämpft. Wer die Haut dann erneut dem Medikament und Licht aussetzt, riskiert eine leichte Rötung, starken Juckreiz, Blasenbildung und kleine, nässende Stellen. Gelegentlich kommt es auch zu Bildung von Krusten oder flächigen Schuppungen. Diese Reaktionen treten häufig etwas verzögert auf und beschränken sich nicht unbedingt nur auf die bestrahlten Areale. Unter bestimmten Umständen kann daraus ein chronischer Verlauf entstehen.
Das Ausmaß der Reaktion kann von Mensch zu Mensch stark variieren. Während dunkle Hauttypen weniger betroffen sind als hellhäutige Menschen, spielen auch die individuelle Beschaffenheit der Haut, der Vorbräunungsgrad sowie die Behaarung des Patienten eine Rolle.
Beim Apotheker im Sommer nach einer erhöhten Lichtempfindlichkeit fragen
Einige Medikamente können sogar beide Reaktionen hervorrufen. Aufpassen sollte man bei bestimmten Antibiotika, nichtsteroidalen Antirheumatika, Psychopharmaka, Bluthochdruckmitteln sowie bei Diuretika. Unter den nicht rezeptpflichtigen Arzneien können einige Schlaftabletten und Mittel gegen Reiseübelkeit die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Daneben verstärken auch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe die Anfälligkeit. Ein Beispiel ist das Johanniskraut. Genaue Hinweise finden Patienten bei allen Arzneien auf dem jeweiligen Beipackzettel unter der Überschrift „Nebenwirkungen“. Wer ein neu verordnetes Medikament erhält, kann sich immer in der Apotheke beraten lassen, inwiefern das Risiko einer erhöhten Lichtempfindlichkeit besteht.
Regeln für eine gesunde Haut
Beide Formen der Lichtempfindlichkeit werden hauptsächlich durch UVA-Strahlung verursacht. Die Apothekerkammer Hamburg rät Patienten, einige Regeln zu beachten, um die Haut zuverlässig vor den UVA-Strahlen zu schützen:
1. Alle dem Licht ausgesetzten Körperstellen mit vor UVA-Strahlen schützender Creme oder Lotion einreiben, besonders Gesicht, Beine, Arme, Nacken, Dekolleté und Hals.
2. Viel des Körpers mit dicht gewebter Kleidung bedecken.
3. Im Sommer die Mittagssonne meiden und möglichst nicht während der Mittagshitze hinausgehen.
4. Wenn zulässig, Arzneimittel mit kurzer Wirkdauer abends einnehmen.
5. Das Autofenster mit UVA-undurchlässiger Folie abkleben, denn die UVA-Strahlen durchdringen auch Glas und die meisten Kunststoffe.
6. Unbedingt Solarien meiden.
7. Bei unverzichtbaren Arzneimitteln ist unter Umständen und nach einer Rücksprache mit dem Arzt die Dosis zu reduzieren.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apothekerinnen und Apotheker, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen.
(pi) Sonne und warme Temperaturen locken die Menschen an die frische Luft. Die positive Wirkung, die das Sonnenlicht auf Stimmung und Gesundheit hat, ist allgemein bekannt. Dass bestimmte Medikamente Lichtempfindlichkeiten hervorrufen können, ist vielen Patienten jedoch nicht bewusst. Welche Arzneien in Verbindung mit Sonnenlicht reagieren und wie sich Betroffene optimal vor schmerzhaften Hautirritationen schützen können, schildert die Apothekerkammer Hamburg.
Trinken für die geistige und körperliche Fitness – mit dem Enkeltrick
„Im Alter muss man sich das regelmäßige Trinken
einfach vornehmen.“
Hon.-Prof. Dr. Tobias Meyer, Nephrologe
Ist es nur mangelndes Durstgefühl, das einen älteren Menschen weniger trinken lässt, gibt es durchaus Tricks. „Etwa 1,5 Liter sollten es täglich schon sein“, sagt der Nephrologe Dr. Meyer. Und diese eineinhalb Liter muss man sich vornehmen. „Ist der Wille dafür da, kann schon eine schöne Karaffe motivieren oder die zwei Flaschen Wasser in der Küche, die am Abend ausgetrunken sein müssen“, sagt er weiter. Dr. Gehrke berichtet von einem Patienten, dem sein Enkel einen Becher mit einem Foto von sich geschenkt hat. Darauf trinkt der Junge, darunter steht: „Prost, Opa!“. „Darüber hat der ältere Herr sich so gefreut, dass es ihn täglich motiviert, immer wieder zu diesem Becher zu greifen“, so Gehrke.
Ist Wasser zu fad, darf es auch mal eine Saftschorle sein, auch eine Suppe, Tees und abends mal ein möglichst alkoholfreies Bier, Auch die Warnung, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit, hat sich inzwischen als Mär erwiesen. „Flüssigkeit ist Flüssigkeit“, sagt der Nephrologe Meyer. Auch feste Rituale, wie ein großes Glas Wasser nach jeder Mahlzeit, ein Pott Tee am Nachmittag oder Trinken nach der Uhr, können helfen. Treibt einen die Sorge, es nicht rechtzeitig zur Toilette zu schaffen, kann ein Toilettentraining eine Option sein. „Dabei schiebt man den Toilettengang jeweils in Minutenschritten auf.“
Schwieriger ist es mit kognitiv eingeschränkten Menschen (z. B. Demenzkranken). „Da reicht es nicht, eine hübsche Flasche hinzustellen, da muss man tatsächlich dabeibleiben und abwarten, bis das Glas leer ist“, sagt Dr. Gehrke. Als Ultima Ratio oder auch im Krankheitsfall gibt es die Möglichkeit von subkutaner Flüssigkeitssubstitution, bei der über Nacht Flüssigkeit in das Unterhautgewebe infundiert wird. „Das ist besser und risikoärmer als die Anlage einer Magensonde und wird vor allem in akuten Fällen, wie etwa einer fieberhaften Infektion oder einer Durchfallerkrankung zur Überbrückung eingesetzt“, so Gehrke.
Wer glaubt, dass mit dem Wasserhaushalt des Körpers etwas nicht stimmt, sollte zudem seine Medikamente überprüfen. „Wer Medikamente gegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz nimmt, muss mehr trinken als die empfohlenen 1,5 Liter, weil diese Mittel Nierenfunktionshemmstoffe enthalten, die zu einer höheren Ausscheidung führen“, warnt der Nephrologe Meyer. Gleiches gilt natürlich für Entwässerungstabletten. Dann hilft ebenfalls der ein oder andere Trick, um den Flüssigkeitshaushalt in Ordnung zu halten und dem mangelnden Durst ein Schnippchen zu schlagen.
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„Es ist einfach ein Fakt,
dass die Trinkmotivation im Alter abnimmt.“
Dr. Jochen Gehrke, Altersmediziner
Die Trinkmotivation lässt bei vielen Menschen mit zunehmenden Alter nach, teils mit verheerenden Folgen. Denn Wasser bedeutet Leben. Gerade jetzt im Sommer ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Wem das Trinken jedoch schwerfällt, kann mit kleinen Tricks arbeiten.
Für Dr. Tobias Meyer sprechen die Fakten für sich: „Unser Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser und ist Träger sämtlichen Lebens. Der Stoffwechsel benötigt es, wir brauchen es zum Entgiften, es reguliert den Blutdruck, ist an der Darmtätigkeit beteiligt und hält die Haut frisch“, sagt er. Kein Wunder, Hon.-Prof. Dr. Meyer ist Chefarzt der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie an der Asklepios Klinik Barmbek. Er beschäftigt sich tagtäglich mit der Funktion der Nieren. Die sind unsere wichtigsten Entgiftungsorgane, das Klärwerk unseres Körpers. Sie regulieren den Wasser- und Salzhaushalt und reinigen das Blut und das alles mithilfe von Flüssigkeit. Über den Urin scheiden sie Abfallstoffe und Gifte aus. Gerät das aus dem Gleichgewicht, bekommt der Mensch Durst – in der Regel. Denn während junge Menschen scheinbar unbegrenzt Flüssigkeit zu sich nehmen können, fällt dies älteren Menschen sehr viel schwerer. Sie verspüren einfach weniger Durst.
„Die Trinkmotivation nimmt im Alter ab, und viele ältere Menschen nehmen deshalb zu wenig Flüssigkeit zu sich. Die Gründe dafür sind noch nicht bis ins Letzte erforscht“, sagt Dr. Jochen Gehrke, Chefarzt der Geriatrie an der Asklepios Klinik Nord. Ein Erklärungsansatz ist, dass die Dehnungsrezeptoren in Magen und Darm abnehmen, sodass bei älteren Menschen schon nach geringer Flüssigkeitszufuhr das Durstgefühl gestillt ist. Deutliche Warnzeichen für eine Exsikkose – so nennen Mediziner die Austrocknung – sind häufig Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, dunkler Urin und trockene Schleimhäute. Ein einfacher Test zur Diagnose einer Exsikkose ist die „stehende Hautfalte“. Wenn nach leichtem Zusammendrücken der Haut, zum Beispiels an der Handoberseite, die Hautfalte „stehenbleibt“, so spricht dies für eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr. „Da hilft nur eins: Trinken. Trinken. Trinken“, so Dr. Gehrke. Im schlimmsten Fall drohen Kreislauf- oder Nierenversagen bei stärkerer Austrocknung des Körpers.
„Gerade bei höheren Temperaturen im Sommer kann es schon innerhalb eines Tages zur Austrocknung kommen“, sagt Dr. Gehrke und berichtet von einer älteren Patientin, die von ihren Angehörigen am Abend nach einem Tagesausflug in seine Klinik gebracht wurde. Sie hatte seit dem Morgen und möglicherweise schon länger bewusst nichts mehr getrunken, weil sie auf dem schönen Ausflug und der Autofahrt den Toilettengang scheute. Dieses Phänomen beobachtet der Geriater tagtäglich. Viele ältere Menschen leiden unter Blasenschwäche und vermeiden das Trinken, weil sie Angst haben, beispielsweise einen Opern- oder Theaterbesuch nicht ohne Malheur „durchzustehen“. Dr. Gehrke empfiehlt, falsche Scham abzulegen und den Hausarzt vertrauensvoll auf dieses Thema anzusprechen, damit die Trinkrestriktion nicht zu einem Krankenhausaufenthalt führt.
Wenn’s ständig hinter dem Brustbein brennt! Nach einem schweren Essen und einem Schluck zu viel kennt wohl jeder das saure Aufstoßen, manchmal verbunden mit einem brennenden Schmerz in der Brust. Kein Grund zur Besorgnis. Tritt das allerdings regelmäßig auf, ist Vorsicht geboten. Vor allem ältere Menschen sind betroffen.
Meist tritt es in der Nacht im Liegen auf, dieses stechende Aufstoßen, der brennende Schmerz in der Brust, manchmal steigen sogar Nahrungsreste bis hoch in den Rachen. Und meist geschieht das nach einem schweren Essen und dem ausgiebigen Genuss von Alkohol. Klarer Fall von Sodbrennen. Viele Menschen leiden hin und wieder darunter, Schwangere, Übergewichtige, Raucher und ältere Menschen allerdings vermehrt und dann in der Regel auch häufiger. „Beim Sodbrennen steigt die Säure aus dem Magen bis in die Speiseröhre“, erklärt Prof. Jürgen Pohl, Chefarzt der Gastroenterologie an der Asklepios Klinik Altona. Das kann unterschiedliche Gründe haben.
Manchmal drückt der Bauch, sei es durch eine Schwangerschaft oder durch Übergewicht, auf den Magen, sodass die Säure nach oben steigt, auf den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre drückt und dieser dem nicht standhält. Oft begünstigt auch Stress dieses unangenehme Aufstoßen, weil der Magen bei Stress mehr Säure produziert. Alkohol, Fett und Nikotin führen darüber hinaus zu einer vorübergehenden Erschlaffung des Ringmuskels, was bei vielen Menschen das sporadisch auftretende Sodbrennen erklärt. Bei älteren Menschen ist der Muskel mit Ventilfunktion im Bauch oftmals dauerhaft geschwächt. „Wenn Sodbrennen nur gelegentlich auftritt, ist es unbedenklich, kommt es aber mehrmals die Woche vor und ist regelmäßig mit Heiserkeit, Reizungen des Rachens und asthmaähnlichen Symptomen verbunden, ist das nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität“, sagt der Gastroenterologe Prof. Pohl. Vor allem kann die dauerhafte Reizung der Speiseröhre durch die Säure zu Entzündungen führen, die sich chronifizieren und dann zu einer Vorstufe eines Tumors entwickeln können.
Lebensstil ändern
Dem harmlosen physiologischen Reflux, wie das gelegentliche Auftreten von Sodbrennen im Fachjargon heißt, lässt sich mit einfachen Verhaltensweisen entgegenwirken: Übergewichtige Menschen sollten abnehmen, damit der Druck auf den Magen nicht so groß ist. Vielen hilft es auch, zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, ebenso wie leicht erhöht zu schlafen, damit die Magensäure nicht so leicht bis in die Speiseröhre aufsteigen kann. Überhaupt hilft es, wenn Betroffene Fette, Süßes und Getränke, die den Magen reizen, meiden. Auch mit frei verkäuflichen Medikamenten lassen sich die gelegentlichen Beschwerden leicht in den Griff bekommen.
Wer dauerhaft unter Sodbrennen leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. „Eine genaue Anamnese kann Aufschluss über die Ursache geben, zudem ist in der Regel eine Magenspiegelung angezeigt, um zu sehen, ob der Schließmuskel erschlafft ist oder ob sonstige anatomische Ursachen das Sodbrennen auslösen“, erklärt Prof. Pohl. Neben gewissen Verhaltensmaßnahmen wie den oben beschriebenen sind dann Säureblocker und die gleichzeitige Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten ein probates Mittel, um das Sodbrennen zu behandeln. „Damit heilen bei neun von zehn Patienten die Entzündungen, und die Beschwerden nehmen ab“, sagt der Gastroenterologe. Operationen werden dank der gut wirksamen Medikamente zwar selten, können aber dennoch notwendig werden.
Magenmanschette gegen Reflux
„Die meisten Patient:innen, die zu uns kommen, leiden in der Regel schon sehr lange an Sodbrennen und haben es lange mit Medikamenten versucht in den Griff zu bekommen“, sagt Prof. Daniel Perez, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, ebenfalls an der Asklepios Klinik Altona. Meist sind die Möglichkeiten der Gastroenterologie bei ihnen ausgeschöpft. Dann gilt es erneut, die anatomischen Ursachen zu klären. Am häufigsten liegt eine Schwächung des Schließmuskels vor. Dann wird eine Manschette um den Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre gelegt, sodass die aufgenommene Nahrung wieder wie gewohnt in den Verdauungstrakt gelangt und dort zerkleinert und verwertet wird, ohne dass ein Teil in die Speiseröhre zurückfließen kann.
„Ursache für Sodbrennen kann auch ein Zwerchfellbruch sein, bei dem Bruch- und Magenteile in den Brustkorb gelangen“, erklärt der Viszeralchirurg Prof. Perez. Dann wird der Bruch verschlossen und ebenfalls eine Manschette im Magen als Ventil gelegt, um den Speisrückfluss zu stoppen. Natürlich geschieht des jeweils in enger Abstimmung und genauer Abwägung gemeinsam mit der Gastroenterologie. „Die OP führen wir dann mit der Schlüssellochtechnik mit unseren da-Vinci-Robotern durch“, erläutert der Experte weiter. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde, und im Idealfall können die Patient:innen die Klinik dann schon nach zwei Tagen wieder verlassen. Das lästige, unangenehme und in Einzelfällen auch gefährliche Aufstoßen gehört dann der Vergangenheit an.
Gemüse und Obst sollten Teil jeder Mahlzeit sein
Genuss mit Nährstoff-Plus
Mit ihrem geringen Energie-, aber hohen Nährstoffgehalt versorgen Gemüse und Obst den Körper nicht nur mit lebensnotwendigen Inhaltsstoffen und fördern eine gute Verdauung, sie unterstützen auch beim Halten des Körpergewichts. Empfehlenswert sind täglich mindestens 400 Gramm Gemüse (drei Portionen), wozu auch Hülsenfrüchte und (ungesalzene) Nüsse gehören, und 250 Gramm Obst (zwei Portionen). Essen Sie Gemüse und Obst zu jeder Mahlzeit, entweder roh oder schonend zubereitet. So bleiben möglichst viele Nährstoffe erhalten. Durch beispielsweise ein Müsli mit frischem Obst am Morgen, einen großen Salatteller, der bereits zwei Portionen abdeckt, zum Mittagessen, einen Obstsalat als Dessert sowie eine Handvoll Radieschen, Gurken- oder Tomatenscheiben zum Abendbrot sind „Fünf am Tag“ schnell erreicht. Es gilt: Je bunter, desto besser! In Form von Cremesuppen, Smoothies, Pürees oder fein gerieben als Rohkostsalat bleiben Gemüse und Obst auch für ältere Menschen mit Kauproblemen im Speiseplan erhalten.
Möglichst regional und saisonal wählen
Beim Gemüse- und Obsteinkauf sollte regionale und saisonale Ware bevorzugt werden. Deren Vorteil liegt in einem ressourcenschonenderen Anbau, da zum Beispiel der Wasserverbrauch geringer ist als in wärmeren Ländern außerhalb der hiesigen Saison. Zudem sind die Transportwege und Lagerzeiten kürzer. Dies macht regionales und saisonales Gemüse sowie Obst oft nicht nur preiswerter und sorgt für eine bessere Umweltbilanz. Auch Geschmack und Aroma sind häufig intensiver, wenn es im optimalen Reifezustand geerntet wird, was nur bei kurzen Lieferwegen der Fall ist.
Vielfältige und genussvolle Gemüse- und Obstrezepte sowie Tipps zur Zubereitung bietet die Internetseite und Rezeptdatenbank unter www.fitimalter-dge.de.
Zutat:
400 g Tomaten (frisch, geputzt), 60 g Oliven (schwarz, eingelegt in Lake), 60 g Zwiebeln (frisch, geschält), 1 Zehe Knoblauch (frisch, geschält), 1 Teelöffel Rapsöl, 40 g Hirse, Prise Jodsalz/Pfeffer/Paprikapulver (scharf), Kreuzkümmel, 160 ml Gemüsebrühe, Prise Petersilie (frisch), 30 g Fetakäse (45 % Fett i. Tr.)
Zubereitung:
1. Bei den Tomaten am Stielansatz einen Deckel abschneiden und separat aufheben. Am „Boden“ so abschneiden, dass die Tomaten gut stehen.
2. Das Fruchtfleisch der Tomaten mit einem Löffel herauslösen und klein schneiden.
3. Oliven abtropfen lassen, ebenfalls klein schneiden.
4. Zwiebeln und Knoblauch in kleine Würfel schneiden.
5. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig anschwitzen.
6. Hirse zugeben und kurz mit anschwitzen. Anschließend die klein geschnittenen Tomaten- und Olivenstücke mit garen.
7. Jodsalz, Pfeffer, Paprikapulver und Kreuzkümmel zugeben.
8. Großteil der Gemüsebrühe aufgießen und mit einem Deckel bei schwacher Hitze etwa 10 bis 15 Minuten quellen lassen.
9. Backofen auf 180° C vorheizen.
10. Petersilie waschen und klein schneiden. Feta-Käse mit den Händen klein bröseln.
11. Petersilie und Feta-Käse unter die Hirsemasse mischen.
12. Hirsemasse in die ausgehöhlten Tomaten füllen und mit dem Deckel verschließen.
13. Gefüllte Hirsetomaten in eine Auflaufform setzen und mit der restlichen Gemüsebrühe angießen. 14. Im Backofen bei 180° C für etwa 40 Minuten garen.
Zutaten:
50 g Erdbeeren (frisch, geputzt), 50 g Bananen (frisch), 4 ml Limettensaft, 200 ml Milch (1,5% Fett), 1 Teelöffel Zucker
Zubereitung:
1. Erdbeeren säubern, waschen, zerkleinern.
2. Bananen schälen, in Stücke schneiden.
3. Obst in einen Mixer geben, Limettensaft, Milch und Zucker zugeben, gut durchmixen.
4. In hohe Gläser geben und mit Limettenscheibe servieren.
Zutaten:
1 Teelöffel, Rapsöl 5 g, Ingwer (frisch, geschält), 240 g Blattspinat (TK), 220 ml Gemüsebrühe, Prise Jodsalz/Pfeffer/Muskat (gemahlen), 5 g Maisvollkornmehl, 120 ml Milch (1,5% Fett), 60 ml Sahne (10% Fett)
Zubereitung:
Für die cremige Spinatsuppe:
1. In einem Topf das Öl erwärmen und den klein geschnittenen Ingwer darin anschwitzen.
2. In der Zwischenzeit den Spinat gut ausdrücken, etwas kleiner schneiden und mit dem Ingwer im Topf vermischen.
3. Gemüsebrühe aufgießen und alles zusammen für etwa 5 Minuten kochen lassen.
4. Würzzutaten und Maisvollkornmehl hinzugeben und die Suppe mit einem Stabmixer pürieren.
5. Anschließend nochmals aufkochen lassen und dann auf mittlere Hitze zurückschalten.
6. Zum Schluss Milch und Sahne aufgießen und nochmals abschmecken.
Für die Brotwürfel:
1. Toastbrotscheiben klein würfeln.
2. Das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen und die Brotwürfel darin anrösten.
3. Zum Anrichten die Suppe in einen Teller füllen und mit den Brotwürfeln bestreuen.
Fotos © DGE/Fit im Alter
Sie sind echte „Nährstoffbomben“: Neben Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen enthalten Gemüse und Obst auch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Gleichzeitig liefern sie wenig Energie und bringen Farbe und Abwechslung auf den Teller. Dabei macht vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe Gemüse und Obst so wertvoll. Gerade im Sommer steht ein großes Angebot an frischen, regionalen Produkten bereit. Da fällt es vielen leichter, die empfohlene Menge von fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag zu erreichen. Schon die kräftigen Farben laden dazu ein zuzugreifen. Selbst Gemüse- und Obstmuffel lassen sich so bisweilen schneller auf die Vielfalt ein.
Sicher im Sommer transportieren! Arzneimittel in der Apotheke holen, im Auto zwischenlagern und dann den (Wochen-)Einkauf erledigen? Im Sommer ist das keine gute Idee. Wird es draußen warm, steigen die Temperaturen im geparkten Auto fix auf 70 Grad Celsius an – für die empfindlichen Arzneimittel schnell zu viel. Denn die richtige Aufbewahrungstemperatur auch während des Transports ist für Medikamente entscheidend. Eine falsche Lagerung kann zum Verlust ihrer Wirksamkeit, zur Entwicklung schädlicher Abbauprodukte oder zu Verfärbungen führen. Salben, Gele oder Zäpfchen können flüssig werden. Damit die hohe Qualität der Medikamente geschützt wird, sollten Patientinnen und Patienten in den Sommermonaten erst einkaufen und am Schluss den Gang in die Apotheke machen, rät die Apothekerkammer Hamburg.
Hitzeschäden: von außen oft unsichtbar
Sind Medikamente der Sonne oder Wärme zu lange ausgesetzt, können sie Schaden nehmen. Das können Veränderungen bei der Farbe oder Form sein, aber auch Risse im Überzug von Dragees oder Geruchsveränderungen bei Tabletten sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Arzneien wie Zäpfchen können bei zu großer Hitze schmelzen, dadurch verteilt sich der Wirkstoff ungleichmäßig. Sind bei flüssigen Medikamenten Ausflockungen oder Eintrübungen sichtbar, müssen diese entsorgt werden. Dies gilt insbesondere bei Arzneimitteln zur Injektion. Achtung: Es gibt auch nicht direkt erkennbare Veränderungen, die nur durch eine Untersuchung im Labor nachweisbar sind. Wer unsicher ist, ob das Medikament Schaden genommen hat, sollte sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen. Im Zweifelsfall gilt: lieber entsorgen als einnehmen.
Kühlkette beachten
Die meisten Arzneimittel sollen unter 25 Grad Celsius aufbewahrt und transportiert werden. Eine kurzzeitige Überschreitung der Temperatur ist in der Regel unbedenklich, sollte aber so kurz wie möglich sein. Es gibt allerdings auch Medikamente, die bei einer festgelegten Temperatur aufbewahrt werden müssen. Diese Präparate tragen einen entsprechenden Vermerk auf der Verpackung. Hier muss die angegebene Temperatur sowohl beim Transport als auch bei der Aufbewahrung unbedingt gewährleistet sein. Das gilt insbesondere für Arzneimittel, die in einer lückenlosen Kühlkette verbleiben und kontinuierlich zwischen zwei und acht Grad Celsius gelagert werden müssen. Für den Weg nach Hause leistet im Sommer eine kleine Kühltasche mit Kühlakkus gute Dienste. In direkten Kontakt mit den Akkus sollten die Medikamente nicht kommen. Tipp: Akkus einfach in ein Küchenhandtuch wickeln. Zu Hause sind die kühlpflichtigen Arzneien gut im Gemüsefach aufgehoben, hier herrscht normalerweise eine konstante Temperatur zwischen zwei und acht Grad Celsius. Von der Lagerung in der Kühlschranktür ist abzuraten, da die Temperaturen dort oft schwanken. Wichtig: Das im Kühlschrank gelagerte Medikament darf nicht in Kontakt mit der hinteren Kühlschrankwand kommen, da es sonst einfrieren könnte.
Umverpackung nicht wegwerfen
Der Großteil der Arzneimittel kann bei Zimmertemperaturen von 15 bis 25 Grad Celsius gelagert werden – ideal ist ein trockener, lichtgeschützter Platz wie das Schlafzimmer. Ins Badezimmer gehören Medikamente übrigens nicht, denn das feucht-warme Klima kann sich negativ auf die Arzneien auswirken. Ein Tipp gilt für alle Medikamente: Die Umverpackung dient als wichtiger Lichtschutz, sie sollte nicht weggeworfen werden.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine weit verbreitete Funktionsstörung des Kau- und Kiefersystems. Dr. med. dent. Hamide Farshi hat sich dieser Volkskrankheit gewidmet und aus ihrer Erfahrung heraus ein Buch geschrieben, das sowohl Patientinnen und Patienten als auch diejenigen, die vorbeugen wollen, aufklärt und Tipps zur Vermeidung gibt. Ein Ratgeber, der klar verständlich und mit erklärenden Bildern die CMD anschaulich aufbereitet.
Das SeMa sprach mit der Autorin über Symptome, Behandlung und die Möglichkeit, selbst etwas zu tun.
Dr. med. dent. Hamide Farshi,
Der Kiefer-Code, GU, ISBN 978-3-8338-9248-6,
19,99 Euro
SeMa: Was sind die ersten Symptome einer CMD?
Farshi: Die vier hauptsächlichen und grundsätzlichen Symptome der CMD sind einfach und immer gleich. Ich kenne keinen einzigen Patienten, auf den sie nicht zutreffen. Die meisten Patienten leiden unter mehreren, wenn nicht sogar allen vier Hauptsymptomen: Schmerzen, Funktionsstörungen, Missempfindungen, Ohr- und Kiefergeräuschen. Viele Patientinnen und Patienten sind oft hilf- oder ratlos, weil Sie bereits eine Vielzahl von Arztbesuchen hinter sich haben, weil Sie trotzdem immer wieder Kopfschmerzen haben, immer noch unter Schwindel leiden, weiterhin regelmäßig von Migräne-Attacken geplagt werden oder sogar Taubheitsgefühle in den Händen verspüren. Diese Liste ließe sich fast ins Unendliche verlängern, denn schier unendlich sind auch die weiteren Symptome, mit denen sich eine CMD ihren Weg durch den Körper bahnt.
SeMa: Wer Zahnersatz hat, kann seine Zähne durchs Knirschen doch nicht mehr schädigen, oder?
Farshi: Auch Zahnersatz, selbst wenn er aus Keramik oder Metall ist, kann durch Knirschen und Pressen geschädigt werden. Im besten Falle geht dadurch „nur“ der eingesetzte Zahnersatz kaputt und muss dann nach einer gewissen Zeit ersetzt werden. Das verursacht vor allem Kosten. Wenn sich allerdings der Biss dadurch verändert, können die Folgeschäden mittel- bis langfristig erheblich sein. Wir haben dann wieder einen typischen Auslöser für eine CMD.
SeMa: Welche körperlichen Schäden können durch eine CMD auftreten?
Farshi: Das ist sehr unterschiedlich und vor allem sehr bemerkenswert, da die möglichen Symptome häufig nicht nur direkt am Kiefer auftreten, sondern oft auch an Stellen, die man überhaupt nicht mit dem Kiefer in Zusammenhang bringen würde. Oder können Sie sich vorstellen, dass zum Beispiel ein Blähbauch oder Schmerzen am Knie mit dem Kiefer zusammenhängen?! Ganz typische Symptome sind allerdings Verspannungen in der Nackengegend oder auch Ohrgeräusche bis hin zu Tinnitus. Kopfschmerzen oder Migräne treten ebenfalls regelmäßig im Zusammenhang mit einer CMD auf. In meinem Buch beschreibe ich noch weitere Symptome ausführlich, tatsächlich ist das sehr unterschiedlich.
Stella Schossow vom Verlag GU im Gespräch mit Dr. med. dent. Hamide Farshi bei der Buchpräsentation.
SeMa: Wie läuft die Diagnostik in Ihrer Praxis ab?
Farshi: Grundsätzlich gilt bei allen Erkrankungen und Beschwerden, dass die richtige Diagnose die Grundvoraussetzung für eine wirksame Behandlung ist. Viele meiner Patientinnen und Patienten kommen mit einer zum Teil über Jahre andauernden Schmerz- und Behandlungs-Historie bei diversen Spezialisten zu mir. Das Problem: Keiner hat die Ursache, in diesem Falle eine CMD, erkannt und diagnostiziert, wodurch lediglich die Symptome behandelt wurden, nicht aber die Ursache. Wenn Patienten zu mir kommen, führe ich zunächst ein sehr ausführliches Gespräch mit ihnen über die Art der Beschwerden, seit wann sie bestehen und bei welchen Gelegenheiten diese mehr oder weniger auftreten. Es ist ein sehr intensives Gespräch, bei dem ich mir viele Notizen mache. Danach erfolgt die klinische Untersuchung, angefangen mit einem digitalen 3D-Scan der Zähne, bis hin zu einem Ganzkörperscreening, um die Statik des Körpers genau zu erfassen. Nach rund einer Stunde kann ich dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Diagnose stellen, ob die Ursache im Kiefer liegt und eine CMD-Behandlung Sinn macht, oder aber ob der Schuh woanders drückt und Kollegen aus anderen Fachrichtungen die richtige Adresse sind.
SeMa: Wie kann man CMD behandeln?
Farshi: Wenn eine CMD diagnostiziert wurde, folgen im Rahmen der Behandlung in der Regel zwei Schritte: Zunächst beginnt die Therapie mit der Anfertigung einer individuellen, so- genannten COPA-Schiene. COPA steht dabei für Craniomandibuläre-Orthopädische-Positionierungs-Apparatur. Mit einer solchen Schiene wird der Biss innerhalb von fünf bis acht Monaten in die richtige Position und die Körperstatik dadurch ins Lot gebracht. Bereits nach einer sehr kurzen Zeit spüren die meisten Patientinnen und Patienten eine deutliche Verbesserung der Symptome. Während der Behandlung wird die Schiene alle drei bis vier Wochen angepasst, wodurch sich der Biss nach und nach in die gewünschte Position verändert. Ist der Biss in der richtigen Position, geht es darum, den Behandlungserfolg langfristig zu manifestieren, denn wer möchte schon für den Rest seines Lebens eine Zahnschiene tragen?!
SeMa: Kann ich selbst etwas dafür tun, eine CMD zu verhindern?
Farshi: Da ein sehr häufiger Auslöser für eine CMD Stress ist, hilft es natürlich, diesen Stress zu reduzieren. Das ist allerdings viel leichter gesagt als getan und oftmals nicht so ohne Weiteres möglich. Bemerkt man aber, dass man mit den Zähnen knirscht oder auch stark presst, ist der erste sinnvolle Schritt, eine so- genannte Knirscher-Schiene anzufertigen. Diese ist mit einer COPA-Schiene nicht vergleichbar, schützt allerdings die Zahnsubstanz vor Abrieb. Eine präventive Behandlung der Kaumuskulatur mit Botulinumtoxin (Botox) kann ebenfalls Entlastung schaffen und einer CMD vorbeugen. In meinem Buch beschreibe ich auch einige Übungen, die man in den Alltag einbauen kann und die ebenfalls eine positive Wirkung zur Prävention bzw. bei einer bestehenden CMD haben.
SeMa: Danke für das Gespräch
Stephanie Rosbiegal © SeMa
Schilddrüsenhormone: Die richtige Einnahme zählt
Schilddrüsenhormone gehören mit zu den am meisten verschriebenen Arzneimitteln in Deutschland. Sie kommen beispielsweise bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer bestimmten Form des Kropfes zum Einsatz. Wenn die folgenden Hinweise zur Einnahme beachtet werden, können die Präparate ihre optimale Wirkung erzielen.
Schilddrüsenpräparate auf nüchternen Magen einnehmen
Rund 30 Minuten vor dem Frühstück und somit auf nüchternen Magen ist die richtige Einnahmezeit für die Schilddrüsenhormone. Ein leerer Magen hilft, die Wirkung am besten zu entfalten. Das Präparat wandert so schnell in den Dünndarm und von dort aus ins Blut. Im Blut angekommen, haben die folgenden Mahlzeiten keinen Einfluss mehr auf die Wirkung. Kommen die Schilddrüsenhormone bereits vorher mit den Bestandteilen anderer Nahrungsmittel in Berührung, kann dies die Wirksamkeit erheblich reduzieren. Dies gilt vor allem für die gemeinsame Einnahme mit Kalzium, das in Käse und anderen Milchprodukten enthalten ist.
Aus diesem Grund sollte auch darauf geachtet werden, Schilddrüsenpräparate ausschließlich mit Leitungswasser einzunehmen. Kaffee, Tee, Mineralwasser oder Fruchtsäfte können die Wirksamkeit der Medikamente negativ beeinflussen.
Werden Mineralstoffe in Form von Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln (z. B. Multivitaminpräparate, Kalzium- oder Eisentabletten) eingenommen, sollte dies zwei Stunden nach dem Schilddrüsenhormon erfolgen.
Nicht nur Mineralstoffe können die Wirkung von Schilddrüsenpräparaten mindern. Auch eine sojahaltige Ernährung kann zu einer Wirkverringerung führen. Daher ist es für die betroffenen Patienten besonders wichtig, ihren Arzt darauf aufmerksam zu machen. Oft ist dann eine engmaschige Überwachung des Hormonspiegels vonnöten, um die Dosierung der Medikamente anzupassen. Auch der Verzehr von sojahaltige Nahrungsergänzungsmittel sollte mit einem Arzt von vornherein abgesprochen werden, da auch diese unter Umständen eine Wirkminderung bewirken können.
Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker halten Chronisch kranke Patienten sollten unbedingt Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten, bevor sie mit der Einnahme von Schilddrüsenpräparaten beginnen. Mögliche Wechselwirkungen können nicht nur eine Wirkminderung, sondern im umgekehrten Falle auch eine Verstärkung des jeweiligen Präparates zur Folge haben. So vermindern Schilddrüsenhormone beispielsweise die Wirkung von Diabetestabletten, aber verstärken die Wirkung von Blutverdünnern.
Wenn fast jeder Schritt schmerzt ...
Die Ursache der PAVK ist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die zu starken Einengungen oder sogar zum kompletten Verschluss von Gefäßen und damit zu Durchblutungsstörungen der Beine, seltener auch der Arme, führt. Die Schmerzen in den Beinen rühren daher, dass durch die verengten Gefäße zu wenig mit Sauerstoff angereichertes Blut zu den Muskeln transportiert werden kann, welches diese zum Funktionieren, gerade unter Belastung, benötigen.
Ursachen der Krankheit sind Vererbung, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Bisher sind mehr Männer als Frauen betroffen (zwei Drittel zu einem Drittel). Leider holen gerade jüngere Frauen bei dieser Erkrankung auf. Das liegt zum einen am Rauchen und zum anderen an mangelnder Bewegung. Um die PAVK zu verhindern bzw. ihr Fortschreiten zu bremsen, ist es wichtig, die Begleiterkrankungen zu behandeln.
Die PAVK wird in der Gefäßmedizin in vier Stadien einge-teilt. Im ersten Stadium gibt es nur geringe Engstellen in den Gefäßen und diese verursachen keine Beschwerden. Im zweiten Stadium kommt es schon zu Schmerzen in Waden, Gesäß oder Oberschenkeln, und längere Wegstrecken machen Probleme.
Schmerzen in den Füßen und Zehen im Ruhezustand, besonders im Liegen, kommen im dritten Stadium hinzu. Im extremsten Fall, dem vierten Stadium, ist das Gewebe so geschädigt, dass es zu Amputationen kommen kann.
„Eine große bundesweite Studie (getABI) hat gezeigt, dass jeder Fünfte der beim Hausarzt Untersuchten eine PAVK im beginnenden oder sogar fortgeschrittenen Stadium hatte, ohne davon zu wissen. Oft wird dann hinter den Beschwerden ein orthopädisches Problem, z. B. Arthrose oder ein Muskel- faserriss, vermutet, und die Behandlung verzögert sich“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesell- schaft für Gefäßmedizin (DGA) in ihrem „DGA-Ratgeber Arterien“. Etwa die Hälfte der PAVK-Fälle betreffen die Oberschenkelarterie. Liegt die Ursache hier, ist der Puls in der Kniekehle und am Fuß nicht mehr zu tasten. Schmerzen bestehen hauptsächlich in der Wade. Etwa bei 30 Prozent der Fälle ist die Verengung in der Hauptschlagader im Beckenbereich. In der Leiste, Kniekehle und am Fuß fehlt der Puls. Hier klagen die Patientinnen und Patienten über Schmerzen in Gesäß, Oberschenkel und Wade. Etwa bei 20 Prozent der Fälle liegt die Verengung in den Arterien des Unterschenkels und Fußes. Am Fuß ist kein Puls tastbar, und die Fußsohle kann schmerzen.
Ärzte diagnostizieren die Krankheit zunächst mit dem Erfragen der möglichen Wegstrecken, die ohne Schmerzen gelaufen werden können, sowie mit dem Tasten des Pulses in der Leiste, den Kniekehlen und an den Füßen. Fehlt dieser an einer Stelle, deutet dies auf eine Erkrankung hin. Ein weiteres diagnostisches Verfahren ist die Lagerungsprobe nach Ratschow, bei der die Beine des Patienten über etwa eine Minute hoch gelagert werden. Dabei muss der Untersuchte die Füße kreisen lassen. Anschließend soll der Patient sie herabhängen lassen. Besteht eine arterielle Verschlusskrankheit, erblasst der betroffene Fuß beim Hochlagern, da er unzureichend durchblutet wird. Beim Herabhängen wird er erst später als der andere Fuß wieder rosig.
Besteht der Verdacht einer PAVK, gibt eine Ultraschallunter- suchung Aufschluss über die Beschaffenheit der Gefäß-wände und die Fließgeschwindigkeit. Auch eine Kathederbehandlung bringt Aufklärung. Hierbei wird Kontrastmittel in ein Gefäß in der Leiste gespritzt. Mittels einer Röntgenkontrolle kann die Ärztin oder der Arzt sehen, ob und wie sich das Kontrastmittel verteilt und wo es durch eine Verengung nicht hindurchfließt. Dort kann mittels eines Ballons das Gefäß aufgedehnt werden und bei Bedarf mit einem Stent (Metallgerüst) offen gehalten werden. Wird die PAVK nicht rechtzeitig erkannt, steigt das Risiko eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder eine Amputation durch plötzlichen Gefäßverschluss.
Mit einer Behandlung der Grunderkrankungen, dem Verzicht aufs Rauchen, einem gezielten Gehtraining sowie medikamentöser Behandlung kann der PAVK entgegengewirkt werden. Patientinnen und Patienten mit einer PAVK müssen auch nach einer Therapie regelmäßig durch den Hausarzt oder Gefäßmediziner untersucht werden.
S. Rosbiegal © SeMa
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist eine schwere Gefäßerkrankung, die im Volksmund „Schaufensterkrankheit“ genannt wird, weil die Betroffenen oft nur wenige Meter ohne Schmerzen gehen können und dann wieder stehen bleiben müssen.
(pi) Myoelektrische Orthese setzt Arme und Hände wieder in Bewegung! Wenn Gliedmaßen infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls ihren Zweck nicht mehr erfüllen konnten, mussten Betroffene diesen Umstand lange Zeit mehr oder weniger als endgültig hinnehmen. „Vor der Entwicklung moderner Medizin bedeutete die Lähmung oder Bewegungseinschränkung eines Körperteils auch den permanenten Ausfall dazugehöriger Funktionen“, erklärt John Frijters, Geschäftsführer der Myomo Europe GmbH. „Beeinträchtigte Menschen waren ab diesem Moment in ihrer Selbstständigkeit stark eingeschränkt und vermehrt auf fremde Hilfe angewiesen.“ Dank technischer Fortschritte und neuer Erkenntnisse auf dem Gebiet der Bionik lassen sich inzwischen gelähmte Gliedmaßen wie beispielsweise Arme und Hände mithilfe einer myoelektrischen Orthese wieder in Bewegung setzen.
Medizinische Entwicklungsarbeit
Jahrtausendelang kamen beim Verlust von Hand, Fuß oder Gliedmaßen Prothesen zum Einsatz. Sie dienten jedoch vornehmlich der Ästhetik, und selbst wenn sie ein Körperteil vergleichsweise gut imitierten, konnte von einer weitestgehenden Wiederherstellung verlorengegangener Funktionen längst noch nicht die Rede sein. „Mit wachsenden Erkenntnissen über die menschliche Anatomie und Neurologie sowie Fortschritten in der Sensorik, der Halbleiter- und Motortechnologie ließen sich myoelektrische Prothesen herstellen. Im Gegensatz zu früheren Hilfsmitteln konnten sie elektrische Spannungen auf der Haut messen und dadurch das Körperersatzteil in Bewegung setzen“, so Frijters. Von hier an war es der natürliche nächste Schritt, auch Extremitäten wieder bewegungsfähig zu machen, die noch mit dem Körper verbunden sind, aber ihren Zweck nicht mehr erfüllen können. Frijters erklärt: „In diesem Fall kommen myoelektrische Orthesen zum Einsatz, die auf den bisherigen Entwicklungen aufbauen. Bei einem System wie MyoPro® handelt es sich nicht um sogenannte Ersatzobjekte, sondern um ein modernes Hilfsmittel, das sich beispielsweise entlang von Arm und Hand anbringen lässt und deren Funktion wiederherstellt.“
Zukunftstechnik schon heute
Nach Schlaganfällen, Verletzungen des Plexus brachialis, infantiler Zerebralparese und Querschnittslähmungen ist die Funktionalität von Körperteilen zwar oft beeinträchtigt – jedoch finden nach wie vor schwache Muskelkontraktionen statt. Die dabei entstehenden Spannungen lassen sich auf der Haut messen. „Genau hier kommen myoelektrische Orthesen zum Einsatz. Sie unterstützen Arme und Hände in ihren Aktionen“, weiß Frijters. Myomo, ein Unternehmen für medizinische Robotik, entwickelte die hierfür notwendige Technik in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology. Dabei entstand das Orthesen-System MyoPro, das mit sensiblen Sensoren ausgestattet ist, die elektrische Impulse auf der Hautoberfläche erfassen und weiterleiten. Leistungsfähige Motoren übersetzen die übermittelten Informationen in Bewegung, wodurch Betroffene ihre oberen Gliedmaßen wieder mobilisieren können.
Zunehmend filigran
Wie weit die Technik sich entwickelt hat, zeigt sich am Grad der Individualisierung. „Sensoren und Motoren befinden sich mittlerweile auf einem technisch so fortgeschrittenen Niveau, dass sie unterschiedlich starke Signale wahrnehmen und in entsprechende Aktionen übersetzen können“, so Frijters. „Die Technik ermöglicht somit das Heben des Armes, das Strecken des Ellenbogens sowie das zielgerichtete Öffnen der Hände und das Greifen und Halten von Objekten. Anwender benötigen hierfür ein sechs- bis zwölfmonatiges Training, das neben dem korrekten An- und Ablegen des Gerätes auch dessen gezielte Steuerung beinhaltet. Zusätzlich lässt sich das Hilfsmittel an die individuellen körperlichen Besonderheiten jedes Nutzers anpassen, wodurch Bewegungen mit der Zeit immer fließender und filigraner vollzogen werden können.“ Bei entsprechender Eignung übernehmen gesetzliche Krankenkassen nicht nur die Kosten für das System, sondern auch für das dazugehörige Training.
Weitere Informationen unter www.myomo.de
Jede und jeder kennt es: Nach zu viel Fettigem, Süßem oder Alkohol müssen wir manchmal sauer aufstoßen. Es kommt zu einem brennenden Gefühl hinter dem Brustbein. Dem Wortsinn nach heißt „sod“ sieden. Das sogenannte Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und die Schleimhaut reizt. Es verschwindet bei den meisten schnell wieder, wenn das üppige Mahl verdaut ist.
Wer vor allem nachts von Sodbrennen geplagt wird, sollte vier Stunden vor dem Schlafengehen mit dem Essen aufhören. Auch ein Hochlagern des Oberkörpers mit Kissen kann ein Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre verhindern. Es hilft, auf der linken Seite zu schlafen. Dann liegt der Eingang zum Magen oben und der Rückfluss von Mageninhalt wird erschwert.
Bei leichten Beschwerden helfen ein paar einfache Hausmittel. Dazu zählen ein Glas lauwarmes Wasser, da es den Magensaft verdünnt und damit den Säuregehalt senkt, ein Glas Milch oder etwas in Wasser gelöstes Natron. Auch Kaugummikauen kann helfen, da es den Speichelfluss anregt und so die Magensäure verdünnt. Manche greifen nach reichhaltigem Essen gern zu einem Verdauungsschnaps. Davon ist abzuraten, denn der Alkohol hemmt die Magenmuskulatur und verlängert dadurch die Zeit, die der Speisebrei im Magen verbringt. Ein Verdauungsspaziergang ist die bessere Alternative, denn durch die Bewegung wird die Verdauung angeregt. Auch Mandeln können Magensäure binden. Dazu sollten die ungesalzenen und ungesüßten Mandeln vor dem Runterschlucken gründlich gekaut werden, bis eine breiige Masse entsteht.
Apotheken haben rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen, so wie die Gruppe der Antazida, etwa Magnesiumhydroxid. Es handelt sich um basische Salze, die bereits gebildete Magensäure im Magen binden und neutralisieren. Sie sind dazu geeignet, vorübergehende Beschwerden kurzfristig zu behandeln. Andere Medikamente sind die Protonenpum-penhemmer, die manchmal bei stärkerem Sodbrennen angezeigt sein können. Sie verhindern die Bildung eines Enzyms, das an den säurebildenden Zellen in der Magenschleimhaut Kanäle für den Ausstrom der Magensäure öffnet. Somit wird die Ausschüttung von Magensäure gehemmt. Auch wenn es die Mittel rezeptfrei gibt, sollte immer Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.
Hört das Sodbrennen trotzdem nicht auf, kann die Ärztin/der Arzt z. B. mittels Spiegelung (Endoskopie) die Speiseröhre und gegebenenfalls den Magen untersuchen, und durch eine Langzeit-Säuremessung (pH-Metrie) kann man den Säurerückfluss aus dem Magen nachweisen. Bei dieser Untersuchung wird eine feine Sonde über die Nase in die Speiseröhre geschoben und kurz vor dem Mageneingang platziert. Sie bleibt dort für 24 Stunden und misst regelmäßig den Säuregrad in der unteren Speiseröhre.
Stephanie Rosbiegal
„Jeder vierte Deutsche leidet mindestens einmal pro Monat unter Sodbrennen“, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). „Vor allem spätabends verzehrte reichhaltige Speisen verursachen nächtliches Sodbrennen“, so Professor Dr. med. Thomas von Hahn, DGVS-Experte und Chefarzt für Gastroenterologie und Interventionelle Endoskopie, Asklepios Klinik Barmbek. „Häufige Ursache hierfür ist eine Erschlaffung des oberen Schließmuskels des Magens. So fließen saurer Magensaft und angedaute Speisereste im Liegen zurück in die Speiseröhre“, erklärt von Hahn. Einige Menschen haben Sodbrennen aber auch stressbedingt. Manche leiden weniger unter brennenden Schmerzen, sondern sind heiser, müssen sich häufig räuspern oder, oftmals morgens, husten. Im Extremfall kann saurer Mageninhalt bis in den Rachen gelangen. Reizung der Schleimhaut in den Atemwegen und damit Halsschmerzen und schlechter Geschmack im Mund gehören dann zu den möglichen Beschwerden.
Sodbrennen ist aber auch eines der Hauptsymptome für eine Rückflusskrankheit (medizinisch: gastroösophageale Refluxkrankheit). Die Ursache ist meist eine Schwäche bzw. Funktionsstörung des Schließmuskels am Mageneingang. Auch eine Entzündung der Speiseröhre, eine Magenschleimhautentzündung, ein Magengeschwür, ein Reizmagen oder ein Zwerchfellbruch können Ursachen von Sodbrennen sein.
Erste Schritte, um leichtes Sodbrennen loszuwerden, können die Anpassung der Ernährung sein. Dazu sollte man auf die Auslöser des Sodbrennens achten und diese meiden. Auch der Verzicht aufs Rauchen kann der erste Schritt sein, das lästige Aufstoßen loszuwerden. Denn Nikotin, aber auch Alkohol wirken entspannend auf die Muskulatur. So kann auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen erschlaffen. Zudem können diese Genussmittel die Produktion von Magensäure steigern. Beides zusammen fördert das Auftreten von Sodbrennen.
Und wie bei so vielen Beschwerden: Übergewicht begünstigt Sodbrennen, weil vor allem das Bauchfett den im Magen herrschenden Druck steigert. So kann es passieren, dass Mageninhalt nach oben in die Speiseröhre gedrückt wird.
Es gilt als das männliche Geschlechtshormon schlechthin: Testosteron. Vielen ist es bekannt als Hormon für die Libido und Erektion, aber Testosteron kann mehr als das. Es ist u.a. auch verantwortlich für den Muskelaufbau und die Knochendichte.
Die Produktion nimmt ab dem vierten Lebensjahrzehnt langsam ab. Man geht von etwa einem Prozent pro Jahr aus.
Erst wenn der Testosteronspiegel verstärkt sinkt oder sich Beschwerden bemerkbar machen,
spricht man von einem Testosteron-Mangel-Syndrom (TMS).
Hypogonadismus?!
Bei niedrigem Testosteronspiegel spricht man in der Medizin von Hypogonadismus. Dafür gibt es mehrere Ursachen.
Entweder ist die Produktion in den Hoden gestört, dann nennt man dies „primärer Hypogonadismus“. Dieser tritt als angeborene Erkrankung oder nach Verletzungen der Hoden auf. Beim „sekundären Hypogonadismus“ ist die Produktion von Steuerungs-Hormonen im Gehirn, die die Produktion von Testosteron im Hoden anregen, beispielsweise durch Hirnblutungen oder
Schädel-Hirn-Traumen, gestört. „Die häufigste Ursache des Testosteronmangels ist der sogenannte Alters-Testosteronmangel (Alters-Hypogonadismus)“, erklärt Prof. Dr. med. Burkhard L. Herrmann, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, auf seiner Internetseite (www.endo-bochum.de). „Hierbei handelt es sich um einen Nachlass der Testosteronproduktion der Hoden mit unzureichender Stimulation aus der Hirnanhangsdrüse.“
Testosteronmangel
Durch einen Testosteronmangel kann es zu Impotenz und Fruchtbarkeitsstörungen kommen. Das ist die Hauptbefürchtung vieler Männer, denn „insgesamt 20 Prozent aller über 40-jährigen Männer sind von Potenzstörungen betroffen, die zum großen Teil durch Testosteronmangel verursacht werden“, schreibt das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG).
Aber weitere Folgen können Müdigkeit, Vergesslichkeit, Antriebslosigkeit, Leistungsabfall und depressive Verstimmungen sein. Ein Mangel kann ebenso mit verantwortlich sein für Übergewicht, Diabetes, Gefäßverkalkungen, Knochenschwund und Blutarmut. In der Forschung wird diskutiert, ob Testosteronmangel auch ein Faktor für die Entstehung von aggressivem Prostatakrebs sein kann und dass der Hormonmangel Blasenentleerungsstörungen hervorruft oder verstärkt, die bisher vor allem der Prostata zugeordnet wurden.
Mangel beheben
Bei niedrigen Testosteronwerten und Symptomen, die den Patienten belasten, sollte eine Behandlung erfolgen.
Dabei ist zu bedenken, dass eine Testosteronersatztherapie eventuell lebenslang fortgesetzt werden muss, da mit der Gabe von Testosteron die bestehende Eigenproduktion des Hormons gegebenenfalls ganz aufhören kann. Es gibt keinen klaren Grenzwert, ab dem immer eine Therapie erfolgen muss. Es ist immer eine Einzelentscheidung, da es auf Symptome ankommt, die eine Behandlung notwendig machen. „Einige Männer, deren Testosteronwerte sich im unteren Normbereich bewegen, weisen bereits deutliche Symptome auf, aber es gibt auch Männer, die sich gut und gesund fühlen, obwohl ihre Werte bereits unter dem Normbereich liegen“, schreibt die Stiftung Männergesundheit in ihrer Broschüre über Testosteronmangel.
Vielfältige Präparate
Testosteron gibt es in den unterschiedlichsten Darreichungsformen wie Pflaster, Spritzen, Gel, Kapsel oder Lösung. Welches Medikament und wie die Dosierung sein soll, muss mit einem Arzt geklärt werden. Auf eigene Faust sollte keine Präparate eingenommen werden, da sie auch erhebliche Nebenwirkungen wie Aggressionen, Leberschäden, Unfruchtbarkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall mit sich bringen können.
Eine gezielte Therapie kann aber im Zusammenhang mit anderen Grunderkrankungen helfen. „Die Hormontherapie ist kein Allheilmittel“, erklärt Prof. Dr. Sabine Kliesch, Vorsitzende der Patienten Akademie der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auf deren Internetseite. „Allerdings kann die Gabe von Testosterongelen oder Depotspritzen die Gesundheit und das Wohlbefinden des Patienten deutlich unterstützen. In dem Moment, in dem ich den Stoffwechselhaushalt auf hormoneller Seite wieder in Ordnung bringe, lassen sich auch andere gesundheitskritische Werte wie ein zu hoher Blutzucker besser behandeln“, betont die Urologin und ergänzt: „Studien haben gezeigt, dass ein Diabetiker, der begleitend unter einem unbehandelten Hypogonadismus leidet, früher stirbt, als ein Diabetiker mit einem behandelten Testosteronmangel.“
Therapie ohne Medikamente
Wie bei vielen Erkrankungen können Patienten auch bei einem leichten Testosteronmangel durch
einen gesunden Lebensstil mit Sport und ausgewogener Ernährung positiv auf die Testosteronproduktion einwirken.
Es gilt Übergewicht zu vermeiden und gezielt am Muskelaufbau bzw. -erhalt zu arbeiten.
Denn mit gezieltem Sport lässt sich die körpereigene Testosteronbildung steigern.
Weitere Informationen: www.dgu.de (Urologenportal), www.isg-info.de, www.stiftung-maennergesundheit.de.
S. Rosbiegal © SeMa
Das Hormon
Testosteron wird in den Hoden und Nebennieren produziert. Es ist verantwortlich für die Entwicklung der Geschlechtsorgane, inkl. der Ausbildung der typischen männlichen Geschlechtsmerkmale wie Behaarung und tiefe Stimme. Es steuert die Lust und sexuelle Aktivität sowie die Samenproduktion.
Das sollten Sie wissen: Die Füße bilden das Fundament des Körpers und sorgen für Beweglichkeit und Gleichgewicht. Wie Sie Fußfehlstellungen erkennen und effektiv vorbeugen, erfahren Sie hier.
Je nach Art der Fehlstellung können unterschiedliche Symptome auftreten. Während der Hallux Valgus anfangs oft unbemerkt bleibt, können bei Fersensporn bereits von Beginn an Schmerzen in der Plantarsehne auftreten. Klassische Anzeichen dabei sind ein dornartiger, knöcherner Auswuchs am unteren Fersenbein oder an der Fußsohle.
Der Spreizfuß ist ein nicht selten auftretendes Frauenleiden. Man erkennt ihn durch das abgesunkene Quergewölbe im vorderen Teil des Fußes. Dabei stehen der Mittelfuß und der Zehenwurzelknochen weit auseinander. Durch diese Fehlhaltung werden die Füße auf die Seite abgeknickt und der Vorderfuß wird somit immer breiter.
Falsches Schuhwerk, das entweder zu klein, zu eng, zu weit oder zu groß ist, führt zu Fehlbelastungen. In weiterer Folge kann es dadurch zu einem Plattfuß kommen. Man erkennt ihn daran, dass es überwiegend nach langen Belastungen zu Schmerzen an der Innenseite des Fußes kombiniert mit einem Müdigkeitsgefühl kommen kann.
Die entsprechende Behandlung ist von der Art der Fußfehlstellung, deren Ursache sowie dem Schweregrad abhängig. Nur mit einer korrekten Diagnose kann auch eine gezielte Therapie fokussiert werden. Aus diesem Grund gilt, sobald sich erste Beschwerden bemerkbar machen, diese auch wahrnehmen und fachmännisch abklären lassen.
Bleiben Fußprobleme dauerhaft unbehandelt, kann dies unangenehme Folgen in Bezug auf den gesamten Bewegungsapparat mit sich ziehen. Erste Maßnahmen der Behandlung sind meist maßgefertigte orthopädische Einlagen. Diese orthopädischen Hilfsmittel werden auf die individuellen Bedürfnisse passgenau angefertigt. Eine perfekte Passform ist dabei enorm wichtig, um einen möglichst raschen Behandlungserfolg zu erzielen.
Je nach Funktionalität werden verschiedene Einlagen für Schuhe unterschieden. Grundsätzlich sollen sie die Bewegung unterstützen und die Fußmuskulatur aktivieren. Außerdem gibt es Modelle, die für zusätzliche Stabilität sorgen. Kontinuierliches Tragen ist dabei unbedingt erforderlich.
Bereits in jungen Jahren ist richtiges und vor allen Dingen gutsitzendes Schuhwerk ausschlaggebend für gesunde Füße. Schuhe mit flexibler Sohle sind besonders gut geeignet, da sie ein dynamisches Abrollen und so eine natürliche Bewegung fördern.
Beim Schuhkauf sollte man immer beide Schuhe probieren, um zu erkennen, ob die Schuhe gut sitzen. Faustregel: es sollte ein Finger zwischen Ferse und hinterem Schuhrand Platz haben.
Ein anatomisch korrektes Gangbild ist ebenso wichtig. Während der Geh-Bewegung sollten die Ballen unter dem großen und kleinen Zeh sowie die Ferse gleichmäßig belastet werden. Die optimale Abrollbewegung lässt sich zum Glück gut trainieren und einüben.
Für ein gesundes Fundament, welches die Füße bilden, ist auch eine entsprechende Fußmuskulatur notwendig. Regelmäßiges Barfußgehen fördert diese und beugt möglichen Fußfehlstellungen effektiv vor.
Gesunde und starke Füße dienen jedenfalls nicht nur als Prophylaxe von Fußproblemen und Verletzungen. Sie fördern ein ganzheitliches Wohlbefinden des Bewegungsapparates.
Gastbeitrag von Schuh- und Orthopädietechnik Uttendorf
Fußfehlstellungen sind laut Medizin eine Abweichung der idealen, anatomischen Fußform. Dabei können sich die Fußknochen entweder verschieben oder verformen. Beides kann sowohl unbemerkt als auch unter Beschwerden auftreten. Oft bleiben kleinere Deformitäten völlig unauffällig und stellen somit auch kein medizinisches Problem dar.
Allerdings sollten auffällige Verformungen medizinisch abgeklärt werden. Die Funktionalität des Fußes und damit auch seine Form sind eine wichtige Voraussetzung für einen aufrechten, korrekten Gang.
Fußfehlstellungen werden entweder angeboren oder im Laufe der Zeit durch diverse Umstände erworben. Angeborene Fehlstellungen sind meist auf eine Bindegewebsschwäche zurückzuführen. Erworbene Deformitäten basieren in der Regel auf einer schwachen Fußmuskulatur.
Viele Menschen verbringen zu viel Zeit in Schuhen, anstatt barfuß zu laufen. Das hat zur Folge, dass die Fußmuskulatur immer schwächer wird und somit kaum eine schützende Funktion vor Fehlstellungen einnehmen kann.
Neben einer schwachen Fußmuskulatur zählen auch falsches Schuhwerk sowie Fehl- oder Überbelastungen zu den häufigsten Ursachen einer Fußfehlstellung. Schuhe, die entweder zu eng oder zu weit sind oder jene mit schlechter Innensohle, können die Füße auf Dauer beeinträchtigen. Tipp: mit speziellen orthopädischen Einlagen für Schuhe kann man eine erste Linderung der Beschwerden erzielen bzw. Fehlstellungen gezielt vorbeugen.
Die Füße sind täglich enormen Belastungen ausgesetzt. Ihr Aufbau ist sehr komplex und besteht aus vielen Einzelteilen. Aus diesem Grund verdienen sie die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt, um sie so lange wie möglich gesund zu erhalten.
Die meist verbreitetsten Fußprobleme stellen der Fersensporn, Knick-Senk-Fuß sowie der Spreizfuß dar. Eine ebenso häufige Fußfehlstellung ist der Hallux Valgus. Man findet ihn auch unter dem Namen „Frostballen“ oder „Ballenzehe“. Dabei handelt es sich um eine Schiefstellung der Großzehe im Grundgelenk nach außen. Im Anfangsstadium stellt der Hallux Valgus meist nur ein ästhetisches Problem dar. Erst im Laufe der Zeit kann es zu weiteren mit Schmerzen verbundenen Beschwerden kommen.
Jetzt geht es wieder los: Die Nase läuft und der Hals kratzt. Die Viren greifen um sich und machen uns krank. Viele Faktoren tragen dazu bei, dass es nun wieder mehr Erkältungs- und Grippekranke gibt. Erkältung kommt zwar nicht unmittelbar von Kälte, aber die Immunabwehr läuft in der Nase bei kalten Temperaturen nicht so gut, sodass sie die Viren nicht nachhaltig bekämpfen kann. Die Krankheitserreger können leichter eindringen und sich vermehren. Zusätzlich macht die Heizungsluft unsere Schleimhäute trocken und damit anfälliger für Erreger.
Ob es sich um eine Erkältung bzw. einen grippalen Infekt oder eine echte Grippe handelt, kann Ihnen am besten Ihr Hausarzt sagen und entsprechende Medikamente verschreiben. Wenn es nicht zu Komplikationen kommt, stimmt bei einer einfachen Erkältung in der Regel der Spruch: Mit Medizin dauert es sieben Tag, ohne eine Woche.
Grippe oder Erkältung
Bei einer Grippe handelt es sich um eine bestimmte Art von Virus, bei einer Erkältung können über 100 verschiedene Erreger Auslöser für eine Erkrankung sein.
Einige Krankheitsanzeichen wie beispielsweise Husten können durchaus ähnlich sein. Beim typischen Verlauf unterscheiden sie sich aber anhand einiger Merkmale. So tritt eine Grippe meist innerhalb weniger Stunden auf und wird von hohem Fieber begleitet. Dazu kommen Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Erkältung entwickelt sich oft Schritt für Schritt: Erst kratzt der Hals, dann läuft die Nase, und der Husten folgt am Ende der Erkrankung.
Grippeschutzimpfung
Die Grippe – von Fachleuten Influenza genannt – ist im Gegensatz zu einer Erkältung eine schwere Erkrankung, an der jedes Jahr viele Menschen sterben, weil es zu Komplikationen wie Lungenentzündung kommen kann. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für sogenannte Risikogruppen. Dazu gehören Menschen, die älter als 60 Jahre sind, Bewohner/-innen von Alten- und Pflegeheimen und Schwangere. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die bestimmte chronische Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Herzleiden haben, gehören ebenso dazu. Auch wer eine angeborene oder erworbene Immunschwäche hat, sollte sich impfen lassen. Wer im Krankenhaus oder im Altersheim arbeitet oder einen Beruf ausübt, bei dem er viel mit anderen Menschen zu tun hat, dem wird ebenfalls eine Immunisierung empfohlen. Wer mit einem Risikopatienten zusammenlebt beziehungsweise sich um ihn kümmert gehört auch in die Gruppe derer, die sich impfen lassen sollte.
Für die Impfung gegen die saisonale Influenza 2018/2019 empfiehlt die STIKO den Einsatz von Vierfachimpfstoffen.
In einigen Fällen kann man auch trotz einer Impfung an Grippe erkranken. Das ist der Fall, wenn der Grippeimpfstoff nicht zu den Viren passt, die im Umlauf sind, oder man sich bereits vor der Impfung beziehungsweise innerhalb der 14 Tage bis zum vollen Wirkeintritt der Impfung mit Grippe infiziert hat. Dies sollte aber kein Argument sein, auf eine Impfung zu verzichten.
Wenn es doch passiert
Wenn Sie die Erkältung oder Grippe trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt hat, gibt es ein paar Hausmittel, auf die Sie unterstützend zurückgreifen können. Ein Dampfbad mit Salzwasser hilft bei Schnupfen, den Schleim zu lösen. Gurgeln mit Salzwasser ist angenehm gegen Halsschmerzen. Eine heiße Zitrone mit Honig lindert das Kratzen im Hals. Auch ein Kartoffelwickel kann helfen: Dazu nehmen Sie mehrere gekochte Kartoffeln und drücken diese noch warm auf ein Küchenhandtuch. Schlagen Sie den Brei so ein, dass nichts heraus fallen kann, und wickeln Sie sich das Tuch um den Hals. Der Wickel bleibt so lange am Hals, bis die Kartoffeln vollständig abgekühlt sind.
Selbst hergestellter Zwiebelsaft ist bei Husten eine gute Alternative zu schleimlösenden Medikamenten und Hustenstillern. Der Saft ist keimtötend und soll die Abwehr steigern. Nehmen Sie eine mittelgroße Zwiebel und hacken diese klein. Geben Sie die Würfel in einen Becher und übergießen Sie sie mit einem gehäuften Teelöffel Honig und mischen diesen unter. Den Becher abdecken. Nach ein paar Stunden hat der Honig den Saft aus der Zwiebel gezogen. Nehmen Sie im Laufe des Tages mehrmals einen halben Teelöffel davon ein.
Gesund essen
Hühnersuppe mit viel Gemüse galt schon zu Großmutters Zeiten als ideales Mittel bei Erkältungen. Wissenschaftler der University of Nebraska Medical Center in Omaha (USA) zeigten in einem Laborversuch, dass Hühnersuppe entzündungshemmend wirkt und damit die Symptome eines Atemwegsinfektes abmildern kann. Hühnersuppe blockiert im Körper bestimmte weiße Blutkörperchen, die Neutrophilen. Außerdem steckt der Eiweißstoff Cystein in der Suppe. Dieser wirkt entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute. Eine heiße Suppe fördert zudem die Durchblutung, macht ein warmes Gefühl, und der heiße Dampf löst den Schleim aus den oberen Atemwegen.
Während einer Erkältung bilden sich freie Radikale im Rahmen der Immunabwehr. Vitamin C wirkt antioxidativ und fängt sogenannte freie Radikale ab und macht sie unschädlich. Zitrusfrüchte, Kohl und Paprika sind gute Lieferanten des Vitamins. Neben Vitamin C spielen weitere Vitamine für das Abwehrsystem eine Rolle. Dazu gehören die Vitamine A, D und E sowie B-Vitamine. Ebenfalls wichtig für die Abwehrkräfte ist das Spurenelement Zink, da es so wie Vitamin C als Radikalfänger wirkt. Darüber hinaus ist das Spurenelement Bestandteil von mehr als 200 Enzymen und somit an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Es findet sich vermehrt in rotem Fleisch und Geflügel. Aber auch Hülsenfrüchte, Schellfisch, Bohnen, Nüsse, grüner Tee, Weizenkeime und Käse sind gute Zinklieferanten.
Wenn Sie kein Fieber haben, ist ein kurzer Spaziergang gut für die Atemwege. Danach sollte es aber wieder aufs Sofa gehen. Der Körper hat genug mit dem Kampf gegen die Viren zu tun. Lassen Sie ihm die Zeit und gönnen Sie sich ein paar Tage Ruhe.
Zutaten:
1 mittelgroßes Bio-Suppenhuhn
1 bis 2 Bund Suppengemüse (je nachdem, wie viel Gemüse in der Brühe gewünscht ist)
Salz
1 Messerspitze Ingwerpulver
Zubereitung:
Das Huhn in einen großen Topf mit zwei Liter kaltem Wasser legen. Das Wasser zum Kochen bringen, und das Huhn eine Stunde bei geringer Hitze leicht köcheln lassen.
Das Huhn herausnehmen und die entstandene Brühe durch ein Sieb in einen Topf gießen.
Das Suppengemüse waschen, putzen und zerkleinern. Das Gemüse in der Brühe 20 Minuten garen. In der Zeit das Fleisch von den Knochen lösen und kleinschneiden. Das Hühnerfleisch zur Suppe hinzugeben. Die Suppe zum Schluss mit Salz und Ingwer abschmecken.
Zum Sattmachen können Nudeln oder Reis zur Suppe gekocht und bei Bedarf portionsweise auf den Tellern verteilt werden.
S. Rosbiegal © SeMa
Lebensstil bewusst verändern
Der Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Diabetes? Was nützt, was nicht – praktische Hilfen für den Alltag“ hat 240 Seiten und kostet 19,90 Euro.
(pi) Wer die Diagnose Diabetes erhält, ist erst einmal verunsichert. Kann ich weiter essen, was mir schmeckt? Wie schränkt mich die Erkrankung im Beruf oder beim Sport ein? Die gute Nachricht ist, dass jeder und jede Betroffene durch gesundheitsbewusstes Verhalten gegensteuern kann. Wenn Bewegung, Gewichtsabnahme sowie zuckerarme und kohlenhydratbewusste Ernährung dauerhaft in den Alltag integriert werden, ist ein aktives Leben möglich.
Der Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Diabetes?“ der Verbraucherzentrale hilft dabei. Er soll keinen Arztbesuch ersetzen, sondern ist mit seinen Praxisbeispielen, Experteninterviews und Checklisten als wertvolle ergänzende Information gedacht. Da 95 Prozent der Patienten am Typ-2-Diabetes erkrankt sind, liegt hier der Schwerpunkt des Buches. Zudem informiert es über mögliche Komplikationen und Schwangerschaftsdiabetes, gibt Hinweise, was beim Autofahren und Reisen oder beim Sport zu beachten ist, und bietet Tipps für unterschiedliche Ernährungsweisen. Auch wenn Betroffenen schon lange keine strikte Diät mehr verordnet wird – richtiges Essen und Trinken sind zentrale Bausteine einer erfolgreichen Behandlung. Als praktische Hilfestellung finden sich dazu im Rezeptteil mehr als 60 familientaugliche und erprobte Ideen für die Alltagsküche.
Bestellmöglichkeiten:
Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211/38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.
Für den Salat:
50 g Kichererbsen, abgetropft 60 g Paprikaschote, rot 20 g Frühlingszwiebel, 60 g Paprikaschote, gelb 80 g Tomate 60 g Fetakäse
Für die Salatsoße:
1 TL Honig, 1 TL Senf (mittelscharf), 1 Knoblauchzehe, 1 EL Essig (Weißweinessig), 1 EL Wasser, 1 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Energie 413 kcal, Fett 27 g, Kohlenhydrate 26 g, Eiweiß 16 g, Ballaststoffe 7 g, Anrechenbare KE: keine
1. Tomaten waschen und in feine Scheiben, die Paprikaschoten in feine Streifen schneiden. Die Zwiebeln schälen und in sehr feine Ringe schneiden. Den Fetakäse würfeln.
2. Honig mit Senf, gepresstem Knoblauch, Essig, Wasser und Olivenöl verrühren, mit Salz und Pfefer würzen.
3. Die Kichererbsen, das Gemüse und den Schafskäse in ein breites Glas schichten.
4. Dabei jede Schicht mit der Vinaigrette beträufeln. Die Gemüseschichten jeweils leicht salzen und pfeffern. Zugedeckt ca. 2 bis 3 Stunden durchziehen lassen und dann direkt aus dem Glas essen.
1 Knoblauchzehe, 1 Zwiebel, 1 EL Rapsöl, 80 g rote Linsen, 500 g Tomatenstücke, 400 ml Kokosmilch, Salz, Pfeffer, Chilipulver, Kurkuma und Koriander (gemahlen)
Energie 226 kcal, Fett 7 g, Kohlenhydrate 27 g, Eiweiß 13 g, Ballaststoffe 9 g, Anrechenbare KE: 0,5
1. Den Knoblauch und die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden.
2. Das Rapsöl in einem Topf erhitzen. Knoblauch und Zwiebel darin andünsten. Die Linsen zugeben und unter Rühren kurz mitdünsten. Mit den Tomatenstücken ablöschen.
3. Alles aukochen und 20 Minuten köcheln lassen.
4. Die Kokosmilch zugeben und die Suppe mit Salz, Pfeffer Chilipulver, Kurkuma und Koriander abschmecken.
Für die Zucchini:
2 Zucchini, 1 EL Rapsöl, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 100 g Thunfisch (im eigenen Saft), 2 EL Kapern, 40 g Schmand, Pfeffer, Chilipulver, Salz, 1 EL Petersilie (frisch gehackt), 50 g geriebener Gouda
Für die Soße:
1 Zwiebel, 1 EL Rapsöl, 500 g Tomatenwürfel ,Salz, Pfeffer, frische italienische Kräuter (z. B. Basilikum, Thymian), 1 Prise Zucker
Energie 500 kcal, Fett 41 g, Kohlenhydrate 13 g, Eiweiß 21 g, Ballaststoffe 5 g, Anrechenbare KE: keine
1. Zwiebel würfeln und im Rapsöl leicht bräunen.
2. Die gewürfelten Tomaten zugeben, mit den Kräutern, Gewürzen und einer Prise Zucker abschmecken und 5 Minuten leicht köcheln lassen. Die Soße in eine Auflaufform geben.
3. Die Zucchini waschen, längs halbieren und mit einem Löffel aushöhlen, dabei einen dickeren Rand stehen lassen. Das ausgelöste Zucchinifleisch klein würfeln und bereitstellen.
4. Knoblauch schälen und pressen, die Zwiebel fein würfeln. 5. Das Rapsöl in eine Pfanne geben und erhitzen. Die Zwiebelwürfel darin leicht bräunen und den Knoblauch dazugeben. Das Zucchinifleisch zufügen und ca. 5 Minuten dünsten. Den Thunfisch zerkleinern und einrühren. Kapern zufügen und mit den Gewürzen abschmecken, den Schmand unterrühren.
6. Gehackte Petersilie zugeben und die Masse in den Zucchinihälften verteilen. Die Zucchinischiffchen auf die Tomatensoße legen und mit dem Käse bestreuen. Im Ofen bei 180 °C 30 Minuten backen.
Tipp: Dazu Vollkornreis oder Vollkornnudeln und einen Blattsalat servieren, die Kohlenhydrate sind anrechenbar.
4-6 Spitzkohlblätter, etwas Olivenöl, 2 Streifen Lachsilet (TK), je Filet 125 g, bereits aufgetaut, Salz, Pfeffer, ½ Bio-Limette, 2 Knoblauchzehen
Energie 152 kcal, Fett 9 g, Kohlenhydrate 2 g, Eiweiß 16 g, Ballaststoffe 1 g, Anrechenbare KE: keine
1. Die großen Kohlblätter etwa 2 Min. kochen, damit sie besser formbar sind.
2. Nach dem Abkühlen mit etwas Olivenöl einpinseln.
3. Den aufgetauten Lachs etwas trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Jeweils ein Stück Lachs auf 2 bis 3 Kohlblätter setzen. Die Limette und den Knoblauch (geschält) in dünne Scheiben schneiden und auf dem Lachs verteilen.
4. Die Kohlblätter mit dem Lachs zu einem Päckchen packen und mit einem Band verschließen.
5. Die Lachspäckchen etwa 15 Minuten grillen.
Dazu passen Vollkornbaguette und Salat, zum Beispiel: frühlingsfrischer Nudelsalat, die Kohlenhydrate sind anrechenbar.
Tipp: Auf dem Grill können gerade Kohlblätter schnell angebrannte Stellen bekommen. Diese bitte nicht mitessen! Informationen zum sicheren, gesunden Grillen finden Sie hier: verbraucherzentrale.de/grillen
Leberentzündung hat viele Varianten
Unter Hepatitis versteht man eine Entzündung der Leber. So einfach diese Erklärung klingt, so vielfältig sind die verschiedenen Ausformungen. Viren, Medikamente und Autoimmun- erkrankungen können Auslöser sein. Mit den Buchstaben A, B, C, D und E werden die unterschiedlichen Varianten bezeichnet. Alle Hepatitis-Erkrankungen sind meldepflichtig.
Eine akute Hepatitis dauert weniger als ein halbes Jahr. Bei einer chronischen Hepatitis beträgt die Krankheitsdauer mehr als sechs Monate. Besonders aus den Hepatitisformen B, C und D kann sich ein chronischer Verlauf entwickeln.
Hepatitis A
Die Hepatitis A wird hauptsächlich über Trinkwasser übertragen, das durch die Ausscheidungen von erkrankten Patienten verunreinigt wurde oder durch eine sogenannte Schmierinfektion, wenn sich Patienten nach dem Toilettengang nicht gründlich die Hände waschen und die Viren beispielsweise auf Türklinken oder Wasserhähnen übertragen werden. Von dort können die Erreger auf die Hände und in weiterer Folge eventuell auf die Mundschleimhaut von Gesunden gelangen. Es kommt auch vor, dass Hepatitis A durch verunreinigte Lebensmittel wie Speiseeis oder Meeresfrüchte übertragen wird.
Fieber, Übelkeit oder Appetitverlust sind erste Anzeichen. Durch die vergrößerte Leber entsteht Druckschmerz unter dem rechten unteren Rippenbogen. Haut und Augäpfel können sich im späteren Verlauf gelb färben, was daran liegt, dass der Gallenfarbstoff Bilirubin nicht mehr über die Galle in den Darm abgegeben wird, sondern sich im Blut ansammelt. Zudem wird der Gallenfarbstoff über die Nieren nach außen geleitet. Der Urin wird dunkel, und der Stuhl bleibt hell. Auch Juckreiz ist ein häufiges Symptom. Er entsteht, weil sich Gallensäuren in die Haut einlagern.
Nach einer überstandenen Infektion ist man lebenslang immun gegen Hepatitis-A-Viren.
Hepatitis B
Die weltweit häufigste Form der Leberentzündung ist der Typ B. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Zahl der chronisch Infizierten im Jahr 2015 auf 257 Millionen. An den Folgen dieser Erkrankung sterben jährlich etwa 600.000 Menschen.
Die Ansteckung erfolgt über Blut- und Sexualkontakte sowie andere Körperflüssigkeiten. Auch bei der Geburt kann sich das Kind bei der Mutter anstecken, und Drogenabhängige können sich durch Nadeln von Infizierten ebenfalls infizieren. Eine Hepatitis B kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Die ersten Symptome zeigen sich im Schnitt zwei bis vier Monate nach der Ansteckung. Als Folge der chronischen Leberentzün- dung können sich Leberzirrhose und Leberkrebs entwickeln.
Hepatitis C
Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, wobei das Virus auch in anderen Körperflüssigkeiten nachgewiesen wurde. Das Ansteckungsrisiko ist besonders hoch bei kontaminiertem Besteck zum Drogenkonsum, aber auch bei Tätowier- oder Piercingwerkzeugen.
Eine chronische Hepatitis C verläuft meist über viele Jahre schleichend und unbemerkt. Die Symptome bei Hepatitis C sind ähnlich der des Typs B. Muskel- und Gelenkschmerzen oder Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel können hinzukommen.
In einer aktuellen Empfehlung des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen e. V. (bng) zur Therapie der chronischen Hepatitis C heißt es, dass die Therapie der chronischen Hepatitis C sich in den letzten fünf Jahren dramatisch gewandelt habe. Die Zulassung hocheffektiver direkt antiviral wirksamer Substanzen (DAAs) seit Januar 2014 habe dazu geführt, dass heute fast alle Patienten mit chronischer Hepatitis C geheilt werden können. Dies gelinge bei gleichzeitig kürzerer Therapie- dauer und nebenwirkungsarmer Behandlung, so der bng.
Hepatitis D
Hepatitis-D-Viren können sich nur mithilfe von Hepatitis-B-Viren vermehren und eine Infektion hervorrufen, sodass Menschen mit Hepatitis D auch eine Hepatitis-B-Infektion haben. Bei dieser Kombination kommt es oft zu schwer verlaufenden chronischen Leberentzündungen.
Hepatitis E
Besonders in Afrika und Asien findet man den Hepatitis- E-Erreger. Trinkwasser und Nahrung sind Überträger. In Deutschland und anderen Industrieländern kann Hepatitis E über halb gares Schweine- oder Wildfleisch übertragen werden. Deshalb sollte Fleisch nur gar verzehrt werden. Symptome und Verlauf sind ähnlich wie bei der Hepatitis A.
Besondere Formen
Es gibt die Virusbegleithepatitis, wenn die Leberentzündung als zusätzliche Krankheit zu einer anderen Viruserkrankung wie Herpes oder Pfeiffersches Drüsenfieber auftritt.
Kommt es zu einer Leberentzündung durch Fehlfunktion des Immunsystems, nennt man diese Autoimmunhepatitis. Diese Form der Leberentzündung ist sehr selten. Am häufigsten tritt sie im Alter zwischen 40 und 70 Jahren auf. Die meisten Patienten sind weiblich. Eine Therapie erfolgt meist über Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.
Untersuchung
Um eine Leberentzündung festzustellen wird, neben einer ausführlichen Befragung des Patienten, eine Blutprobe auf Antikörper gegen die Hepatitisviren (A, B, C, D und E) untersucht. Es wird dabei nach spezifischen Abwehrstoffen, die der Körper bei einer Infektion mit solchen Erregern produziert, gesucht. Die Art der nachgewiesenen Antikörper zeigt auch an, wie weit die Leberentzündung bereits fortgeschritten ist.
Mit einer Ultraschalluntersuchung kann die Leber abgebildet und gesehen werden, ob diese z. B. vergrößert ist. Eine Gewebeprobe der Leber klärt den Grad der Leberentzündung.
Die Leber ist das menschliche Entgiftungsorgan. Deswegen ist bei einer Hepatitis Alkohol verboten, und leberschädigende Medikamente sollten vermieden werden.
Vorsorge
ersicherte ab 35 Jahren haben künftig Anspruch, sich auf Hepatitis B und Hepatitis C als Bestandteil des Gesundheits-Check-ups beim Hausarzt einmalig testen zu lassen, so der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 20. November 2020. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fordert eine rasche Umsetzung des Beschlusses und appelliert an Versicherte, von der wichtigen Untersuchung Gebrauch zu machen, sobald diese in die Praxis umgesetzt wird. „Viele Virushepatitiden verlaufen relativ symptomarm und werden oft erst dann erkannt, wenn sie bereits zu schwer zu therapierenden Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs geführt haben“, sagt Professor Dr. med. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.
Wichtig für den Schutz vor einer Virus-Hepatitis-Ansteckung sind vor allem Hygiene und – bei den Typen A und B – eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Hepatitis-A- und -B-Impfung besonders für Reisende in Regio-nen mit erhöhter Ansteckungsgefahr, wie Asien, Südamerika, Afrika, dem Mittelmeerraum und Osteuropa. Auch Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sollten sich gegen Hepatitis A imp-fen lassen. Dazu zählen beispielsweise medizinisches Personal, Kanalisationsarbeiter sowie Menschen mit der Bluterkrankheit Hämophilie, die Blutgerinnungsfaktoren übertragen bekommen.
Die Impfung gegen Hepatitis B wird für Babys und medizinisches Personal sowie immungeschwächte Menschen empfohlen.
Selbsthilfegruppen:
• Deutsche Leberhilfe e. V. www.leberhilfe.org
• Deutsche Leberstiftung www.deutsche-leberstiftung.de
Deutschlandweit erkranken jährlich 67.000 Männer an Deutschlandweit erkranken jährlich 67.000 Männer an Prostatakrebs, berichtet die Stiftung Männergesundheit. Damit ist dieser Tumor die häufigste Krebserkrankung beim Mann.
Die Häufigkeit von Prostatakrebs nimmt seit fast drei Jahrzehnten zu. Das ist zum größten Teil auf die neuen Methoden zur Früherkennung zurückzuführen, durch die Prostatatumore, vor allem im Frühstadium, entdeckt werden. Zudem werden Männer immer älter und das Risiko einer Erkrankung steigt mit höherem Alter.
Klein, aber oho
Die Prostata, oder auch Vorsteherdrüse, ist eine etwa kastaniengroße Drüse und produziert einen Teil des Spermas. Sie liegt unterhalb der Harnblase und umschließt den Anfangsteil der Harnröhre bis hin zum Beckenboden.
Erschreckende Krebsdiagnose
Jede Krebsdiagnose ist erst einmal ein Schock für die Betroffenen, aber auch für die Angehörigen. Wer gut informiert in die Behandlung geht und alle Vor- und Nachteile der Therapien kennt, kann sich guten Gewissens in die Hände der Ärzte begeben. Beim Prostatakrebs gibt es bezüglich der Heilungschancen gute Prognosen. Und auch nicht jeder Mann muss sich gleich unters chirurgische Messer begeben, denn damit gehen mögliche Impotenz oder Inkontinenz einher. Viele Tumore können unter stetiger Kontrolle bleiben, so dass die Prostata nicht entfernt werden muss.
Wann zum Arzt?
Generell wird Männern ab dem 45. Lebensjahr eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt. Wer Beschwerden beim Wasserlassen oder Blut im Urin hat, sollte – egal in welchem Alter – einen Urologen aufsuchen. Sie sind die Spezialisten, wenn es um Prostabeschwerden geht. Nicht immer muss hinter diesen Symptomen eine Krebserkrankung stecken. Auch Entzündungen der Niere, Blase oder der Prostata können Ursache sein. Urologen haben mehrere Möglichkeiten, die Prostata zu untersuchen: Bei einem Tastbefund untersucht der Arzt/die Ärztin über den Enddarm die Prostata, indem er/sie sie abtastet.
PSA-Test
Das Prostataspezifische Antigen (PSA), das in der Prostata gebildet wird, kann durch einen Bluttest gemessen werden. Ist dieser Wert erhöht, kann das auf einen Tumor hindeuten. Durch diese Untersuchung können Ärzte Tumore in einem frühen Stadium entdecken, in dem der Tumor noch keine Beschwerden macht und damit unentdeckt bliebe. Diese Leistung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und kostet etwa 30 Euro. „Der Nutzen dieser Untersuchung zur Krebsfrüherkennung ist trotz vieler Studien umstritten“, berichtet der Krebsinformationsdienst. „So sollte man wissen, dass das Testergebnis nur die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms vorhersagt. Denn ein normaler PSA-Wert ist keine Garantie dafür, dass kein Krebs vorliegt. Und umgekehrt bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht zwangsläufig Prostatakrebs“, formuliert die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. auf ihrer Internetseite.
Mehr Aussage, ob ein Krebsrisiko besteht, kann ein Arzt machen, wenn Werte im Vergleich beobachtet werden und der PSA-Wert innerhalb weniger Wochen ansteigt. Deswegen werden Patienten, die einen hohen PSA-Wert haben, aber kein Tumor ertastbar ist, wenige Wochen später ein zweites Mal getestet. Da dies alles nur als Hinweis dient, muss zur Überprüfung, ob Tumorzellen vorhanden sind, eine Gewebeprobe entnommen werden.
Abwartende Haltung
„Rund zwei Drittel der früh erkannten Prostatakarzinome wachsen langsam und verursachen im Laufe des Lebens keine Beschwerden“, schreibt die Stiftung Männergesundheit in ihrer Broschüre. „Immer sollte nach der Diagnose eine umfassende Aufklärung durch den Arzt erfolgen.“
Operation
Bei der Operation wird die Prostata vollständig entfernt. Bei dieser Operation ist es möglich, dass Nerven geschädigt werden. Mögliche Folgen des Eingriffs sind Inkontinenz und Impotenz. Die Inkontinenz lässt sich meist durch ein gezieltes Beckenbodentraining beheben.
Hormonentzug
Eine Hormonentzugstherapie wird bei Tumoren mit großer Aggressivität angewendet, also denen, die schon Metastasen im Körper gestreut haben. Hierbei wird das Hormon Testosteron blockiert, um den Krebszellen ihre „Nahrung“ zu entziehen. Die Therapie hat viele Nebenwirkungen wie Potenzstörungen, erhöhtes Osteoporoserisiko, depressive Verstimmungen und Stoffwechselveränderungen sind einige von ihnen.
Bestrahlung besser als Operation?
Männer mit Prostatakrebs leiden später und seltener unter Inkontinenz oder Potenzstörungen, wenn sie sich für eine Bestrahlung des Tumors statt für eine Operation entscheiden. Dies kam in der ersten großen Vergleichsstudie heraus, deren Ergebnisse 2016 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Sie zeigt nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO), dass die Strahlentherapie für viele Männer eine vergleichbar effektive, aber schonendere Alternative zur Operation ist. „Die Strahlentherapie ist über die Jahre nicht nur effektiver geworden, sondern die Wahl der Behandlung hat auch wichtige Auswirkungen auf die Lebensqualität“, sagt Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Debus, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für RadioOnkologie am Universitätsklinikum Heidelberg.
Eine Operation kann beispielsweise infolge einer Verletzung der Harnröhre oder der Nerven im Bereich der Prostata eine Inkontinenz zur Folge haben. Ein halbes Jahr nach der Operation mussten 46 Prozent der Patienten regelmäßig Einlagen tragen, nach der Radiotherapie war dies nur bei vier Prozent der Patienten der Fall. Ein weiterer Nachteil der Operation kann eine Impotenz sein. „Die Erektionsfähigkeit ist heute für viele Männer auch im hohen Alter wichtig“, sagt Professor Wiegel, Leiter der AG Prostata der DEGRO und Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Ulm.
Sechs Monate nach der Operation waren nur noch zwölf Prozent der Männer zum Geschlechtsverkehr in der Lage. Vor der Therapie waren es noch 67 Prozent. Auch die Bestrahlung kann die Potenz negativ beeinflussen: Der Anteil der Männer, die sechs Monate nach der Bestrahlung noch über eine ausreichende Erektionsfähigkeit verfügten, war mit 22 Prozent jedoch fast doppelt so hoch wie nach der Operation. Auch wenn die Heilungschancen bei Prostatakrebs gut sind, so gehen zehn Prozent aller durch Krebs verursachten Todesfälle bei Männern auf das Konto von Prostatakrebs. Je früher er erkannt wird, desto besser können Therapien helfen.
Infos: www.prostatakrebs-bps.de (Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), www.krebsinformationsdienst.de, www.krebsgesellschaft.de
S. Rosbiegal © SeMa
Wenn die Niere nicht richtig arbeitet, können Arzneimittel zu schweren Nebenwirkungen führen
Bei gesunden Menschen werden die Arzneistoffe schnell wieder ausgeschieden
Grundsätzlich werden Arzneistoffe vom Körper wieder ausgeschieden. Das passiert bei vielen Arzneimitteln über die Nieren und mit dem durch sie produzierten Urin. Wenn diese Funktion der Nieren vermindert ist, muss die Dosis solcher Arzneimittel reduziert werden. Wie bei einer Badewanne, aus der das Wasser nicht mehr richtig abläuft, und in der bei gleichbleibendem Wasserzulauf der Pegel immer höher steigt, würde sonst die Menge an Arzneistoff im Körper immer weiter ansteigen, bis Nebenwirkungen auftreten.
In diesen Fällen muss die Medikamentendosis angepasst werden
Patienten mit einer reduzierten Nierenfunktion müssen vor allem bei der Einnahme von Schmerzmitteln, manchen Antibiotika, Mitteln zur Blutzuckersenkung oder zur Behandlung von Epilepsie beim Arzt oder in der Apotheke nach der korrekt angepassten Dosis fragen. Metformin beispielsweise, das wegen seiner guten Wirksamkeit und Sicherheit häufig zur Diabetestherapie eingesetzt wird, muss bei eingeschränkter Nierenfunktion niedriger dosiert werden, weil es sonst den Säure-Base-Haushalt des Patienten stört und sein Leben gefährden kann. Auch das zur Senkung erhöhter Blutfette oft verordnete Simvastatin muss nach der Nierenfunktion dosiert werden. Umgekehrt können manche Arzneimittel eine Gefahr für die Niere darstellen, allen voran die Dreierkombination von Wirkstoffen aus der Gruppe der ACE-Hemmer (Blutdrucksenker, die die Silbe „pril“ im Namen tragen), Diuretika (Wassertabletten) und Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen und Diclofenac.
Schwere der Niereneinschränkung sollte bekannt sein
Wichtig ist, die Schwere der Niereneinschränkung zu kennen. Als Faustregel gilt: je schlechter die Nierenfunktion, desto geringer die Dosis. Dies wird entweder durch eine geringere Tablettenstärke oder größere Einnahmeabstände erreicht. Arzt und Apotheker können zur Anpassung der Dosis an die Nierenfunktion Auskunft geben.
(pi) Hamburg – Medikamente helfen und sind große Errungenschaften der Medizin – sie geben Schwerkranken Hoffnung und lindern Schmerzen oder andere akute Symptome bei kurzfristig Erkrankten. Aber nur dann, wenn sie richtig dosiert werden. In zu hoher Dosis eingesetzt, können die Heilung und Linderung bringenden Tabletten und Tropfen das Gegenteil auslösen und sogar innere Organe schädigen. Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, aber auch ältere Menschen und Patienten mit Nierenerkrankungen, Transplantaten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten ihre Nierenwerte kennen, erklärt die Apothekerkammer Hamburg.
Dann stand die Diagnose da, schwarz auf weiß, im Arztbrief: beginnende Demenz, Verdacht auf Morbus Alzheimer.
Gabriele Harloff
Der Boden tat sich auf, Verzweiflung und Panikgefühle stiegen hoch, vermischt mit dem Gefühl, es eigentlich bereits geahnt zu haben.
So beschreiben Betroffene das Gefühl, wenn Sie von ihren Ärzten die folgenreiche Diagnose mitgeteilt bekommen. Dass man sich Termine nicht mehr merken kann, Bekannte am Telefon nicht mehr erkennt, einem Namen nicht mehr einfallen, man Ereignisse nicht mehr umfassend erzählen kann, weil sich dort, wo das Erlebte war, plötzlich ein schwarzes Loch befindet oder man unterwegs nicht mehr sicher ist, wie man am besten nach Hause kommt, ließ es schon vermuten.
Es braucht Mut, sich auf den Weg zu machen und sich dem zu stellen. Versuchen doch viele, die ersten Symptome, so gut es geht, zu verdrängen und zu verheimlichen.
Fragen tun sich auf, wie lange kann man sein selbstbestimmtes Leben in meinen vier Wänden weiterführen, wie reagieren die Familie, der Freundeskreis, die Nachbarn?
In Deutschland leben nach Schätzungen der deutschen Alzheimer Gesellschaft 1,6 Millionen Menschen mit der Diagnose Demenz. Geschätzt wird, dass durch die demografische Entwicklung die Zahl in den nächsten 30 Jahren kontinuierlich auf 2,8 Millionen ansteigen wird. Wer die Diagnose erfährt, braucht vor allen Dingen ein Netz, das einen auffängt. Neben der vertrauten Umgebung ist es ebenso wichtig, Gleichgesinnte zu finden, mit denen man über seine Ängste, Erlebnisse und seine Panik sprechen kann. Menschen, die nachvollziehen können, wie man sich fühlt, und die wissen, dass das, was man an sich erfährt, eben ganz anders ist als eine normale „Schusseligkeit“ oder Vergesslichkeit, die uns doch alle irgendwie begleitet.
Seit vier Jahren gibt es die Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz. Die Unterstützung der Gruppe besteht darin, die Panik rauszubekommen, eine Haltung zu der Krankheit zu entwickeln, und sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zur Strategie gehört auch, humorvoll mit sich selbst umzugehen. Nicht nur auf seine Defizite zu schauen, sondern den Blick dahin zu wenden, was alles noch möglich ist. Denn das Tempo, mit dem die Erkrankung voranschreitet, kann niemand voraussagen.
Nicht nur Gespräche haben während der Gruppentreffen Platz, auch gemütliche Kaffeerunden, Veranstaltungstipps, Ausflüge oder Bewegungs-, Wort- und Gedächtnisübungen.
Die Gruppe wird begleitet von Gabriele Harloff, Gedächtnistrainerin und Pflegedienstleitung. Die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe ist kostenlos, das Projekt finanziert sich über Spenden.
Gabriele Harloff berät Sie gerne unter der Info-Tel. 01525/234 68 38. Treffpunkt: in den Räumen der Tagespflege St. Georg, Stiftstraße 65. Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen, immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr.
Dem Sodbrennen ein Schnippchen schlagen
(pi) Weihnachtszeit bedeutet auch immer Genusszeit. Ob nun der kandierte Apfel oder der Gänsebraten die Ursache sind, für viele gehen die Festtage auch mit dem ungeliebten Sodbrennen einher. Das brennende Gefühl in der Speiseröhre ist eine Qual. Rund ein Viertel der Deutschen kennt es aus eigener Erfahrung. Unser Magensaft enthält 0,5 Prozent Salzsäure, die für die Verdauung benötigt wird. Steigt der saure Mageninhalt die empfindliche Speiseröhre hinauf, entsteht Sodbrennen. Das brennende Gefühl ist meist harmlos, aber äußerst unangenehm.
Sogenannte Säurelocker wie Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten oder Gewürze können Sodbrennen hervorrufen. Manchmal sind auch (Weihnachts-)Stress oder eine Fehlfunktion des Magenpförtners – des Schließmuskels, der den Magen von der Speiseröhre trennt – verantwortlich. Was viele nicht wissen: Auch Patienten, die regelmäßig bestimmte Schmerz- tabletten einnehmen, leiden verstärkt unter Sodbrennen. Wer unsicher ist, sollte sich in der Apotheke beraten lassen und die Ursachen ergründen.
Sodbrennen vorbeugen
Damit das brennende Gefühl gar nicht erst aufkommt, helfen verschiedene Verhaltenstipps. So lohnt es sich, einen Bogen um Fettiges und Süßes zu machen. Neben Schmalzkuchen und Geräuchertem sollte auch um Cola und zitrushaltige Säfte ein großer Bogen gemacht werden.
Weiterhin empfehlen die Hamburger Apotheker auf allzu üppige Mahlzeiten zu verzichten. Stattdessen sollen Betroffene lieber kleine und leichte Mahlzeiten zu sich nehmen. Danach wird die Verdauung am besten durch einen Spaziergang angekurbelt. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsabnahme und Stressvermeidung sind allesamt Maßnahmen, um das Sodbrennen im Keim zu ersticken.
Für schnelle Hilfe bei Sodbrennen sind Magensäurebinder das Mittel der Wahl. Sie eignen sich für Menschen, die nur gelegentlich unter Sodbrennen leiden. Ob als rezeptfreie Kautabletten oder als Gel im Portionsbeutel: Magensäurebinder wirken sofort, und das unangenehme Brennen verschwindet innerhalb kurzer Zeit. Tipp: Damit man an den Feiertagen nicht „kalt erwischt“ wird, sollte die Hausapotheke schon jetzt mit einem passenden Präparat aufgestockt werden.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apothekerinnen und Apotheker sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen.
(pi) Wie unser Körper sich Bakterien, Viren und andere Keime vom Leib hält! Jeden Tag sind wir unzähligen Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen, aber auch Partikeln wie Staub und anderen schädlichen Stoffen ausgesetzt. Trotz dieser Armada an möglichen Krankheitserregern können wir uns die meiste Zeit des Jahres bester Gesundheit erfreuen. Wie schafft unser Körper das?
„Das“ Immunsystem
Unser Körper besitzt einen ausgeklügelten und komplexen Schutz – das Immunsystem. Es arbeitet rund um die Uhr, um uns vor allen möglichen Erregern und Keimen schützen zu können. Dabei gibt es eigentlich gar nicht „das eine“ Immunsystem. Tatsächlich besteht es nämlich aus mehreren Teilen: dem angeborenen (unspezifischen) und dem erworbenen (spezifischen) Immunsystem. Gemeinsam schützen sie unseren Körper vor unerwünschten Eindringlingen.
Unspezifisches und spezifisches Immunsystem
Das unspezifische Immunsystem des Menschen ist unsere natürliche Schutzfunktion, die von Geburt an vorhanden ist und deswegen auch angeborenes Immunsystem genannt wird. Haut und Schleimhäute funktionieren dabei als äußere Schutzschilde, die das Eindringen von Erregern in den Körper verhindern sollen. Schaffen es Keime, diese erste Barriere zu überwinden, werden körpereigene Botenstoffe entsendet und spezielle Immunzellen, die Phagozyten, kümmern sich um die Eindringlinge. Zusätzlich wird die spezifische oder adaptive Immunabwehr aktiviert. Spezielle Lymphozyten produzieren dann große Mengen der sogenannten Antikörper, andere wiederum greifen die Krankheitserreger direkt an oder steuern weitere Zellen des Immunsystems. Außerdem kommt es zur Ausbildung eines sogenannten immunologischen Gedächtnisses. Unser Körper behält sozusagen den Kontakt mit den Keimen in Erinnerung und reagiert bei einer erneuten Infektion schneller als zuvor.
Trotzdem krank?
Leider schafft das Immunsystem es nicht immer, uns vor Krankheitserregern zu schützen. Vor allem im Winter liegen trotz des ausgeklügelten Schutzsystems viele Menschen krank im Bett. In dieser Jahreszeit finden Krankheitserreger besonders gute Voraussetzungen vor, um sich schnell verbreiten zu können. Das liegt zum einen an der erhöhten Keimzahl in den Räumen, da diese im Winter stark beheizt und schlecht belüftet werden. Zusätzlich trocknen dadurch die Schleimhäute, aus und Erreger können die erste Schutzbarriere des Immunsystems leicht überwinden. Zum anderen funktioniert das Immunsystem wegen der niedrigen Temperaturen schlechter als im Sommer. Sind die Keime dann erst mal im Körper, können die vorhandenen Erreger leicht Krankheiten auslösen. Aber auch unabhängig von Jahreszeiten und Temperaturen kann die Leistung des Immunsystems abnehmen. Bereits eine geringfügige Unterversorgung mit Spurenelementen oder Vitaminen führt zu Leistungsverlusten bei der körpereigenen Abwehr.
Ergänzungsmittel nicht für jeden sinnvoll
Viele Menschen glauben daher, zur Unterstützung ihres Immunsystems zusätzliche Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente zu sich nehmen zu müssen. Oftmals sind das jedoch genau die Menschen, die ohnehin schon gesundheitsbewusst leben. Vollwertig und gesund ernährte Menschen, die viel in Bewegung sind und Kontakt mit Sonnenlicht haben, haben aber in der Regel keine erkennbaren Nährstoffdefizite, sodass kein Anlass besteht, diese auszugleichen, weiß die Apothekerkammer Hamburg. Versorgungsdefizite bei einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen ergeben sich stattdessen meistens bei Personen, die sich nicht oft genug im Freien aufhalten, wenig Bewegung bekommen und sich einseitig ernähren.
Die richtige Ernährung
Glücklicherweise kann man die besten und wirkungsvollsten Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems schnell und einfach selbst ergreifen. Ausgewogene Kost und eine gesunde Ernährung spielen eine wichtige Rolle: Dabei sollte auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit Makronährstoffen in Form von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten, aber vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen geachtet werden. Viele sekundäre Pflanzenstoffe aus Gemüse und Früchten dienen ebenfalls der Gesunderhaltung, da sie das Immunsystem durch ihre zellschützenden und antioxidativen Eigenschaften unterstützen.
Sport statt Stress
Genauso wichtig wie die richtige Ernährung ist ausreichende Bewegung. Wer sich nicht dazu durchringen kann, gleich ins Fitnessstudio zu rennen, kann zunächst mehr Bewegung in seinen Alltag einbauen. Zum Beispiel statt des Fahrstuhls auch einfach mal die Treppe zu nehmen. Oder man lässt das Auto stehen und fährt mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen. Ebenso wichtig sind ein erholsamer Schlaf sowie die Vermeidung von Stress. Wenig überraschend ist, dass sich auch viele menschliche Laster auf unser Immunsystem auswirken. Rauchen ist für die Funktion des Immunsystems ebenso schädlich wie der Konsum von Alkohol. Beides sollte, wenn überhaupt, lediglich in Maßen getan werden, um die Funktion des Immunsystems nicht zu schädigen.
Hilfe aus der Apotheke
Im Alltag ist es allerdings vielen Menschen nicht immer möglich, alle Ratschläge in die Tat umzusetzen. Kommt man mit der richtigen Dosis Sport oder einer geänderten Ernährung nicht hinterher, gibt es in der Apotheke eine Vielzahl rezeptfreier Präparate, die zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Gerade in diesen Situationen bieten diese Mittel wertvolle Unterstützung: Sie versorgen den Körper mit Inhaltsstoffen, die für eine funktionierende Abwehr wichtig sind. Hierzu zählen insbesondere Vitamine (Vitamin C, D, A, E) sowie Spurenelemente, wie zum Beispiel Zink oder Selen.
(pi) Ob zu große Tabletten oder zu bittere Tropfen: Das Schlucken von Medikamenten ist gerade für Senioren eine richtige Herausforderung. Keine gute Idee: die Tablette einfach zu teilen, die Tropfen mit Saft „schmackhafter“ zu machen oder die Medikamente erst gar nicht einzunehmen. Mit welchen fünf Einnahmetricks Tabletten & Co. richtig „flutschen“ und ihre Wirkung voll entfalten können, erklärt die Apothekerkammer Hamburg in diesem Beitrag.
Einnahmetrick zwei: Medikament schmeckt schlecht
Jeder kennt die Redensart von der bitteren Pille, die man zu schlucken hat – also etwas Unangenehmes tun muss. Das trifft buchstäblich auch auf Medikamente zu. Am besten werden sie mit Leitungswasser eingenommen. Um den schlechten Geschmack zu überdecken, werden dann Tropfen auf Zuckerstückchen geträufelt, mit Orangensaft verdünnt oder Tabletten zerstoßen und im Joghurt „versteckt“. Doch Milchprodukte und Säfte können die Wirkung von Medikamenten verändern. Vor Anwendung solcher Tricks bitte Rücksprache mit dem Apotheker halten. Manchmal sind die Bitterstoffe in einer Arznei sogar Teil der Therapie und wirken zum Beispiel auf die Verdauung.
Einnahmetrick drei: Wie Medikamente geschluckt werden
Es ist ein Irrglaube, die Tablette mit einer ruckartigen Kopfbewegung einfacher hinunterbringen zu können. Damit die Tablette einfach geschluckt werden kann, wird sie mit etwas Leitungswasser in den Mund genommen und der Kopf leicht nach hinten geneigt. Führt dies nicht zum Erfolg, hilft meist der „Tabletten-Flaschen-Trick“. Hierzu wird eine flexible Kunststoffflasche mit Wasser gefüllt, die Tablette auf die Zunge gelegt, die Flaschenöffnung mit den Lippen fest umschlossen und mit Saugbewegungen geschluckt. Soll eine Kapsel eingenommen werden, wird diese in den Mund genommen, ein Schluck vom Leitungswasser genommen und dann der Kopf nach vorn geneigt. Erst danach schlucken („Kapsel-Nick-Trick“)!
Einnahmetrick vier: Medikament bleibt im Halse stecken
„Etwas bleibt im Halse stecken“ – eine weitere Redewendung, die viele von uns mit etwas wenig Erfreulichem verbinden. Wer unter Schluckproblemen leidet, kann Tabletten oder Kapseln mit einem breiigen Lebensmittel einnehmen. Am besten eignen sich Apfelmus oder Pudding. Abzuraten ist von Milchprodukten wie Jogurt oder Quark: Sie können den Wirkstoff des Medikamentes beeinflussen. Auch medizinische Einnahmehilfen wie spezielle Gele vereinfachen das Schlucken von Tabletten & Co. Helfen diese Tricks nicht weiter, kann der Apotheker zur Alternativen wie Tropfen oder Brausetabletten beraten.
Einnahmetrick fünf: Mehrere Medikamente einnehmen
Schätzungsweise jeder Vierte muss dauerhaft drei oder mehr Medikamente einnehmen. Das bedeutet auch eine Herausforderung bei der Einnahme. Doch Vorsicht: Damit Wechselwirkungen vermieden werden, sollten Betroffene die richtigen Einnahmezeitpunkte mit ihrem Apotheker besprechen. Als Faustregel gilt: Die ideale Flüssigkeitsmenge zur Einnahme von Tabletten oder Kapseln sind etwa 250 Milliliter Leitungswasser.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apothekerinnen und Apotheker, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen.
Einnahmetrick eins: Tablette zu groß
Die Tablette ist so groß, dass man meint, sie nicht schlucken zu können. Allerdings ist es nicht ratsam, sie an der Einkerbung zu teilen. Es kann sich um eine sogenannte Schmuckrille handeln. Wird die nichtteilbare Tablette dennoch geteilt, kann sich die Wirkung verändern, oder zu einer falschen Dosierung führen. Rat gibt es in der Apotheke. Hier kann in einer Datenbank geprüft werden, ob eine Tablette – zum Beispiel mit einem Tablettenteiler – geteilt werden kann.
Was hilft gegen das Karussell im Kopf? Das eine Mal dreht sich alles im Kreis. Das andere Mal haben Betroffene das Gefühl, sie gehen wie auf rohen Eiern. Wenn einem schwindelig ist, dann zeigt sich das in verschiedenen Formen. Und kann diverse Ursachen haben. Als sie im Krankenhaus wieder zu sich kam, erinnerte sie sich trotz ihrer Situation sehr gut daran: Vor ihren Augen sei alles verschwommen gewesen. Darüber hinaus habe es sich in ihrem Kopf so angefühlt, als würde sie schwanken. Kurz bevor die Entertainerin Désirée Nick, 65, Anfang Januar bei Dreharbeiten in sich zusammensackte, habe sie öfter über Schwindel geklagt. Was genau dahintersteckte, das wusste der Fernseh-Star nicht.
Im Stehen, Liegen oder Sitzen tritt Schwindel auf
Dabei gilt Schwindel medizinisch gesehen nicht als Krankheit. Es handelt sich um ein „multisensorisches Syndrom“, das mit einer gestörten Wahrnehmung verschiedener Sinne wie Sehen, Fühlen usw. verbunden ist. Außerdem stellt sich der Verlust der Körpersicherheit beim Aufstehen, Gehen aber auch im Liegen ein, was als Gleichgewichtsstörungen bezeichnet wird. Fachlich wird der Schwindel als Wahrnehmung von Scheinbewegungen beschrieben, wobei neben dem bekannten „Sternchen sehen“ auch gestörte Funktionen der Augenmuskulatur (Nystagmus), Fallneigungen und weitere vegetative Beschwerden dazukommen können. Das zeigt sich auch in Form von Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen und tritt – genauso wie der Schwindel selbst – episodisch, also als wiederholte Anfälle, oder auch dauerhaft anhaltend auf. In beiden Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Viele Krankheiten werden von Schwindel begleitet
Neben dem Hausarzt sind Fachärzte wie Neurologen, Internisten und/oder Hals-Nasen-Ohren-Ärzte die wichtigsten Anlaufstellen, wenn der Schwindel nicht nur einmalig auftritt. „Schwindelattacken können zwar harmlos sein, aber in anderen Fällen auch auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hinweisen“, heißt es auf kardionet.de. Oder Schwierigkeiten mit dem Innenohr als Ursache haben, die aber nicht lebensbedrohlich sind. Dauerhaft ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans, das im Innenohr sitzt, aber nicht angenehm, da das Handicap auch das Gleichgewichtszentrum im Gehirn oder andere Fähigkeiten beeinflusst. Ebenfalls kann auch eine nicht gleichmäßige oder zu geringe Durchblutung des Gehirns der Grund sein, warum jemand zusätzlich zum Schwindel weitere Symptome entwickelt. Das geht meistens mit zu niedrigem oder zu hohem Blutdruck einher, sodass den Betroffenen schummrig wird oder der Schwindel von Kopfweh begleitet wird. Auch Störungen in den Blutbahnen, etwa bei koronarer Herzkrankheit, bei Verengungen oder Verschluss von Arterien, schwache Pumpleistung des Herzens, Herzrhythmusstörung, Herzinsuffizienz und andere Herzfehler können Schwindel auslösen. Ebenfalls kann sich ein Herzinfarkt mit Begleiterscheinungen wie Atemnot, Schwindel oder Schweißausbrüchen ankündigen.
Mit Fachärzten nach den Gründen suchen
Bei Durchblutungsstörungen entsteht ein mit der Zeit stärker werdender Dreh- oder Schwankschwindel. Die Ursachen dafür können ein „gestörter Blutfluss in Gefäßästen der Halswirbelarterie“ (Arteria vertebralis, kardionet.de) sein oder in Störungen der „Schlagader im Hirnstamm“ (Arteria basilaris) liegen. Mediziner bezeichnen das dann als vertebrobasiläre Insuffizienz. In dem Fall ist auch die fachliche Meinung eines Kardiologen hinzuzuziehen.
Klagt der Betroffene eher über Schwindel in Kombination mit Gleichgewichtsstörungen, die im Liegen oder Sitzen auftreten, dann sollte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Es kann sich hier nämlich um eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr handeln, bei der Kalksteinchen (Otolithen) aus dem Gleichgewichtssäckchen in einen der Bogengänge gelangt sind. Neben einem unangenehmen Drehschwindel stellt sich dann oft auch Übelkeit ein. Beides erweist sich meistens aber als gutartig.
Mehrere Methoden entlarven den Schwindel
Auch äußere Einflüsse können zu Schwindel führen, wie bei älteren Leuten die Einnahme von Medikamenten, eine Unterzuckerung oder eine geringe Flüssigkeitszufuhr. Letztere tritt oft im Zusammenhang mit einer Dehydration auf, die außer zu Schwindel zu Schwäche, trockener Haut oder zu Kopfschmerzen führen kann. Wichtig: Jeder Mensch benötigt täglich ungefähr 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht an Flüssigkeit, also umgerechnet etwa zwei Liter Wasser, Säfte, Tee. Auch Kaffee zählt heutzutage dazu.
Wie lassen sich die Schwindel-Ursachen herausfinden? Für die Ärztin oder den Arzt sollte die gesamte Krankengeschichte des Patienten relevant sein. Gibt es Vorerkrankungen oder chronische Beschwerden? Ist die Schwindel-Symptomatik öfter aufgetreten oder ist sie neu? Wenn alles geklärt ist, geht es an die Untersuchungen, wie etwa Messung von Blutdruck und Puls, ein Hörtest, Prüfung der Augenbewegungen und des gesamten Gleichgewichtssinns. Dafür wird der Patient meistens aufgefordert, mit geschlossenen Augen auf festem Untergrund zu treten oder sich nach einem leichten Schubs von allein auszubalancieren. Bringen diese Tests nicht das gewünschte Ergebnis, können auch Langzeitblutdruckmessung, Ultraschall der Arterien, eine Blutuntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG) oder eine Computertomografie (CT) gemacht werden. Bei dem Verdacht, dass Schwindel durch Herzrhythmusstörungen ausgelöst wird, sollte ein Langzeit-EKG erfolgen. Vor allem wenn Schwindelattacken mit Ohnmachtsanfällen einhergehen, sind solche Untersuchungen sinnvoll. Bei Désirée Nick haben die Untersuchungen ziemlich schnell zu einem eindeutigen Ergebnis geführt: „Das war psychosomatisch, ein Schwächeanfall aus Selbstschutz. Die Ärzte haben mir auch gesagt, dass es so etwas gibt“, erklärte sie unter anderem gegenüber „Bunte“. Ihr Herz arbeitete „nur noch mit 30 Schlägen pro Minute. Normal sind 90. Das steht für eine unendliche psychische Belastung“, so Nick. So ein Filmriss kann von Schwindel begleitet werden, ist aber gut zu behandeln. Der Entertainerin geht es wieder besser.
Alexandra Petersen © SeMa
Gerade ältere Menschen trinken zu wenig, da sie befürchten, dass sie es nicht rechtzeitig zur Toilette schaffen. Dehydration und/oder Schwindel können die Folgen sein.
Je älter der Mensch, desto öfter dreht sich alles
Bei mir dreht sich alles. Ich verliere das Gleichgewicht. Mir ist schwindelig. So oder so ähnlich beschreiben es Menschen, die mit Schwindel zu tun haben. Es zeigt sich unterschiedlich und in diversen Momenten, wie etwa dass einem nur manchmal schwindelig ist. Beispielsweise jeden Morgen nach dem Aufstehen. Oder auf einer Brücke, auf Treppen oder in Bussen und Bahnen. Anderen Menschen wiederum ist permanent schwindelig. Ungefähr jeder sechste Patient sucht laut des Portals neurologen-und-psychiater-im-netz.org seinen Hausarzt auf, weil er mit Schwindel zu tun hat. Je älter desto öfter: „Während bei den jungen Erwachsenen nur knapp 2 % betroffen sind, steigt der Anteil bei den über 65-Jährigen auf mehr als 30 % und liegt bei den über 75-Jährigen noch höher“, heißt es auf der Website. Damit wäre Schwindel neben Kopf- und Rückenschmerzen der häufigste Beweggrund, warum sich Personen zum Arzt begeben. „Zum Glück ist Schwindel selten gefährlich“, so die Experten von kardionet.de, „trotzdem ist, falls der Schwindel scheinbar grundlos auftritt, eine Abklärung nötig, denn er kann Symptom für eine Krankheit sein.“ Bei Schwindelattacken zusammen mit Taubheit oder Lähmungsgefühlen im Gesicht, in den Armen oder Beinen oder ähnlichen Beschwerden sei notärztliche Hilfe unerlässlich.
Wechseljahre – es wird viel über sie geredet, aber nicht jede Frau weiß genau, was in dieser Zeit in ihrem Körper passiert. Und warum bereiten die Wechseljahre vielen Frauen Probleme?
SeMa: Hitzewallungen kennen viele Frauen während der Wechseljahre. Welche Symptome sind noch typisch?
Bühling: Durch den Östrogenmangel können auch Konzentrationsstörungen auftreten. Ebenso gibt es Hormonmangelsymptome z.B. in den Gelenken, Gelenk- und Muskelschmerzen, verminderte Leistungsfähigkeit, Scheidentrockenkeit und abnehmendes sexuelles Empfinden. Manche Frauen werden auch aggressiv, so dass der Partner den Anstoß gibt, zum Arzt zu gehen.
SeMa: Woran liegt es, dass manche Frauen große Probleme haben und bei anderen die Umstellung fast reibungslos passiert?
Bühling: Symptome verändern sich im Laufe der Wechseljahre. Manchmal beginnt es mit Hitzewallungen und Nachtschweiß und später tritt der Östrogenmangel deutlicher hervor. Die Intensität kann sehr unterschiedlich sein. Das hängt damit zusammen, dass jede Frau anders empfindet. Und es hängt auch davon ab, was die jeweilige Frau beispielsweise beruflich macht. Eine Fernsehansagerin würde die Hitzewallungen weniger akzeptieren, als eine Frau, die zu Hause arbeitet.
SeMa: Welche Behandlungen gibt es und mit welchen haben Sie gute Erfahrungen gemacht?
Bühling: Generell versucht der Frauenarzt, die Hormonschwankungen auf ein möglichst gleichbleibendes Niveau zu bekommen. Frauen, die noch ihre Blutung haben, kann man Medikamente geben, die die eigene Hormonproduktion unterdrücken. Frauen, die keine Blutung mehr haben, können auf verschiedene Weisen mit Hormonen versorgt werden.
Bei Hormonen, die als Tablette eingenommen werden, steigt das Schlaganfall- und Thromboserisiko. Bei Risikopatientinnen sollte man da lieber auf Hormonpflaster oder – gel zurückgreifen, da dieser Risikoanstieg bei über die Haut gegebenen Hormonen nicht zu sehen ist. Bei einer reinen Scheidentrockenheit können auch erst einmal lokale Substanzen eingesetzt werden.
SeMa: Gerade beim Thema Hormoneinnahme haben viele Frauen Angst vor Nebenwirkungen. Und das Thema „höheres Krebsrisiko“ geistert auch immer wieder duch die Presse. Was ist dran an diesen Folgen?
Bühling: Zur Behandlung gehört immer auch die Aufklärung über die entsprechenden Risiken. Das sind bei oraler Gabe von Östrogenen das erhöhte Thrombose- und Schlaganfallrisiko. Gestagene erhöhen das Risiko, Brustkrebs zu bekommen. Um die Relation dabei zu verstehen: Bei 1.000 Frauen, die man über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet, also vom 50. bis zum 60. Lebensjahr, bekommen statistisch gesehen 46 Frauen Brustkrebs. Gibt man länger als fünf Jahre Gestagene, erhöht es sich auf 52 bis 54 Fälle. Das Risiko ist also da, aber nicht so dramatisch, wie es oft scheint. Generell sollte man eine Hormontherapie immer mit Bedacht einsetzen.
Wechseljahre sind normal und gehören zum Alterungsprozess. Bei einigen Frauen gibt es aber Symptome, die schon einen Krankheitswert haben. Da ist es auch ratsam, sich als Frau in Behandlung zu begeben, weil man mit verschiedenen Methoden viel machen kann. Das müssen Ärzte ernst nehmen. Eine Hormonangst ist unbegründet, aber es muss eine gute Aufklärung geben.
SeMa: Können Frauen selbst etwas tun, um gut durch die Wechseljahre zu kommen?
Bühling: Es ist ratsam auf scharfe Nahrungsmittel zu verzichten, weil diese auch zu Hitzewallungen führen können. Wechselduschen werden von vielen Frauen als angenehm empfunden. Sport ist eine gute Sache, diesen kann man auch als sogenanntes „Hormon-Yoga“ durchführen, das speziell zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden entwickelt wurde.
SeMa: Danke für das Gespräch.
S. Rosbiegal © SeMa
Das SeMa sprach mit Prof. Dr. Kai J. Bühling, der seit vielen Jahren die gynäkologische Hormonsprechstunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf leitet.
SeMa: Was passiert im Körper während der Wechseljahre?
Bühling: Die Eierstöcke verringern ihre Funktion. Manchmal bilden sich in diesem Zusammenhang auch Folikelzysten. Das sind mit Flüssigkeit gefüllte Eibläschen, die weiter wachsen, weil kein Eisprung stattfindet. Hierdurch entstehen hohe Hormonwerte, wodurch sich erhebliche Hormonschwankungen einstellen können. Diese wiederum wirken sich negativ auf den Organismus aus, z.B. auf das Temperaturzentrum im Gehirn. Dadurch kommen die typischen Hitzewallungen. Durchschnittlich haben Frauen im 52. Lebensjahr ihre letzte Regelblutung. Das Zeitfenster ist aber recht groß, so dass dieser Zeitpunkt plusminus fünf Jahre schwankt. Da die Beschwerden oft schon fünf Jahre vorher beginnen, ergibt sich da ein großer Zeitraum, in dem Frauen die Wechseljahre spüren.
Kennen Sie das? Ein unangenehmes Pochen und Stechen, Ziehen oder Drücken in der Kopfregion, das den Tag überschattet. Über 70 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Jahr unter Kopfweh. Betroffen sind allgemein häufiger Frauen als Männer. Meist ist Kopfschmerz zwar unangenehm, aber ungefährlich. Doch es ist wichtig zu wissen, dass nicht jeder Kopfschmerz gleich ist. Bestimmte Patientengruppen sollten daher in Absprache mit dem Apotheker das passende Medikament aussuchen, rät die Apothekerkammer Hamburg.
Arten von Kopfschmerz
Es gibt etwa 200 bekannte Kopfschmerzarten mit teilweise sehr unterschiedlichen Symptomen. In etwa 90 Prozent der Fälle handelt es sich um einen sogenannten Spannungskopfschmerz. Dieser tritt oft beidseitig drückend und ziehend auf. In vielen Fällen wird er von einer angespannten Kopf- und Nackenmuskulatur begleitet. Ebenfalls sehr bekannt ist die Migräne, zumeist ein einseitiges Pulsieren oder Pochen oberhalb von Nase und Augen. Auch eine Licht- und Lärmempfindlichkeit kann dazugehören. Seltener und sehr schmerzhaft ist der Clusterkopfschmerz. Er tritt als einseitig bohrend-brennender Schmerz mit Tränenfluss und verstopfter Nase auf.
Gängige Ursachen
So vielseitig wie die Arten sind auch die Ursachen von Kopfschmerz. Neben Schlafmangel, einer Diät oder ungeeigneter Brillengläser kann beispielsweise ein grippaler Infekt dahinterstecken. Auch mangelnde Bewegung oder einseitige Bewegungsabläufe können zu Kopfschmerz führen. Ein weiterer bekannter Auslöser: der häufige Konsum von Tabak, Alkohol & Co. Was viele nicht wissen: Auch Kopfschmerz- oder Migränemedikamente selbst können Kopfschmerzen auslösen, wenn sie mehr als zehn Tage lang eingenommen werden.
Selbstmedikation
Viele Betroffene kennen „ihren“ Kopfschmerz und greifen ohne Arztbesuch direkt zum Schmerzmittel. Besonders geeignet sind bis zu dreimal täglich Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Paracetamol in maximaler Einzeldosierung. Prinzipiell gilt dieselbe Medikation für Migränepatienten. Helfen die Schmerzmittel aber nicht und liegt eine eindeutige ärztliche Migränediagnose vor, können auch verschreibungsfreie Triptane eingenommen werden. Wichtig ist, sich von vornherein an die richtige Dosierung zu halten. Wer erst mal nur probiert, muss nachdosieren und nimmt im Endergebnis mehr Schmerzmittel ein. Auch sollten die Tabletten gleich bei den ersten Anzeichen eines bekannten Kopfschmerzes genommen werden.
Vorbeugung und Hausmittel
Neben der Einnahme von Medikamenten sind etwa vorbeugende Maßnahmen oder Hausmittel eine gute Idee. Zur Prophylaxe gehören beispielsweise regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ausreichendes Trinken. Auch Ausdauersportarten wie Walking, Spaziergänge und Schwimmen oder Entspannungsübungen unterstützen die Vorbeugung. Kommt es dennoch zum Kopfschmerz, haben sich verschiedene Hausmittel bewährt. So entspannt ein kühler Waschlappen auf der Stirn oder Pfefferminzöl, das auf Schläfen und Stirn getröpfelt wird. Kaffee verstärkt durch das enthaltene Koffein die Wirkung von ASS, Ibuprofen oder Paracetamol.
Warnzeichen
Für bestimmte Patientengruppen gilt: Vorsicht bei der Selbstmedikation. Beispielsweise sollten Patienten mit Bluthochdruck oder chronischen Erkrankungen Schmerzmittel nur in Absprache mit ihrem Arzt einnehmen. Auch Mi-gränepatienten, die verschreibungsfreie Triptane einnehmen, sollten sich zuvor in der Apotheke beraten lassen. Senioren leiden übrigens deutlich häufiger als jüngere Menschen an sekundären Kopfschmerzen. Das heißt, der Kopfschmerz ist ein reines Symptom einer gefährlicheren Grunderkrankung. Betroffene und Angehörige sollten hellhörig werden, wenn der Kopfschmerz in unüblicher Intensität oder besonders lange auftritt, die Behandlung nicht anspricht oder es zu Lähmungserscheinungen kommt. Wer unsicher ist, kann sich auch vertrauensvoll an die kompetenten Heilberufler in der Apotheke vor Ort wenden.
(pi) Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an Asthma. Die meisten Patienten sind Zeit ihres Lebens auf Medikamente angewiesen. Asthmatiker sollten daher eine intensive Betreuung durch Fachärzte und Apotheker in Anspruch nehmen – dies schließt aber auch das aktive Mitwirken des Patienten ein, weiß die Apothekerkammer Hamburg.
Den richtigen Inhalator wählen
Damit die Arzneistoffe in die Lunge gelangen und dort ihre Wirkung entfalten können sind spezielle Inhalatorsysteme notwendig. Bei der Verordnung können Ärzte aus einer Vielzahl von verschiedenen Systemen wählen. Dabei werden v. a. Dosieraerosole von Pulverinhalatoren unterschieden. Deren Handhabung unterscheidet sich deutlich. Zudem ist nicht jedes Gerät für jeden Patienten geeignet. Atemzuggesteuerte Systeme eignen sich beispielsweise nicht für Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion sowie für Kinder.
Unnötige Fehler vermeiden
Die richtige Inhalationstechnik ist essenziell für die Wirkung der Medikamente. Apotheker stellen immer wieder fest, dass Patienten Probleme bei der Benutzung von Asthmasprays und Inhalatoren haben und die Anwendung nicht richtig durchführen. Dies kann nicht nur die Wirkung der Inhalationstherapie abschwächen, sondern auch andere unliebsame Konsequenzen haben. So steigt beispielsweise das Risiko für Mundpilz (Soor). Auch der richtige Anwendungszeitpunkt (vor dem Essen und Trinken) sowie eine gute Mund- und Gerätehygiene verringern diese Nebenwirkung. Nach der Inhalation sollten daher Speichelreste entfernt und der Inhalator fachgerecht gereinigt werden.
Schulungen für Asthmatiker
Um Fehler zu vermeiden, sollten sich Patienten zur korrekten Nutzung in der Apotheke vor Ort erkundigen. Dort werden gerne Fragen beantwortet, wird gemeinsam das Inhalieren geübt und weitere Tipps zur Anwendung an die Asthmatiker gegeben. Einige Apotheken bieten auch Schulungen an.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2400 Apothekerinnen und Apotheker, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen.
Arthrose zählt zur häufigsten aller Gelenkkrankheiten. Sie entsteht durch Verschleiß und Zerstörung der Knorpelschicht eines Gelenks und den damit einhergehenden Veränderungen des Knochens. Das Gelenk entzündet sich, schwillt an und schmerzt, der Patient verliert seine Bewegungsfreiheit. Rund 70 Prozent der älteren Bevölkerung leidet darunter.
Wenn die Beschwerden durch eine Ernährungsumstellung, Sport, Medikamente oder physikalische Maßnahmen wie Wärmebehandlungen oder Krankengymnastik nicht gebessert werden können, wird der Ersatz des geschädigten Gelenkes durch ein Kunstgelenk notwendig, damit sich der Zustand eines Gelenks nicht weiter verschlechtert. Ist dies absehbar, sollte man damit nicht zu lange warten: Denn was an Beweglichkeit bereits ganz verloren gegangen ist, ist nach der Operation nur schwer wieder zu erreichen. „Zunächst führt der Arzt eine gründliche klinische Untersuchung des betroffenen Gelenks durch“, so Dr. von Foerster.
Die Arthrose lässt sich bislang weder medikamentös verhindern noch ist sie heilbar. Vorrangiges Ziel aller Behandlungsmethoden ist es, die Schmerzen der Patienten zu lindern und ihre Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen. In vielen Fällen müssen die erkrankten Gelenke jedoch künstlich ersetzt werden. Knie, Hüften, Hände und Füße erkranken besonders häufig an Arthrose, grundsätzlich kann aber jedes Gelenk betroffen sein. Zu den Ursachen zählen Ärzte die chronische Überbeanspruchung von Gelenken, Übergewicht, Spätfolgen von Unfällen und eine Fehlform der Gelenke, die sich bereits in jungen Jahren bemerkbar machen kann. Häufig bleibt auch die Lebensweise nicht ohne Folgen für die Gelenke: Risikofaktoren sind Bewegungsmangel und Übergewicht auf der einen Seite, extreme Beanspruchung und falsche, oft einseitige Belastungen auf der anderen. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig gegenzusteuern. Denn Arthrose lässt sich oft aufhalten oder zumindest abmildern. Wer seine Gelenke richtig bewegt, hält sie geschmeidig und tut damit der schützenden Knorpelschicht Gutes. Regelmäßiger Sport kräftigt zudem die Muskeln, die das Gelenk stützen.
Am häufigsten erkranken jedoch die gewichtsbelasteten Gelenke, also das Knie- und Hüftgelenk. „Ich sehe fast täglich Patienten, die über Schmerzen in der Leisten-, Oberschenkel- und Knieregion klagen. Im Röntgenbild sehe ich dann, dass deren Hüftgelenk stark abgenutzt ist“, so Dr. von Foerster. „Das ist die so genannte Hüftgelenksarthrose, ein weit verbreitetes Krankheitsbild älterer Menschen.“ Den Abbau des Knorpelgewebes können Mediziner zwar nicht stoppen, aber zumindest das Voranschreiten der Krankheit verlangsamen. Deshalb ist es
„Das Röntgenbild zeigt meist eine Verengung des Gelenkspalts und charakteristische Knochenveränderungen im betroffenen Gelenk.“ Mit der Kernspintomografie lassen sich auch Knorpelveränderungen darstellen. Typische Veränderungen der Laborwerte gibt es bei einer Arthrose nicht. Eine Blutuntersuchung kann aber zeigen, ob sich die Arthrose in einer aktiven Phase befindet und sie dient auch dem Ausschluss anderer Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. „Und in manchen Fällen gibt es Fehlstellungen wie X- und O-Beine, die eine Arthrose-Bildung begünstigen können.
Oftmals hilft auch hier eine operative Korrektur, Arthrose vorzubeugen“, erklärt Dr. von Foerster. „Vor solch einer Operation schrecken viele Menschen erst einmal zurück“, weiß der erfahrene Mediziner aus seiner Sprechstunde. „Doch in der Hand eines erfahrenen Chirurgen, und hier ist die Anzahl der von ihm durchgeführten Gelenkersatzoperationen maßgeblich, sind die Aussichten auf Erfolg sehr gut.“ Häufig betrifft die Arthrose auch das obere Sprunggelenk. Entzündungszeichen am Gelenk sind typische Hinweise auf eine Arthrose im Sprunggelenk. „Heute ist es möglich, dieses Gelenk mit einer Endoprothese zu versorgen“, so Dr. von Foerster. „Auch diese Operationstechnik wird mit sehr gutem Erfolg durchgeführt.“ Die Ärzte der ENDO-Klinik Hamburg haben bislang mehr als 143.000 Kunstgelenke eingesetzt. Sie ist damit die führende Klinik in der Versorgung von Hüft-, Knie- und Schultergelenken und feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Nach einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt beginnt in der Regel dann ein physiotherapeutisches Training, damit die Muskeln wieder aufgebaut und der Umgang mit dem Kunstgelenk erlernt werden kann. Das neue Gelenk ist, je nach Beanspruchung, 20 Jahre oder länger haltbar. Danach kann es ohne Probleme ersetzt werden.
Text Dr. Freund-Widder/Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
Sind einzelne Gelenke übermäßig gefordert, ist es richtig, sie zwischendurch zu entlasten und sie eventuell mit ausgleichender Gymnastik zu stärken. Die Arthrose kommt meist schleichend, ohne dass die Betroffenen zunächst etwas davon merkt. Erste Anzeichen können Mühe beim Aufstehen oder Probleme beim Treppensteigen sein. Nach Ruhephasen sind die angegriffenen Gelenke besonders steif und fühlen sich an wie eingerostet. Es dauert dann eine Weile, bis sie wieder in Gang kommen. „Zunächst verspüren die Betroffenen eine Art Spannung und Steifigkeit im befallenen Gelenk“, so Dr. Götz von Foerster, Leitender Oberarzt an der HELIOS ENDO-Klinik Hamburg, einer Spezialklinik für Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen. „Später treten Schmerzen zu Beginn einer Bewegung auf, die sich allmählich zum ständigen Belastungsschmerz und zum Dauerschmerz steigern.“
Bei fortschreitender Arthrose schwellen die Gelenke an, mit zunehmender Deformierung ist die Beweglichkeit immer weiter eingeschränkt. „Wir sprechen bei diesen Anfangssymptomen von Anlauf-, Belastungs- und Ermüdungsschmerz“, so Dr. von Foerster. Doch wie entsteht eigentlich eine Arthrose? „Eine Arthrose entsteht, wenn der Gelenkknorpel überbelastet und abgenutzt, also fast vollständig abgerieben ist“, erklärt Dr. Götz von Foerster. „Die Knorpelmasse im Gelenk verringert sich und am Ende reibt quasi Knochen an Knochen.“ Und das kann überaus schmerzhaft sein, denn der Knorpel ermöglicht den Gelenken eine reibungsfreie Bewegung. Bei Arthrose hält dieses Gleitmittel den Kräften, die auf das Gelenk einwirken, jedoch nicht mehr stand. Als Folge verknöchert das Gelenk, wird unbeweglich und die Knochenhaut entzündet sich. Grundsätzlich kann jedes Gelenk von Arthrose betroffen sein.
Wer Sport treibt, kann die Arthrose ebenfalls verlangsamen, denn dabei wird der Knorpel besser ernährt und weniger stark abgebaut. Außerdem stabilisieren gut trainierte Muskeln das Gelenk und sorgen dafür, dass es weniger strapaziert wird. Allerdings sollten Sportarten ausgewählt werden, die die Gelenke nicht überlasten. Schwimmen und Aquagymnastik sind besonders geeignet, weil im Wasser durch den Auftrieb nicht so viel Gewicht auf den Hüften und Knien lastet. Auch Walking und Fahrrad fahren sind empfehlenswert.
Begleitend kann auch eine medikamentöse Therapie helfen: „Mehrfache Kortisoninjektionen empfehle ich nicht, da die Wirksamkeit nachlässt und die Arthrose dann noch stärker beschleunigt wird“, so Dr. Götz von Foerster. „Auch von mehrfachen Hyaluronsäure-Injektionen rate ich eher ab, da die Wirksamkeit schnell abnimmt.“ Tabletten mit Wirkstoffen wie Diclofenac oder Acetylsalicylsäure unterdrücken den Schmerz und hemmen Entzündungen kurzzeitig, jedoch nimmt die Wirksamkeit ebenfalls ab. „Vorbeugend kann jedoch Glucosamin als Medikament eingenommen werden“, so Dr. Götz von Foerster. „Das ist ein zentraler Baustein des Knorpelgewebes.“
sinnvoll, schon frühzeitig dem Verschleiß vorzubeugen. Hilfreich ist Bewegung, gezieltes Muskeltraining und Abbau von Übergewicht.
Geeignete Hilfsmittel erleichtern bestimmte Handgriffe und durch passendes, orthopädisches Schuhwerk oder auch Einlagen werden schädliche Stöße gedämpft: „Wichtig ist die Gelenke zu entlasten und bei Übergewicht auch abzunehmen“, rät Dr. Götz von Foerster. „Eine Ernährungsumstellung kann sich positiv auswirken.“
Und erst kürzlich wurde festgestellt, dass insbesondere in Großstädten viele Menschen vermehrt unter Vitamin D- und Kalzium-Mangel leiden. Beide Nährstoffe sorgen für gesunde Knochen. Die Selbstheilungskraft des Gelenks besteht in der Fähigkeit, Knorpelaufbausubstanzen nachzubilden beziehungsweise einen Ersatzknorpel zu formen. Für Regeneration und Selbstheilung ist deshalb eine möglichst optimale Nährstoffversorgung entscheidend. „Im Gegensatz zu den meisten anderen Körpergeweben enthält Knorpel keine Blutgefäße“, erklärt Dr. Götz von Foerster. „Stattdessen werden Nährstoffe durch die Gelenkflüssigkeit zugeführt, die den Knorpel in der Gelenkhöhle umspült.“
Hochwertige Kohlenhydrate und Nahrungsmittel mit einem hohen Mineral- und Vitamingehalt sind deshalb für gesunde Gelenke unerlässlich. Das können Haferflocken, Vollkornreis und Früchte wie Bananen sein. Zwiebeln, Knoblauch und Lauchgemüse können sich ebenfalls schützend auf den Knorpel auswirken. Schädigend für die Gelenke sind dagegen große Phosphatmengen im Essen. Denn: Phosphate stören die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm. Sie kommen zwar auch in natürlichen Lebensmitteln wie Milch vor. Allerdings sind hier die Dosierungen unbedenklich. Anders ist das bei industriell zugefügten Phosphaten: Sie stecken hochkonzentriert in vielen Fertiggerichten, Wurstwaren, in Cola oder Schmelzkäse. Bei der Kalziumversorgung spielt Milch übrigens nur eine untergeordnete Rolle: Proteine aus der Milch wirken sich auf den Kalziumhaushalt im Körper hemmend aus. Kalzium aus Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli und Fenchel, aus Hülsenfrüchten oder aus kalziumreichem Mineralwasser kann unser Körper hingegen viel effektiver verwerten.
Mit 270.000 Schlaganfällen jährlich ist und bleibt der Schlaganfall eine der größten Volkskrankheiten in Deutschland. Das SeMa sprach mit Dr. med. Gabriele Bender, Ärztliche Direktorin und Leitende Ärztin Neurologische Rehabilitation im RehaCentrum Hamburg GmbH.
aufbauen. Das nennt man „Neuroplastizität“. Um diesen Prozess in Gang zu setzen, gibt es schon im Krankenhaus erste Rehamaßnahmen: Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie. Danach sollten gezielte Therapien in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung fortgeführt werden, um das Gehirn dazu zu bringen, alles wieder zu erlernen.
Da hat sich der Blick vollkommen geändert. Früher haben Ärzte die Patienten für einige Wochen ruhig gestellt, heute geht es gleich in die Reha.
Dr. Bender: In der Tat hat man die Patienten vor 20 Jahren für drei Wochen ins Bett gelegt und ganz langsam begonnen mit der Therapie. Das hat sich komplett geändert. Es gibt ja seit mehr als zehn Jahren auch spezialisierte Einheiten im Krankenhaus, die sogenannten „Stroke Units“. Dort werden die Patienten engmaschig 2-3 Tage intensivmedizinisch überwacht, um alle physiologischen Ausfälle zu beobachten und entsprechend zu behandeln.
Gibt es Möglichkeiten, einem Schlaganfall vorzubeugen?
Dr. Bender: Gibt es schon, denn fast jeder Schlaganfall ist wie der Herzinfarkt eine Lebensstilerkrankung. Obwohl die Gefäße dem natürlichen Alterungsprozess unterliegen, kann man die Arteriosklerose beeinflussen. Sehr wichtig ist es vor allem, den Blutdruck gut einzustellen, denn ab dem fünfzigsten Lebensjahr hat jeder zweite Mensch hohen Blutdruck. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Nichtrauchen sind auch entscheidend. Dazu kommt nicht zu viel Stress und ein moderater Alkoholkonsum.
Gibt es Dinge, die man im alltäglichen Leben meiden muss nach einem Schlaganfall?
Dr. Bender: In den ersten sechs Monaten sollte man heiße Bäder, Sonnenbäder und Saunabesuche meiden. Auch das Autofahren wird etwa drei bis sechs Monate nicht empfohlen.
Bei Reisen sollten die Schlaganfallpatienten auf hohe Berge über 2.500 m verzichten und Flugreisen erst nach 3-6 Monaten durchführen. Ein halbes Jahr nach dem Schlaganfall ist nach Rücksprache mit dem Hausarzt wieder vieles möglich.
Information und Hilfe
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist seit 1993 rund um das Thema Schlaganfall aktiv. Informationen und Ansprechpartner gibt es im Online-Portal
www.schlaganfall-hilfe.de sowie gedruckt und telefonisch im Service- und Beratungszentrum Tel.: 05241-97700
S. Rosbiegal © SeMa
Durch einen Schlaganfall sind verschiedene Bereiche des Körpers betroffen - mal ist es die Sprache, mal die Motorik oder auch das Sehvermögen. Welche Reha-Möglichkeiten gibt es für die Betroffenen?
Dr. Bender: Wichtig ist, dass die Rehabilitation gleich in den ersten Tagen nach dem Schlaganfall einsetzt. Durch den Schlaganfall muss das Gehirn neu lernen, die geschädigten Funktionen zu kompensieren. Wenn beispielsweise die linke Gehirnhälfte geschädigt ist und eine Narbe entstanden ist, muss die rechte Funktionen übernehmen und neue Strukturen
Es gibt immer wieder Geschichten – auch von Prominenten wie Wolfgang Niedecken – in denen Menschen Glück im Unglück haben und einen Schlaganfall relativ unbeschadet überstehen, weil sie schnell medizinische Hilfe bekommen haben. Wie erkennt man einen Schlaganfall rechtzeitig? Gibt es Vorboten?
Dr. Bender: Ein Schlaganfall zeichnet sich dadurch aus, dass er oft ohne Vorboten kommt, also von einer Sekunde zur anderen - schlagartig, wie sein Name sagt. Es gibt ganz unterschiedliche Symptome, je nachdem in welcher Gehirnhälfte und in welchem Areal die Schädigung auftritt. Halbseitenlähmung, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Gleichgewichtsstörungen können auftreten.
Leider sind die Beschwerden nicht immer so deutlich, dass die Patienten schnell reagieren und einen Rettungswagen holen bzw. holen lassen. Oft sind es auch Angehörige, die z.B. am Frühstückstisch merken, dass bei ihrem Gegenüber der Mundwinkel hängt oder mit einer Hand nicht mehr richtig gegriffen wird.
Sobald man einen leisen Verdacht auf einen Schlaganfall hat, ist eine schnelle Reaktion, also den Rettungsdienst anrufen und die Nummer 112 wählen, richtig und wichtig, um schnell professionelle Hilfe zu bekommen.
Was passiert bei einem Schlaganfall?
Dr. Bender: Es gibt unterschiedliche Ursachen. Schlaganfall ist ein Überbegriff für verschiedene Gefäßstörungen im Gehirn, die aus einer plötzlichen Minderversorgung eines Hirnbereiches entstehen.
Bei 80 Prozent der Patienten handelt es sich um einen sogenannten Infarkt. Dabei ist eine Arterie plötzlich verstopft und das Gehirngewebe dahinter geht zugrunde und es entsteht eine Narbe. Bei 20 Prozent der Schlaganfälle handelt es sich hingegen um eine Gehirnblutung. In diesem Fall reißt ein Gefäß ein, beispielsweise durch extrem hohen Blutdruck. Dann blutet es in das Gewebe hinein. Die Ausfälle sind ähnlich wie bei einem Hirninfarkt.
Wenn es dann passiert ist, kommt es ja zu den verschiedensten Ausprägungen. Wie wird der Schlaganfall im akuten Fall behandelt?
Dr. Bender: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall, deshalb gilt: „Zeit ist Gehirn“. Je schneller ein Patient im Krankenhaus ist und gleich adäquat untersucht wird, umso eher kann man ihm helfen. Zuerst werden die Symptome untersucht und bei Verdacht auf einen Schlaganfall bildgebende Verfahren eingeleitet, also eine Computertomografie oder eine Kernspintomografie. Dadurch kann man erkennen, ob es eine Durchblutungsstörung oder eine Gehirnblutung ist, die unterschiedliche Behandlungen nach sich ziehen. Wenn beispielsweise eine Durchblutungsstörung vorliegt - verursacht durch ein Blutgerinnsel - hat man medizinisch die Chance, in den ersten viereinhalb Stunden nach dem Schlaganfall mit einem stark blutverdünnenden Medikament das Gerinnsel aufzulösen (die sogenannte „Lyse“). Damit hat man oft schnellen Erfolg, weil sich die Ader wieder öffnen und das Gehirngewebe sich wieder schnell erholen kann.
Weitere Teilnehmer für Therapiestudie gesucht: Hilfe für Hamburger Senioren mit Depressionen
Um Senioren zu helfen, die „graue Brille“ der Depression loszuwerden, bieten Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf älteren Menschen (ab 60 Jahren) kostenlose psychotherapeutische Trainings an. Eines dieser Trainings ist das sogenannte Metakognitive Training-Silber (MKT-Silber), ein Gruppenangebot speziell für ältere Menschen mit depressiven Symptomen. Mithilfe abwechslungsreicher Übungen vermittelt das Training den Teilnehmern Strategien zur Verbesserung ihres psychischen Befindens. Dabei werden insbesondere altersrelevante Themen, wie etwa die Veränderungen von Lebensrollen im Alter, angesprochen.
Viele ältere Menschen berichten darüber hinaus auch über Einschränkungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit, was sich negativ auf die Stimmung auswirken kann. Um die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu trainieren, sind inzwischen einige Programme entwickelt worden. Wie beispielsweise das Mybrain-Training, das ebenfalls von den UKE-Wissenschaftlerinnen angeboten wird.
Im Rahmen einer seit November 2018 laufenden Studie wird das MKT-Silber nun mit dem Mybrain-Training zum Gehirn-Jogging verglichen. „Wir möchten uns bei den 70 Senioren, die bereits an der Studie teilgenommen haben, ganz herzlichen bedanken. Zudem haben wir nun eine finanzielle Förderung für die Studie erhalten und können deshalb weiteren Teilnehmern die Therapieangebote anbieten“ sagen Dr. Brooke Schneider und Dr. Ruth Veckenstedt, die Studienleiterinnen. Das Forschungsteam hat viele positive Rückmeldungen zu den Interventionen erhalten. „Mir gefällt die interaktive Atmosphäre. Durch das Training wurde ich daran erinnert, dass ich mir selbst helfen kann, durch die Art, wie ich denke“, meinte eine Studienteilnehmerin.
Wie können Sie mitmachen?
Die Wissenschaftlerinnen suchen Menschen ab 60 Jahren, die unter depressiven Symptomen wie Traurigkeit und Interessenverlust leiden und ferner bereit sind, 8 Wochen an den angebotenen Trainingsprogrammen im Rahmen der Studie teilzunehmen. Teilnehmer werden entweder dem MKT-Silber oder dem Gehirn-Jogging am Computer zufällig zugeteilt (Computervorkenntnisse sind nicht erforderlich!).
Die Anmeldung zu einem Erstgespräch ist unter der Telefonnummer 040/74 10-5 49 77 (Anrufbeantworter, wir rufen Sie innerhalb von einer Woche gerne zurück) oder per E-Mail (Josephine Schultz: j.schultz@uke.de) möglich. Weitere Details über die Angebote finden Sie ebenfalls online: www.clinical-neuropsychology.de/depressionshilfe.
Kontakt: Dr. Ruth Veckenstedt (Co-Leitung der Studie) E-Mail: r.veckenstedt@uke.de
www.clinical-neuropsychology.de/depressionshilfe
Wissenschaftlerinnen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bieten älteren Hilfesuchenden kostenlose Therapieangebote
Gerade in der dunklen Jahreszeit mit den kurzen Tagen und dem typischen „Hamburger Schietwedder“ fällt es vielen Menschen schwer, sich aufzuraffen, trotzdem rauszugehen und Kontakte zu Freunden und Familie aufrechtzuerhalten. Niedergedrückte Stimmung, Grübeln oder auch Energielosigkeit und Schlafprobleme können Anzeichen einer Depression sein. Vor allem wenn zusätzlich Schicksalsschläge, wie der Verlust von nahen Angehörigen und mit dem Älterwerden verbundene medizinische Probleme hinzukommen, kann das die Symptome noch verstärken. Dann kann es notwendig sein, professionelle Hilfe aufzusuchen. Dieser Schritt fällt vielen Betroffenen jedoch schwer.
Mit DoktorABC ist es einfach, mit einem Arzt zu sprechen oder regelmäßig benötigte Medikamente geliefert zu bekommen.
Mit zunehmendem Alter lässt bei den meisten Menschen die Sehkraft nach. Das hat unterschiedliche Ursachen. Eine davon ist die Makuladegeneration. Die verläuft schleichend und kann zur Erblindung führen. Muss sie aber nicht.
Dr. Ulrich Schaudig, Chefarzt der Augenklinik an der Asklepios Klinik Barmbek
Erst ist da diese leichte Unschärfe, dann wirken Buchstaben, ganze Sätze oder auch Gegenstände verzerrt, Farben verschwommen, Linien verbiegen sich, und die Mitte des Sehfeldes wird lückenhaft. Da hilft dann auch die Lesebrille nicht mehr. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dann um eine altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD. „Bis zu einem Viertel der Menschen erkranken daran zwischen 60 und 80 Jahren, und da wir immer älter werden, entwickelt sich die AMD nach und nach zu einer Volkskrankheit“, erklärt PD Dr. Ulrich Schaudig, Chefarzt der Augenklinik an der Asklepios Klinik Barmbek. Viele Menschen können ganz gut damit leben, weil die AMD nur sehr langsam voranschreitet. In einigen Fällen aber entwickelt sie sich zu einer sogenannten feuchten Makuladegeneration. Und die ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Behandlung und im besten Fall ein gesunder Lebensstil zur Prävention.
Bei einer altersbedingten Makuladegeneration entstehen Schädigungen im Zentrum der Netzhaut, Makula oder gelber Fleck genannt. Dabei ist die Blut- und Nährstoffversorgung der Netzhaut und der Abtransport von Stoffwechselendprodukten gestört. Dadurch bilden sich sogenannte Drusen, meist im Zentrum der Makula. „Wie der Name schon sagt, ist das bei vielen Menschen ein Teil des Alterungsprozesses, es gibt aber auch eine genetische Veranlagung, und Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes können zusätzliche Schädigungen bewirken“, erläutert der Augenexperte Dr. Schaudig.
Man unterscheidet zwei Formen der Makuladegeneration, die trockene und die feuchte. Die erste, bei der eine bestimmte Schicht der Netzhaut abstirbt, ist die wesentlich häufigere. Vor allem entwickelt sie sich in der Regel schleichend und weniger aggressiv. Sie äußert sich in leichten Einschränkungen der Sehkraft, dann nämlich wenn sich aus den nicht abtransportierten Stoffwechselprodukten allmählich die Drusen bilden. „Das ist die gute Nachricht, die schlechte ist, dass es bislang keine Therapie gibt“, sagt der Chefarzt. Umgekehrt verhält es sich bei der feuchten AMD, die sich aus der trockenen entwickeln kann. Sie schreitet zwar schneller voran, lässt sich aber inzwischen sehr gut behandeln. Der Grund liegt im Wesen dieser Erkrankung: Bei der feuchten Makuladegeneration reagiert der Körper mit der Bildung neuer Blutgefäße. „Diese Blutgefäße aber gehören da nicht hin und können in die Netzhaut wachsen“, erläutert Dr. Schaudig. Dann kann aus ihnen Flüssigkeit austreten, die Netzhautmitte schwillt an.
Regelmäßige Injektionen notwendig
Medikamentös ist die feuchte AMD sehr gut zu behandeln, allerdings werden diese Medikamente direkt in das Auge gespritzt. „Das ist schmerzfrei, löst bei vielen Menschen aber Unbehagen aus“, weiß der Chefarzt aus seiner langjährigen Erfahrung. In der Fachsprache heißt diese Behandlung intravitreale Injektion – und zwar mit sogenannten VEGF-Hemmern, also Antikörpern, die das Wachstum der Blutgefäße bremsen oder sogar Schäden teilweise wieder rückgängig machen. „Wermutstropfen ist, dass nicht eine einzelne Injektion reicht, sondern da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, müssen wir die Antikörper etwa alle vier Wochen spritzen“, sagt PD Dr. Schaudig.
Entscheidend ist, wie bei fast allen Erkrankungen, frühzeitiges Gegensteuern und zwar nicht nur bei Beschwerden. Augenärzte empfehlen schon ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Spätestens ab 60 Jahren lassen sich die Augen recht einfach selbst von Zeit zu Zeit auf eine mögliche AMD überprüfen – und zwar mit dem Amsler-Gitter-Test, mit dem sich einfach und schnell Verzerrungen feststellen lassen. Auch viele Ärzte führen genau diesen Test zunächst durch, dann überprüfen sie die generelle Sehfähigkeit und beziehen dafür das ganze Auge mit ein. Dafür wird eine Spaltlampe verwendet, die ein mikroskopisches Bild liefert. Gibt es Auffälligkeiten, stehen weitere bildgebende Verfahren zu Verfügung.
„Jeder Einzelne kann aber auch selbst etwas tun, um einer altersbedingten Makuladegeneration vorzubeugen“, sagt der Augenexperte Schaudig. Das gelingt mit einem Verzicht auf Nikotin und Alkohol, einem Schutz vor UV-Strahlungen und mit einer ausgewogenen Ernährung. „Wer nur ein geringes genetisches Risiko für eine AMD hat, kann mit einer mediterranen Ernährung das allgemeine Risiko fast auf null minimieren, bei einer mittleren Prädisposition ist eine moderate Eindämmung möglich“, sagt PD Dr. Schaudig. Für Prävention ist es also nie zu spät.
Wir kümmern uns um Ihre Augen und um alles rund ums Auge.
Weitere Informationen unter:
https://www.asklepios.com/ hamburg/barmbek/experten/ augenklinik/
Vorhofflimmern ist zu einer Volkskrankheit geworden, nicht immer lebensbedrohlich, aber häufig ein Indiz für einen drohenden Schlaganfall. Die Deutsche Herzstiftung hat daher die häufigste Herzrhythmusstörung zum Thema der diesjährigen Herzwochen im November gemacht.
Bluthochdruck und Übergewicht sind Risikofaktoren
Das Risiko dafür erhöht sich signifikant in Kombination mit anderen Erkrankungen. Übergewicht ist ein riesiges Pro-blem oft in Verbindung mit Schlafapnoe, also Atemaussetzern während des Schlafs. Ein ebenfalls häufiger Risikofaktor ist Bluthochdruck, aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, und ein überstandener Herzinfarkt. Zudem spielt das Alter hier eine Rolle, weil zum einen Vorhofflimmern mit zunehmendem Alter häufiger wird und außerdem das Risiko für einen Schlaganfall altersentsprechend zunimmt“, sagt Prof. Willems weiter. Die zweite Gefahr des Vorhofflimmerns ist, dass sich dadurch weitere Erkrankungen wie eine Herzschwäche entwickeln. Oftmals bedingten sich diese auch gegenseitig. Genau deswegen ist die Differentialdiagnostik so wichtig.
Bei älteren Menschen ab etwa 65 Jahren, sollte ein EKG zur regelmäßigen Untersuchung gehören. Ein gutes Hilfsmittel können auch Smartphones, Pulsuhren oder andere Widgets für Vitalwerte sein. „Die aber sind Segen und Fluch zugleich“, warnt Prof. Willems. Segen, weil die Aufzeichnungsqualität bei den meisten Geräten sehr gut ist. Fluch, weil sich damit gerade jüngere Menschen auch verrückt machen können.
Schlaganfallrisiko analysieren
Ein EKG ist der erste Schritt einer ärztlichen Untersuchung. Denn zunächst gilt es, das Schlaganfallrisiko zu beurteilen und zwar unabhängig von der Schwere der Symptome. Ist dieses Risiko erhöht, ist das erste Mittel der Wahl ein Blutverdünner, das zweite eine Rhythmuskontrolle ebenfalls mit Medikamenten (Antiarrhythmika) und zwar jeweils in akuten Fällen. „Pill in the pocket“, also Pille in der Hosentasche, heißt das Konzept und bedeutet, dass Betroffene die entsprechenden Medikamente immer bei sich tragen, für den Notfall also. Mit diesen Antiarrhythmika lassen sich Betroffene auch dauerhaft behandeln. Dann allerdings kommt auch ein minimalinvasiver Eingriff in Betracht, und zwar in Form einer Katheterablation. Dabei wird über die Leiste meist die linke Lungenvenenmündung verödet, sodass die Leitungspfade, die das Herzstolpern verursachen, unterbrochen werden. Dieser Eingriff ist extrem sicher und sehr erfolgreich. Dennoch sollte er unbedingt von einem erfahrenen Operateur möglichst in einem zertifizierten Zentrum durchgeführt werden – und zwar so früh wie möglich. „Um Folgeschäden zu vermeiden, ist es wichtig, das Vorhofflimmern frühzeitig einzudämmen“, sagt Prof. Willems und warnt dennoch vor unnötiger Panikmache. „Mit modernen diagnostischen und therapeutischen Verfahren lässt sich das Vorhofflimmern sehr früh erkennen und auch eindämmen sowie in vielen Fällen Folgeschäden wie Schlaganfall und Herzschwäche verhindern.“
Asklepios Veranstaltungen zum Vorhofflimmern im Rahmen der Herzwochen 2022 finden Sie hier
Prof. Willems
Vorhofflimmern ist zu einer Volkskrankheit geworden, nicht immer lebensbedrohlich, aber häufig ein Indiz für einen drohenden Schlaganfall. Die Deutsche Herzstiftung hat daher die häufigste Herzrhythmusstörung zum Thema der diesjährigen Herzwochen im November gemacht.
Ein unruhiger Herzschlag, ein Stottern oder schnelles Schlagen, das geschieht wohl jedem mindestens einmal im Leben. „Dass das Herz mal aus dem Takt gerät, ist erst mal nicht besorgniserregend oder grundsätzlich nicht lebensbedrohlich“, sagt Prof. Dr. Stephan Willems, Chefarzt der Kardiologie und Internistischen Intensivmedizin an der Asklepios Klinik St. Georg. Denn bei dem sogenannten Vorhofflimmern ist, wie der Name schon sagt, die Herzvorkammer und nicht die Herzkammer selbst betroffen. „Oft handelt es sich um seltene Episoden, die von den Betroffenen gar nicht bemerkt werden“, führt der Kardiologe weiter aus. Und dennoch ist das Phänomen nicht zu unterschätzen, vor allem wenn es regelmäßig auftritt, also mehrmals die Woche, und dann über einen längeren Zeitraum. Deutliche Symptome sind Herzstolpern, heftige Schläge bis zum Hals, ein Druck auf der Brust und Beklemmungsgefühle. Diese gehen meist mit einer gewissen Schlappheit, einem allgemeinen Unwohlsein und einer reduzierten Belastbarkeit einher.
„Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko“, so Prof. Willems. Zum Hintergrund: Diese Herzrhythmusstörung wird durch elektrische Störimpulse im Reizleitungssystem des Herzens ausgelöst, deren Ursprung meist in den Lungenvenen liegt. Diese münden im linken Vorhof. Wegen des unregelmäßigen Herzschlags ziehen sich Herzvorhöfe und Herzkammern nicht mehr koordiniert zusammen: Die Vorhöfe beginnen zu flimmern. Dadurch kann sich im Vorhof Blut sammeln, verklumpen und so zur Bildung von kleinen Blutgerinnseln führen. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen über Arterien mit dem Blutstrom in den Kopf, droht ein Schlaganfall.
Hamburg – Krank im Bett zu liegen ist niemals schön. Noch ärgerlicher ist es, wenn man ausgerechnet im Urlaub erkrankt. Auf Reisen außerhalb von Tourismusregionen, auf längeren Flügen und beim Urlaub auf hoher See ist daher eine durchdachte Reiseapotheke wichtig. Wie man mit der richtigen Vorbereitung schnell wieder gesund wird oder zumindest Symptome lindert, weiß die Apothekerkammer Hamburg.
Zusammenstellung der Reiseapotheke machen. Ist man in Afrika oder Asien unterwegs, kann die Qualität der Arzneimittel nicht immer gewährleistet werden. Gerade in diesen Regionen kursieren zahlreiche Fälschungen, die bei Einnahme fatale Folgen haben können. Wenn überhaupt, sollten Präparate dort nur in offiziellen Apotheken erworben werden. In Gegenden mit medizinischer Unterversorgung sind neben den entsprechenden Arzneimitteln zudem sterile Materialien wie Spritzen, Kanülen oder Einmalhandschuhe sinnvolle Begleiter.
Vorsicht vor Eiswürfeln
Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Urlaub. Betroffenen wird geraten, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken und den Salzverlust im Körper mit Elektrolyt-Präparaten auszugleichen. Als Sofortmaßnahme kann man auch auf den Wirkstoff Loperamid zurückgreifen. Dieser darf jedoch höchstens 48 Stunden angewandt werden, da er die Darmmotorik blockiert. Bei Fieber oder Blutschleim im Stuhl ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Um Durchfallerkrankungen vorzubeugen, sollte man Lebensmittel vermeiden, die nicht gekocht oder geschält wurden. Ebenso sind Eiswürfel und andere Lebensmittel, die ungekochtes Leitungswasser enthalten, zu umgehen.
Flüssige Arzneimittel auf Flugreisen vermeiden
Im Flugzeug ist es ratsam, Medikamente im Handgepäck zu verstauen, falls das eingecheckte Gepäck verloren geht. Die Mitnahme von Säften und Tropfen gilt es zu vermeiden, sofern das Präparat neben einer flüssigen auch als feste Darreichungsform erhältlich ist. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass die Arznei aufgrund des Druckunterschieds in der Kabine ausläuft. Zum anderen gelten für flüssige Arzneimittel die gleichen Bestimmungen wie für andere Flüssigkeiten im Handgepäck, sodass es bei der Sicherheitskontrolle zu Problemen kommen kann.
Einfuhrbestimmungen beachten
In Deutschland stellt die Mitnahme fester und flüssiger Arzneien zwar in der Regel kein Problem dar, die Einfuhr in andere Länder kann jedoch möglicherweise zu Problemen führen. Vor allem wer auf Arzneimittel angewiesen ist, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist gut beraten, sich so früh wie möglich bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung des Ziellandes in Deutschland zu informieren. Wichtig ist, zum Reiseantritt entsprechende Nachweise, etwa eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung, mitzubringen. Damit der persönliche Bedarf abgeschätzt werden kann, muss diese auch Angaben über die Dosierung enthalten. Formulare und weitere Informationen sind unter anderem auf der Website des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de) zum Download erhältlich.
Achtung, Seekrankheit
Für alle, die eine Seereise unternehmen, gehören Mittel gegen Seekrankheit in das Reisegepäck. Seekrank wird man, wenn das Gleichgewichtsorgan und die visuelle Wahrnehmung aufgrund des schaukelnden Schiffes widersprüchliche Signale an das Gehirn senden. Der Körper reagiert darauf mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und kaltem Schweiß. Viele frei verkäufliche Arzneipräparate gegen die Seekrankheit enthalten sogenannte Antihistaminika. Auch Medikamente mit dem rezeptpflichtigen Wirkstoff Scopolamin wirken beruhigend und hemmen den Brechreiz. Bei der Anwendung muss jedoch beachtet werden, dass Antihistaminika zu Müdigkeit führen, während Präparate mit Scopolamin sogar Halluzinationen verursachen können. Zwar sind die meisten Mittel gegen Seekrankheit nicht verschreibungspflichtig, trotzdem heißt das nicht, dass man sie unbedarft einnehmen darf. Wer von Seekrankheit betroffen ist, sollte daher zunächst abwarten und an die frische Luft gehen, bevor man zu Arzneien greift. Normalerweise legen sich die Symptome nach einiger Zeit wieder.
Beratung in der Apotheke
In der Apotheke vor Ort erhalten Urlauber eine individuelle Beratung zum Thema Reiseapotheke. Für ein ausführliches Gespräch ist es ratsam, mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt vorbeizukommen. Wer regelmäßig Arzneimittel einnehmen muss, sollte zusätzlich eine Liste aller benötigten Medikamente mitbringen. Besuchen Sie auch den neuen Gesundheitsblog der Hamburger Apothekerkammer unter www.gesundheits-schnack.de.
Bilder: Copyright-Angabe „ABDA“
Je abgelegener der Urlaubsort, desto wichtiger die Reiseapotheke
Wer in exotischen Regionen erkrankt, steht oft vor Problemen: Neben der Sprachbarriere ist entweder keine Apotheke in der Nähe zu finden oder das benötigte Medikament nicht verfügbar. Je abgelegener das Reiseziel, desto intensiver sollte man sich daher Gedanken über Inhalt und
Von Blähungen bis Mundgeruch – unangenehme Gesundheitsbeschwerden sind für viele Menschen gleichzeitig auch Tabuthemen. Allerdings: Betroffene schweigen aus falsch verstandener Scham und leiden im Stillen. Vermeintliche Tabuthemen gibt es viele, doch unter den Teppich kehren sollten Betroffene ihre Beschwerden deswegen nicht. In den Apotheken vor Ort kennen sich die Arzneimittelfachleute auch mit Gesundheitsthemen, über die man lieber schweigen würde, bestens aus.
Fußpilz behandeln!
Der Frühling bringt sie wieder ans Tageslicht: die Füße. Zeigen sich bei der genaueren „Inspektion“ der Füße Hauteinrisse oder juckende, trockene Stellen an Zehen oder am Fußrand, kann das auf Fußpilz hinweisen. Handeln ist gefragt, denn Fußpilz verschwindet nicht von allein. Sehr hilfreich sind speziellen Fußcremes aus der Apotheke, die regelmäßig angewendet werden, manche mehrere Wochen lang. Die Behandlung sollte so lange durchgeführt werden, bis die Haut an den Füßen komplett abgeheilt ist. Fußbäder können die Behandlung unterstützen. Natürlich ist auch Hygiene Pflicht: Socken und die eigenen Handtücher sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Kein Tabu: Hämorrhoiden
Jeder hat sie, keiner spricht über sie: Die Rede ist von Hämorrhoiden. Sie können sich vergrößern, dadurch aus dem Enddarm hervortreten und Beschwerden verursachen. In den meisten Fällen gehen Hämorrhoiden nicht von selbst zurück, daher steht schon bei den ersten Anzeichen ein Arztbesuch an. Wird ein Hämorrhoidalleiden festgestellt und ist Juckreiz das Hauptproblem, sind zusammenziehende oder juckreizstillende Cremes mit einem betäubenden Wirkstoff Mittel der ersten Wahl. Sitzen die Beschwerden tiefer, gibt es Zäpfchen zum Einführen oder Salben für die äußere, weniger tiefe Anwendung. Die Analpflege sollte dennoch nicht übertrieben werden. Nach dem Stuhlgang reicht es, die Afterregion mit lauwarmem Wasser zu reinigen und sanft zu trocknen.
Tabuthema Mundgeruch?
Ein heikles Thema, denn Mundgeruch bemerkt man selbst nicht. Meist ist die Mundhöhle selber der Entstehungsort, nicht der Magen-Darm-Trakt. Fäulnisbakterien zersetzen dort Eiweiß und beseitigen abgestorbene Schleimhautzellen. Schwefelverbindungen werden freigesetzt – je mehr, umso stärker der Geruch. Hier ist das nähere Umfeld gefragt. Familie, Freunde oder Kollegen sollten sich ein Herz fassen und Betroffene vorsichtig auf das Problem ansprechen. Mundhygiene ist ganz wichtig. Neben der regelmäßigen Pflege mit Zahnbürste und Zahnseide sollte auch ein Zungenschaber zum Einsatz kommen, um Beläge zu entfernen. Außerdem hilft alles, was den Speichelfluss anregt: Kaugummi kauen, zuckerfreie Bonbons lutschen, Äpfel essen und ausreichende Mengen trinken.In manchen Fällen kann Mundgeruch auf Krankheiten hinweisen. Wer unsicher ist, kann sich diskret Hilfestellung in der Apotheke holen.
Tabuthema Blähungen sanft lösen
Reichhaltiges Essen, zu viel Alkohol oder Kaffee, blähend wirkende Lebensmittel wie Kohl oder Rohkost: Blähungen können viele Ursachen haben. In vielen Fällen hilft es schon, das eigene Verhalten unter die Lupe zu nehmen:
1. Von Blähungen oft geplagt? Dann sollten Betroffene gut aufpassen, was bei ihnen blähend wirkt. Nicht jeder hat nach frischem Möhrensalat, Mineralwasser oder Hefegebäck Blähungen, andere quälen sich nach dem Verzehr damit.
2. Langsam essen und gut kauen. Dadurch nimmt man weniger Luft auf und reduziert mögliche Blähungsprobleme. Auch ein kleiner Spaziergang nach dem Essen wirkt sich positiv auf die Verdauung aus.
3. In der Apotheke kann man sich Arzneitees mit Fenchel oder Anis oder pflanzliche Präparate empfehlen lassen. Keine falsche Scham, der Apotheker als Heilberufler kennt keine Tabuthemen. Wer das Gespräch im Apothekenraum scheut, kann nach einer diskreten Beratungsmöglichkeit fragen.
Blasenschwäche ist kein Tabuthema!
Immer auf der Suche nach der nächsten Toilette? Mit zunehmendem Alter kann es schwieriger werden, den Urin zu halten. Aber auch jüngere Frauen, die schwanger sind, kennen das Problem, gefühlt immer zu „müssen“. Durch gezielte Gymnastik sollte der Beckenboden gestärkt werden – ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel gegen Blasenschwäche. Sanfter Sport wirkt sich positiv auf die gesamte Muskulatur aus. Was zunächst paradox klingt, ist dennoch sinnvoll: Wer unter einer Blasenschwäche leidet, sollte ausreichend trinken. Niere und Blase werden gut durchspült, das Risiko von Harnwegsinfekten sinkt. Diese können übrigens eine Blasenschwäche begünstigen. Auslaufsichere Vorlagen helfen, wenn Urin unkontrolliert abgeht.
Er ist eine stille Gefahr: Über die Hälfte der Betroffenen weiß nichts von ihrem zu hohen Blutdruck. Denn zunächst macht er kaum Beschwerden. Bluthochdruck lässt sich jedoch in den Griff bekommen – nicht nur mit Medikamenten.
Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt (von »hyper« über und »tonus« Druck) ist eine Zeitbombe für die Gesundheit. Was diese so gefährlich macht, ist ihr leises Ticken: Nahezu unmerklich nagt sie über Jahre hinweg an der Gesundheit von Herz und Gefäßen, bis sich ihre fatalen Kräfte in einer gewaltigen Detonation entladen. Diese kann tödlich sein, denn ein nicht oder unzureichend behandelter Hochdruck zieht gefährliche Folgeerkrankungen nach sich. Zu ihnen gehören koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose sowie Demenz und Potenzstörungen. Um nur einige der vielen Krankheiten zu nennen, denen Bluthochdruck den Weg ebnet: Kein Organ bleibt verschont.
Neben natur- haben sich auch alternativmedizinische Methoden als probate Behandlung von Bluthochdruck erwiesen – statt blutdrucksenkender Medikamente oder zur wirksamen Unterstützung einer medikamentösen Therapie. Zu diesen Methoden gehören unter anderem Akupunktur, Autogenes Training und Yoga. Verfahren, die teilweise auf eine Jahrtausende alte Tradition ihrer Anwendung zurückblicken können und die alle den Segen seitens der modernen Wissenschaft erhalten haben – nicht nur hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegen zu hohen Blutdruck. Entsprechend sind sie heute anerkannte Methoden und werden teilweise auch von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Blutdruck-Management in eigener Regie
Gerade gegen Bluthochdruck kann und sollte jeder selbst aktiv werden. Das Rezept zu dessen selbstständiger Behandlung wie auch Vorbeugung besteht aus wenigen Zutaten: Man nehme allen voran eine gesunde Ernährung, gebe ausreichend Bewegung und eine Prise Entspannung hinzu.
Was dem Blut Druck macht
Der Blutdruck ist die Kraft, die das Blut durch Zusammenziehen und Erschlaffen des Herzmuskels auf die Wände der Blutgefäße ausübt. Bei der Blutdruckmessung werden der systolische und der diastolische Druck ermittelt: in Millimeter (mm) Quecksilbersäule (Hg). Der systolische Druck entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und der diastolische, wenn er erschlafft.
Wenn Menschen über Bluthochdruck sprechen, handelt es sich meist, medizinisch gesehen, um die „arterielle Hypertonie“. Nach Aussage der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® sind 20 bis 30 Millionen Bundesbürger von Bluthochdruck betroffen. Im Alter zwischen 70 und 79 leiden drei von vier Menschen daran. Die gute Nachricht: Drei Viertel der Behandelten erreichen durch eine Therapie gute Blutdruckwerte. Man muss den Bluthochdruck dafür aber erst einmal erkennen.
Das SeMa sprach mit Prof. Dr. med. Andreas van de Loo, Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin am Marienkrankenhaus, Hamburg und Mitglied der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (FESC) über Ursachen und Therapie des Bluthochdrucks.
Wozu ist der Blutdruck da und warum erhöht er sich?
van de Loo: Der Blutdruck ist ein normales physiologisches System. Wir können damit z.B. bei Aggression unseren Aktivitätszustand erhöhen, um beispielsweise Sport zu treiben. Da wir senkrecht stehen, mit zum Teil großer Körperhöhe, ist die Blutdruckregulierung für Menschen viel wichtiger als für Tiere. Bei den meisten Tieren ist der Kopf nicht so hoch über dem Herzen, so kommt das Blut viel leichter zum Gehirn. Der Blutdruck wird weiterhin durch Gefühle reguliert.
Wenn ich mich aufrege oder entspanne, geht er hoch oder runter. Auch Hormone sind daran beteiligt. Bei Blutverlust oder starkem Schwitzen fehlt dem Kreislauf Volumen und der Blutdruck wird langsam niedrig. Das Kreislaufsystem kann den Blutdruck nun erhöhen, indem es die Gefäße eng stellt und so die Durchblutung der Organe aufrecht erhält.
Bluthochdruck tut nicht weh. Wie kann man rechtzeitig erkennen, dass man darunter leidet?
van de Loo: Das stimmt. Den erhöhten Blutdruck fühlen wir viele Jahre überhaupt nicht. Das ist das etwas Hinterhältige am hohen Blutdruck. Und das macht es vielen Patienten schwer, darauf zu reagieren.
Die typischen Symptome sind Reizbarkeit, manchmal bis hin zur Aggressivität, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen und manchmal auch Sehstörungen.Eine ganz einfache Methode zur Diagnostik: Man sollte den Blutdruck von Zeit zu Zeit messen, z.B. in der Apotheke. Auch jeder Besuch beim Allgemeinmediziner sollte mit einer Messung einhergehen. Für die Blutdruckmessung zu Hause gibt es gute Geräte, die nicht teuer und sehr zuverlässig sind. Man muss seine Gesundheit ernst nehmen und hier selbst Verantwortung übernehmen. Wenn nichts Auffälliges ist, genügt es zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr damit zu beginnen. Ein besonderes Risiko lässt sich ableiten, wenn ältere Geschwister von Bluthochdruck betroffen sind.
Was macht Bluthochdruck zu einer Erkran- kung? Welche Schäden entstehen dadurch?
van de Loo: Der langjährig erhöhte Blutdruck verändert die Schlagadern insofern, als dass die Blutfette sehr viel leichter in die Gefäßwände eindringen können. Je mehr das passiert, desto mehr nimmt die sogenannte Gefäßverkalkung zu und die Gefäße verengen. Es können Schlagadern am Herzen betroffen sein, Gefäße an den Beinen oder in den Nieren. Daraus folgen Erkrankungen wie die Schaufensterkrankheit, Nierenschwäche, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Eine weitere Folge des hohen Blutdrucks ist, dass das Herz, das den Blutdruck so hoch treibt, immer muskelstärker wird. Leider ist es am Herzen so, dass das Herz diese Leistungserhöhung nur begrenzt über viele Jahre vertragen kann. Der Muskel leidet darunter erheblich, er wird immer dicker und kann schlechter versorgt werden mit Blut. Das sind harte Argumente, die uns lehren: Wenn du hohen Blutdruck hast, erkenne ihn idealer Weise früh und behandle ihn so, dass es zu all diesen Folgen nicht kommt.
Welche Ursachen hat Bluthochdruck?
van de Loo: Ursache für Bluthochdruck kann so eine eben erwähnte Engstellung der Blutgefäße sein. Das liegt zum einen am Alter. Aber auch bei Bewegungsmangel verengen sich die Gefäße, weil sie die Muskeln nicht durchbluten müssen. Umgekehrt, wenn ich Training aufnehme, können sich die Gefäße wieder erweitern und der Blutdruck geht runter. In einigen Fällen sind es hormonelle Ursachen wie Diabetes oder gefäßbezogene, wie eine verengte Nierenschlagader. Es bleiben einige Ursachen, die wir noch gar nicht so kennen, wie angeborene Veränderungen, die dazu führen, dass der Blutdruck steigt.
Was kann man selbst tun, um Bluthochdruck zu vermeiden?
van de Loo: Wenn ich erstmals einen Hinweis darauf bekomme, dass mein Blutdruck möglicherweise zu hoch ist, sollte ich meine normale Woche mal überprüfen, ob ich mich genug bewege. Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen zu hohen Blutdruck ist ausdauerbetonte körperliche Aktivität. Drei- bis viermal in der Woche 30 bis 45 Minuten zügiges Spazierengehen, Radfahren, langsames Joggen. Das kann den Blutdruck senken. Wer raucht, sollte spätestens bei der Diagnose „hoher Blutdruck“ damit aufhören. Dann sollte ich schauen, ob ich mich richtig ernähre. Bin ich vielleicht zu dick? Dann sollte die Ernährung umgestellt werden von fetten und süßen Speisen zu frischen Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse. Mit diesen Maßnahmen lässt sich der Blutdruck fantastisch regulieren.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
van de Loo: Wenn es nicht gelingt, mit einer Lebensumstellung den Blutdruck zu senken und die Werte beim Arzt regelmäßig über 140 zu 90 mm Hg liegen oder in der ruhigen häuslichen Blutdruckmessung 135 zu 85 mm Hg, dann muss man medikamentös eingreifen. Man beginnt oft mit einem Medikament, das andere Probleme des Patienten mit berücksichtigt. Also, wenn ein Patient eine Herz- oder Nierenschwäche hat, setzt man dort an. Im hohen Alter wird man sehr niedrig dosiert anfangen, weil man die Wirkung nicht immer abschätzen kann.
Wenn Menschen sehr emotional reagieren und der Blutdruck durch seelische Belastung hochgetrieben wird, sind Betablocker, welche die Erregbarkeit dämpfen, die richtige Wahl. Begleiterkrankungen wie Asthma müssen auch mit bedacht werden. All das wird die Auswahl der Medikamente für die Patienten sehr individuell bestimmen.
Ist für die Einstellung manchmal auch ein Klinikaufenthalt notwendig?
van de Loo: In der Regel wird eine gute Hausärztin oder ein guter Hausarzt das in einem ersten Versuch hinbekommen. Das ist bei den meisten Fällen ausreichend. Dann bleiben ein paar übrig, bei denen das nicht so gut geht. Da kommt eine Kardiologin oder ein Kardiologe ins Spiel, die schauen, ob hormonelle oder gefäßbezogene Faktoren die Ursache sind. Wenn dies auch nicht zum Erfolg führt, ist eine spezialisierte Klinik die Adresse der Wahl. Das betrifft aber nur einen ganz kleinen Prozentsatz der Patienten mit Bluthochdruck.
Danke für das Gespräch.
S. Rosbiegal © SeMa
Volkskrankheit Nummer eins
Deutschland hält einen fürwahr nicht rühmlichen Rekord: Es ist weltweit das Land mit den meisten Hypertonie-Patienten. Experten schätzen, dass inzwischen dreißig Millionen Bundesbürger unter Bluthochdruck leiden. Die Ursachen dafür sind zahlreich. Eine der gewichtigsten ist Übergewicht, gefolgt von Bewegungsmangel. Stress steht auf Platz drei der Risiken für Bluthochdruck. Der Daueralarm im Nervensystem treibt die Blutdruckwerte nach oben. Das gilt auch für Nikotin, das die Gefäße verengt und so den Blutdruck erhöht. Die Neigung zur Hypertonie kann auch erblich bedingt sein.
Regelmäßig Atü messen
Beim Auto macht man es ja auch: Den Druck in den Reifen messen. Noch wichtiger ist die Bestimmung des Blutdrucks. Dazu kann man in Apotheken gehen, die inzwischen (fast)
Alternative StrategienNicht zuletzt angesichts der Nebenwirkungen medikamentöser Blutdrucksenker greifen immer mehr der Betroffenen zu Mitteln aus der Naturapotheke. Mit gutem Erfolg, allen voran bei pflanzlichen Arzneimitteln. Sehr wirksame »grüne« Blutdrucksenker sind unter anderem Knoblauch (Allium sativum), Weißdorn (Crataegus monogyna), Mistel (Viscum album L.) sowie die Blätter und das Öl des Olivenbaums (Olea europaea L.). Auch Kneippen kann einen erhöhten Blutdruck wirksam senken. Denn die wechselnden Reize von kaltem und warmem Wasser wirken sich sehr positiv auf die Regulation des Blutdruckes aus. Empfohlen dazu werden besonders ansteigende Armbäder, kalte und wechselwarme Schenkelgüsse, kalte Wadenwickel, Wassertreten und wechselwarme Fußbäder. Inzwischen ist weiterhin belegt, dass bestimmte Vitalstoffe gut wirksam gegen Bluthochdruck sind. Der mit Beste hierzu ist Magnesium. Ebenso sehr effektiv zur Regulierung des Blutdruckes sind Kalium, Vitamin C und Coenyzm Q10.
Hochdruck in der Arztpraxis
Bei rund zwanzig Prozent der Bundesbürger, allen voran den männlichen, tritt dieses Szenario regelmäßig auf: Sie betreten die Arztpraxis und schon schnellen ihre Blutdruckwerte in die Höhe.
Sie alle leiden unter einer so genannten Weißkittelhypertonie. Hat sich gezeigt, dass es sich wirklich »nur« um Praxishochdruck handelt, ist in der Regel keine Behandlung erforderlich.
Birgit Frohn © SeMa
deutschlandweit kostenlose Blutdruckmessungen anbieten. Bequemer und schneller ist es, den Blutdruck selbst zu Hause zu messen. Dazu sollte man allerdings nur ein hochwertiges Messgerät aus dem medizinischen Fachhandel kaufen. Sanitätshäuser und Apotheken bieten hier inzwischen ein großes Sortiment an. Geräte zur Messung am Oberarm sind grundsätzlich genauer, da sie automatisch in Herzhöhe liegen. Messungen am Handgelenk können falsche Ergebnisse liefern, wenn sich die Messmanschette nicht auf Höhe des Herzens befindet.
Druckausgleich auf Rezept
Wurde ein zu hoher Blutdruck festgestellt, muss dieser so bald als möglich gesenkt werden. Sofern der Bluthochdruck nicht in der Arztpraxis festgestellt wurde, sollte ein Arzt – in der Regel ist das der Hausarzt – aufgesucht werden.
Denn ist eine Veränderung des Lebensstils zur Senkung des Bluthochdrucks nicht ausreichend, kann dieser medikamentös behandelt werden. Dazu stehen eine Reihe von rezeptpflichtigen Wirkstoffen zur Verfügung, die Antihypertensiva. Die heute gebräuchlichsten sind ACE-Hemmer wie Captopril oder Ramipril sowie AT1-Antagonisten, auch Sartane genannt, wie Losartan oder Valsartan. Weitere gängige Blutdrucksenker sind Beta-Blocker wie Atenolol oder Metoprolol, Kalzium-Antagonisten wie Felodipin oder Nifedipin sowie Diuretika.
Was wirkt, hat auch Nebenwirkungen. Das trifft auch bei Blutdrucksenkern zu. Abgesehen davon, dass die unerwünschten Begleiterscheinungen meist unangenehm sind, bergen sie auch einige Risiken. Allen voran für jene, die mehrere Medikamente zugleich einnehmen müssen - was gerade in der älteren Generation häufig ist.
Hustensäfte, Pflaster, Schmerztabletten, Cremes ...
Frühjahrsputz in der Hausapotheke – mit Methode
Mindestens einmal jährlich sollte die Hausapotheke gecheckt werden. Idealer Zeitpunkt: der jährliche Frühjahrsputz. Dazu werden alle Präparate aus der Hausapotheke ausgeräumt und auf ihr Verfallsdatum geprüft. Vor allem bei flüssigen und halbfesten Medikamenten wie Salben ist zusätzlich auf die Haltbarkeit nach Anbruch zu achten. Abgelaufene Arzneien oder andere Medizinprodukte, die nicht mehr benötigt werden, können aussortiert werden. Sehen nichtabgelaufene Tabletten oder Tropfen irgendwie „anders“ aus, haben sie sich verfärbt, sind sie zerbröselt oder riechen sie ungewöhnlich, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sie unbrauchbar sind. Dann lieber entsorgen oder dem Apotheker zeigen. Nach dem Check können alle anderen Medikamente wieder eingeräumt werden. Achtung: Arzneimittel immer zusammen mit dem Beipackzettel in die Originalverpackung stecken und aufbewahren. Medikationspläne oder hergerichtete Medikamentenboxen schaffen ebenfalls Ordnung.
Hausapotheke für den Fall der Fälle
Nach dem Aussortieren sollte die Hausapotheke gleich wieder aufgestockt werden. Schmerzmittel, Präparate gegen Verdauungsbeschwerden, Verstopfung oder Durchfall, Medikamente gegen Halsschmerzen, Husten und Schnupfen sowie Fieberthermometer, Kühlkompressen und Verbandsmaterialien sollten vorrätig sein. In der Apotheke vor Ort kann man sich zur richtigen Zusammenstellung beraten lassen. Tipp: Vor allem bei flüssigen und halbfesten Medikamenten sollte, wenn eine neue Packung geöffnet wird, das Datum der Erstöffnung auf der Verpackung notiert werden. Auch die Telefonnummern des ärztlichen Notdienstes, der Giftnotrufzentrale, der Notfallambulanz und des Apothekennotdienstes sollten griffbereit in der Hausapotheke liegen.
Wohin mit der Hausapotheke
Doch: Wohin mit der Hausapotheke? Wo es feucht-warm ist, können Medikamente schnell Schaden nehmen. Wer seine Hausapotheke im heimischen Badezimmer oder der Küche deponiert hat, sollte jetzt umdenken. Ideal sind Schlafzimmer oder Flur. In diesem Räumen ist es kühl und trocken. Am besten werden alle Präparate in einem abschließbaren Schränkchen, einem Kasten oder einem Arztköfferchen verstaut – vor allem, wenn Kinder im Haushalt leben oder oft zu Besuch sind. Achtung: Es gibt auch Medikamente, die einer speziellen Lagerung wie etwa im Kühlschrank bedürfen. Angaben dazu findet man auf dem Umkarton und dem Beipackzettel.
Medikamente entsorgen, gewusst wie
In Hamburg gehören alte Medikamente in die Restmülltonne. Klingt paradox, doch: Diese Art der Entsorgung ist umweltbewusst und sicher. Allerdings sollten die Medikamente so verpackt sein, dass sie nicht in die Hände von Kindern gelangen. Mehr Infos zur Arzneimittelentsorgung gibt es auf www.arzneimittelentsorgung.de. Übrigens: Apotheken sind nicht verpflichtet, abgelaufene Präparate zurückzunehmen. Manche bieten diesen Service dennoch für ihre Patienten an.
Im Laufe der Zeit sammelt sich in der Hausapotheke so einiges an. Da verliert man schnell den Überblick, seit wann welches Mittel bereits im Medizinschrank schlummert. Wer jetzt beim klassischen Frühjahrsputz den Feudel schwingt, sollte auch die Hausapotheke checken. Wie richtig sortiert wird, wo Tabletten und Co. sicher entsorgt werden und warum die Hausapotheke im Bad nichts verloren hat, weiß die Apothekerkammer Hamburg.
Mit Mundgesundheit für Menschen mit Demenz Lebensqualität erhalten
Beim 17. Demenzgespräch in Hamburg: Janina Herbst, Leiterin der Hamburger Angehörigenschule (r.) hält einen Vortrag zum Thema Mundhygiene; links: Martin Beyer, Moderator der Veranstaltung.
Foto: Diakonie Hamburg
„Wir müssen lernen, uns den Bedürfnissen der Menschen anzupassen.“ (Janina Herbst)
Insgesamt hat sich die Mundgesundheit der Menschen 60+ allgemein in der Gesellschaft verbessert, die Zähne bleiben länger erhalten, Karies hat sich reduziert. Auch die Behandlung hat sich zum Beispiel durch Implantate verbessert. Es gebe weniger Prothesen, so die Expertin. Die Pflege erschwere sich aber dahingehend, dass Gebisse oder Prothesen nicht einfach mehr außerhalb des Mundes gereinigt werden können. „Wenn ich Implantate oder Zähne reinigen soll, muss ich mit der Bürste in den Mund …“, merkt Herbst an. Und das sei eben manchmal schwierig. „Ich würde mich erst mal von dem Begriff ‚man muss‘ verabschieden!“, so Herbst. „Im Umgang mit demenziell Erkrankten muss man sich von alten Standards verabschieden. Wenn etwas nicht oder nicht im vollen Umfang funktioniert, dann muss man sich davon verabschieden.“ Wenn die Zahn- oder Mundpflege nach dem Frühstück nicht möglich ist, dann vielleicht eine halbe Stunde später? Wenn der zu pflegende Mensch gerade normale Zahnpasta als „zu scharf“ empfindet, kann auch Kinderzahncreme, die in der Regel milder und süßer schmeckt, verwendet werden. „Wenig ist besser als gar nicht“, betont die Leiterin. „Wir müssen lernen, uns den Bedürfnissen der Menschen anzupassen.“
Corinna Chateaubourg © SeMa
Kurssituation: Janina Herbst, Leiterin der Hamburger Angehörigenschule und Altenpflegerin (l.), klärt Angehörige über die Möglichkeiten, die sie in der Pflege haben, auf.
Foto: Schrader
Ich stelle mir das so vor: Ich habe irgendwann keine Zähne mehr, und muss mich dann auch nicht mehr ums Zähneputzen oder dergleichen kümmern. Egal, in welchem geistigen Zustand ich mich dann befinde. Leider ist das viel zu ungenau und leider auch nicht zutreffend, erklärt mir Janina Herbst, Leiterin der Hamburger Angehörigenschule und Altenpflegerin. Im September fand das 17. Hamburger Demenzgespräch, federführend von der Diakonie in Hamburg organisiert und durchgeführt, statt. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem Thema Mundgesundheit. Der Titel des Vortrags von Janina Herbst lautete: „Mit Mundgesundheit Lebensqualität erhalten für Menschen mit Demenz“. Wo ist beim Thema Mundgesundheit das Problem? – wollte ich wissen und habe bei der Expertin noch einmal nachgefragt.
Zunächst ist der Mund ein sehr intimer Ort, erfahre ich beim Interview. „Wer lässt sich schon gern von fremden Menschen, zu denen ich noch keine Bindung aufgebaut habe, im Mund herumfummeln?“, so Herbst. Das leuchtet ein.
Wenn das rituelle Zähneputzen, das von klein auf erlernt und zu bestimmten Zeiten nach bestimmten Regeln zu erfolgen hat, nicht mehr so richtig klappt, weil der Mensch an Demenz erkrankt ist und den Sinn nicht mehr erkennt, kann es nicht einfach überspielt oder ausgelassen werden, sagt die Fachfrau. „Zahnpflege und Mundhygiene spielen für Menschen im Alter eine zentrale Rolle für den Erhalt der Gesundheit und zur Vorbeugung von Erkrankungen!“
Mundpflege gehört zur Pflege, aber nicht zu den Grundbedürfnissen des Menschen
Krankheiten im Mund können sich auf den ganzen Körper ausdehnen. Deshalb spielen die Zahnpflege und Mundhygiene für Menschen im Alter eine zentrale Rolle. Da die Zahnpflege bei Menschen mit Demenz aber nicht zu den Grundbedürfnissen wie essen und trinken, sich beschäftigen und schlafen oder Sexualität und psychische Bindung gehört, spielt sie hier eine untergeordnete Rolle. Hilfreich sei vor allem, das Thema zu besprechen. Und keinen starren Regeln zu folgen. Wenn es den Pflegenden oder den Angehörigen gelingt – egal, zu welcher Uhrzeit oder mit welchen Hilfsmitteln – die Zähne, die Implantate, das Gebiss oder einfach die Mundhöhle zu reinigen, sei das ein großer Vorteil für die zu Pflegenden.
Wenn die zweite Lebenshälfte anbricht.
Medien und Gesellschaft senden eine klare Botschaft: Wer das halbe Jahrhundert voll hat, gehört noch längst nicht zum alten Eisen. Im Gegenteil, die Ü-50-Jährigen sind fit, leistungsfähig, ihnen steht die Welt offen. Tatsächlich aber lässt altersbedingt bei vielen doch einfach die Kraft nach, vor allem ist das Leben im Umbruch. Das kann an Seele und Körper zehren. Plötzlich sind die Kinder aus dem Haus, die Partnerschaft sortiert sich neu, die ersten körperlichen Zipperlein machen sich bemerkbar, und die Arbeit geht auch nicht mehr so leicht von der Hand. „Viele Menschen glauben dann, nicht mehr gebraucht zu werden, mit den Anforderungen nicht mehr Schritt halten zu können“, erklärt Nina Hinzmann, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
Die Oberärztin leitet die Tagesklinik für Ältere der Asklepios Klinik Nord. Ihre Kollegin Bettina Koch, ebenfalls Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberärztin an der Sozialpsychiatrischen Tagesklinik 55+ am Asklepios Klinikum Harburg, spricht von einer „Erschütterung des Selbstbildes“. Der Umbruch, der die Lebensphase ab 50 Jahren mit sich bringt, hinterlässt bei vielen eine große Ratlosigkeit, eine Leere, die sie resignieren lässt, zu Depressionen, Angst- und Panikstörungen führen kann. „Vielen fehlen die Aufgaben, geliebte Menschen wie die Kinder nach dem Auszug oder die Partnerin oder der Partner nach dem Tod sind plötzlich nicht mehr da, die Struktur fehlt“, führt Koch weiter aus. Das führt bei einigen Menschen zu Antriebslosigkeit, sie ziehen sich zurück, vernachlässigen sich und ihre sozialen Kontakte, fühlen sich von der Welt alleingelassen und überfordert. Hinzu kommen körperlichen Einschränkungen oder auch Überlastungen. „Ein Alarmsignal ist, wenn bei diesen Menschen die normalen Erholungsmechanismen nicht mehr funktionieren“, erläutert Koch. Das kann zur totalen Erschöpfung, aber auch zu schädlicher Selbst-Überforderung führen.
Alte Muster aufbrechen
Die Symptome ähneln psychischen Erkrankungen in jedem Alter und Lebensab- schnitt, doch die Themen sind andere. „Bei diesen Menschen geht es um eine Bestandsaufnahme, eine Reflexion des bisherigen Lebens und um eingespielte Muster und Verhaltensweisen, die sich über viele Jahrzehnte verfestigt haben“, erklärt Dr. Daniel Schöttle, Chefarzt des Zentrums für seelische Gesundheit am Klinikum Harburg, an das die dortige Tagesklinik angebunden ist. Genau diese Idee steckt hinter den Angeboten, die sich speziell an Menschen in der zweiten Lebenshälfte richten.
Zwischen sechs und acht Wochen dauern die Behandlungen in den Tageskliniken, für die der Einstieg extrem niederschwellig ist. In der Tagesklinik für Ältere an der Asklepios Klinik Nord etwa gibt es eine Telefonsprechstunde, in der eine Ersteinschätzung erfolgt und dann gegebenenfalls eine Überweisung des behandelnden Haus- oder Facharztes für die Therapie in der Tagesklinik notwendig werden kann. Harburg bietet wöchentlich eine Informationsveranstaltung an, bei der Mitarbeitende das Behandlungskonzept und den allgemeinen Therapieverlauf vorstellen. Anschließend erfolgt eine Indikationsstellung. Für die Aufnahme in die Tagesklinik ist dann ebenfalls eine Einweisung des behandelnden Arztes notwendig.
Gemeinsames Reflektieren hilft
Primär erfolgt die Therapie in Gruppenangeboten. „Wir sehen immer, wie gut es unseren Patientinnen und Patienten tut, wenn sie feststellen, dass sie mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein sind und es anderen Menschen ähnlich geht“, erzählt die Psychiaterin Hinzmann. Es sind jedoch nicht nur Gespräche, in denen die Patient:innen zunächst eine Bestandsaufnahme machen, Verhaltensweisen erkennen und versuchen, Muster aufzubrechen, auch ganz praktisch führen die Therapeut:innen sie an neue Strukturen und Routinen heran. So umfassen die Angebote auch Sport wie Walken oder Yoga, das Erlernen von Entspannungstherapien, das Training sozialer Kompetenzen sowie der kognitiven und kommunikativer Fähigkeiten, Schlafmedizin, Ernährungsberatung, Sozialberatung, Paar- und Familiengespräche. „Uns ist es wichtig, auch die Angehörige miteinzubeziehen, um das Verständnis füreinander zu fördern und auch gemeinsame oder konfliktanfällige Verhaltensweisen zu erkennen“, sagt Hinzmann.
Gewappnet für die zweite Lebenshälfte
Hinzu kommt die sogenannte Psychoedukation. „Unsere Patientinnen und Patienten sollen auch ein Wissen über die eigene Krankheit erlangen, um dann Expertin, Experte für die eigene Krankheit zu werden“, fügt die Psychiaterin und Psychotherapeutin Koch hinzu. Sie spricht von einem „besser gefüllten Rucksack“, mit dem sie ihre Patientinnen und Patienten nach der Therapie wieder in den Alltag entlässt. Sanft macht das die teilstationäre Behandlung möglich, weil die Patient:innen das Erlernte gleich am Nachmittag und an den Wochenenden zu Hause in der gewohnten Umgebung erproben können.
„Ich bin immer wieder fasziniert, wenn am Ende unserer Behandlung die Menschen wieder voller Selbstbewusstsein und Tatendrang in ihr gewohntes Leben und oft auch in den Job zurückkehren, von dem sie glaubten, ihn nie wieder ausüben zu können“, sagt Koch. Ihr Ansporn und der ihres Teams: den Menschen neue Per-spektiven eröffnen und ihnen das Rüstzeug für die zweite Hälfte des Lebens mit auf den Weg zu geben.
Weiteres zum Thema Altersdepression lesen Sie hier:
https://gesundleben.asklepios.com/gesund-werden/therapie-und-nachsorge/altersdepression/
„Im hohen Bogen“, so erinnern sich ältere Männer nicht selten etwas wehmütig, haben sie als Knaben das Wasser lassen können. Mit zunehmendem Alter wird der Bogen flacher – der Strahl kann zum Strählchen werden.
Mit gesunder Lebensweise und Sport lassen sich einige Folgen des natürlichen Alterungsprozesses zumindest abmildern. Die Prostata zeigt sich dagegen von solchem Verhalten unbeeindruckt. Sie wächst und wächst – jedes Jahr ein bisschen mehr. „Das benigne Prostatasyndrom nimmt statistisch mit dem Alter zu. In Europa sind rund 40% der 40-49jährigen
und 90% der über 80jährigen von entsprechenden Symptomen betroffen“, berichtet der Hamburger Urologe Priv.-Doz. Dr. med. Henrik Suttmann. „Behandlungsbedürftigkeit“ entstehe bei zunehmenden subjektiv als störend empfundenen Beschwerden. Ein kausaler Zusammenhang mit einem Prostatakarzinom besteht nicht. Nichtsdestotrotz kann ein betroffener Patient sowohl unter einem benignen Prostatasyndrom als auch einem Prostatakarzinom gleichzeitig leiden.“ In Deutschland unterziehen sich jährlich rund 70.000 Männer einer Operation in Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung – sie ist damit bei älteren Männern durchaus zu einer Volkskrankheit geworden.
Prostata
Es gibt Organe, die sind sozusagen in „aller Munde“. Allen voran das Herz. Fast jeder weiß, wo es sitzt. Es ist nicht nur lebenswichtig, sondern gleichzeitig ein Symbol für Liebe und Lebensfreude. Für Aristoteles stand fest: Die Seele hat ihren Sitz im Herzen. Und bis auf den heutigen Tag bemühen nicht nur Dichter das Herz, wenn es darum geht, Empfindungen, ganz besonders die Liebe, in Worte zu fassen. Zu so umfassenden Ehrungen hat es die Prostata nicht gebracht. Oft ist dem Knaben noch nicht einmal bekannt, dass er eine hat. Dabei haben alle männlichen Säugetiere und somit auch alle Männer eine Prostata oder Vorsteherdrüse. Sie produziert einen Teil des Spermas. Beim Menschen liegt sie unterhalb der Harnblase und umkleidet den Anfangsteil der Harnröhre bis zum Beckenboden. Sie gleicht beim Mann in Größe und Form einer Kastanie. Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Bildung des Sekrets, das 20-30 Prozent der Spermamenge ausmacht. Das Sekret ist wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Spermien: mit der Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr hat es nichts zu tun. Von Dichtern unbesungen, tut die Prostata treu ihren Dienst – erst wenn sie beginnt, auf die Harnröhre zu drücken, fällt „Mann“ häufig erst auf, dass es sie überhaupt gibt.
Gutartig und doch störend
Die Prostata wächst und wächst – ob das stört, entscheidet der Einzelfall. „Vereinfacht dargestellt“, beschreibt Professor Dr. med. Andreas J. Gross, Chefarzt der Urologie in der Asklepios Klinik Barmbek im Gespräch mit dem SeMa die Prostata, „besteht die Vorsteherdrüse aus einer Art Kapsel oder Schüssel, die mit einem weichen Gewebe, dem Adenom, gefüllt ist. Nur das Adenom wächst. Ob dieses Wachstum zu Beeinträchtigungen führt, hängt grundsätzlich nicht mit der absoluten Größe zusammen.“ Mit anderen Worten – auch eine relativ kleine Prostata kann zu deutlich vermindertem Harndurchfluss führen.
Auch eine sogenannte Dranginkontinenz – starker, plötzlicher Harndrang mit ungewolltem Absondern von Urin – kann eine unangenehme Folge der vergrößerten Prostata sein. Zusätzlich leiden rund 30 Prozent der betroffenen Männer unter Erektionsstörungen und/oder Schwierigkeiten beim Samenerguss. Ob eine gutartige Prostatavergrößerung behandelt oder gar operiert werden muss, hängt sehr vom persönlichen Empfinden und der Lebenssituation des Betroffenen ab. Während einige Männer häufigeren nächtlichen Harndrang und die damit verbundene Schlafunterbrechung als kaum beeinträchtigend empfinden, ist das für andere ein riesiges Problem, das sie nach Abhilfe suchen lässt. Erstes Mittel der Wahl können frei verkäufliche Pflanzenpräparate sein. Helfen die nicht, sind „richtige“ Arzneimittel notwendig. Im Regelfall verordnen Urologen Arzneistoff aus der Klasse der Alpharezeptoren-Blocker, mit denen vielen Männern geholfen werden kann. Damit sind die meisten Patienten gut versorgt – wenn nicht, gibt es weitere Therapien bis hin zur Operation.
Immer operieren?
„Es gibt“, stellt Professor Gross klar, „fünf Gründe, aus denen eine operative Verkleinerung der Prostata zwingend geboten ist: 1. Wenn nichts mehr läuft, 2. wenn sich Steine in der Blase bilden, 3. wenn es immer wieder zu Infektionen in der Blase kommt, 4. bei Harnrückstau in die Nieren und 5. wenn die Prostata blutet“. Die frühere klassische Operation gehört weitgehend der Vergangenheit an; heute verwendet man bei der Harnröhre alle möglichen OP-Techniken. . Der Urologen hat dabei drei Möglichkeiten: die elektrische Schlinge, den Einsatz von Speziallasern und – ganz neu bei Asklepios in Barmbek – das „AquaBeam“-System. „Der Eingriff ist außerordentlich präzise, sehr schnell und reduziert die Reizung des Gewebes im Vergleich zur mechanischen Technik oder der Hitzeeinwirkung eines Lasers auf ein Minimum“, beschreibt Gross das innovative Verfahren. Mit dem „AquaBeam“-OP-Roboter können die Spezialisten der renommierten urologischen Abteilung in Barmbek nun überschüssiges Prostatagewebe besonders genau und gleichzeitig schonend entfernen. Das Geheimnis hinter der neuen Technik ist eine Kombination aus Bildgebung und hoch fokussiertem Wasserstrahl. Die im Silicon Valley in den USA entwickelte Technik kommt bundesweit bislang nur an fünf Standorten zum Einsatz, davon drei bei Asklepios. Die Urologen im Asklepios Klinikum Harburg waren im August 2017 unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Bach europa-weit die Ersten, die AquaBeam in der Routinetherapie der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt haben. Mittlerweile haben dort schon mehr als 200 Patienten von dem neuen Verfahren profitiert – das entspricht einem Fünftel aller Patienten weltweit, die bislang mit dem AquaBeam erfolgreich behandelt wurden. Im September 2018 wurde AquaBeam auch in der Urologie in der Asklepios Paulinen Klinik in Wiesbaden installiert, von nun an steht es auch in der Urologie in Hamburg-Barmbek zur Verfügung. Die Technik ist anerkannt und wird von den Krankenkassen bezahlt.
Nicht technikverliebt
„Bei aller Begeisterung für die neue Technik steht in unserer Abteilung immer der Patient mit seinen individuellen Anforderungen und medizinischen Bedürfnissen im Vordergrund“, stellt Professor Gross klar. „Von der medikamentösen Therapie mit muskelentspannenden oder hormonblockierenden Arzneimitteln über das Laserverfahren bis hin zur klassischen Operationstechnik, die sich zum Beispiel bei extrem vergrößerter Prostata bewährt hat, bieten wir unseren Patienten alle Behandlungsmöglichkeiten der gutartigen Prostatavergrößerung an.“ Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Auswahl der optimalen Operationsmethode ist für den Urologen der bei jeder Operation unvermeidliche Blutverlust. „Unsere Patienten sind durchschnittlich um die 70 Jahre alt, da steckt man den Verlust von Blut nicht mehr so leicht weg wie ein jüngerer Mensch“ erläutert der Experte, „deshalb ist es ganz wichtig, nicht nur die Operationsdauer, sondern auch den Blutverlust zu minimieren. Das haben wir im Fokus, wenn wir uns für eine bestimmte Technik des Eingriffs entscheiden.“
F.J. Krause © SeMa
Der Kopf dröhnt, es zieht im Rücken, die Glieder schmerzen. Umfragen zufolge leiden mehr als 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal jährlich unter vorübergehendem oder anhaltendem Kopfweh, mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland plagen sich mindestens einmal im Leben mit Rückenschmerzen. Der Griff zum Schmerzmittel scheint verlockend einfach zu sein, und Betroffene behandeln sich schnell „in Eigenregie“. Doch Vorsicht! Nur weil ein Arzneimittel rezeptfrei ist, heißt das nicht, dass es bedenkenlos eingenommen werden kann. Die Apothekerkammer Hamburg rät dazu, sich immer zur sicheren Einnahme in der Apotheke vor Ort beraten zu lassen.
ASS, Ibuprofen & Co.: Auf die Dosis kommt es an
Schmerzmittel, die sogenannten Analgetika, unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke und -dauer sowie in ihrem Wirkmechanismus. Auch Nebenwirkungen können mit den Analgetika einhergehen. So darf zum Beispiel die blutverdünnende Wirkung von einigen rezeptfreien Schmerzmitteln nicht unterschätzt werden, genauso wenig wie der Einfluss auf Blutdrucksenker oder Arzneien, die Asthmatiker anwenden. Auch Magenreaktionen können durch die Anwendung auftreten. Wer Schmerzen hat, sollte dem Apotheker vor Ort möglichst genau seine Symptome schildern, damit das passende Präparat gefunden werden kann. Über einen längeren Zeitraum eingenommen, können Schmerzmittel Magen und Leber schädigen, zu Abhängigkeit führen und beim Absetzen Kopfschmerzen verursachen. Als Faustregel gilt daher: Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und höchstens zehnmal im Monat einnehmen.
Wärme und Bewegung bei „Rücken“
Tritt der Rückenschmerz akut auf, wirkt eine Kombination aus einem wärmenden Pflaster und moderater Bewegung wohltuend. Auch ein rezeptfreies Schmerzmittel kann eingesetzt werden. Doch spätestens nach drei Tagen sollten sich Rückengeplagte von ihrem Arzt beraten lassen. Im Großteil der Fälle treten Rückenschmerzen übrigens durch Überbelastung oder infolge einseitiger Bewegungsabläufe auf – eine Abklärung durch den Arzt ist sinnvoll.
Nase verstopft? Auf sanfte Mittel setzen
Erkältungen kommen das ganze Jahr vor. Unangenehme Begleiterscheinung: eine verstopfte Nase. Der kleine Sprühstoß von abschwellend wirkenden Nasensprays macht die Nase zwar frei, werden sie aber übermäßig eingesetzt, führt das zu einem riskanten Gewöhnungseffekt. Lässt die Wirkung des Nasensprays nach, werden die Schleimhäute besonders stark durchblutet, wodurch sie anschwellen. Dann stellt sich wieder das Gefühl einer verstopfen Nase ein und damit das Bedürfnis, das Spray zu verwenden – ein Teufelskreis entsteht. Hilfreich ist das Inhalieren von heißem Wasserdampf. Sicher geht das mit einem Dampfinhalator. Auch Nasenspülungen mit Salzwasser oder salzhaltige Nasensprays können effektiv helfen.
Auch pflanzlich ist nicht harmlos
Johanniskraut soll die Stimmung aufhellen und nervöse Unruhe lindern. Was viele nicht wissen: Das pflanzliche Präparat hat direkte, abschwächende Auswirkungen auf eingenommene Arzneimittel wie zum Beispiel manche Immunsuppressiva, Zytostatika oder Medikamente gegen Blutgerinnungsstörungen. Betroffene sollten sich auf jeden Fall in der Apotheke Rat holen, um Wechselwirkungen auszuschließen.
Auch hoch dosiertes Kalzium, das gerade Ältere gerne als Nahrungsergänzungsmittel für die Knochenstabilität wählen, kann unerwünschte Interaktionen auslösen. Trifft Kalzium im Magen mit Schilddrüsenhormonpräparaten oder bestimmten Antibiotika zusammen, kann es diese Arzneimittel unwirksam machen.
Mit der richtigen Therapie auch im höheren Lebensalter gut hören
Die Umgebung wird scheinbar immer leiser, den Fernseher dreht man daher immer lauter. Vielleicht ist er kaputt? Vor allem fällt es schwerer Gesprächen in Gruppen zu verstehen. Warum reden denn auch alle immer durcheinander?
Am 3. März ist Welttag des Hörens – Grund genug, sich mit seiner eigenen Hörgesundheit auseinanderzusetzen. Die gute Nachricht: Fast für jede schleichende Schwerhörigkeit gibt es die passende Therapie.
In der Asklepios Klinik Nord – Heidberg setzt die HNO-Abteilung auf eine ganz besondere Therapiemethode – das sogenannte Cochlea-Implantat (CI), Chefarzt der HNO-Abteilung ist Dr. Christoph Külkens (Dr. C.K.). Bei ihm und seinem Kollegen, dem Oberarzt Dr. Oliver Niclaus (Dr. O.N.) hat das Seniorenmagazin nachgehorcht, was es damit auf sich hat.
SeMa: Herr Dr. Külkens, warum sollte man sich auch im fortgeschrittenen Lebensalter noch mit seinem Gehör befassen und sogar eine Operation auf sich nehmen?
Dr. C.K.: Der diesjährige Welttag des Hörens steht unter dem Motto: „Hörgesundheit für alle“ – und das sehen wir auch so. Man kann nie „zu alt“ oder „zu jung“ sein, als dass gutes Hören nicht eine wichtige Rolle für die unbeschwerte Teilhabe am sozialen Leben spielen würde – dies wird noch bedeutsamer in Zeiten des Abstandhaltens und Maskentragens, wenn ein Ablesen von den Lippen unmöglich wird.
Wir führen neben zahlreichen weiteren Ohroperationen jährlich rund 80 Cochlea-Implantationen an Menschen zwischen 1 und 90 Jahren durch. Wieder oder endlich gut hören zu können bedeutet eine enorme Steigerung der Lebensqualität und Lebensfreude. Das zu sehen ist auch unser täglicher Antrieb, diese Therapiemethode noch bekannter zu machen.
SeMa: Man geht also für die Implantation in Narkose als „schlecht Hörender“, wacht auf und kann wieder hören?
Dr. O.N.: Das wäre schön, aber ganz so ist es nicht. Hören ist ein äußerst komplexer Prozess und hängt auch wesentlich mit der Informationsverarbeitung durch das Gehirn zusammen. Hat das Gehirn mit schwindender Hörkraft verlernt, die Reize, die auf das Ohr treffen, zu verarbeiten, muss es das nach der Implantation neu lernen. Unsere Audiologen und Hörtherapeuten sind daher fester Bestandteil einer Therapie mit einem Cochlea-Implantat. Sie sind gewissermaßen die Hör-Gehirn-Trainer an der Seitenlinie der Patienten, die unterstützend und Schritt für Schritt die „innere Hör-Mannschaft“ des Patienten zur vollen Leistungsfähigkeit aufbauen.
SeMa: Wie funktioniert ein solches Cochlea-Implantat denn genau?
Dr. C.K.: Ein Cochlea-Implantat wandelt akustische Signale, also Sprache und Geräusche, in elektrische Impulse um und überträgt diese über eine Elektrode auf den Hörnerv. Solange der Hörnerv intakt ist, ist eine Therapie mit einem CI denkbar. Die Information wird dabei mit einem Mikrofon aufgenommen, in einem hinter dem Ohr getragenen Sprachprozessor verarbeitet und über eine Magnetspule auf das eigentliche Implantat übertragen, das unter der Haut im Knochen hinter dem Ohr eingebettet liegt. Von dort führt ein dünner Elektrodenträger direkt in das Innenohr und überträgt die Signale an den Hörnerv, der die Information an das Gehirn weiterleitet.
Das klingt vielleicht nach komplizierter Technologie. Dennoch leistet im Endeffekt das Implantat nichts anderes, als das Gehör eines normal Hörenden: Es „übersetzt“ Reize in „sinnvolle Information“.
SeMa: Das wiederum klingt gut. Danke Herr Dr. Külkens und Herr Dr. Niclaus für dieses Gespräch.
Gürtelrose (Herpes zoster) tritt gehäuft bei älteren Menschen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts auf. Laut Robert Koch- Institut (RKI) kann man davon ausgehen, dass jeder Zweite, der das 85. Lebensjahr erreicht, einmal während seines Lebens an einem Herpes zoster erkrankt ist. Etwa fünf Prozent der Erkrankten entwickeln als Komplikation Nervenschmerzen, die nach Abheilen des Hautausschlages wochen- bis monatelang bestehen bleiben können.
Die Ständige Impfkommission hat in diesem Jahr die Impfung gegen Herpes zoster zur Pflichtleistung aller gesetzlichen Krankenkassen gemacht. Dies gilt für alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren sowie für Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren.
Das SeMa sprach mit Manfred Börries, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Hamburg-Fuhlsbüttel, über Ursache und Behandlung der Gürtelrose. Er ist seit 26 Jahren in seiner Praxis tätig und unter anderem Spezialist für Allergologie und ambulante Operationen.
SeMa:
Inwieweit steht die Gürtelrose mit der „Kinderkrankheit“ Windpocken in Zusammenhang?
Manfred Börries:
Beim Erreger der Windpocken und der Gürtelrose handelt es sich um dasselbe Virus, nämlich das Varicella-Zoster-Virus. Das Virus ruft die beiden unterschiedlichen Krankheiten in der Regel
in verschiedenen Lebensphasen hervor: Windpocken (Varizellen) im Kindesalter, Gürtelrose (Herpes zoster) im höheren Alter. Die Gürtelrose ist keine Neuin-fektion. Das Varicella-Zoster-Virus schlummert nach einer Windpockenerkrankung in Ganglien, also Nervenknoten. Im höheren Lebensalter können die Viren aktiv werden und eine Gürtelrose auslösen. Das bedeutet, dass schon 10-Jährige eine Gürtelrose bekommen können. Und über 25-Jährige Windpocken, obwohl das eher die Ausnahme ist, weil Windpocken hoch ansteckend sind und heute auch die Impfung dagegen Standard ist. Als Erwachsener verläuft die Krankheit leider meist unangenehmer als im Kindesalter.
SeMa:
Ist die Gürtelrose ansteckend?
Manfred Börries:
Ein klares Jein. Patienten mit einer Gürtelrose sind mit Erscheinen der Bläschen und bis zum Ein-trocknen der Bläschen ansteckungsfähig. Das dauert ungefähr sieben Tage. Es ist aber die Frage, woran man erkrankt. Wer noch keine Windpocken hatte und in Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit kommt, kann an Windpocken erkranken, aber nicht an der Gürtelrose. Wer eine Gürtelrose hat, sollte möglichst Abstand halten zu seinen Mitmenschen, besonders zu Schwangeren und Neugeborenen, da es hier bei einer Ansteckung mit den Viren zu Komplikationen kommen kann.
SeMa:
Wodurch kann eine Gürtelrose ausbrechen?
Manfred Börries:
Eine Gürtelrose kann durch großen Stress oder seelische Belastungen ausgelöst werden. Aber auch eine hohe UV-Strahlung und Sonnenbrandbegünstigen eine Erkrankung mit Gürtelrose. Zudem kann sie bei HIV- und Krebserkrankungen sowie nach einer Chemotherapie oder der Einnahme von Immunsupressiva, also Medikamenten, die die Immunabwehr herabsetzen, zum Ausbruch kommen.
SeMa:
Wie wird die Gürtelrose behandelt?
Manfred Börries: Die Behandlung ist abhängig vom Grad und der Stärke der Gürtelrose. Es gibt Medikamente aus dem Bereich der Virustatika wie beispielsweise Aciclovir. Auf die Bläschen kann man Desinfektionslösung auftragen. Möglich ist eine lokal betäubende Lotion, die den Schmerz etwas nimmt. Die Patienten bekommen, je nach Ausprägung, eine begleitende Schmerztherapie. Wenn es eine ganz schlimme Variante ist, zum Beispiel im Kopfbereich oder wenn Bläschen nicht mehr klar erkennbar sind, sondern einblutend verkrustet sind, muss die Gürtelrose im Krankenhaus behan- delt werden. Dort können Medikamente über einen Tropf verabreicht werden, und die Beobachtung der Patientin oder des Patienten ist gegeben. Es ist in einer Klinik auch leichter, die Person zu isolieren, um eine Ansteckung zu vermeiden. Wichtig ist, dass die Patienten Ruhe einhalten und verstehen, dass eine Gürtelrose keine Erkrankung eines kleinen Hautareals ist, sondern des ganzen Körpers. Es bedarf der Schonung, um mit diesem Virusinfekt fertig zu werden.
SeMa:
Wie kann man sich vor einem Ausbruch der Gürtelrose schützen?
Manfred Börries:
Es gibt die Möglichkeit, sich gegen Gürtelrose impfen zu lassen. Generell gilt, dass Menschen mit einem guten Lebensstil, zu dem eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität und eine gute Psychohygiene gehört, weniger anfällig für eine Gürtelrose sind, als Menschen, deren Alltag von Stress, Problemen und Überforderung bestimmt ist.
SeMa:
Danke für das Gespräch.
S. Rosbiegal © SeMa
Acht Millionen Bundesbürger leiden an Osteoporose, alle drei Minuten bricht in Europa ein Knochen auf Grund der Erkrankung: Knochenschwund ist eine Volkskrankheit. Sie lässt sich jedoch in den Griff bekommen.
Die Knochen tragen uns mit einer enormen Stabilität durch das Leben. Beispielsweise können die Oberschenkelknochen das Mehrfache des Körpergewichts aushalten. Ihre vielen Aufgaben vermögen die Knochen zu erfüllen, solange sie gesund sind. Nicht aber, wenn die knochenabbauenden Zellen, die so genannten Osteoklasten, die Oberhand gewinnen. Dann wird das Knochengewebe nach und nach abgebaut und die Knochen werden immer brüchiger – die Osteoporose. Typische erste Anzeichen dieser Erkrankung des Knochenstoffwechsels sind gelegentliche Rückenschmerzen, denn der Abbau der Knochensubstanz zeigt sich zunächst an
Gut mit Kalzium versorgen
Der Mineralstoff Kalzium ist, wie vielen sicher bekannt, ein elementarer Baustein der Knochen und deshalb auch wichtig zum Schutz vor und bei Osteoporose. Die besten Lieferanten sind Milch und Milchprodukte. Sie sollten deshalb am besten täglich auf dem Speiseplan stehen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass fettarme Milch und Produkte daraus wie Joghurt und Quark einen höheren Gehalt an Kalzium haben. Bei Käse ist auf dessen Härte zu achten: Je höher diese ist, desto mehr Kalzium steckt in dem betreffenden Käse. Spitzenreiter im Hinblick auf die Kalzium-Versorgung sind daher Parmesan oder gut gereifter Gouda. Wer Milchzucker (Laktose) nicht verträgt, kann seinen Bedarf an Kalzium einfach mit Sauermilchprodukten wie Kefir oder Joghurt abdecken.
Nicht rauchen
Nikotin ist der Knochenfeind Nr. 1 und so haben Raucher ein stark erhöhtes Osteoporose-Risiko.
Osteoklasten und Osteoblasten – Gegenspieler im Knochen
Die Knochen sind alles andere als leblos, sondern sehr rege und in der Lage, sich ständig zu erneuern. Sonst könnten Knochenbrüche auch nicht mehr heilen. Genau genommen sind die Knochen eine dauerhafte Baustelle. Auf dieser werkeln die Osteoblasten und die Osteoklasten, beides Zellen des Knochens. Die Osteoblasten sind für den Aufbau des Knochens zuständig, da sie stetig neues Knochengewebe bilden. Die Osteoklasten sorgen dafür, dass der Knochen nicht einfach immer weiter wächst und bauen das Knochengewebe wieder ab. So werden die Knochen permanent auf- und abgebaut. Ein sinnvolles Gegenspiel – sofern dabei nicht die Osteoklasten zu aktiv werden.
Zwei Varianten
Die Erkrankung des Knochenstoffwechsels gibt es in zwei Varianten, nämlich der primären und der sekundären. Letztere ist weitaus seltener und tritt als Folge von anderen Erkrankungen auf – etwa Störungen der Verdauung oder rheumatoider Arthritis. In der Mehrheit der Fälle besteht eine primäre Osteoporose. Sie wird unterteilt in die postklimakterische Osteoporose und in die Altersosteoporose. Die Altersosteoporose tritt sowohl bei Frauen wie Männern im höheren Alter auf. Ihre Auslöser sind Bewegungsmangel, unzureichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium sowie bei Männern die mit dem Alter nachlassende Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Ursache der postklimakterischen Osteoporose ist die nachlassende Bildung der weiblichen Geschlechtshormone.
Birgit Frohn © SeMa
Regelmäßig bewegen
Sport ist bekanntlich wahre Medizin – auch für die Gesundheit der Knochen. Gut sind alle Sportarten, welche die Knochen und Gelenke trainieren, aber nicht zu stark belasten.
Dazu gehören Walken, Schwimmen und Aqua-Gymnastik und -Jogging, Skilanglauf, Tanzen und moderates Krafttraining zur Stärkung der Muskeln und damit der Knochen.
Übergewicht abbauen
Starkes Übergewicht hemmt die Aufnahme von Kalzium in den Körper. Zudem bewegen sich Übergewichtige oft zu wenig. So verdoppeln die überflüssigen Pfunde das Risiko für Osteoporose.
den Wirbelkörpern. Im weiteren Verlauf kommt es dann zunehmend zu Knochenbrüchen ohne einen erkennbaren Auslöser – die so genannten Spontanfrakturen. Diese stellen sich vorwiegend an den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, im Bereich des Hüftgelenks – besonders am Oberschenkelhals – sowie am Handgelenk und am Oberarmkopf ein. So weit muss es allerdings nicht kommen: Stärkt man gezielt die Knochen, lässt sich Osteoporose wirksam vorbeugen. Das gelingt unter anderem mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und passender Ernährung. Unerlässlich sind zudem ausreichend Calcium und Vitamin D – beides wichtige Bausteine der Knochen.
Rechtzeitige Erkennung: Knochendichte messen
Wie so viele andere Erkrankungen kommt auch die Osteoporose auf »leisen Sohlen« daher. Deshalb wird sie leider oft erst dann bemerkt, wenn sie erste Spuren hinterlässt – Schmerzen und mitunter bereits schon Knochenbrüche. Dazu, den Knochenschwund rechtzeitig zu erkennen und mögliche Indizien dafür abzuklären, steht an erster Stelle die Messung der Knochendichte. Dabei wird der so genannte T-Wert bestimmt, der Aufschluss über das Risiko für Knochenbrüche gibt. Je höher dieser Wert ist, desto geringer ist die Gefahr von Knochenbrüchen. Um die Knochendichte zu messen, wird inzwischen meist eine so genannte DXA-Osteodensitometrie durchgeführt. Anhand dieser Methode lässt sich die Dichte der Knochenmineralien ermitteln; diese ist bei Osteoporose herabgesetzt. Weitere Verfahren zur Bestimmung des T-Wertes sind die so genannte quantitative Computertomographie (QCT) und die quantitative Ultraschallmessung. Beide liefern jedoch nicht so genaue Resultate wie die DXA-Methode.
Bruchgefahr ist gut zu bannen
Drei von vier Knochenbrüchen wären zu vermeiden, wissen Experten – mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko erheblich senken. Gute Aussichten also für jene, deren Knochen bereits beeinträchtigt sind. Bei medikamentösen Behandlungen besteht die Wahl zwischen Arzneimitteln, die gezielt den Aufbau des Knochengewebes fördern und solchen, die den Abbau des Knochens durch die Osteoklasten verhindern. Daneben greifen gezielte Ernährung, Vitamin D und regelmäßige Bewegung wirksam in die »Osteoporosespirale« ein.
Strategien gegen den Knochenschwund
Wie eingangs erwähnt, lässt sich Osteoporose in den Griff bekommen. Das gilt sowohl für dessen Vorbeugung als auch dann, wenn die Knochen bereits davon betroffen sind. Die wichtigsten, weil wirksamsten Maßnahmen zur Pflege der Knochengesundheit sind im Folgenden aufgeführt.
Neben Milch und Milchprodukten enthalten auch grüne Gemüse, wie vor allem Brokkoli, Lauch, Fenchel, Spinat und Grünkohl relativ viel Kalzium. Das gilt auch für Küchenkräuter wie Petersilie, Dill und Kresse (immer in frischer Form) sowie für Sesam und Mandeln. Mineralwasser ist ebenfalls eine gute Quelle für Kalzium: Es empfiehlt sich ein Wasser, dass pro Liter mindestens 400 mg Kalzium und möglichst weniger als 200 mg Natrium enthält.
Ausreichend Vitamin D zuführen
Dem »Sonnenvitamin« wird in der Medizin immer mehr Aufmerksamkeit zuteil. Das hat seine guten Gründe. Einer davon ist seine hohe Bedeutung bei Osteoporose. Denn damit der Körper Kalzium gut über den Darm aufnehmen kann, muss er ausreichend mit dem fettlöslichen Vitamin D versorgt werden. Somit ist dieses Vitamin indirekt auch am Knochenstoffwechsel beteiligt. Wie lässt sich nun an ausreichend Vitamin D rankommen? Zum Einen über den reichlichen Genuss von fetten Seefischen wie Lachs oder Hering, Butter, Pilzen und Eiern. Zum Anderen durch viel UV-Strahlung von der Sonne. Denn der Körper stellt Vitamin D selbst her, sofern er genügend Sonnenlicht bekommt. Das bedeutet, so oft es geht, raus an die frische Luft gehen.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) informiert
Ärzte rechnen Knochendichtemessungen häufig als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) privat ab. Dabei handelt es sich bei der Messung in bestimmten Fällen um eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, sodass Patientinnen und Patienten die Kosten nicht selbst tragen müssen.
Knochendichtemessung als Kassenleistung
In den folgenden Fällen können Versicherte die Knochendichtemessung über ihre elektronische Gesundheitskarte abrechnen lassen:
• Sie haben einen Knochenbruch ohne ein entsprechendes Trauma – also zum Beispiel einen Sturz oder Unfall – erlitten, und es besteht gleichzeitig der begründete Verdacht auf eine Osteoporose.
• Der Arzt will eine gezielte medikamentöse Behandlung einer Osteoporose beginnen. Dafür muss nicht erst eine Fraktur passiert sein.
• Die Messung der Knochendichte dient der Überprüfung einer laufenden Therapie. Sie kann nach fünf Jahren wiederholt werden, in begründeten Ausnahmefällen aber auch schon früher.
Allerdings dürfen nicht alle Kassenärzte die Knochendichtemessung mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Sie benötigen dafür eine Zusatzqualifikation und die Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) empfiehlt Ratsuchenden wie Frau M., passende Praxen über die Arztsuche der KV im Internet zu suchen oder direkt ihre Krankenkasse um Adressen zu bitten.
Was können Betroffene tun, die diese Voraussetzungen erfüllen und trotzdem selbst zahlen sollen?
Wer zum Beispiel Medikamente zur Behandlung einer Osteoporose einnimmt und trotzdem für eine vom Arzt empfohlene Knochendichtemessung selbst aufkommen soll, sollte zu-nächst mit dem Arzt sprechen. Er darf eine Kassenleistung nicht privat in Rechnung stellen. Im Zweifel können Versicherte Kontakt mit ihrer Krankenkasse aufnehmen und erfragen, ob diese die Kosten übernimmt. Sie sollten bis zur Klärung auf keinen Fall unterschreiben, dass sie bereit sind, selbst für die Knochendichtemessung aufzukommen.
Besteht kein Zweifel daran, dass der Arzt eine eigentliche Kassenleistung privat abrechnen will, können sich Versicherte bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung schriftlich beschweren.
Was ist eine Knochendichtemessung und wofür wird sie eingesetzt?
Mit einer Knochendichtemessung bestimmen Mediziner unter dem Fachbegriff „Osteodensitometrie“ den Mineralsalzgehalt der Knochen. Die Untersuchung hilft dabei, festzustellen, ob die Patientin oder der Patient unter Osteoporose leidet, und den Verlauf der Erkrankung zu beobachten. Die Messung gibt auch Hinweise, wie hoch das Risiko für einen Knochenbruch ist. Der Wert allein reicht für die Diagnose und Bewertung allerdings nicht aus – auch die Begleitumstände und Symptome spielen eine Rolle.
Manche Ärzte bieten eine Knochendichtemessung zur Früherkennung von Osteoporose als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Der Nutzen dieser Früherkennung ist umstritten und auch von den individuellen Risikofaktoren abhängig. Führt das Ergebnis dazu, dass sich Betroffene aus Angst vor einem Knochenbruch weniger bewegen, kann die Früherkennung sogar schaden. Außerdem wird der Körper dabei einer – wenn auch geringen – Röntgenstrahlung ausgesetzt.
Sie haben weitere Fragen zu gesundheitlichen oder gesundheitsrechtlichen Themen?
Das Team der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) beantwortet Ihre Fragen gern.
Sie erreichen die UPD kostenfrei unter der Telefonnummer 0800/011 77 22 (montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr).
Weitere Informationen zu Beratungswegen sowie kurzfristigen Änderungen und Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie unter: www.patientenberatung.de
(pi) „Letztes Jahr habe ich mir einen Knochen gebrochen, ob-wohl ich weder gestürzt war noch mich anderweitig verletzt habe. Eine darauffolgende Knochendichtemessung hat ergeben, dass ich unter einer leichten Osteoporose leide. Jedoch finde ich nun keinen Kassenarzt, der mich auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse regelmäßig untersucht und meine Werte überprüft. Stattdessen soll ich die Knochendichtemessung selbst bezahlen. Ist die Abrechnung als Privatleistung korrekt oder muss die Krankenkasse für die Kosten der Knochendichtemessung aufkommen?“, so die Frage von Valerie M. aus Reutlingen an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD).
Altersmediziner veröffentlichen neue Tipps und Hilfen gegen eine Mangelernährung
Gerade bei Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust muss sofort gehandelt werden“, sagt Professorin Dorothee Volkert, Leiterin der Arbeitsgruppe „Ernährung und Stoffwechsel“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Mitarbeiterin am Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Jetzt hat die DGG-Arbeitsgruppe einen neuen Infoflyer für Mediziner, Patienten und Angehörige vorgestellt, der Anregungen für eine bessere Ernährung im hohen Alter geben soll.
„Konkret wollen wir erst einmal erreichen, dass betroffene Personen ein Bewusstsein für eine mögliche Mangelernährung entwickeln. Viele wissen gar nicht, dass beispielsweise kognitive Einschränkungen oder eine körperliche Schwäche direkt damit zusammenhängen“, sagt Volkert. „Dafür ist es wichtig, dass möglichst viele Einrichtungen unseren neuen Infoflyer ausdrucken und den Betroffenen zur Verfügung stellen.“ Den Flyer zur Mangelernährung gibt es auch im editierbaren PDF-Format, sodass hier jede Einrichtung die eigenen Kontaktdaten angeben kann. „Als Arbeitsgruppe der DGG bieten wir mit den zusammengestellten Informationen eine fachlich unabhängige Grundlage, die Einrichtungen mit älteren Patienten gerne für sich nutzen können“, so Volkert.
Appetitlosigkeit führt zu erhöhtem Krankheitsrisiko und verzögerter Genesung
Im Alltag sind bei älteren Menschen häufig Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust zu beobachten. Diese Probleme müssen ernst genommen werden. Mögliche Folgen sind ein erhöhtes Krankheitsrisiko, eine verzögerte Genesung, die Muskelkraft nimmt ab, und letztendlich werden Selbstständigkeit und Lebensqualität eingeschränkt. „Deswegen sollten Betroffene sofort reagieren und die eigene Ernährung optimieren“, sagt Volkert. Auch sei oft zu beobachten, dass Hunger und Durst nicht wahrgenommen werden – tatsächlich aber zu wenig Nährstoffe und Flüssigkeit aufgenommen werden. „Wenn ärztlich nicht anders verordnet, sind eineinhalb Liter Wasser am Tag in Form von verschiedenen Getränken sinnvoll. Hinzu kommen jeden Tag eiweißreiche Produkte wie Milchprodukte, Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte, auch Zwischenmahlzeiten mit Nüssen, Obst oder Käsewürfeln bereichern die tägliche Ernährung.“
Passende Lösungen auch bei Kau- und Schluckbeschwerden
Was die Experten der DGG-Arbeitsgruppe „Ernährung und Stoffwechsel“ auch festgestellt haben: Viele ältere Menschen leiden unter Kau- und Schluckproblemen, haben Schwierigkeiten bei Einkauf und Zubereitung von Mahlzeiten, müssen alleine essen oder haben grundsätzliche Sorgen und Ängste, die zu einer mangelnden Ernährung führen können. „Hier sollte niemand die falsche Scheu haben, nach passender Unterstützung zu fragen. Hilfe beim Einkaufen oder der Essenszubereitung gehören einfach dazu. Bei Bedarf gibt es auch spezielles Besteck, Teller oder Tassen, die das Essen erleichtern“, sagt Dorothee Volkert. Ihr Tipp: „Nehmen Sie sich Zeit für alle Mahlzeiten, achten Sie auf eine gute Mundhygiene und wiegen Sie sich regelmäßig.“
Den Infoflyer „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) gibt es zum Runterladen auf der Website der DGG-Arbeitsgruppe „Ernährung und Stoffwechsel“ unter
(pi) Hochaltrige Menschen haben generell ein erhöhtes Risiko, eine Mangelernährung zu entwickeln, bis zu 50 Prozent geriatrische Patienten sind bereits von einer Mangelernährung betroffen. „Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir in den Krankenhäusern wie auch in Pflegeeinrichtungen und Altersheimen eine wesentlich bessere Aufklärung zu Ursachen und Folgen einer Mangelernährung.
... häufiger Eingriff bei Ü65 mit großen Erfolgsaussichten! Bei den über 65-Jährigen ist die operative Behandlung einer Spinalkanalstenose der häufigste operative Eingriff an der Wirbelsäule. Dieser Eingriff kann auch im hohen Alter risikoarm durchgeführt werden. Die operative Druckentlastung reduziert die Schmerzen und ermöglicht, wieder längere Gehstrecken zurückzulegen.
Dr. Alexander Richter
Mit zunehmenden Alter kommt es häufiger zu Verengungen, sogenannten Stenosen des Wirbelkanals. Schmerzen beim Gehen und Rückenschmerzen können die Folge sein. In der Wirbelsäule befindet sich der Wirbelkanal. In diesem verläuft das Rückenmark in einer engen Röhre. Eine Struktur aus Knochen, Bindegewebe und Bändern ummantelt das Rückenmark und, im Bereich der Lendenwirbelsäule, die Nervenwurzeln, die in die Beine ziehen. „Bei starken verschleißbedingten Veränderungen entstehen Knochenauswüchse an den Wirbelgelenken und Wirbelbögen, die den Wirbelkanal ganz erheblich einengen können. Auch Vorwölbungen der Bandscheiben können die Enge verstärken. Dem Rückenmark und den Nerven fehlt dann der notwendige Raum. Wir sprechen in diesem Fall von einer Stenose des Wirbelkanals“, sagt Dr. Alexander Richter, Leitender Arzt für Wirbelsäulenchirurgie an der ENDO-Klinik Hamburg.
Die häufigste Ursache der spinalen Stenose ist der Verschleiß der Bandscheiben, der Wirbelgelenke und der Bandstrukturen. Dabei handelt es sich um typische Alterungsprozesse des Gewebes, denen jeder Mensch unterliegt. In seltenen Fällen führen angeborene Engen des Wirbelkanals zu Beschwerden. Auch Tumore und Brüche der Wirbelsäule können in Ausnahmefällen zu einer Spinalkanalstenose führen.
Ein verengter Wirbelkanal im Lendenwirbelsäulenbereich hat Auswirkungen auf die Beine, die denen einer Durchblutungsstörung ähneln. Ein Bein oder beide Beine fangen beim Gehen an zu schmerzen, und die Strecken, die der Betroffene zurücklegen kann, werden kürzer. Insbesondere, wenn die Wirbelsäule aufgerichtet wird, kommt es zu Schmerzen im unteren Rücken, die bis in die Beine ausstrahlen können.
In schweren Fällen können Muskelschwächen in den Beinen und Empfindungsstörungen auftreten. Das wiederholte Stehenbleiben, dem die „Schaufensterkrankheit“ ihren Namen verdankt, sorgt für eine kurzzeitige Verbesserung. Typisch ist die Besserung der Symptome bei einer Gangpause und vorn übergebeugter Haltung, da dies eine Aufrichtung der Lendenwirbelsäule und damit Erweiterung des Wirbelkanals bewirkt. Ein Grund, warum Betroffene häufig in der Lage sind, uneingeschränkt Fahrrad zu fahren.
Neben den geschilderten Beschwerden können auch Kreuzschmerzen auftreten, welche mit einer morgendlichen Rückensteifigkeit einhergehen. Diese sind auf den Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke und der dadurch bedingten Instabilität des Bewegungssegments zurückzuführen.
Wirbelkanalverengungen der Halswirbelsäule können durch Rückenmarks- und Nervenwurzelkompression zu fortschreitenden inkompletten Querschnittssymptomen führen, die mit Gefühlsstörungen und Lähmungen sowie Feinmotorikstörungen von Armen und Beinen einhergehen. Die Symptome können sich auch schubweise verschlechtern.
Bei leichten Beschwerden wird versucht die Wirbelsäule zu entlasten, die Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Sowohl eine medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln als auch krankengymnastische Übungen mit dem Ziel der muskulären Kräftigung sowie der Aufrichtung kommen zum Einsatz. Wenn nötig, ist auch eine gezielte Schmerztherapie („Spritzen“) Teil der konservativen Therapie. „Zu einer operativen Therapie raten wir den Patienten, wenn starke Schmerzen und Gehbeeinträchtigungen mit Reduktion der Gehstrecke auf wenige Hundert Meter zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen und konservative Therapiemaßnahmen zu keiner Linderung der Beschwerden führten“, sagt Dr. Alexander Richter.
Die alleinige Erweiterung des Spinalkanals wird heutzutage minimalinvasiv mikrochirurgisch, also unter Zuhilfenahme eines OP-Mikroskops, durchgeführt – ohne die Stabilität des Bewegungssegmentes zu gefährden. Hierdurch sind die risikoarmen Operationen auch im hohen Alter möglich.
Nur bei einer ausgeprägten Instabilität wird neben der Druckentlastung (Dekompression) des Bewegungssegmentes eine operative Versteifung der Wirbelsäule notwendig. Dazu werden unter einer Vollnarkose vom Rücken aus die bedrängten Nervenstrukturen entlastet. Zusätzlich wird ein Schrauben-Stab-System in die entsprechenden Wirbelkörper eingebracht. Zur Stabilisierung erfolgen die Ausräumung der Bandscheibe und das Einbringen eines mit eigenem Knochen gefüllten „Korbes“. Der Knochen muss anschließend verheilen und führt zur endgültigen Stabilisierung (Versteifung) des ehemaligen Bewegungssegments.
„Die Kombination mit der Versteifungsoperation ist nach unseren Erfahrungen nur bei etwa 15 Prozent unserer Patienten notwendig“, so der Leitende Arzt. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass operierte Patienten über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren im Vergleich zu den konservativ behandelten Patienten länger profitieren.
Er ist zu bis acht Meter lang und damit das größte menschliche Organ: Die Rede ist vom Darm. Das nur acht Zentimeter dünne Organ besitzt mehrere Millionen Nervenzellen und ist von unzähligen Mikroorganismen besiedelt, die für unsere Gesundheit unverzichtbar sind. Was viele nicht wissen: Auch das Immunsystem wird maßgeblich von der Darmflora beeinflusst. Gerät die Darmflora ins Ungleichgewicht, können die Auswirkungen gravierend sein. Was wir tun können, um darmgesund zu leben, welche Lebensmittel täglich auf den Teller gehören und worauf man besser verzichtet, weiß die Apothekerkammer Hamburg.
Darmgesund durch Mikroorganismen
Die Mikroorganismen im Darm erfüllen zahlreiche wichtige Aufgaben für unsere Gesundheit. Die vielen kleinen Helfer sind unermüdlich für uns im Einsatz. Sie unterstützen die Verdauung, schützen den Darm vor Schadstoffen und sind an der Bildung wichtiger Vitamine wie Vitamin K beteiligt.
Wie ein Schutzschild verhindern sie, dass sich Krankheitserreger in der Darmschleimhaut einnisten und Infektionen auslösen. Auch bei der Immunabwehr spielen die Mikroorganismen eine unverzichtbare Rolle, indem sie wichtige Informationen an die Immunzellen des Darms weiterleiten. Ist unser Immunsystem intakt, kommen wir besser durch die kalte Jahreszeit. Ist der Darm jedoch geschwächt, wird auch das Immunsystem beeinträchtigt.
Immer das Gleichgewicht halten
Kleinere Störungen kann ein gesunder Darm durchaus abfedern. Eine falsche Ernährung, aggressive Krankheitserreger oder bestimmte Arzneimittel bringen hingegen die Darmflora aus dem Takt. Die Devise lautet daher: darmgesund leben. Wer unsicher ist, kann sich in einer der Hamburger Apotheken sachkundig beraten lassen. Ist der Darm im Gleichgewicht, kann der Organismus Nährstoffe optimal verwerten und der Körper wird insgesamt widerstandsfähiger.
Darmgesund essen
Eine ballaststoffreiche, ausgewogene Ernährung mit saisonalem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten sollte täglich auf dem Speisezettel stehen. Die sekundä-ren Pflanzenstoffe lindern außerdem Entzündungen und unterstützen unseren Körper dabei, mit Krankheiten besser fertig zu werden. Wichtige Helfer für eine gesunde Darmflora sind außerdem Präbiotika und Probiotika. Probiotika stärken das Immunsystem nachhaltig, liefern neue Bakterien und sind zum Beispiel in Joghurt, sauren Gurken oder Sauerkraut enthalten. Schwarzwurzeln, Pastinaken oder Bananen enthalten Präbiotika, von denen sich die Mikroorganismen ernähren.
Ausreichend trinken
Der regelmäßige Griff zum Wasserglas sollte uns in Fleisch und Blut übergehen – auch im Winter. Täglich sollten es mindestens 1,5 Liter sein – am besten Wasser oder ungesüßte Früchte- und Kräutertees. Heißer Tipp: Schwarzer Kaffee regt die Bewegung der Darmmuskulatur an.
Besser Maß halten
In Fleisch und Wurst sind zwar viele Omega-6-Fettsäuren, dafür aber nur wenige Ballaststoffe enthalten. Wer Fleisch isst, sollte auf hochwertige Produkte zurückgreifen. Möglichst verzichten sollte man auf Fast Food, Zucker und künstliche Zusatzstoffe – sie wirken sich negativ auf die Darmflora aus. Mit einer gesunden Ernährung schützt man nicht nur seinen Darm, sondern den gesamten Körper.
(pi) Zu den häufigsten Erkrankungen bei Menschen über 70 Jahren gehört die Arthrose der Gelenke. Rund 70 Prozent der älteren Bevölkerung leidet darunter. Arthrose ist eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die sich bislang medikamentös weder verhindern lässt noch heilbar ist. In vielen Fällen müssen die erkrankten Gelenke künstlich ersetzt werden.
Endo-Klinik-Arzt
Dr. Christian Ansorge
Treppen steigen, Schnürsenkel binden oder Fenster putzen – mit gesunden Gelenken ist das kein Problem. Fangen Gelenke aber an zu schmerzen und geraten ins Stocken, schränkt das ein: Arbeiten im Alltag fallen schwerer oder gehen gar nicht mehr. Eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen in den Gelenken ist der Gelenkverschleiß, die Arthrose. „Eine Arthrose entsteht, wenn der Gelenkknorpel chronisch überlastet wird und abnutzt, bis irgendwann Knochen auf Knochen reibt. Als Folge verknöchert das Gelenk, wird unbeweglich, und die Gelenkschleimhaut kann sich entzünden“, so Dr. Christian Ansorge, leitender Oberarzt für Gelenkchirurgie an der ENDO-Klinik Hamburg, einer Spezialklinik für Gelenk, Sport- und Wirbelsäulenerkrankungen. „Das führt zu Schmerzen, denn der Knorpel ermöglicht den Gelenken eine reibungsfreie Bewegung.“
Meist kommt die Arthrose schleichend, ohne dass die Betroffenen zunächst etwas davon merken. Erste Anzeichen können Mühe beim Aufstehen oder Probleme beim Treppensteigen sein. Nach Ruhephasen sind oft vor allem die ersten Schritte schmerzhaft, was als Anlaufschmerz bezeichnet wird. Es dauert dann eine Weile, bis die Gelenke wieder in Gang kommen.
Grundsätzlich kann jedes Gelenk von Arthrose betroffen sein. Am häufigsten erkranken jedoch die gewichtsbelasteten Gelenke, also das Knie- und Hüftgelenk. „Ich sehe sehr viele Patienten, die über Schmerzen in der Leisten-, Oberschenkel- und Gesäßregion klagen. Im Röntgenbild sehe ich dann, dass deren Hüftgelenk stark abgenutzt ist“, so Dr. Ansorge. „Das ist die sogenannte Hüftgelenksarthrose, ein weit verbreitetes Krankheitsbild älterer Menschen.“
Bei starkem Gelenkverschleiß kann eine Stufentherapie helfen. Vorrangiges Ziel aller Behandlungsmethoden ist es zunächst, die Schmerzen der Patienten zu lindern und ihre Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen. In vielen Fällen ist die Implantation eines künstlichen Gelenkersatzes der letzte Ausweg, um eine Linderung der Beschwerden zu erreichen.
Isometrische Kraftmessung
am Kniestrecker.
Der Patient entscheidet
Wie sehr sich jemand eingeschränkt fühlt, kann letztendlich aber nur der Patient und nicht der Orthopäde entscheiden. Deswegen kann und sollte der Orthopäde vor der Operation alternative Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen: „Nicht jeder, der Gelenkverschleiß hat, braucht gleich eine Prothese“, so Dr. Christian Ansorge. Vielmehr sei eine Stufentherapie die erste Wahl: Schmerzmittel, Physiotherapie oder auch einfach nur Gewichtsabnahme. Zudem gibt es wirksame Medikamente und Behandlungen für Arthrose, die den Einsatz eines künstlichen Gelenks hinauszögern können. Die Philosophie solle deshalb vielmehr sein: durch die Operation helfen, wenn es mit konservativen Maßnahmen nicht mehr geht. Dr. Ansorge: „Sobald der Betroffene einen Ruheschmerz verspürt, sollte operiert werden. Nach einer Operation erhalten viele Patienten Lebensqualität zurück, denn nach drei bis fünf Tagen Krankenhausaufenthalt und drei Wochen Reha können sich die meisten Patienten wieder nahezu uneingeschränkt bewegen. Und inzwischen ist das Material so ausgereift, dass der Gelenkersatz oft mehr als 20 Jahre hält, bevor er gewechselt werden muss.
Es sind nur kleine Schnitte nötig
Der Eingriff selbst wird inzwischen häufig mithilfe kleiner Schnitte durchgeführt. In der Regel werde ein Zugang gewählt, bei dem „nur so viele Muskeln wie nötig und so wenige wie möglich“ abgetrennt würden. Hierdurch lässt sich das Hauptziel der Operation, nämlich die Implantation der Prothese in absolut korrekter Position, am besten erreichen. Das setzt eine genaue Vorbereitung voraus, für die inzwischen in den meisten Kliniken Computerprogramme zur Verfügung stehen, mit denen – auf Grundlage von Röntgenbildern – die Größe und Positionierung der Prothese simuliert werden können.
Diese Techniken können das Risiko allerdings nur minimieren, denn eine Lockerung der Prothese oder auch Infektionen lassen sich nie ganz ausschließen. Umso wichtiger ist deshalb die Implantation durch einen erfahrenen Chirurgen. Der Operateur sollte den speziellen Eingriff möglichst häufig durchführen. Dr. Ansorge empfiehlt, sich vorher genau über das Krankenhaus, den Chirurgen und die jährlich durchgeführten Operationen zu informieren. Aber sind denn Operationen während Corona überhaupt sicher? Ja: Mehr als 3000 Prothesen wurden unter dem Sicherheitskonzept in der ENDO-Klinik seit Beginn der Pandemie eingesetzt oder gewechselt.
Erläuterung der Analyseergebnisse am Beispiel des Balance-Checks.
Bewegung kann Arthrose verlangsamen
Zu einer Operation muss es aber nicht immer kommen: „Wer gelenkschonenden Sport treibt, kann die Arthrose verlangsamen, denn dabei wird der Knorpel besser ernährt und weniger stark abgebaut“, erklärt Dr. Ansorge. „Außerdem stabilisieren gut trainierte Muskeln das Gelenk und sorgen dafür, dass es weniger strapaziert wird.“ Und welche Sportarten sind zur Vorbeugung orthopädischer Probleme besonders geeignet? Ideal ist eine gesunde Kombination aus Ausdauer- und Kraftsport. Ausdauer trainiert man mit den sogenannten „Geradeaus-Sportarten“ wie Nordic Walking oder Fahrradfahren. Schwimmen und Aquagymnastik sind ebenfalls besonders geeignet, weil im Wasser durch den Auftrieb nicht so viel Gewicht auf den Hüften und Knien lastet. Ergänzend sollte es im Trainingsplan eine Muskelaufbau-Komponente geben, also Übungen an Geräten, bei denen man die bedürftige Muskulatur entsprechend stärkt.
Wenn die Gelenke knirschen
Laufen meine Gelenke noch wie geschmiert oder habe ich bereits eine Arthrose? Und was kann ich dagegen tun? Ein maßgeblicher Schlüssel, um Arthrose hinauszuzögern, ist eine bewusste Ernährung und eine maßvolle Bewegung. Das ENDO Rehazentrum hat ein Programm entwickelt, das u.a. mithilfe von u.a. isometrischer Kraftmessung, Mobilitätsmessung und Balance-Checks den aktuellen Zustand aufzeigen kann. Auf Grundlage des Ergebnisses wird für den Patienten ein optimaler Trainingsplan erstellt. So kann eine Operation nicht nur hinausgezögert, sondern eventuell ganz vermieden werden. Zudem kann man sich durch ein gezieltes Training optimal auf eine bevorstehende OP vorbereiten, um nach der OP schneller wieder fit zu sein.
Infos erhalten Sie unter: ENDO Rehazentrum, Tel.: 040/ 3197-1040, Email: boxenstopp@helios-gesundheit.de
Darum sind regelmäßige Untersuchungen so wichtig!
Nach Herz-Kreislauf-
Erkrankungen ist Krebs die häufigste Todesursache in Deutschland. Dabei steigt das Risiko für bösartige Tumore
mit dem Lebensalter.
Umso wichtiger sind regelmäßige Früherkennungs-
untersuchungen. Für die ist es niemals zu spät, sagt der Hamburger Onkologe Prof. Dirk Arnold.
Krebs ist ein Schreckgespenst. Die Diagnose schockt, lähmt, macht fassungslos und fast jeder Mensch ist damit im Laufe des Lebens konfrontiert, mal direkt, mal indirekt. Mit rund 230.000 Verstorbenen nehmen Krebserkrankungen den zweiten Platz nach Herz-Kreislauf-Leiden als Todesursache in Deutschland ein. Derzeit ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bei Männern der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung, gefolgt vom Lungen- und Darmkrebs, bei Frauen ist am häufigsten die Brust betroffen, , gefolgt von Darm- und Lunge. Jährlich erkranken insgesamt etwa 492.000 Menschen neu an Krebs. Dabei treten fast alle Krebsarten bei älteren Menschen sehr viel häufiger auf als bei jüngeren. Ein typisches Beispiel: Prostatakrebs. Vor dem 45. Lebensjahr wird diese Krebsart kaum diagnostiziert, von da an steigt das Risiko einer solchen Erkrankung kontinuierlich an. „Spätestens ab 85 Jahren hat eigentlich fast jeder Mann eine bösartige Veränderung der Vorsteherdrüse, die sich in der Regel aber sehr langsam entwickelt“, sagt Prof. Dr. Dirk Arnold, Chefarzt der Onkologie an der Asklepios Klinik Altona, und er fügt hinzu: „Früherkennung ist immer wichtig, und in jedem Lebensalter sinnvoll – aber sie wird im höheren Alter aber immer bedeutender.“ Denn je früher eine Tumorerkrankung erkannt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich noch keine Metastasen gebildet haben, der Krebs vollständig geheilt werden kann und die Behandlungen sehr viel schonender erfolgen als in einem fortgeschrittenen Stadium.
„Viele Früherkennungsuntersuchungen sind schon bei jungen Menschen angezeigt und werden auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen“, sagt Prof. Arnold. Dazu zählt etwa eine jährliche Genitaluntersuchung von Frauen ab einem Alter von 20 Jahren, um Gebärmutterhalskrebs ausschließen zu können. Eine jährliche Brustuntersuchung übernehmen die Krankenkassen ab dem 30. Lebensjahr. Ab einem Alter von 50 Jahren wird alle zwei Jahre eine Mammographie-Screening für Frauen empfohlen. Auf ein Hautkrebs-Screening haben alle gesetzlich Versicherten ab dem 35. Lebensjahr und dann alle zwei Jahre einen Anspruch. Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren können zur Darmkrebsvorsorge zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren durchführen lassen. Für Männer ab 45 Jahren ist außerdem eine jährlich Genitaluntersuchung auf Prostatakrebs vorgesehen. Männer ab 65 Jahren können einmalig eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung einer Erweiterung der Bauchschlagader in Anspruch nehmen. Gibt es Auffälligkeiten, sind selbstverständlich kürze Intervalle notwendig. In der Regel führen die jeweiligen niedergelassenen Fachärzte diese Untersuchungen durch.
Untersuchungen nicht hinauszögern
„Die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen sind auch deswegen so sinnvoll, weil so Erkrankungen festgestellt werden können, die bei ansonsten fitten Menschen und vor allem rüstigen Seniorinnen und Senioren erst einmal gar keine Beschwerden hervorrufen“, sagt Prof. Dr. Arnold. Eine Therapie aber kann dennoch notwendig sein. „Selbst bei unheilbaren Krebsarten gilt es immer die optimale Therapie anzubieten, die mit den geringsten Wirkungseinschränkungen einhergehen und einige Patientinnen und Patienten sogar beschwerdefrei machen“, sagt der Onkologie-Chefarzt. Neben der Leitung der Abteilung an der Asklepios Klinik Altona leitet Arnold auch das Asklepios Tumorzentrum Hamburg. Sieben Asklepios Kliniken und sechs Medizinische Versorgungszentren, darunter auch in Elmshorn und Bad Oldesloe, sind diesem Netzwerk von Krebsspezialistinnen und -spezialisten angeschlossen. Im engen Austausch bieten sie standort- und fachübergreifend innovative und individuelle Tumorbehandlungen an.
In den vergangenen Monaten haben Arnold und seine Kolleginnen festgestellt, dass coronabedingt vermehrt Krebspatienten erst in fortgeschrittenen Stadien zu ihnen kommen. „Viele scheuen Untersuchungen und Behandlungen im Krankenhaus, zögern sie hinaus“, beobachtet der Onkologe. Einige ignorierten gar Symptome. Grund sei die Angst vor überfüllten Kliniken und überstrapaziertem Personal, teils auch vor einem erhöhten Infektionsrisiko. Sorgen, die Arnold entkräften kann. „Selbst bei elektiven, also planbaren Operationen bei Krebserkrankungen, kommt es in unseren Häusern maximal zu Aufschüben von wenigen Tagen.“ Die Hygienemaßnahmen seien grundsätzlich in Kliniken extrem hoch, mit Corona noch einmal verstärkt worden. Seine Botschaft lautet: Nicht den Kopf in den Sand stecken, weder vor anstehenden Untersuchungen noch vor notwendigen Behandlungen. Nur so kann Krebs ein wenig seines Schreckens und seiner negativen Auswirkungen genommen werden.
200 Krebsexperten arbeiten im größten Tumorzentrum Hamburgs und Umgebung fachübergreifend zusammen. Sie sorgen gemeinsam dafür, dass Sie wohnortnah behandelt werden können.
Weitere Informationen unter
https://www.asklepios.com/hamburg/tumorzentrum/
DMSG – Landesverband Hamburg e.V.
Stark alleine. Stärker gemeinsam. Ansprech-partner der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband Hamburg e. V., sind im Eppendorfer Weg 154–156, Hamburg, zu finden. Foto: Corinna Chateaubourg
An guten Tagen schaffe ich 600 Meter in etwa einer halben Stunde, mit zweimal auf den Gehwagen setzen, um eine Pause zu machen. Oft stolpere ich, manchmal stürze ich, die Nutzung von Treppen ohne Geländer ist unmöglich“, sagt Roswitha Kiers. Die 58-Jährige ist an Multipler Sklerose (MS) erkrankt, einer entzündlichen und bislang unheilbaren Erkrankung des zentralen Nervensystems. Seit fast 40 Jahren wohnt sie in Hamburg. Ihre ersten Symptome hatte sie im Alter von 27 Jahren, eine endgültige Diagnose bekam sie mit 34. Seitdem sie 36 Jahre alt ist, kann sie nicht mehr arbeiten. Hilfe und Unterstützung bekommt sie unter anderem von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Hamburg. Im Eppendorfer Weg 154–156 im Stadtteil Hoheluft-West hat die gemeinnützige Selbsthilfeorganisation und unabhängige Interessenvertretung für Menschen mit Multipler Sklerose ihren Sitz. Hier erhalten MS-Betroffene und ihre Angehörigen Orientierung sowie Unterstützung. Und sie können sich mit anderen Betroffenen vernetzen. Außerdem berät ein sozialpädagogisches Team und informiert individuell und vertraulich.
„Man fühlt sich verstanden“
Die Organisation gibt es seit 41 Jahren in Hamburg, aktuell arbeiten hier acht MitarbeiterInnen hauptamtlich. „In den Räumen im Eppendorfer Weg befindet sich ein Yoga-Raum, es finden Veranstaltungen oder Treffen von Selbsthilfegruppen statt oder eben Beratungen“, so Daniela Listing, Pressesprecherin der DMSG Hamburg. „Nach der Diagnose – meist im Alter von 20 bis 40 Jahren – steht man erst mal allein dar. Wir helfen bei der Frage, ,Wie gehe ich jetzt damit um?‘ und bieten ganz viel Hilfestellung.“ Bei der Verschlechterung der Krankheit gehe es viel darum, welche Hilfen einem zustehen, wie ich einen Schwerbehindertenausweis oder einen Pflegegrad beantrage und dergleichen, berichtet Listing. Die Mitgliedschaft kostet 50 Euro im Jahr. „Der DMSG ist wie der ADAC für MS-Betroffene: Man braucht ihn nicht immer, aber es gut ihn zu haben“, erläutert die Pressesprecherin.
Besuchs- oder Fahrdienst für Schwerbetroffene, Infos (und Räume) für Selbsthilfegruppen oder Beratung von Angehörigen: Das Angebot der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Hamburg ist vielseitig und gemeinnützig. Foto: Heike Günther
„Der Krankheit gezielt etwas entgegensetzen“ (Roswitha Kiers)
Die MS-Betroffene Roswitha Kiers engagiert sich bei der DMSG. „Durch mein Mitwirken kann ich dieser Krankheit ganz gezielt etwas entgegensetzen. Von der DMSG bekomme ich durch Vorträge, Kurse oder Einzelberatung Informationen speziell zur Krankheit MS.“ Durch die DMSG habe sie von der Möglichkeit erfahren, Aikido als Bewegungskunst auch mit MS auszuüben. „Unser Trainer unterrichtet meine Gruppe im Sitzen. Seit Corona tun wir das online. Durch die Übungen bleibe ich beweglicher, und zusammen mit dem Aufwärmen und der abschließenden Meditation ist dies sehr positiv für mich“, so Kiers.
Nach einer Schulung zur Betroffenenberaterin biete sie auch selbst an, mit ihr über Fragen zu sprechen, bei denen jemand weiterhelfen kann, der die Krankheit selbst habe. „In unserem Team sind geschulte, selbst an MS-erkrankte Frauen und Männer, berufstätig oder verrentet, mit Kindern oder nicht ... Wir nehmen uns Zeit, mehr als es zum Beispiel Ärzten möglich ist. Wir sprechen mit den Ratsuchenden von gleich zu gleich und können uns einfühlen, weil wir vieles aus eigener Erfahrung kennen. Die Gespräche sind vertraulich, und wir beraten persönlich unter vier Augen. Und wir bieten verschiedene Orte und Zeiten an“, so die 58-Jährige.
Foto oben: © Heike Günther/Text: Corinna Chateaubourg © SeMa
Eine gute Mundgesundheit beeinflusst unser Wohlbefinden und hat einen wesentlichen Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Dazu zählen gute Zähne, gesundes Zahnfleisch sowie eine intakte Mundschleimhaut. Obwohl fast alle Seniorinnen und Senioren kariesbehandelte Zähne haben, stellte die fünfte Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte aus dem Jahr 2016 fest, dass die bei den jüngeren Senioren (Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen) über die zurückliegenden Jahrzehnte umgesetzten zahnmedizinischen Betreuungskonzepte zu einer Erhöhung der Anzahl eigener in der Mundhöhle verbliebener Zähne geführt haben. Dazu zählt sicher das 1989 eingeführte Bonusheft, in dem der Zahnarzt Vorsorgeuntersuchungen notiert. Sind diese regelmäßig erfolgt, sorgt dies für einen erhöhten Zuschuss beim Zahnersatz.
Wurzelkaries, Parodontitis, Zahnnerventzündungen und Schleimhautveränderungen sind im höheren Alter die Hauptprobleme im Mund und an den Zähnen
Bei älteren Menschen bildet sich in der Regel das Zahnfleisch etwas zurück. Zahnhälse liegen dadurch freier und sind anfälliger für Entzündungen und Karies. Auch fehlende und lockere Zähne sind ein Problem. Zudem kann es durch schlecht sitzende Prothesen zu Druckstellen kommen und Mundprobleme, vor allem beim Essen, bereiten.
Speichel sorgt in unserem Mund ganz natürlich für Zahnge- sundheit. Er reinigt sanft die Zähne, remineralisiert den Zahn- schmelz und hält Säuren in Schach. Bei älteren Menschen funktioniert das nicht mehr so gut: Ältere, gerade pflegebedürftige Menschen trinken oft zu wenig und haben einen trockenen Mund. Einige Medikamente verringern zudem die Speichelproduktion. Ein trockener Mund ist generell nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu weiteren Mundproblemen führen. Schwierigkeiten beim Schlucken, eine trockene Zunge und Probleme beim Kauen sind die Folge.
Eine gesunde Mundflora kann dabei helfen, Infektionen zu vermeiden, die den gesamten Organismus belasten können. Zahnerkrankungen verhindern nicht nur die Nahrungsaufnahme und behindern das Sprechen, sondern können den all- gemeinen Gesundheitszustand stark beeinträchtigen. Entzündungen im Mundraum können sogar Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Schlaganfälle und Lungenerkrankungen hervorrufen. Auch die Blutzuckerwerte bei Diabetes können durch eine schlechte Mundhygiene negativ beeinflusst werden.
Die fünfte Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte hat festgestellt, dass sich schwere Parodontalerkrankungen bei jüngeren Senioren inne halb von neun Jahren (2005 zu 2014) halbiert haben. Trotz abnehmender Erkrankungen ist aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer Zunahme des Behandlungsbedarfs wegen Parodontose zu rechnen.
Eine gute Zahnprophylaxe und gesunde Mundflora schützen im Alter vor Gesundheitsrisiken. Deswegen ist eine gute Pflege der Zähne im höheren Alter unerlässlich. Es gibt mittlerweile spezialisierte Zahnärztinnen und Zahnärzte für das Gebiss von über 60-Jährigen.
Was zu einer guten Pflege gehört
Zähne putzen
Zweimal täglich gehört die Reinigung der Zähne als Grund- lage für eine gute Mundpflege in den Tagesablauf, denn Speichel, Nahrungsreste und Bakterien bilden einen Zahnbelag, der zu Karies, entzündetem Zahnfleisch und Mundgeruch führen kann. Zum Zähneputzen sollten Sie eine elektrische Zahnbürste bevorzugen. Wenn die Kraft und Motorik nachlässt, ist sie eine besonders gute Wahl.
Zahnzwischenräume
Für die Zahnzwischenräume nutzen Sie Zahnseide, die es für die leichtere Handhabung auch in Haltevorrichtun- gen gibt. Noch leichter anzuwenden sind Interdentalbürsten, die es in verschiedenen Größen gibt.
Zunge reinigen
Der Zungenschaber ist ein sinnvolles Hilfsmittel bei der Mundpflege, denn mit ihm können Sie den Belag auf der Zunge, in dem sich Bakterien und Pilze ansiedeln, entfernen.
Zahnprothesen
Reinigen Sie Ihre Zahnprothesen sorgfältig. Sie verdienen so viel pflegende Aufmerksamkeit wie die natürlichen Zähne. Bei zu geringer oder falscher Pflege kann es zu Druckstellen, Problemen beim Essen und Entzündungen kommen.
Zusätzlich zu der regelmäßigen täglichen Pflege sollten Senioren auf eine professionelle Zahnreinigung nicht verzichten. Hier werden die Zähne und Zahnzwischenräume gründlich von Fachkräften in der Zahnarztpraxis gereinigt.
Schwierig ist die Zahnpflegesituation bei älteren Senioren, die gleichzeitig pflegebedürftig sind. Sie sind häufig auf eine Zahnprothese angewiesen und benötigen Unterstützung für die tägliche Mundhygiene. Die fünfte Mundgesund- heitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte kommt zu dem Schluss, dass sich rund 30 Prozent der Pflegebedürftigen nicht mehr selbstständig um ihre eigene Zahnpflege kümmern können. In diesem Fall sind Angehörige gefragt, die bei der Mundhygiene unterstützend helfen, sei es durch das Auftragen der Zahnpasta oder das Anreichen der Zahnbürste.
Ziel bleibt es, dass ältere Menschen sich so lange wie möglich an der Zahnputzroutine beteiligen können. Das erhält die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmtheit.
S. Rosbiegal © SeMa
Der sogenannte Besucherdienst für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörige ist eines der wichtigsten Unterstützungsangebote der Selbsthilfevereinigung ILCO e. V. „Durch menschliche Nähe, durch persönliches Wissen und die gesammelten Erfahrungen unterstützen die ehrenamtlichen Besucher Betroffene im Krankenhaus oder in Rehakliniken. Sie können am eigenen Beispiel zeigen, dass ein Leben mit der Krankheit oder einem Stoma nicht das ‚Ende der Welt‘ bedeutet und sich die auftretenden Belastungen der Anfangszeit verarbeiten lassen“, so Marlies Peters, Sprecherin von ILCO e. V. Die Besuche würden Zuversicht vermitteln und dabei helfen, Ängste zu überwinden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Das Faltblatt „ILCO-Besucherdienst: Betroffene besuchen Betroffene“ klärt über das besondere Unterstützungsangebot der Selbsthilfevereinigung Deutsche ILCO e. V. auf. Bild: Deutsche ILCO e. V.
Bei dem Besucherdienst handelt es sich um vertrauliche Gespräche zwischen Patient (oder Angehörigem) und dem Besucher. „Manchmal werde das Angebot deshalb vom medizinischen Personal eher kritisch betrachtet, als mit offenen Armen empfangen“, wundert sich Peters. Um über den Besucherdienst aufzuklären und eventuelle Missverständnisse aus der Welt zu schaffen, gebe es das Faltblatt „ILCO-Besucherdienst: Betroffene besuchen Betroffene“, das auch für Ärzte, Therapeuten und das Pflegepersonal interessant sei.
„Wir als Stomatherapeuten können nur bis zu einem bestimmten Punkt beraten und informieren. Alles, was über die fachliche Anleitung hinausgeht, Emotionen, Ängste, Tipps und Tricks, kann nur ein Betroffener selbst empfinden und erklären. Es braucht also Betroffene als Berater, die akut-Betroffenen Wege und Perspektiven für die Zukunft aufzeigen können. Unser gemeinsames Ziel: eine gute und umfassende Beratung zum Wohle des Patienten“, teilt Ute Marienfeld, Pflegeexpertin Stoma/Kontinenz/Wunde, Vorstand der Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e. V. (FgSKW) ihre Erfahrung mit dem Besuchsdienst in der Klinik mit. ILCO-Mitglieder halten sich außerdem an einen „Kodex“, der ihnen unter anderem untersagt, Stellung zu medizinischen und therapeutischen Entscheidungen zu beziehen.
Kontakt zum Besucherdienst gibt es in den zertifizierten Darmkrankenhäusern beim Personal oder bei der Bundesgeschäftsstelle unter Tel. 0228 33 88 94-50 oder per Mail an info@ilco.de/forum.
Die Deutsche ILCO e. V. ist die größte deutsche Solidargemeinschaft von Stomaträgern (Menschen mit künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung), Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörigen. Seit der Gründung 1972 hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, den Betroffenen mit Rat und Tat dabei zu helfen, dass sie auch mit einem Stoma, nach einer Stomarückverlegung oder mit ihrer Krankheit selbstbestimmt und selbstständig leben können. Die Deutsche ILCO e. V. hat bundesweit rund 6.500 Mitglieder. Selbsthilfe und Ehrenamt sowie inhaltliche und finanzielle Unabhängigkeit sind die wesentlichen Arbeitsprinzipien der Deutschen ILCO.
Der Name ILCO leitet sich von den Anfangsbuchstaben der medizinischen Bezeichnungen Ileum (=Dünndarm) und Colon (=Dickdarm) ab.
Corinna Chateaubourg © SeMa
Krampfadern nennt man dauerhaft erweiterte Venen, die sich meist unregelmäßig am Bein schlängeln. Mitunter kommen sie auch im Beckenbereich vor. Wer sie rechtzeitig behandeln lässt, beugt Komplikationen vor und verbessert die Venenfunktion.
Kleine und große Venenprobleme
Als sogenannte Besenreiser sind die kleinsten defekten Venen bekannt, die fein verästelt meist violett durch die Haut schimmern. Sie sind eher ein kosmetisches als ein medizinisches Problem und können mit Verödung oder Lasertherapie behandelt werden.
Lässt die Venenfunktion aber deutlich nach, kommt es zu Schmerzen. Die Beine schwellen leicht an und verursachen ein Spannen. Gerade an warmen Tagen sowie nach langem Stehen und Sitzen fühlen sich die Beine schwer an. Wer diese Anzeichen missachtet, riskiert im schlimmsten Fall Hautveränderungen, Geschwüre und Thrombosen.
Hilfe gegen müde Beine
Fühlen sich die Füße und Beine abends müde und schwer an, hilft es, die Beine hoch zu legen. Nach langem Sitzen oder Stehen sollten die Füße und Beine Bewegung bekommen.
Auch eine Wechseldusche tut gut. Dazu in die Dusche stellen und den Strahl im Wechsel von kaltem und warmem Wasser von den Füßen bis hinauf zu den Knien führen. Der letzte Guss sollte mit kaltem Wasser erfolgen.
Wenn es schmerzt
Eine erweiterte Hautvene kann sich entzünden. Eine Entzündung in dem Bereich schmerzt. Die Stelle ist sehr warm und gerötet. Eine mögliche Auswirkung kann sein, dass sich das Gefäß an dieser Stelle durch ein Blutgerinnsel verstopft. Dieses Gerinnsel nennt sich Thrombose. Lebensbedrohlich kann eine Thrombose werden, wenn sich das Gerinnsel oder Teile davon lösen und zum Herzen wandern. Von dort kann es in den Lungenkreislauf gelangen und Gefäße verstopfen. Diese sogenannte Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein. „In Deutschland sterben jährlich bis zu 40.000 Menschen an einer Lungenembolie“, so die Deutsche Gefäßliga e.V. Anzeichen einer Lungenembolie sind Brustschmerzen beim Atmen, Luftnot oder Herzrasen.
Rechtzeitig handeln
Zeichnen sich Venen deutlich unter der Haut ab, bilden Knoten und schlängeln sich, ist es an der Zeit, dies einem Venenspezialisten zu zeigen. Eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden bei Verdacht von Krampfadern auch im tiefen Venensystem ist die farbkodierte Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde. Mit dieser bildgebenden Methode können Ärzte den Zustand des Venensystems einschließlich der Venenklappen, des tiefen Venensystems und Thrombosen erkennen. Gleichzeitig kann mit der Sonde die Strömungsrichtung und Geschwindigkeit des Blutes in den Venen gemessen werden. Welche Untersuchungen sich zur Diagnose eignen, sollte ein entsprechender Spezialist entscheiden.
Um die Gefahr, eine Thrombose zu erleiden, zu senken, sollte man rechtzeitig handeln und Krampfadern behandeln lassen. Woran erkennt man die Venenschwäche?
Dr. Bruning: Ob Krampfadern wirklich das Thromboserisiko erhöhen, ist letztendlich unbewiesen. Meiner Meinung nach nicht. Eine Venenschwäche erkennt man an hervortretenden geschlängelten Venen am Bein. Die erste Folge sind oft abendliche Schwellneigung, Schweregefühl und heiße Beine.
Die erste Wahl bei vielen Patienten mit Venenleiden sind Kompressionsstrümpfe. Welche Therapieformen eignen sich außerdem?
Dr. Bruning: Bei Venenerkrankungen sind die Klappen im oberflächlichen Venensystem defekt. Diese Venen transportieren ca. 10% des Blutes aus den Beinen zurück. Die tiefen Venen 90%. Durch den Klappenschaden transportieren die oberflächlichen Venen gar kein Blut mehr nach oben, im Gegenteil: es kann Blut wieder von oben nach unten ins Bein zurück sacken. Dies müssen die tiefen Venen zusätzlich mit transportieren. Die erste Option ist die Erhöhung der Transportleistung der tiefen Venen. Dies geschieht, indem man die Muskelwadenpumpe in einen Kompressionsstrumpf einpackt und dadurch die Pumpleistung deutlich verbessert.
Die Alternative dazu ist, die defekten Venenabschnitte aus dem Blutkreislauf auszuschalten. Dies geschieht klassischer Weise operativ (Venenstripping). Alternativ können die Venen durch Hitze von innen (endovenös) verschlossen werden (Radiowelle, Laser) oder verklebt werden (Venenkleber, Verödung). Die Hitzeverfahren (Laser/Radiowelle) sind der Operation ebenbürtig, haben aber eine ähnliche Komplikationsrate und Rezidivrate bei identischem kosmetischen Ergebnis. Der Kleber verbleibt im Körper und wird nicht aufgelöst.
Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar. Die Verödung ist bei defekten Stammvenen den anderen Verfahren unterlegen.
Wie kann man selbst für gesunde Venen sorgen?
Dr. Bruning: Viel ist Veranlagung, die kann man nicht beeinflussen. Gut ist Bewegung, wenig sitzen und vermeiden von Übergewicht. Auch Venengymnastik gerade bei sitzenden Berufen kann hier hilfreich sein.
Danke für das Gespräch.
S. Rosbiegal © SeMa
Das SeMa sprach über den Unterschied bei Frauen und Männern und über die Behandlungsmöglichkeiten bei Venenerkrankungen mit Dr. med. Guido Bruning, Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie des Tabea Krankenhauses. Die Klinik ist heute die größte Fachklinik für Venenmedizin im norddeutschen Raum.
Männer leiden seltener an Krampfadern als Frauen. Woran liegt das?
Dr. Bruning: Dies ist in der Medizin immer noch nicht wirklich geklärt. Sicher ist, dass die hormonellen Verschiebungen in der Schwangerschaft, die zu einer Erweichung des Bindegewebes führen (gewollt, da dies den Geburtskanal erweitert) nicht zuträglich für den venösen Halteapparat sind. Dies in der Kombination mit ungünstigen Druckverhältnissen führt zu einem deutlich erhöhten Risiko, dass während einer Schwangerschaft Krampfadern entstehen. Dieses Risiko besteht für Männer naturgemäß nicht.
Männer haben im Vergleich ein höheres Risiko, eine Thrombose zu bekommen. Warum?
Dr. Bruning: Männer haben eine erhöhtes Risiko eine Rezidiv-Thrombose zu bekommen. Die Ursache hierfür ist unklar. Bei der ersten Thrombose ist das Risiko für junge Frauen deutlich höher als für Männer. Das liegt wahrscheinlich an einer möglichen hormonellen Empfängnisverhütung. Im Alter ist das Risiko bei beiden Geschlechtern gleich.
Eine Sepsis, oft auch Blutvergiftung genannt, ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. Jährlich erkranken geschätzt 350.000 Menschen in Deutschland an einer Blutvergiftung. Trotz aller Fortschritte in der Medizin wie Impfungen, Antibiotika und Intensivmedizin stirbt etwa jeder vierte Erkrankte an ihr. Eine Sepsis ist keine Vergiftung im eigentlichen Sinn, sondern entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Dadurch kann sie zu einem Schock, multip-len Organversagen und zum Tod führen. Die beste Vorbeugung, um einen lebensbedrohlichen Verlauf zu verhindern, ist es, die Symptome frühzeitig zu erkennen und den Auslöser der Infektion sofort zu behandeln.
Für eine Sepsis können Viren, Bakterien und andere Erreger verantwortlich sein. „Entgegen der weit verbreiteten Meinung entsteht eine Sepsis nicht immer durch eine äußerlich sichtbare, entzündete (infizierte) Wunde“, klärt die Sepsis-Stiftung auf ihrer Homepage auf. Auch Blasen- oder Lungenentzündungen können zu einer Blutvergiftung führen. Wenn die Erreger nicht lokal bleiben, sondern ins Blut gelangen, wehrt sich der Körper massiv dagegen.
„Der bekannte rote Strich auf dem Arm ist übrigens kein notwendiges Anzeichen einer Sepsis. Er zeigt die Entzündung einer Lymphbahn an, die zu einer Sepsis führen kann. Er muss aber nicht zwingend bei einer Sepsis auftreten. Ganz im Gegenteil: Die meisten Sepsis-Patienten zeigen dieses Symptom nicht.“
Schnelle ärztliche Hilfe kann Leben retten und Langzeitschäden verhindern. Als Symptome können auftreten: Schüttelfrost, Fieber, Todesangst, Verwirrung, Schläfrigkeit, extremes Krankheitsgefühl, schnelle Atmung, Luftnot, fleckige Haut an Armen und/oder Beinen sowie starke Schmerzen. Sollten nach einer Infektion die genannten Symptome auftreten, ist schnelles Handeln gefragt.
Zwar kann man sich vor einer Sepsis nicht direkt schützen, aber man kann versuchen, Infektionen vorzubeugen. Dazu gehören übliche Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige und gründliche Händewaschen. Auch kleine Wunden und entzündete Insektenstiche müssen gut versorgt werden, in- dem Sie Wunddesinfektionsmittel aufgetragen und die Wunde mit einem Pflaster oder bei größeren Verletzungen mit einer fixierten Kompresse bedecken, um das Eindringen von Keimen zu verhindern. Rötet sich die Haut oder fühlt sie sich warm an, kann das auf eine Infektion hindeuten. Dann sollte ein Arzt sie sich anschauen. Wer wegen einer Infektion ein Antibiotikum verschrieben bekommt, sollte dies auf jeden Fall nach ärztlicher Weisung einnehmen. Lassen Sie Ihren Impfpass kontrollieren, um die Impfungen entsprechend der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) auffrischen zu können.
Ein erhöhtes Risiko für eine Blutvergiftung haben Menschen mit geschwächtem Immunsystem – wie Diabetiker und Krebspatienten. Besonders gefährdet sind außerdem Frühgeborene und sehr alte Menschen. Nach frischen Operationen oder Patienten auf der Intensivstation steigt das Risiko für eine Sepsis ebenfalls. Menschen, deren Milz entfernt wurde, haben ein höheres Risiko für eine Blutvergiftung, vor allem durch Bakterien wie Pneumokokken, gegen die es jedoch eine Impfung gibt.
Wer eine Sepsis überstanden hat, kämpft manchmal noch Wochen bis Monate mit möglichen Folgen wie Nervenschäden, Muskelschwäche oder Bewegungsstörungen, sodass alltägliche Fähigkeiten wie Gehen oder Sprechen wieder neu erlernt werden müssen. Diese schwere Erkrankung bedeutet nicht nur körperlichen, sondern auch psychischen Stress. Manche Betroffene leiden unter Alpträumen oder Depressionen.
Eine gute Nachsorge ist unerlässlich, und der Kontakt zu anderen Betroffenen ist eine hilfreiche Unterstützung.
Forschung
Die Sepsis-Stiftung mit Sitz in Jena wurde im Jahr 2012 gegründet. Die Stiftung dient der Förderung der Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation zur frühzeitigen Diagnose, Behandlung, Prävention sowie der Minderung von Folgeschäden einer Sepsis. Die Sepsis-Stiftung ist zudem die rechtliche Dachorganisation für die SepNet-Studiengruppe, einem Verbund von über 100 Ärzten und Wissenschaftlern bzw. 50 Kliniken und Universitäten aus ganz Deutschland, die in gemeinsamen Projekten Grundlagenforschung und klinische Studien rund um das Thema Sepsis betreiben.
Selbsthilfe
Die Selbsthilfegruppe Deutsche Sepsis-Hilfe e. V. (sepsis-hilfe.org) informiert und versteht sich als Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige. Den Verein erreichen Sie wochentags von 8-21 Uhr und am Wochenende/Feiertag von 9-21 Uhr unter der Tel.: +49 700 73774 700 oder per E-Mail info@sepsis-hilfe.org.
S. Rosbiegal © SeMa
... der gutartigen Prostatavergrößerung!
Professor Dr. T. Bach, Chefarzt der Urologie
Asklepios Westklinikum – die Klinik mit den meisten Aquabeam-Erfahrungen weltweit
Ein Interview mit Professor Dr. T. Bach, Chefarzt der Urologie, Asklepios Westklinikum Rissen, und Sandra Gerold, Unternehmenskommunikation und Marketing
Sandra Gerold (S.G.) „Herr Prof. Bach, mit über 500 Aquabeam-Eingriffen haben Sie weltweit mit großem Abstand die meisten Patienten mit dieser neuartigen OP-Methode behandelt. Hierzu erst einmal meinen Glückwunsch. Was bedeutet das für Sie?“
Professor Dr. T. Bach (T.B.) „Zunächst einmal vielen Dank. Ja, die Zahl 500 hört sich erst einmal eindrucksvoll an, und natürlich freut man sich darüber. Viel wichtiger ist aber die Geschichte, die hinter dieser Zahl steht. Ich hatte im August 2017 die Gelegenheit, als erster Urologe weltweit das System in der Routinebehandlung von Patienten zu etablieren. Wir haben damals Neuland betreten und neue Türen in der BPH-Therapie (benigne Prostatahyperplasie=gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse) aufgestoßen. Dass nun ca. 3,5 Jahre später über 500 zufriedene Patienten bei uns und nahezu 5000 Patienten international behandelt wurden und sich aufgrund unserer Ergebnisse mehr als 100 weitere Kliniken weltweit entschieden haben, das System einzusetzen, zeigt, dass wir damals den richtigen Weg eingeschlagen haben. Ein besonderes Lob ist es, wenn die Patienten uns zurückmelden, wie es ihnen nach der Behandlung ergeht und wie viel Lebensqualität sie zurückgewonnen haben. Mein persönliches Highlight sind die Situationen, wenn ein ehemaliger Patient seinen Bruder oder seinen Nachbarn vorbeischickt. Das ist ein Lob und ein Vertrauensbeweis gegenüber dem Team, der kaum noch zu toppen ist.“
S.G. „Das kann ich mir vorstellen. Was ist denn eigentlich das Besondere am Aquabeam-Roboter?“
T.B. „Beim Aquabeam nutzen wir im Endeffekt Know-how aus der Industrie und übertragen das in die Medizin. Ein Beispiel: Wenn Sie heutzutage ein Teil, egal wofür, herstellen wollen, dann wird das am Computer programmiert und definiert und anschließend von einem Roboter aus einem Rohling hergestellt. Hierbei spielt ein Hochdruck-Wasserstrahl oftmals eine entscheidende Rolle, da wir damit sehr präzise und kontrolliert arbeiten können.
Beim Aquabeam machen wir – während der Patient in Narkose liegt – eine Ultraschalluntersuchung der Prostata. Auf diesem Ultraschallbild markieren wir das überschüssige Gewebe, welches die Beschwerden verursacht, und übergeben dann an den Roboter. Dieser fährt die definierte Kontur absolut verlässlich mit einem Hochdruck-Wasserstrahl ab und entfernt damit das überschüssige Gewebe, ähnlich wie der Hochdruckreiniger im Garten, wenn Sie mir diesen saloppen Vergleich erlauben. Der Roboter ist dabei nicht nur unglaublich schnell und präzise, sondern absolut verlässlich und immer gleich gut. Wichtig ist mir, dass ich während der Behandlung die volle Kontrolle habe und natürlich jederzeit stoppen kann.“
S.G. „Das heißt, Aquablation ist nun in Rissen die Therapie der Wahl für alle Patienten?“
T.B. „Nein, auch das Aquablation-System ist nicht die „eierlegende Wollmilchsau.“ Bei der Wahl der richtigen OP-Methode bzw. des OP-Systems spielt der einzelne Patient und nur der Patient die entscheidende Rolle. Wir haben eine Vielzahl von Operationsmöglichkeiten, die alle unterschiedliche Stärken haben. Was für Patient A perfekt ist, muss noch lange nicht für Patient B perfekt sein.
Das ist die Besonderheit unserer Urologie am Westklinikum Rissen. Wir bieten alle in den Leitlinien etablierten und empfohlen Operationsverfahren – und ein wenig mehr – an und können diese Verfahren aufgrund unserer Spezialisierung auf einem hohen Niveau und mit viel Erfahrung durchführen. Hinsichtlich der technischen Ausstattung gibt es wahrscheinlich keine zweite Klinik in Deutschland, die ihren Patienten so viele Möglichkeiten sinnvoll und aus einer Hand anbieten kann. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, das macht uns aus.“
S.G. „Und wie äußert sich das in der täglichen Arbeit?“
T.B. Wir konzentrieren uns schlicht und einfach auf den Patienten und stellen diesen in den Mittelpunkt der Therapie. Im Rahmen der Sprechstunde haben die Patienten bei meinen Mitarbeitern oder mir einen Termin, der zwischen 45 und 60 Minuten dauert. In dieser Zeit sprechen wir die vorherrschenden Beschwerden und natürlich die klinischen Befunde an, aber vor allem auch über die Erwartungshaltung der Patienten an die Therapie, Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Verfahren. Im Endeffekt entscheidet der Patient, welche Therapie die richtige ist, und wir übernehmen die Rolle des „Lotsen“ und Beraters. Individualisierte Therapien sind heutzutage bei bösartigen Erkrankungen Standard und nicht mehr wegzudenkenden. Nach unserer Auffassung gibt es keinen Grund, bei Patienten mit einer gutartigen Erkrankung anders zu behandeln, sondern auch diesen Männern muss die gesamte Option der sinnvollen Therapien zur Verfügung stehen.
Auch bei vielen Medikamenten die Übersicht bewahren
ist eine enge Betreuung durch Fachpersonal, erklärt die Apothekerkammer Hamburg. In Apotheken erhalten alle Patienten Beratung zum Umgang mit Medikamenten.
Medikationsanalyse verschafft Übersicht
Die Begriffe Polymedikation, Multimedikation oder Polypharmazie bezeichnen die gleichzeitige Anwendung von fünf oder mehr Arzneimitteln. Patienten mit verschiedenen Erkrankungen benötigen für eine optimale Therapie oftmals diverse Medikamente. Werden mehr als drei Präparate verordnet, sollten Ärzte und Apotheker den Erkrankten erhöhte Aufmerksamkeit schenken, um arzneimittelbedingte Risiken wie Neben- oder Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen. Das erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit. Patienten können sich in ihrer Apotheke ausführlich beraten lassen. Zum Beratungstermin sollten Erkrankte ihre gesamten Arzneimittel mitbringen, d. h. die vom Arzt verordneten, die selbst gekauften und die außerhalb der Apotheke erworbenen Produkte. Wenn der Apotheker alle Präparate kennt, kann er die Risiken beurteilen und einen vollständigen und individuellen Medikationsplan erstellen, mit Namen, Darreichungsformen, Dosierungen und Stärken der Arzneimittel. Nicht selten entdecken Apotheker beim Aufstellen des Medikationsplans Doppelverordnungen und -anwendungen, Fehldosierungen oder sogar Arzneimittelmissbrauch. Hin und wieder stoßen Apotheker dabei auf Patienten, die bewusst oder unbewusst, Einnahmeregeln missachten. Ergeben sich bei der Überprüfung Hinweise auf Risiken oder Korrekturbedarf der Therapie, muss der Apotheker im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt den Patienten über die Risiken informieren.
Höheres Alter, steigendes Risiko
Riskant ist Polymedikation vor allem bei älteren Menschen. Laut Statistik nehmen Patienten im Alter zwischen 75 und 85 mehr als acht Arzneimittel pro Tag zu sich. Da sich mit steigendem Alter die Verstoffwechselung und Ausscheidung verzögern, werden Wirkstoffe länger im Körper gespeichert. Je mehr Medikamente die Patienten einnehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von arzneimittelbezogenen Problemen, beispielweise Wechselwirkungen. Solche Wechselwirkungen verursachen unter anderem, dass Arzneimittel unerwünscht stark wirken oder bereits bestehende Nebenwirkungen wie Verwirrtheit, Schwindel oder Sturzgefahr noch zunehmen. Schätzungen zufolge gehen bundesweit rund 250.000 Krankenhauseinweisungen auf solche unerwünschten Arzneimittelereignisse zurück.
Nicht eigenmächtig handeln
In der Praxis hat sich gezeigt, dass Patienten mit Arzneimitteln in der Selbstmedikation oft unkritisch umgehen und sie im Vergleich zu den vom Arzt verordneten Medikamenten als harmlos erachten. Dem ist nicht so: Auch frei verkäufliche Präparate können Wechselwirkungen auslösen. Hier gilt, dass mit jedem zusätzlich eingenommenen Mittel die Gefahr von arzneimittelbezogenen Problemen wächst. Auch die Ernährung kann die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen: Hier gibt der Apotheker gern Hinweise, was zu berücksichtigen ist und welche Nahrungsmittel Wechselwirkungen auslösen können. In der Regel sind alle verordneten Medikamente sinnvoll. Patienten sollten sich an die Anweisungen von Ärzten und Apothekern halten und die Therapie nicht abbrechen. Wer vermutet, zu viele Medikamente einzunehmen oder sich bei der Selbstmedikation Rat einholen will, sollte seinen behandelnden Arzt oder den Apotheker ansprechen.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen.
Hamburg – Es stapeln sich die Verpackungen im Medizinschrank, und neben dem morgendlichen Kaffee finden sich immer mehr bunte Pillen. Wer viele Krankheiten hat, bekommt diverse Arzneien verordnet. Für ältere Patienten wird es dann knifflig, das passende Präparat zur richtigen Zeit einzunehmen. Aber auch junge Patienten kennen nicht alle Tücken der Polymedikation. Bei Erkältungen oder Schmerzen gehen sie beispielsweise oft unkritisch mit der Selbstmedikation um, oder sie wissen nicht, dass einige Nahrungsmittel Wechselwirkungen mit ihren Arzneien auslösen können. Je mehr Medikamente benötigt werden, desto notwendiger
Was senkt den Blutdruck?
(pi) Rote Bete, Granatapfel oder auch Schokolade gehören zu den Lebensmitteln, denen zugeschrieben wird, dass Sie den Blutdruck senken können. Aber stimmt das auch? Die Stiftung Gesundheitswissen hat sich die Studienlage zu verschiedenen blutdrucksenkenden Lebensmitteln angeschaut.
Es gibt sie nicht, die einzelne Ursache für einen zu hohen Blutdruck. Stattdessen wirken bei der Entstehung von Bluthochdruck mehrere Faktoren. Neben Alter, Geschlecht und einer erblichen Veranlagung spielt vor allem der persönliche Lebensstil eine Rolle.
Demnach sind wenig Bewegung, Übergewicht, Stress sowie eine ungesunde Ernährung die Hauptrisikofaktoren für Bluthochdruck. Ernährung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Basistherapie von Hypertonie. Dabei wird versucht, mit Ernährung, Bewegung und einer Lebensstiländerung, den Blutdruck zu senken. In dem Zusammenhang tauchen immer wieder einzelne Lebensmittel auf, die den Blutdruck senken sollen. Im Zuge ihrer neuen Gesundheitsinformation „Hypertonie“ hat die Stiftung Gesundheitswissen geschaut, zu welchen davon es Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien gibt.
Rote-Bete-Saft bei Bluthochdruck?
Rote Bete zählt zu den sogenannten natürlichen Blutdrucksenkern, aber warum ist das so? Der Grund dafür ist der hohe Nitratgehalt. Durch den Speichel im Mund und die darin enthaltenen Bakterien kann Nitrat zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit ist ein Stoff, der die Gefäße erweitert und dadurch den Blutdruck senkt, wie Studien zeigen. Es ist jedoch mehr Forschung erforderlich, um beispielsweise eine längerfristige Wirkung des Rote-Bete-Safts beurteilen zu können. Dazu kommt, dass noch nicht feststeht, wie oft und wie viel Rote-Bete-Saft getrunken werden müsste, um eine Wirkung zu erzielen.
Schokolade als Blutdruckregulierer?
Wenn Schokolade den Blutdruck regulieren würde, wäre das für viele Naschkatzen doch mal eine gute Nachricht. Aber trifft diese Aussage auch zu? Nicht für die klassische Vollmilchvariante, sondern für dunkle Schokoladen mit einem hohen Kakaoanteil. Denn dunkle Schokolade und Kakaoprodukte sind reich an sogenannten Flavanoiden, Pflanzenstoffen, die unter anderem in der Kakaobohne vorkommen. Es wird angenommen, dass diese Stoffe blutdrucksenkende Eigenschaften besitzen. Eine Übersichtsarbeit zeigte über eine Studiendauer von zwei bis zwölf Wochen tatsächlich eine kleine Blutdrucksenkung von etwa zwei mmHg. Allerdings wären Langzeitstudien erforderlich. Das ist bei Ernährungsstudien jedoch nicht so leicht umzusetzen.
Mit Elektrolyten gegen zu hohen Blutdruck?
„Elektrolyte sind wichtig!“, heißt es häufig. Vor allem Sportler kommen oft damit in Berührung. Aber können sie auch den Blutdruck senken? Elektrolyte wie Kalium, Natrium oder Magnesium sind für den Körper lebensnotwendige Mineralstoffe. Aktuellen Studien zufolge zeigte sich bei einer erhöhten Zufuhr von Kalium und einer Verringerung der Natriumaufnahme eine blutdrucksenkende Wirkung. Es wird ebenfalls davon ausgegangen, dass Magnesium eine blutdrucksenkende Wirkung hat.
Welche Rolle spielt Salz bei Bluthochdruck?
Lebensstiländerungen sind die Basis jeder Behandlung von Bluthochdruck – unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Dabei kann die Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Beispiel Salz: Wir nehmen über die Nahrung mehr Salz auf, als der Körper eigentlich benötigt. Wo sich Salz versteckt und worauf man achten kann, wenn man weniger Salz zu sich nehmen möchte, erklärt Prof. Dr. Ulrich Wenzel, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Warum spielt Salz für den Blutdruck eine große Rolle?
Salz in kleinen Mengen konsumiert, ist nicht schädlich, sondern sogar lebensnotwendig. Und Kochsalz ist neben dem Nervensystem und den Hormonen auch im Körper dafür zuständig, dass Blutdruck überhaupt aufrechterhalten wird.
Warum ist zu viel Salz für den Blutdruck problematisch?
Hoher Kochsalzkonsum führt dazu, dass Kochsalz und Wasser im Körper gespeichert werden. Und darüber hinaus führt das Kochsalz zu einer Versteifung des Endothels, der „Tapete“, die die Blutgefäße ausfüllt, aber auch die Gefäße selbst werden geschädigt, werden steifer. Darüber hinaus weiß man aber auch, dass Kochsalz, das sind neue Daten, unser Immunsystem beeinflusst. Und dass auch Kochsalz das Mikrobiom, also unsere Darmflora ganz stark beeinflusst und über die Beeinflussung der Darmflora hohen Blutdruck verursachen kann.
Wie viel Salz am Tag ist in Ordnung?
Der Bundesbürger isst im Schnitt zehn Gramm Kochsalz am Tag. Aber wenn man Patienten mit hohem Blutdruck hat, finden sich durchaus Patienten, die 20 oder sogar 30 Gramm Kochsalz am Tag konsumieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfielt, wir Gesunde sollen sechs Gramm Kochsalz am Tag essen. Also deutlich weniger. Und wenn man sich die europäische, amerikanische, internationale Leitlinie ansieht, wird für Hochdruckpatienten explizit empfohlen, deutlich unter fünf Gramm Kochsalz zu sich zu nehmen. Also zum Beispiel zwei Gramm. Zwei Gramm Kochsalz ist auch das, was Ureinwohner Südamerikas ungefähr konsumieren, die sehr niedrigen Blutdruck haben.
Wo versteckt sich denn das Salz?
Kochsalzkonsum zu reduzieren ist gar nicht so leicht, da es nicht um das beim Kochen verwendete Salz geht, denn das sind nur fünf Prozent unseres täglichen Kochsalzkonsums. Auch das Nachsalzen bei Tisch (sechs Prozent) und die Nahrungsprodukte an sich machen machen nur zwölf Prozent aus. Knapp 80 Prozent unseres Kochsalzkonsums entstehen durch das Verzehren von Fertigprodukten, zum Beispiel Schwarzbrot mit Schinken, Käse, Matjeshering, die Fertigpizza oder tiefgefrorenes Gemüse mit Kräuterbutter angemacht.
Wie kann ich meinen Salzkonsum verringern?
Es ist nicht möglich mit dem Salzstreuer den Kochsalzkonsum zu verändern, sondern man sollte weniger Fertigprodukte essen oder darauf achten, Fertigprodukte zu verzehren, die kochsalzärmer sind. Und das fällt schwer, weil wir in Deutschland und Europa keine Ampelpflicht für Kochsalz haben. Das heißt, es ist nicht leicht, kochsalzreiche und kochsalzarme Fertigprodukte im Supermarkt zu unterscheiden. Letztendlich kann man den Kochsalzkonsum reduzieren, indem man mit Pfeffer, Paprika, Curry oder ähnlichem würzt. Oder aber man kann sich auf dem Balkon oder der Terrasse Kräuter, Majoran, Petersilie, Schnittlauch züchten und dadurch aus jedem Produkt etwas Schmackhaftes machen, ohne massiv nachsalzen zu müssen.
Informationen zu weiteren Selbstmanagementstrategien, zu Anlaufstellen bei Bluthochdruck sowie Erfahrungsberichte von Menschen, die von Hypertonie betroffen sind, gibt es auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen: www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/hypertonie/leben-mit-bluthochdruck/hypertonie/leben-mit-bluthochdruck